Corona-Krise: Wie Sie sich vor Betrügern schützen

Gut aufpassen!

Die momentane Corona-Krisen-Situation hat wieder neue Betrüger und Betrugsmaschen auf den Plan gerufen. So können Sie sich schützen.

Corona-Krise: Wie Sie sich vor Betrügern schützen

Rechtsfrage des Tages:

Die momentane Situation ist bei vielen geprägt von Fürsorge und gegenseitiger Rücksichtnahme. Leider nutzen aber auch Betrüger die Krisenzeit, um ängstlichen Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vor welchen Maschen sollten Sie sich gerade besonders in Acht nehmen?

Antwort:

Fake-News, unseriöse Geschäfte oder auch altbekannte Betrugsmaschen wie der Enkeltrick erleben gerade eine traurige Konjunktur. Unredliche Menschen machen sich die Ausnahmesituation und die damit verbundenen Sorgen und Nöte der Menschen zu eigen. Am besten wappnen Sie sich, indem Sie sich über die aktuellen Betrugsversuche informieren und wachsam sind.

Betrug im Internet mit Soforthilfen

Durch die Corona-Krise sind viele kleine Unternehmen und Selbständige in finanzielle Engpässe geraten. Bund und Länder haben daher verschiedene Programme zur Soforthilfe ins Leben gerufen. Aber Vorsicht! Betrüger versenden an Betriebe und Unternehmen E-Mails und fordern zur Preisgabe von persönlichen Daten oder Daten des Unternehmens auf. Dabei erwecken sie den Eindruck, im Auftrag eines Instituts für die Beantragung von Soforthilfen zu handeln. Löschen Sie diese E-Mails und antworten Sie auf keinen Fall. Gleiches gilt für betrügerische Internetseiten. Füllen Sie dort ein Antragsformular aus und laden dieses hoch, öffnen Sie späterem Betrug mit Ihren Daten Tür und Tor. Nutzen Sie lieber die Webseiten der Bundes- oder Ihrer Landesregierung, um seriöse Informationen zu erhalten.

Desinfektionsmittel zu Mondpreisen

Eine andere Masche ist der Verkauf vollkommen überteuerter Produkte, die derzeit knapp und kaum zu beschaffen sind. Auch diese Betrüger versenden E-Mails, die vermeintlich von einem realen Unternehmen stammen. Nutzen Sie den Link in der Nachricht, landen Sie auf einer gefälschten Verkaufsplattform. Lassen Sie die Finger von einer Bestellung. Auf eine Lieferung werden Sie vermutlich vergeblich warten. Haben Sie bereits bezahlt, sollten Sie versuchen, über Ihren Zahlungsanbieter die Zahlung zu stoppen oder über Ihre Bank zurückzuholen. Erstatten Sie unbedingt Anzeige bei der Polizei! Das geht in vielen Fällen sogar online.

Nahrungsergänzung gegen Corona

Im Internet finden Sie auch immer wieder Webseiten, die für Nahrungsergänzungsmittel werben. Diese sollen – angeblich belegt durch Studien – vor dem Corona-Virus schützen. Gesundheitsbezogene Werbung ist allerdings verboten. Außerdem gibt es nach derzeitigem Stand keinerlei Studien, die einen Bezug zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Covid-19 belegen würden. Es handelt sich also lediglich um den Versuch, gutgläubigen Menschen das Geld vom Konto zu locken. Im besten Falle sind diese Mittel lediglich wirkungslos. Andere Tipps können sogar gesundheitsschädlich sein wie die Einnahme von Mitteln, bei denen es sich tatsächlich um gesundheitsgefährliche Desinfektionsmittel oder Wäschebleiche handelt. Hier heißt es: Mitdenken und Finger weg!

Seien Sie wachsam

Natürlich spricht nichts dagegen, im Internet shoppen zu gehen. Wachsam sollten Sie dabei ohnehin immer sein. Achten Sie auf realistische Preise, Kundenbewertungen und Gütesiegel des Shops. Klicken Sie auf das Symbol können Sie auch prüfen, ob der Online-Shop tatsächlich zertifiziert ist. Außerdem haben seriöse Anbieter in der Regel ein vollständiges Impressum. Fehlt dieses oder ist auffällig lückenhaft, kann dies auf ein schwarzes Schaf hindeuten.

Phishing nimmt zu

Schon lange versuchen Kriminelle mit Phishing-Mails persönliche Daten von Bankkunden zu ergaunern. Auch jetzt sind wieder verstärkt Phishing-Mails unterwegs. Zudem versenden Betrüger Schadprogramme und versuchen, Zugänge zum Online-Banking oder Kreditkartennummern auszuspähen. Der Tipp: Öffnen Sie keine unbekannten Dateien, löschen Sie nebulöse E-Mails und klicken Sie keine Links in E-Mails an, deren Absender Sie nicht kennen. Banken und Sparkassen weisen auch immer wieder darauf hin, dass sie nie persönliche Daten wie beispielsweise Zugangsdaten zum Online-Banking per E-Mail oder Telefon abfragen. Verdachtsfälle können Sie Ihrer Bank oder Sparkasse oder den Verbraucherzentralen melden.

Enkeltrick mit Corona

Auch außerhalb des Internets sind Sie vor Betrügern nicht sicher. Der sogenannte Enkeltrick ist nicht neu, lebt aber in Zeiten von Corona wieder auf. Dahinter stehen meist organisierte Banden. Diese suchen sich Telefonnummern von Leuten heraus, deren Vornamen nach einer älteren Person klingen. Dann rufen sie meist die Senioren als vermeintliche Angehörige an und behaupten, an Corona erkrankt zu sein. Oder dass sie aufgrund der Krise in eine finanzielle Notlage geraten seien. Ein Freund werde Geld oder Wertgegenstände abholen oder es soll irgendwo deponiert werden. Seien Sie skeptisch, wenn ein Angehöriger von Ihnen Geld fordert. Lassen Sie sich auch nicht auf das Spielchen ein, einen Namen zu raten. So geben Sie den Betrügern die Information, die sie brauchen. Rufen Sie Ihren Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Nummer zurück und prüfen die Aussagen. In vielen Fällen werden Sie feststellen, dass Sie von Kriminellen um Ihr Geld gebracht werden sollen. In diesem Fall müssen Sie unbedingt die Polizei informieren.

Anruf vom Gesundheitsamt

Die Corona-Krise bietet Betrügern eine Fülle neuer Betätigungsfelder. So sind vermeintliche Anrufe des Gesundheitsamtes bekannt geworden. Der Angerufene solle einen Coronatest durchführen, der mehrere tausend Euro koste. Manchmal stehen auch vermeintliche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vor der Tür und versuchen, sich Eintritt zu verschaffen. Erst einmal in der Wohnung, sind Ihre Wertgegenstände vor Langfingern nicht sicher. Lassen Sie sich nicht hinters Licht führen. Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt nach, ob tatsächlich ein Test angeordnet wurde. Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Wohnung und wehren Sie diese notfalls durch laute Hilferufe ab. Fühlen Sie sich bedroht, rufen Sie die Polizei unter 110.

Schützen Sie Ihre Lieben

Insgesamt heißt es heutzutage mehr denn je, wachsam zu sein. Sprechen Sie auch mit Ihren Verwandten. Gerade ältere Menschen können schnell Opfer von Betrügern werden. Machen Sie Ihre Eltern oder Großeltern fit und aufmerksam. So kann vielleicht auch dem einen oder anderen Betrüger das Handwerk gelegt werden.

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