Umtausch und Garantie nach Weihnachten

Keine Lust auf City?

Wenn das Weihnachtsgeschenk nicht gefällt oder defekt ist, kommt Arbeit auf Sie zu. Müssen Sie Ihre Rechte sofort geltend machen?

Umtausch und Garantie nach Weihnachten

Rechtsfrage des Tages:

Die Tage zwischen den Jahren nutzen viele, um unliebsame Weihnachtsgeschenke umzutauschen oder defekte Ware zu reklamieren. Worauf müssen Sie achten und was können Sie umtauschen? Und wie sieht es aus, wenn Sie derzeit nicht in die Stadt gehen mögen?

Antwort:

Üblicherweise sind die Fußgängerzonen an den Tagen nach Weihnachten überfüllt. Urlauber nutzen die Zeit zum Bummeln und Flanieren. Aber auch so manches Weihnachtsgeschenk findet seinen Weg zurück in den Laden. Ob Sie ein Geschenk überhaupt zurückgeben können, kommt auf den Grund an. Bei mangelfreier Ware ist die Kulanz des Händlers gefragt. Funktioniert die Küchenmaschine hingegen nicht, stehen Ihnen Gewährleistungsansprüche zu. 

Umtausch nur nach Vereinbarung

Kaufen Sie Hemden, Bücher oder Elektronikgeräte im Ladengeschäft, steht Ihnen nicht automatisch ein Umtauschrecht zu. Dieses kann Ihnen der Verkäufer aber ausdrücklich einräumen. Viele Läden bieten ihren Kunden die Möglichkeit, binnen einer bestimmten Frist die Ware umtauschen oder sogar zurückgeben zu können. Über die Modalitäten kann der Händler dabei frei entscheiden. Entweder akzeptiert er nur einen Umtausch gegen einen anderen Artikel oder einen Warengutschein. Oder er bietet Ihnen die Möglichkeit, Sachen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzugeben. Meist verlangt das Geschäft dabei zumindest die Vorlage des Kassenbons. Manchmal setzen sie aber auch das Vorhandensein der Originalverpackung voraus. Bestenfalls haben Sie beim Kauf direkt nachgefragt und sich das Umtauschrecht auf dem Kassenbon notieren lassen.

Fristablauf und Corona

Schwierig kann es werden, wenn Ihnen der Verkäufer den Umtausch während einer Frist einräumt, deren Ende in einen Lockdown fällt. Sollten die Läden wieder schließen müssen, kann der Umtausch schwierig werden. Rechtlich sind Verkäufer nicht verpflichtet, nach Ablauf der Frist den Umtausch noch zu akzeptieren. Allerdings werden viele Verkäufer ihre Kunden nicht verärgern wollen und einen Umtausch auch nach einer eventuellen Ladenschließung noch zulassen. Nachfragen lohnt sich auf jeden Fall. Auch wenn Sie sich wegen steigender Infektionszahlen ungern in ein Geschäft begeben möchten, sollten Sie wegen des Fristablaufs bei Ihrem Verkäufer nachfragen. Zufriedene Kunden sind für Händler derzeit wichtiger denn je. Rufen Sie einfach mal an und besprechen Sie das Vorgehen.

Mangelhafte Ware

Anders sieht die Rechtslage aus, wenn der neue Pulli sich auflöst oder die Stehlampe einfach nicht leuchten will. Liegt ein Mangel vor, können Sie vom Verkäufer Nacherfüllung verlangen. Das kann je nach Ware und Mangel eine Reparatur, aber auch der Umtausch in einen mangelfreien Artikel sein. Ist beides nicht möglich, bleibt Ihnen noch der Rücktritt vom Kaufvertrag. Sie geben den mangelhaften Artikel zurück und erhalten den Kaufpreis erstattet. Die Gewährleistungsfrist beträgt bei Neuwaren für Verbraucher zwei Jahre. Auch wenn Sie sich momentan nicht unbedingt in die Stadt begeben wollen. Ihre Ansprüche sind dadurch nicht gefährdet. Einzig die Aufgabe des Geschäfts könnte Ihre Ansprüche praktisch unmöglich machen. Im Falle einer Insolvenz können Sie Ihre Ansprüche nur zur Insolvenztabelle anmelden.

Widerrufsrecht bleibt unberührt

Einfacher haben es Kunden, die im Online-Shop bestellt haben. Bis auf die im Gesetz bezeichneten Ausnahmefälle können Sie Ihre Käufe ohne Angabe von Gründen binnen 14 Tagen nach Erhalt zurückschicken. Manche Online-Shops räumen gerade über Weihnachten den Kunden auch eine deutlich verlängerte Rückgabeoption ein. Da Post und andere Lieferdienste regulär ihre Arbeit verrichten, können Sie Ihre Bestellung einfach wieder zurückschicken.

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