Coronakrise: Auswirkungen aufs BAföG

Geld fürs Studium

Die vielen Einschränkungen durch die Pandemie haben sich auch auf Studenten und das Unileben ausgewirkt. Was gilt jetzt beim BAföG?

Coronakrise: Auswirkungen aufs BAföG

Rechtsfrage des Tages:

Die Corona-Pandemie hat auch Studierenden schwer zu schaffen gemacht. Viele Studenten finanzieren sich ihr Studium über BAföG. Was bedeuten die Auswirkungen der Pandemie für das BAföG?

Antwort:

Nicht jeder Student erhält von seinen Eltern genug Geld, um sich das Studium finanzieren zu können. Eine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung ist eine staatliche Zahlung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Corona hat auch das Leben der Studierenden durcheinandergewirbelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat Regelungen getroffen, damit BAföG-Empfänger keine Nachteile erleiden.

Wer bekommt BAföG?

Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, können Studenten einen Antrag auf BAföG stellen. Dabei kommt es auf die Staatsangehörigkeit, das Alter und die Eignung für die gewünschte Ausbildung an. Außerdem spielt das private Vermögen und Einkommen eine Rolle. Die Altersgrenze liegt bei der Vollendung des 30. Lebensjahres bei Beginn des Studiums, bei Masterstudiengängen dem 35. Lebensjahr. Außerdem besteht der Anspruch nur, wenn die Familie des Studenten nicht allein für die Ausbildung aufkommen kann. Alle wichtigen Informationen rund ums BAföG finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Semester startete später

Bezogen Sie bereits BAföG, spielte der verspätete Beginn des nächsten Sommersemesters 2020 keine Rolle. BAföG wird grundsätzlich auch in der vorlesungsfreien Zeit gewährt und lief daher auch trotz späterem Semesterstart einfach weiter. Hatten Sie zu diesem Semester erstmalig BAföG beantragt, mussten Sie sich ebenfalls keine Sorgen machen. Aufgrund eines Erlasses des BMBF haben Studienanfänger ihr beantragtes BAföG genauso erhalten, als wenn das Semester wie geplant gestartet hätte. Die Online-Lehrangebote der Uni mussten Sie allerdings auch tatsächlich wahrnehmen.

Weniger Geld bei den Eltern

Vielleicht sind Ihre Eltern besonders von der Coronakrise betroffen und verdienen weniger Geld als vorher. Dann können Sie einen Aktualisierungsantrag beim BAföG-Amt stellen. Bedenken Sie aber, dass immer das gesamte Einkommen der Kalenderjahre betrachtet wird. Dauert der finanzielle Engpass nur kurz an, lohnt sich eine Anpassung des BAföGs häufig nicht. Sind Ihre Eltern in Kurzarbeit, kann es sich erst nach mehreren Monaten lohnen, das BAföG anpassen zu lassen. Dieser Grundsatz gilt auch für das laufende Wintersemester 2021/2022.

Weniger eigenes Einkommen

Haben Sie nebenher gejobbt oder sind Sie neben dem Studium selbstständig? Dann steht Ihnen vielleicht immer noch weniger Geld zur Verfügung. Haben Ihre Verdienste zur Kürzung Ihres BAföGs geführt, sollten Sie sich schnell an das BAföG-Amt wenden und Ihr BAföG anpassen lassen. Sofern Sie das nicht bereits zu Beginn der Pandemie veranlasst haben.

Engagement zahlt sich aus, aber …

Haben Sie aufgrund der Pandemie einen neuen Job in einem systemrelevanten Beruf aufgenommen, muss Ihnen das nicht zum Nachteil gereichen. Engagieren Sie sich im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder der Landwirtschaft, verlieren Sie nicht Ihren Anspruch auf das bisher bezogene BAföG. Verdienen Sie aktuell beim Jobben im Krankenhaus besonders viel, wird dieses Einkommen nicht auf das BAföG angerechnet. Beim BAföG ist ein monatlicher Verdienst von 450 Euro brutto grundsätzlich anrechnungsfrei. So können Sie insgesamt bis zu zwölfmal 450 Euro, also 5.400 Euro anrechnungsfrei dazuverdienen. Während der Pandemie bleibt auch das zusätzliche Einkommen aus einem systemrelevanten Beruf anrechnungsfrei. Das gilt für einen neu aufgenommenen Job oder bei einer Aufstockung für den Mehrverdienst. Aber Achtung! Mit dem Ende der pandemischen Lage ist auch Schluss mit dieser Sonderregelung. Sobald der Deutsche Bundestag also das Ende der pandemischen Lage feststellt und bekannt gibt, ist es mit diesem Bonus vorbei.

Wenn es länger dauert

Recht wahrscheinlich ist es, dass das Studium bei einigen Studenten aufgrund der schwierigen Situation länger dauern wird als geplant. Daher haben viele Bundesländer eine Verlängerung der Regelstudienzeit beschlossen. Die „Corona-Semester“ gelten dann als Nullsemester, die nicht auf die Förderhöchstdauer angerechnet werden. Beispielsweise in Niedersachsen wurde eine Verlängerung der Regelstudienzeit um drei Semester beschlossen. In Bundesländern ohne eine solche Regelung bleibt es Studenten möglich, einen Antrag auf Verlängerung der BAföG-Förderung wegen schwerwiegendem pandemiebedingten Grundes zu stellen. Dafür müssen diese die Beeinträchtigung des Studiums durch die Corona-Pandemie nachweisen.

 

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