Herbsturlaub: Reisen trotz Corona?

Storno, Quarantäne & Co.

Die nahenden Herbstferien wecken wieder die Reiselust. Stellt sich die Frage: wohin? Und was gilt bei Storno oder Quarantäne?

Herbsturlaub: Reisen trotz Corona?

Rechtsfrage des Tages:

Die Sommerferien sind kaum vorbei und schon steht der Herbsturlaub vor der Tür. Wie sieht es mit einer gebuchten Reise aus? Wollen Sie diese antreten?

Antwort:

Wer mit der Familie in die eigenen vier Wände ziehen möchte, muss finanziell einiges stemmen. Das Baukindergeld kann als Zuschuss den Weg ins Eigenheim erleichtern. Aber Achtung! Den Kaufvertrag für die Immobilie müssen Sie für eine aussichtsreiche Beantragung bis zum 31.12.2020 unterzeichnet haben. Oder es muss die Baugenehmigung für Ihr Projekt vorliegen.

Was wird bezuschusst?

Viele haben im Sommer auf einen Auslandsurlaub verzichtet und freuen sich nun auf eine Reise im Herbst. Die Corona-Pandemie ist aber noch immer ein Thema. Wollen Sie eine bereits gebuchte Reise stornieren, müssen Sie unter Umständen mit Stornokosten rechnen. Und bei Reisen in ein Risikogebiet ist Ihr Anspruch auf Lohnfortzahlung gefährdet, sollten Sie in Quarantäne müssen.

Was sagt das Auswärtige Amt?

Für Reisen innerhalb der EU sowie in bestimmte Länder wie Liechtenstein, Norwegen oder Großbritannien bestehen derzeit nur Reisehinweise. Dabei handelt es sich um eher allgemeine Informationen zur politischen und gesundheitlichen Lage, zu Besonderheiten und speziellen Vorkehrungen im Reiseland. Für 160 Länder außerhalb der EU bestehen noch bis zum 30. September Reisewarnungen. Im Klartext bedeutet dies, dass von nicht dringend notwendigen Reisen in diese Länder abgeraten wird. Kehren Sie aus einem solchen Land zurück, müssen Sie sich in der Regel vorsorglich zwei Wochen in Quarantäne begeben.

Reisewarnungen für Regionen

Das Auswärtige Amt kann aber nicht nur Reisewarnungen für ganze Länder aussprechen. Sind Regionen oder Städte besonders von Corona-Infektionen betroffen, können auch für diese die Warnungen erfolgen. Aktuell bestehen mehrere Reisewarnungen auch für Regionen innerhalb der EU. Erkundigen Sie sich also unbedingt vor Ihrer Reise, ob Ihre Urlaubsregion vielleicht betroffen ist. Und auch ohne Reisewarnung können einzelne Regionen zu Risikogebieten erklärt werden. Hatten Sie dort Ihr Urlaubsdomizil, heißt es danach auch: zwei Wochen zu Hause bleiben.

Was gilt ab Oktober?

Die Reisewarnungen gelten zunächst bis Ende September. Danach soll eine länderspezifische Beurteilung vorgenommen werden. Das bedeutet, dass auch für Länder innerhalb der EU wieder eine Reisewarnung ausgesprochen werden kann. Bevor Sie in den Herbsturlaub starten, sollten Sie sich also unbedingt über die Bedingungen in Ihrem Reiseland schlau machen. Die Informationen des Auswärtigen Amtes finden Sie hier. Über aktuelle Risikogebiete können Sie sich auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts informieren.

Reisestorno kostenlos?

Möchten Sie eine gebuchte und vielleicht auch schon angezahlte Pauschalreise stornieren, kostet das meist eine Stange Geld. Je nachdem, wie viel Zeit bis zum Urlaub noch bleibt, fallen meist gestaffelte Stornogebühren an. Eine kostenlose Stornierung ist hingegen möglich, wenn die Reise oder die Beförderung ins Urlaubsland durch unvermeidbare Umstände erheblich beeinträchtigt ist. Wann solche Umstände vorliegen, kommt auf den Einzelfall an. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist dabei ein starkes Indiz, allerdings auch keine zwingende Voraussetzung.

Gutschein oder Reisepreis?

Haben Sie die Möglichkeit einer kostenlosen Stornierung aufgrund der Corona-Pandemie, können Sie die Erstattung des Reisepreises für Ihre Pauschalreise verlangen. Ihr Reiseveranstalter ist aber auch berechtigt, Ihnen zunächst einen Gutschein anzubieten. Dabei muss er darauf hinweisen, dass dessen Annahme freiwillig erfolgt. Der Vorteil: Fällt die Reise wegen der Pandemie ins Wasser, will die Bundesregierung die Reisegutscheine über die gesetzliche Insolvenzversicherung hinaus befristet absichern. Haben Sie zudem den Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst, erhalten Sie Ihr Geld zurück. Ist Ihr Urlaubsland kein Risikogebiet, liegen keine Reisewarnung und auch sonst keine außergewöhnlichen Umstände vor, kann das Angebot eines Reisegutscheins aus Kulanz des Veranstalters eine interessante Alternative sein. Eine zusätzliche Insolvenzabsicherung haben Sie dabei allerdings nicht.

Lohnfortzahlung bei Quarantäne

Sind Sie an Corona erkrankt und müssen in Quarantäne, haben Sie einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Anders kann es aussehen, wenn Sie bewusst in ein Risikogebiet reisen. Eine Lohnfortzahlung steht Ihnen zu, wenn eine Erkrankung der Grund für die Arbeitsverhinderung ist. Reisen Sie aber aus einem Risikogebiet ohne Umweg in die häusliche Quarantäne, ist eben auch diese Anordnung ein Grund für die Verhinderung, der Arbeit nachzugehen. Die Arbeitsverhinderung liegt nicht mehr ausschließlich in der Erkrankung. Zumal Sie im besten Fall ohnehin nicht infiziert sind. Nehmen Sie also bewusst die Quarantäne nach dem Urlaub in Kauf, müssen Sie mit einem Ausfall Ihres Lohns für diese Zeit rechnen. Wurde hingegen Ihr Reiseland erst während Ihres Aufenthalts zum Risikogebiet erklärt, dürfte die Lohnfortzahlung nicht ausgesetzt werden. Es bleibt aber abzuwarten, wie die Gerichte über das Thema Lohnfortzahlung nach einem Urlaub im Risikogebiet umgehen werden.

Machen Sie sich schlau

In diesem Jahr ist es wichtiger denn je, sich gut auf eine Urlaubsreise vorzubereiten. Informieren Sie sich im Internet über Ihr Reiseland und auch die einzelne Region. Denken Sie auch daran, die Einreisebestimmungen am Zielort zu prüfen. Schließlich wollen Sie sicherlich nicht überraschend längere Zeit in Quarantäne verbringen statt an der Hotelbar.

Auch interessant:

ERGO Versicherung

Damit Sie Ihr gutes Recht bekommen

Hier finden Sie garantiert den passenden Tarif. Z. B. den umfassenden Privat-Rechtsschutz für die Lebensbereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr.

Ähnliche Beiträge: