Der QR-Code kann als kleine Platte auf dem Grabstein angebracht oder direkt eingemeißelt werden. Etwa 2.500 € müssen Sie für einen QR-Grabstein mit Gravur einplanen. Auch ein QR-Sockelstein als Ergänzung zu einem vorhandenen Grab ist möglich. Diese sind bereits ab etwa 300 € erhältlich. Allerdings sind diese Kosten immer abhängig vom Anbieter und richten sich auch nach der Größe und Gestaltung des Grabmals.
Wie Ihr Abschied gestaltet wird, können Sie selbst bestimmen. Vielleicht wünschen Sie sich eine individuelle neuere Bestattungsform? Eine Sterbegeldversicherung gibt Ihnen die Sicherheit, dass Ihre Wünsche zur Bestattung umgesetzt werden – ohne finanzielle Belastung für die Hinterbliebenen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bestattungs- und Trauerkultur wandeln sich: Neue Werte, Lebensformen und gesellschaftliche Veränderungen prägen, wie wir Abschied nehmen und trauern.
- Neben klassischen Erd- und Feuerbestattungen gewinnen naturnahe und alternative Bestattungsarten wie Baum-, Wiesen- oder Seebestattungen zunehmend an Bedeutung.
- Digitalisierung und Online-Trauerportale erweitern die Formen des Gedenkens – etwa durch digitale Grabsteine und virtuelle Erinnerungsseiten.
Diese Themen finden Sie hier
Was prägt die moderne Bestattungskultur heute?
Der Tod ist eine unausweichliche Konstante der menschlichen Existenz. Doch die Bestattungskultur befindet sich stetig im Wandel. Das betrifft nicht nur neuere Phänomene wie QR-Grabmäler. Auch bei traditionellen Bestattungsritualen lassen sich Veränderungen bemerken.
Bestattungskultur – was ist zu beachten?
Wichtige Fragen – schnell erklärt.
Bestattungskosten-Rechner
Was kostet eine Beerdigung?
Wie teuer eine Beerdigung wird, lässt sich nur schwer pauschal sagen – zu unterschiedlich sind die Bestattungsarten und die Gestaltungsmöglichkeiten. Unser Bestattungskosten-Rechner gibt Ihnen in wenigen Klicks eine Einschätzung.
Wie und warum ändert sich die Bestattungskultur?
Die Bestattungskultur spiegelt gesellschaftliche Veränderungen wider. Neue Lebensformen, Werte und Möglichkeiten prägen, wie wir heute trauern und gedenken. Das sind die wichtigsten Gründe für eine sich ändernde Bestattungskultur mit neuen Bestattungsritualen:
Neue Bestattungsformen
Neben klassischen Erdbestattungen im Sarg und Feuerbestattungen gewinnen Baumbestattungen, Seebestattungen und Naturbestattungen an Bedeutung. Sie bieten mehr Freiheit bei der Gestaltung und ermöglichen einen Abschied im Einklang mit der Natur. Auch Friedhöfe öffnen sich zunehmend für freiere Gestaltungsformen.
Gesellschaftlicher Wandel
Viele Menschen leben heute allein oder weit entfernt von ihren Angehörigen. Dauerhafte Grabpflege ist oft nicht mehr möglich – immer stärker nachgefragt sind daher pflegeleichte oder sogar anonyme Grabformen.
Wunsch nach Individualität
Ob Musik, Kleidung oder Gestaltung der Trauerfeier – der Abschied soll persönlich und einzigartig sein. Viele Menschen möchten bereits zu Lebzeiten festlegen, wie ihre Beisetzung ablaufen soll.
Rückgang religiöser Bindungen
Da immer weniger Menschen einer Kirche angehören, rücken weltliche und individuelle Zeremonien in den Vordergrund. Persönliche Rituale ersetzen zunehmend traditionelle, religiös begründete Beisetzungsformen.
Nachhaltigkeit
Die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielen auch bei Bestattungen eine Rolle. Biologisch abbaubare Urnen, regionale Materialien oder naturnahe Grabstätten werden zunehmend bevorzugt. Auch nachhaltige Bestattungsformen wie die Reerdigung werden getestet und nachgefragt.
Welche neuen Bestattungsarten gibt es?
Immer mehr Menschen bevorzugen Bestattungsformen, die keine umfangreiche Grabpflege erfordern. Aktuelle Zahlen belegen diesen Trend: 2024 betrug der Anteil an Urnenbestattungen in Deutschland bereits 81 %. Die Feuerbestattung mit anschließender Urnenbeisetzung entwickelte sich damit zur häufigsten Bestattungsart. Traditionelle Erdbestattungen im Sarg verlieren zunehmend an Bedeutung. Fand die Urne früher ausschließlich Platz in einer Urnenwand (Kolumbarium), gibt es heute vielfältigere Möglichkeiten der Urnenbeisetzung.
Naturnahe Bestattungen
Naturnahe Bestattungsarten werden immer stärker nachgefragt und in verschiedenen Varianten angeboten. Aber es gibt auch außergewöhnliche Formen wie die Diamantbestattung.
Bestattungswald / Baumbestattung
Wer auch nach dem Tod eng mit der Natur verbunden sein möchte, kann in einem Bestattungswald die letzte Ruhe finden. Die Zahl der Waldbestattungen in Deutschland nimmt stetig zu. Die größten Anbieter von Bestattungswäldern sind RuheForst® und FriedWald®. Die Asche wird in biologisch abbaubaren Urnen im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. In der Ruhe des Waldes finden Hinterbliebene Raum zur Trauer.
Wiesenbestattung / Wiesengrab
Bei einer Wiesenbestattung wird der Verstorbene nach der Einäscherung in einer Urne auf einer speziell ausgewiesenen Wiese oder Naturfläche anonym beigesetzt. Die Grabstätte wird nicht markiert, individuelle Grabinschriften oder Grabsteine gibt es nicht. Diese Bestattungsart gilt als besonders naturnah. Die Flächen werden von Friedhöfen bereitgestellt und gepflegt. Angehörige müssen sich nicht um die Grabpflege kümmern.
Tree of Life / Erinnerungsbaum
Bei dieser besonderen Form der Naturbestattung wird die Asche des Verstorbenen in das Wurzelwerk eines jungen Baumes versetzt. Nach einigen Monaten in einer spezialisierten Baumschule kann der Erinnerungsbaum zum Beispiel im eigenen Garten eingepflanzt werden. Wichtig: In Deutschland sind solche Baumschulen nicht erlaubt. Daher wird die Asche in Länder wie die Niederlande, Schweiz oder die Tschechische Republik überführt. Auf diese Weise ist eine Bestattung im eigenen Garten möglich.
Luftbestattung / Ascheverstreuung
Bei einer Luftbestattung wird die Asche des Verstorbenen in großer Höhe aus der Luft verstreut – etwa aus einem Flugzeug, Hubschrauber, einem Wetterballon oder Heißluftballon. In Deutschland ist diese Form der Beisetzung aufgrund des Friedhofszwangs nicht erlaubt, kann jedoch über Bestatter in Ländern mit liberaleren Bestattungsgesetzen, zum Beispiel in der Schweiz oder in Tschechien, durchgeführt werden. Die Bestattung kann anonym oder im Beisein von einigen wenigen Angehörigen erfolgen.
Diamantbestattung oder Herstellung von Erinnerungsgegenständen
Eine ungewöhnliche Art des Gedenkens ist die Herstellung von Erinnerungsgegenständen wie Schmuck, Bildern oder Bleistiften aus der Totenasche.
Besonders luxuriös ist die Variante der Diamantbestattung. Dabei wird ein Teil der Asche des Verstorbenen zu einem Schmuckstein gepresst und geschliffen. Die restliche Asche wird beigesetzt. Die Kosten für einen solchen Erinnerungsdiamanten können je nach gewünschter Karatzahl viele Tausend Euro betragen.
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Ob klassische Erdbestattung, moderne Naturbestattung oder der Erinnerungsdiamant – die Kosten können stark variieren. Eine Sterbegeldversicherung deckt die Ausgaben für Ihre Wünsche zuverlässig ab und sorgt dafür, dass im Ernstfall alles geregelt ist.
Gut zu wissen
Wie beeinflusst die Digitalisierung unsere Trauer- und Bestattungskultur?
Die Digitalisierung und das Internet verändern auch die Art, wie wir trauern und erinnern. Auf Online-Trauerportalen und in digitalen Gedenkräumen können Angehörige Erinnerungen teilen, Fotos hochladen und gemeinsam Abschied nehmen – unabhängig von Ort und Zeit. Mit der sich wandelnden Trauerkultur passt sich auch die Bestattungskultur an: Digitale Grabsteine mit QR-Codes führen zum Beispiel zu Online-Gedenkseiten und verbinden einen traditionellen Trauerort mit modernen Formen des Erinnerns.
Digitaler Grabstein mit QR-Code
Durch einen QR-Code-Grabstein können Informationen über den Verstorbenen direkt am Grab abgerufen werden. Auch eine Weiterleitung auf eine virtuelle Gedenkseite ist möglich. Damit lässt sich die ständige Erreichbarkeit eines Trauerportals mit der Greifbarkeit eines realen Trauerorts verbinden.
Checkliste
Das sind die Vorteile eines digitalen Grabsteins:
- Persönliche Erinnerung: Fotos, Videos und Texte ergänzen die Grabinschrift.
- Gemeinsames Gedenken: Angehörige können auch aus der Ferne Anteil nehmen.
- Dauerhaft verfügbar: Erinnerungen bleiben langfristig online erhalten.
- Individuell gestaltbar: Mehr Raum für persönliche Geschichten und Details.
- Tradition trifft Moderne: Der Grabstein wird um eine digitale Ebene ergänzt.
Noch immer sind Grabmäler mit QR-Codes eher eine Seltenheit. 2011 hat der Kölner Steinmetz Andreas Rosenkranz ein Verfahren entwickelt, mit dem ein QR-Code in einen Stein graviert werden kann. Denn in Deutschland unterliegt die Gestaltung von Grabsteinen festen Regeln. 2012 brachte er die erste QR-Code-Gravur auf einem Grabstein in Deutschland an. Seitdem wird das Verfahren angewendet, hat sich aber in der breiten Masse nicht durchgesetzt. Trotzdem beschäftigt der QR-Grabstein die Bestattungsbranche und zieht immer wieder das Interesse der Medien auf sich.
Wird unsere Bestattungskultur in Zukunft rein digital?
Wohin entwickelt sich unsere Bestattungskultur? Dazu haben wir mit Oliver Wirthmann gesprochen, evangelischer Pfarrer und ehemaliger Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter.
Formen der digitalen Trauer wie den Austausch in Trauerportalen oder die Gestaltung von Gedenkseiten sieht Oliver Wirthmann als Chancen und Möglichkeiten, unterstreicht aber auch deren Grenzen. Technische Weiterentwicklungen wie QR-Grabsteine versteht er als Ergänzung zu traditionellen Arten der Trauer, sie haben „unterstützenden Charakter“. Davon unberührt bleiben für ihn Friedhöfe als „konkrete Orte“ wichtig, denn sie sind für ihn zentral für den Trauerprozess und die Verlustbewältigung.
„Trauer ist immer ein konkretes Geschehen, was Herz und Hand braucht. Trauer braucht einen Ort und einen Raum.“
Oliver Wirthmann gesprochen, evangelischer Pfarrer und ehemaliger Pressesprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter
Fazit: Die Zukunft der Bestattungskultur
Die Formen des Abschieds werden vielfältiger, persönlicher und oft auch nachhaltiger. Ob Naturbestattung, digitales Gedenken oder klassische Beisetzung – jede Entscheidung spiegelt persönliche Wünsche, aber auch die eigene Haltung zum Leben wider. Die Bestattungskultur der Zukunft wird vermutlich offener, individueller und stärker von persönlichen Werten geprägt sein.
FAQ – Häufige Fragen zur Bestattungskultur
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.
Gesellschaftliche Werte, Lebensstile und technische Möglichkeiten haben sich verändert. Immer mehr Menschen wünschen sich individuelle, naturnahe oder digitale Formen des Abschieds, die zu ihren Werten und ihrer Lebenshaltung passen.
Neben Erd- und Feuerbestattungen werden Baum- und Seebestattungen immer beliebter. Auch Waldbestattungen, Wiesenbestattungen, Luftbestattungen oder Erinnerungsdiamanten sind möglich. Manche Bestattungsarten dürfen allerdings nur im Ausland durchgeführt werden.
In Deutschland herrscht Bestattungspflicht und Friedhofszwang. Das bedeutet: Verstorbene müssen grundsätzlich auf einem zugelassenen Friedhof oder in einer genehmigten Einrichtung beigesetzt werden – etwa im Rahmen einer Erd-, Urnen- oder auch Seebestattung. Eine Aufbewahrung der Asche zu Hause nach der Einäscherung oder das Verstreuen auf privaten Grundstücken ist nicht erlaubt. Nur in wenigen Bundesländern wie Bremen gibt es Ausnahmen, etwa für die Ascheverstreuung auf privaten Flächen unter bestimmten Voraussetzungen.
Wer eine alternative Bestattungsform wünscht, etwa eine Diamantbestattung, kann diese meist nur im Ausland durchführen lassen – z. B. in der Schweiz oder den Niederlanden.
Ja, viele Bestattungsformen lassen sich naturnah gestalten– etwa durch biologisch abbaubare Urnen, regionale Materialien oder Beisetzungen im Bestattungswald. Auch Friedhöfe entwickeln zunehmend ökologische Konzepte.
Unter digitalem Gedenken versteht man Online-Trauerportale, virtuelle Gedenkseiten oder QR-Codes auf Grabsteinen. Angehörige können dort Fotos, Erinnerungen und Nachrichten teilen – unabhängig von Zeit und Ort. Unter digitalem Gedenken versteht man Online-Trauerportale, virtuelle Gedenkseiten oder QR-Codes auf Grabsteinen. Angehörige können dort Fotos, Erinnerungen und Nachrichten teilen – unabhängig von Zeit und Ort.
Wenn Sie sich eine persönlich gestaltete oder alternative Bestattung wünschen, sollten Sie rechtzeitig vorsorgen. Mit der Sterbegeldversicherung von ERGO können Sie festlegen, wie Ihr Abschied aussehen soll – und gleichzeitig die entstehenden Kosten zuverlässig abdecken.
Traditionell prägte die Kirche den Rahmen und die Ausgestaltung der meisten Trauerfeiern und Begräbnisse. Heute wünschen sich jedoch viele Menschen individuellere oder weltlich ausgerichtete Zeremonien. Dennoch bleiben kirchliche Bestattungen für viele ein wichtiger Ausdruck von Glaube und Gemeinschaft.
Stand: 27.11.2025
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