Hausbau-Checkliste: In 7 Schritten zum Eigenheim

Wie läuft ein Hausbau ab?

Ein Hausbau ist ein aufwendiges Unternehmen. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, was auf dem Weg zum Eigenheim zu tun ist.

Hausbau-Checkliste: In 7 Schritten zum Eigenheim

Ein Haus ist nicht in wenigen Tagen gebaut. Vielmehr muss der Hausbau lange vorbereitet werden und dauert mindestens einige Monate. Mit der Hausbau-Checkliste behalten Sie den Überblick und sehen, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen können.

Hausbau-Checkliste – das erwartet Sie in diesem Ratgeber:

  • Eine Hausbau-Checkliste für jede Bauphase
  • Alle Hausbau-Checklisten in einem Dokument zum Download
  • Begriffserklärungen für jede Checkliste

Der Hausbau-Ratgeber ist in 7 Schritte aufgeteilt. Jeder Schritt erklärt, worauf Sie beim Hausbau achten sollten und wie Sie am besten vorgehen. Alle wichtigen Aufgaben sind in einer Checkliste zusammengefasst.

Hausbau-Checkliste zum Download

Hier finden Sie die gesamte Hausbau-Checkliste mit allen 7 Schritten zum Herunterladen.

Schritt 1 – Bedürfnisse, Möglichkeiten und Wünsche festlegen

Der Wunsch, ein Haus zu bauen steht fest – doch wie fängt man einen Hausbau eigentlich an? Der erste Schritt zum Eigenheim heißt: Verschaffen Sie sich einen Überblick. Machen Sie sich zuerst ganz in Ruhe Gedanken über Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Möglichkeiten. Je mehr Überlegungen Sie schon zu Beginn anstellen, desto besser sind Sie auf die weiteren Schritte und auf spätere Fragen vorbereitet. Setzen Sie sich dazu mit den Menschen zusammen, mit denen Sie ins neue Haus einziehen wollen.

Welche Bedürfnisse soll das Haus erfüllen?

Führen Sie sich zuerst Ihre Bedürfnisse vor Augen:

Wenn Sie als Familie mit Kindern einziehen, brauchen Sie vor allem Platz und viele Zimmer. Vielleicht auch einen etwas größeren Garten. Planen Sie etwas Budget für Außenanlagen mit Spielmöglichkeiten ein.

Wenn Sie für Ihr Alter bauen, sollten Sie an Barrierefreiheit denken. Ziehen Sie lieber näher an einen Ortskern, auch wenn das Grundstück dann vielleicht etwas kleiner ausfällt.

Sie wollen mit anderen Parteien gemeinsam bauen? Dann bietet sich ein Doppelhaus oder ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus an. Gemeinsame Bauprojekte sind pro Partei meist günstiger. Auch die Betriebskosten (Heizkosten, Grundsteuer usw.) sinken im Durchschnitt.

Denken Sie auch an Ihre Hobbys und Haustiere. Als Musiker haben Sie andere Bedürfnisse an Hobbyräume als als Heimwerker. Das Gleiche gilt für Haustiere: Wer Hühner hält, braucht mehr Platz als ein Hamsterliebhaber.

Zuletzt sollten Sie über Stauraum nachdenken. Das ist später wichtig bei der Entscheidung, ob ein teurer Keller notwendig ist oder nicht.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Bevor Sie tiefer in die Bauplanung einsteigen, lohnt sich ein erster Blick auf Ihre Finanzlage. Ebenso auf die Unterstützung, mit der Sie beim Bau rechnen können.

Um sich einen ersten Überblick über Ihre Finanzen zu verschaffen, machen Sie einen Kassensturz und rechnen Sie Ihre Haushaltseinkünfte zusammen. Nutzen Sie dann z. B. den Finanzierungsrechner von Wüstenrot. Wenn Sie Ihr Eigenkapital, die Kreditsumme und die gewünschte Kreditlaufzeit angeben, erhalten Sie eine Schätzung für Ihren Tilgungsplan. Suchen Sie dann ein Erstgespräch mit unterschiedlichen Finanzierungspartnern. Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung.

Tipp: Überlegen Sie, ob Sie mit Eigenleistungsanteil bauen möchten. Mit Eigenleistungen können Sie Kosten sparen und Ihrem Haus eine persönliche Note verschaffen. Fragen Sie Bekannte und Verwandte verbindlich, ob sie Ihnen helfen. Eigenleistungen können auch als Eigenkapital angerechnet werden.
Tipp: Überlegen Sie, ob Sie mit Eigenleistungsanteil bauen möchten. Mit Eigenleistungen können Sie Kosten sparen und Ihrem Haus eine persönliche Note verschaffen. Fragen Sie Bekannte und Verwandte verbindlich, ob sie Ihnen helfen. Eigenleistungen können auch als Eigenkapital angerechnet werden.

Mehr Informationen finden Sie im Ratgeber Eigenleistungen beim Hausbau.

Welche Wünsche habe ich?

Sie haben nun einen guten Überblick über Ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten. Nun ist die Zeit für Träume und Wünsche gekommen. Besprechen Sie Ihre Wünsche mit denen, die mit Ihnen einziehen wollen. Das ist wichtig, denn ein früher Überblick über die Vorstellungen aller Beteiligten baut Missverständnissen vor. Und sollte es Meinungsverschiedenheiten über die Vorstellungen vom idealen Eigenheim geben, ist es besser, sie frühzeitig zu besprechen.

Denken Sie jetzt schon über Wünsche zu den wichtigsten Baumaterialien, zur Bauweise und zur Nachhaltigkeit nach. Wie wichtig sind den Beteiligten diese Themen? Haben alle Beteiligten eine ähnliche Vorstellung?

Hausbau-Checkliste 1: Was für ein Haus soll es sein?

Die Hausbau-Checkliste für Bedürfnisse, Möglichkeiten und Wünsche:

  • Wie viele Wohneinheiten soll das Haus haben?
  • Wie viele Zimmer soll das Haus haben?
  • Welche Funktionsräume werden benötigt?
    • Stauraum
    • Hauswirtschaftsraum
    • Arbeitszimmer
    • Sportraum
    • Hobbyraum
  • Soll das Haus barrierefrei gebaut werden?
  • Sollen Haustiere mit speziellen Bedürfnissen unterkommen?
  • Wie hoch ist das Baubudget ungefähr?
  • Welcher Finanzierungspartner kann mir Kredite geben?
  • Mit wie vielen Stunden Eigenleistungen kann ich rechnen?
  • Welche Arbeiten können meine Helfer leisten?
  • Habe ich mit allen Beteiligten über Wünsche und Vorstellungen zu Baumaterialien, Bauweise und Nachhaltigkeit gesprochen?

Schritt 2 – Grundstück kaufen

Die Suche nach einem passenden Grundstück ist der zweite Schritt zum Eigenheim. Das Baugrundstück sollte Ihnen natürlich gefallen – aber nicht nur das ist wichtig. Wenn Sie ein passendes Grundstück gefunden haben, kaufen Sie es deshalb nicht sofort. Bringen Sie erst noch einige Dinge in Erfahrung.

Wie viel darf das Grundstück kosten?

Mit Ihrer Finanzierungsübersicht aus Schritt 1 haben Sie bereits eine Vorstellung, wie viel Geld Ihnen zu Verfügung steht. Wie groß darf der Kostenanteil für das Grundstück sein?

Durchschnittlich kostet ein Baugrundstück in Deutschland etwa 130 € pro Quadratmeter. In Großstädten kann der Quadratmeterpreis aber auch mal bei über 1.200 € liegen. Damit ist die Wahl der Bauregion entscheidend für die Kaufkosten.

Ihr Budget für den Grundstückskauf legen Sie also am besten fest, indem Sie die Baukosten einschätzen. Der Ratgeber Hausbaukosten hilft Ihnen dabei.

Passt die Lage des Baugrundstücks?

Die wichtigste Frage bei der Wahl eines Baugrundstücks ist, ob die Lage zu Ihnen passt. Fragen Sie sich dazu am besten Folgendes:

  • Gefällt Ihnen die Nachbarschaft?
  • Ist das Grundstück gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen? Oder gibt es genügend Platz, um Autos abzustellen?
  • Sind Einrichtungen, die Ihnen wichtig sind, gut zu erreichen? Das können Kindergärten sein, Schulen, Spielplätze, kulturelle oder kirchliche Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten usw.

Ist das Grundstück schon geräumt?

Ob Sie mit Altlasten rechnen müssen, können Sie bereits beim ersten Besuch abschätzen. Stehen Gebäude, kleine Hütten oder viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände? Dann müssen Sie mit zusätzlichen Kosten für die Räumung rechnen.

Klären Sie bei alten Gebäuden frühzeitig, ob sie unter Denkmalschutz stehen. Auch Pflanzen können geschützt sein: Örtliche Baumschutzsatzungen verbieten unter Umständen das Fällen bestimmter Bäume.

Wer hat Rechte am Grundstück?

Eine Einsicht ins Grundbuch klärt, ob auf dem Grundstück eine Hypothek, Wegrechte oder Vorkaufsrechte liegen. Diese Rechte Dritter müssen Sie nicht unbedingt von einem Kauf abhalten. Kären Sie aber rechtzeitig, ob Ihr Bauvorhaben dadurch möglicherweise verzögert, verändert oder verhindert wird.

Prüfen Sie außerdem, was der Bebauungsplan Ihrer Kommune vorsieht. Dürfen Sie überhaupt das bauen, was Ihnen vorschwebt?

Eignet sich der Boden zum Bauen?

Die Bodenbeschaffenheit hat große Auswirkungen auf die Baukosten. Einen Keller in Granit zu bauen ist z. B. deutlich teurer als in Erde. Zu weich sollte der Boden aber auch nicht sein, sonst müssen tiefe Fundamente gelegt werden.

Ein Bodengutachten hilft nicht nur bei der Einschätzung der Bausicherheit, sondern auch bei der Kostenschätzung. Das Gutachten zeigt außerdem, ob Schadstoffe im Boden sind, wie hoch der Grundwasserspiegel ist und ob Wasser gut ablaufen kann. Bei Schadstoffen muss der Boden unter Umständen aufbereitet werden. Um Überschwemmungen und einen feuchten Keller zu vermeiden, muss eventuell eine teure Drainage gelegt werden.

Tipp: Vor dem Bodengutachten können Sie 2 Tests durchführen: 1. Schauen Sie an einem regnerischen Tag beim Grundstück vorbei und beobachten Sie, wie das Wasser abläuft. 2. Bringen Sie im Altlastenkataster der Kommune in Erfahrung, ob bereits eine Schadstoffbelastung bekannt ist.
Tipp: Vor dem Bodengutachten können Sie 2 Tests durchführen: 1. Schauen Sie an einem regnerischen Tag beim Grundstück vorbei und beobachten Sie, wie das Wasser abläuft. 2. Bringen Sie im Altlastenkataster der Kommune in Erfahrung, ob bereits eine Schadstoffbelastung bekannt ist.

Achten Sie auch auf die Steigung des Geländes. Bauen am Hang ist aufwendig und erschwert die Bauarbeiten. Viele Fertighäuser sind außerdem nicht für Hanglagen geeignet.

Ist das Grundstück erschlossen?

Ein Grundstück muss erschlossen sein. Das heißt, es muss an die Infrastruktur angeschlossen werden. Klären Sie, ob diese Dinge bis auf das Grundstück reichen:

  • Straße
  • Strom
  • Wasser
  • Abwasser
  • Ggf. Gas oder Fernwärme
  • Telefon bzw. Internet

Die Verlegung der Leitungen und der Straßenbau können Sie eine fünfstellige Summe kosten. Allerdings übernehmen die Kommunen oft Teile der Kosten.

Grundstück kaufen

Nach all diesen Vorbereitungen können Sie nun endlich das Grundstück kaufen. Ein Kauf läuft so ab:

  • Finanzierung klären (siehe Schritt 3)
  • Kaufvertrag aufsetzen
  • Kauf durch einen Notar besiegeln lassen
  • Kaufsumme bezahlen
  • Eigentümerwechsel im Grundbuch eintragen lassen
  • Grunderwerbssteuer entrichten

Hausbau-Checkliste 2: Grundstück kaufen


Die Hausbau-Checkliste zum Grundstückskauf:

  • Kaufbudget festlegen
  • Grundstücke suchen
  • Nachbarschaft erkunden
  • Verkehrsanbindung prüfen
  • Wege zu Arbeit, Kinderbetreuung und Freizeitaktivitäten prüfen
  • Gebäudebestand ermitteln und Denkmalschutz prüfen
  • Baumbestand ermitteln und Baumschutzregelungen in Erfahrung bringen
  • Einsicht ins Grundbuch beantragen und auf Rechte Dritter prüfen
  • Im Bebauungsplan nach Einschränkungen und Vorgaben für den Hausbau suchen
  • Steigung des Grundstücks ermitteln
  • Grundstück bei Regen anschauen
  • Im Altlastenkataster nach Schadstoffbelastung suchen
  • Erschließung des Grundstücks prüfen
  • Bodengutachten durchführen lassen
  • Finanzierung abschließen (siehe Schritt 3)
  • Kauf abschließen:
    • Vertrag
    • Notartermin
    • Grundbucheintragung
    • Grunderwerbssteuer

Schritt 3 – Hausbau-Finanzierung klären

Nach der Wahl des Grundstücks müssen Sie sich um Ihre Finanzierung kümmern. Da das Grundstück meistens mitfinanziert wird, kann der Grundstückskauf erst danach erfolgen. Für Ihre Finanzplanung schätzen Sie zuerst die Hausbaukosten, suchen sich dann eine Baufinanzierung und sichern Ihr Einkommen ab.

Kreditrahmen abstecken

In Schritt 1 haben Sie bereits einen groben Überblick erhalten, wie viel Geld Sie benötigen. Nun geht es darum, Ihren Kreditrahmen genau zu bestimmen. Berechnen Sie dazu zuerst Ihr Eigenkapital und Ihr regelmäßiges Einkommen. Mit diesen Angaben können Sie Finanzierungspartner ansprechen und Angebote einholen.

Mit den Angeboten können Sie nun abschätzen, wie viel Geld Ihnen zu Verfügung steht. Prüfen Sie, ob dieses Geld für Ihr Bauvorhaben ausreicht. Am besten, indem Sie sich über übliche Baupreise in Ihrer Umgebung informieren. Im Ratgeber Hausbaukosten bekommen Sie einen ersten Eindruck.

Denken Sie bei der Kostenberechnung auch an Baunebenkosten. Daunter fallen unter anderem Räumungs- und Abrisskosten, die Erschließung des Grundstücks sowie Gebühren. Mehr erfahren Sie im Ratgeber Baunebenkosten.

Eigenleistung als Eigenkapital

Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist kaum möglich. Doch einige Banken rechnen Eigenleistungen als Eigenkapital an. Meistens sind bis zu 15 % der Bausumme möglich. Wenn Sie Bau-Profi sind, teilweise sogar noch mehr. Um eine Anrechnung zu ermöglichen, müssen Sie:

  • Ihren Eigenleistungsanteil realistisch einschätzen
  • Einen detaillierten Plan der Eigenleistungen erstellen
  • Die eingesparten Kosten nachweisen können

Die Einsparungen weisen Sie z. B. mithilfe von Angeboten von Handwerksfirmen oder durch Kostenschätzungen von Bauberatungsfirmen nach.

Baufinanzierung abschließen

Um Ihren Hausbau zu finanzieren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Diese lassen sich zum Teil miteinander kombinieren.

In den meisten Fällen wird ein Baukredit aufgenommen. Ein Finanzierungspartner gibt Ihnen ein Darlehen, das Sie über mehrere Jahre zurückzahlen. Für diese Zeit erhält der Kreditgeber Rechte auf Ihr Haus und Grundstück. Diese sogenannte Hypothek wird im Grundbuch eingetragen. Außerdem werden Zinsen fällig.

Um einen Baukredit abzuschließen, braucht Ihr Finanzierungspartner einige Unterlagen. Dazu gehören unter anderem die Baupläne und Informationen zu Ihrer finanziellen Lage. Mehr dazu im Ratgeber Baufinanzierung.

Außerdem können Sie eine Bauförderung beantragen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt vergünstigte Kredite und Zuschüsse für private Wohnhäuser. Sie fördert vor allem energieeffizientes Wohnen. Auch Kommunen, Kirchen und Arbeitgeber fördern unter Umständen Ihren Hausbau. Detaillierte Informationen dazu finden Sie im Ratgeber Förderung für den Hausbau.

Hausbau-Checkliste 3: Hausbau-Finanzierung

Hausbau-Checkliste für Ihre Hausbaufinanzierung:

  • Eigenkapital berechnen
  • Ggf. Eigenleistung berechnen
  • Finanzierungspartner kontaktieren und vergleichen
  • Förderungsmöglichkeiten prüfen
  • Kredittilgungsplan erstellen
  • Finanzierungsvertrag abschließen

Schritt 4 – Hausbau planen: Grundriss festlegen, Vertragspartner finden

Die Planung des Hauses ist der nächste Schritt zum Eigenheim. Zuerst legen Sie fest, in welcher Bauweise Sie bauen wollen. Sie möchten in Massivbauweise oder mit Holz bauen? Dann erstellen Sie einen Hausbau-Grundriss mit einem Architekturbüro und suchen Bauunternehmen, die diesen Plan in die Tat umsetzen. Wenn es ein Fertighaus sein soll, wählen Sie bei einem Fertighaus-Anbieter aus verschiedenen vorgefertigten Grundrissen den für Sie passenden aus.

Die richtige Bauweise finden

Ob Sie sich für ein Fertighaus, für ein Holzhaus oder ein Massivhaus entscheiden, ist vor allem Geschmackssache – und eine Geldfrage. Mit Fertighäusern bauen Sie oft günstiger und haben eine kürzere Bauzeit. Dafür sind Fertighäuser nicht so individuell. Holz- und Massivhäuser sind auf Sie persönlich zugeschnitten und behalten ihren Wert länger. Sie sind normalerweise auch besser wärme- und schallgedämmt. Genaueres lesen Sie im Ratgeber Fertighaus oder Massivhaus.

Übrigens: Energieeffizientes und barrierefreies Bauen sind mittlerweile in allen Bauweisen möglich. Ihre Wünsche und Bedürfnisse zu Energieeffizienz und Barrierefreiheit besprechen Sie am besten mit Ihrem Fertighaus- oder Bauunternehmen bzw. mit Ihrem Architekten.

Gut zu wissen: Für energieeffizientes und barrierefreies Bauen gibt es mehr Fördermöglichkeiten als für konventionelles Bauen. Zudem sind beide zukunftssicherer.
Gut zu wissen: Für energieeffizientes und barrierefreies Bauen gibt es mehr Fördermöglichkeiten als für konventionelles Bauen. Zudem sind beide zukunftssicherer.

Grundrisse von Fertighäusern auswählen

Wenn Sie sich für ein Fertighaus entschieden haben, müssen Sie einen Anbieter und ein Modell auswählen.

Tipp: Fragen Sie Bekannte und Verwandten nach ihren Erfahrungen mit Fertighausanbietern. Von ihnen bekommen Sie ungeschönte Informationen.
Tipp: Fragen Sie Bekannte und Verwandten nach ihren Erfahrungen mit Fertighausanbietern. Von ihnen bekommen Sie ungeschönte Informationen.

Achten Sie dabei vor allem auf diese Eigenschaften:

  • Welche Ausstattung hat das Fertighaus?
  • Enthält der Grundriss alle Räume, die Sie benötigen?
  • Welche Ausbaustufe hat das Fertighaus, also welche Arbeiten müssen Sie noch leisten?

Näheres erfahren Sie im Ratgeber Fertighaus oder Massivhaus.

Grundriss für den Hausbau bei Holz- oder Massivhäusern

Wenn Sie sich für ein Holz- oder Massivhaus entscheiden, können Sie es entweder zusammen mit einem Architekten planen. Oder Sie beauftragen ein Generalunternehmen, den Bau zu übernehmen. Wenn Sie sich für ein Standardhaus eines Generalunternehmers entscheiden, gilt wie bei Fertighäusern: Sie haben nur wenig Einfluss auf die Hausgestaltung, dafür kann es etwas günstiger werden.

Ein Architekturbüro steht Ihnen als neutraler Berater zur Seite. Sie beginnen mit einem Gespräch, in dem Sie den Architekten kennenlernen und Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Möglichkeiten äußern. Wenn Sie sich zur Zusammenarbeit entschließen, erarbeitet das Architekturbüro zusammen mit Ihnen einen Grundriss.

Gut zu wissen: Die Hausplanung mit einem Architekturbüro bedeutet nicht, dass Ihr Haus sehr teuer wird. Architekten suchen auf Basis ihrer Erfahrung die passenden Materialien, Unternehmen und Lösungen für Sie aus. Alle Entscheidungen treffen am Ende Sie.
Gut zu wissen: Die Hausplanung mit einem Architekturbüro bedeutet nicht, dass Ihr Haus sehr teuer wird. Architekten suchen auf Basis ihrer Erfahrung die passenden Materialien, Unternehmen und Lösungen für Sie aus. Alle Entscheidungen treffen am Ende Sie.

Der Grundriss enthält alle notwendigen Informationen für den Bauantrag. Die wichtigsten sind:

  • Zimmeranzahl, -größe und -aufteilung
  • Fenstergröße und -position
  • Geschossaufteilung
  • Abstände zu anderen Häusern
  • Genaue Maße

Hausbau-Checkliste 4: Hausbau planen

Hausbau-Checkliste zur Hausbau-Planung:

  • Bauweise festlegen: Massivhaus, Holzhaus oder Fertighaus?
  • Bei Fertigbauweise oder Massiv- bzw. Holzbauweise mit Generalunternehmen:
    • Anbieter auswählen
    • Verwandte und Bekannte nach Erfahrungen fragen
    • Modell auswählen: Ausstattung und Grundriss mit Wünschen und Bedürfnissen aus Schritt 1 abgleichen
    • Ausbaustufe auswählen: mit Eigenleistungsliste aus Schritt 1 abgleichen
    • Musterhäuser besuchen
    • Auf die Details achten: Steckdosen, Fenster, Materialien, Dämmung und Heizung
    • Angebot einholen
  • Bei Massiv- oder Holzbauweise mit Architekturbüro:
    • Im Verwandten- und Bekanntenkreis nach Erfahrungen mit Architekturbüros fragen
    • Erstgespräch: Wünsche, Bedürfnisse und Möglichkeiten besprechen
    • Entwurf und Grundriss mit dem Architekturbüro entwickeln
    • Angebote von Vertragspartnern einholen, z. B. von Bauunternehmen, Fachplanungen, Heizungsbauern, Smarthome-Anbietern

Schritt 5 – Hausbau vorbereiten: Zeitplan festlegen, Verträge unterzeichnen, Versicherungen abschließen

Im letzten Schritt vor dem Baubeginn zurren Sie alle Pläne fest und bereiten sich und Ihre Baustelle auf den Start vor. Dazu beantragen Sie Ihre Baugenehmigung, legen einen Zeitplan fest, unterschreiben Verträge und schließen Versicherungen ab.

Hausbau beantragen

Der Bauantrag kann nur durch Ihr Architekturbüro oder Generalunternehmen eingereicht werden. Er enthält unter anderem den Grundriss und das Gutachten eines Statikers. Je nach Kommune wird die Baugenehmigung innerhalb weniger Wochen oder mehrerer Monate erteilt. Ihre Vertragspartner haben bestimmt Erfahrungswerte, mit denen Sie rechnen können.

Zeitplan erstellen

Gemeinsam mit Ihren Vertragspartnern bzw. Ihrem Architekten legen Sie nun einen Zeitplan fest. Ihr Zeitplan sollte diese verbindlichen Angaben beinhalten:

  • Baufertigstellungstermin
  • Fertigstellungstermine der einzelnen Gewerke
  • Fertigstellungstermine der Eigenleistungen
  • Abnahmetermine
  • Richtfest
  • Umzug

Verträge schließen

Schließen Sie nun die Verträge mit Ihren Vertragspartnern ab.

Wichtig: Lassen Sie die Verträge unabhängig prüfen. Denn Bauunternehmen versuchen mit verschiedensten Regelungen, ihre Haftungen und Gewährleistungen so gering wie möglich zu halten. Doch viele dieser Regelungen sind unzulässig. Bausachverständige oder Anwälte können das erkennen und Ihnen später rechtlichen Ärger ersparen.

Ihr Zeitplan sollte Teil der Verträge werden. Bei Bauverzögerungen können auf diese Weise Verantwortliche besser ausfindig und haftbar gemacht werden. Auch Ihre Eigenleistungen sollten in den Verträgen genau definiert werden. Bei Schäden ist auf diese Weise klarer, wer verantwortlich ist.

Die Baustelle versichern

Auf der Baustelle sind Sie als Bauherr für Schäden verantwortlich. Da auf Baustellen häufig Unfälle geschehen, ist es wichtig, sich gegen Forderungen Dritter abzusichern.

Die wichtigsten Versicherungen für die Baustelle sind:

Mehr Informationen finden Sie im Ratgeber Hausbau-Versicherungen.

Hausbau-Checkliste 5: Hausbau vorbereiten

Hausbau-Checkliste für die letzten Vorbereitungen vor dem Bau:

  • Baugenehmigung beantragen
  • Detaillierten Zeitplan erstellen:
    • Baufertigstellungstermin
    • Fertigstellungstermine der einzelnen Gewerke
    • Fertigstellungstermine der Eigenleistungen
    • Abnahmetermine
    • Richtfest
    • Umzug
  • Verträge mit Bauunternehmen und Gewerken erstellen:
    • Detaillierte Fertigstellungstermine vereinbaren
    • Eigenleistungen in Verträgen genau beschreiben
  • Verträge unabhängig prüfen lassen
  • Versicherungen für die Baustelle abschließen:
  • Versicherungen für die Baufinanzierung abschließen:

Schritt 6 – Bauen

Es ist so weit, der Hausbau kann beginnen. Sie als Bauherr haben nun einige Pflichten und Aufgaben. Einen Teil davon können Sie an andere Personen weiterreichen. Umgekehrt haben Sie auch Rechte, die Sie durchsetzen können. Sie können also dafür sorgen, dass Ihr Hausbau reibungslos abläuft.

Pflichten, Aufgaben und Rechte des Bauherrn während der Bauphase

Als Bauherr sind Sie für die Baustelle verantwortlich. Diese Pflichten und Aufgaben müssen Sie unter anderem erfüllen:

  • Baustelle sichern
  • Meldungen an Ämter abgeben (u. a. Baubeginn und -abschluss)
  • Arbeit der Gewerke ermöglichen
  • Arbeiten nach Fertigstellung abnehmen

Einige Aufgaben können Sie an eine Bauleitung, Ihr Generalunternehmen oder Ihren Architekten abgeben. Die Verantwortung bleibt trotzdem bei Ihnen. Deshalb müssen Sie die Baustelle regelmäßig kontrollieren.

Damit Sie Ihre Pflichten erfüllen können, haben Sie auch Rechte als Bauherr:

  • Abnahme von Arbeiten verweigern
  • Nachbesserungen fordern
  • Einhaltung von Terminen fordern
  • Ausführende Personen und Unternehmen bestimmen

Ablauf der Bauphase

Der Ablauf eines Hausbaus folgt immer dem gleichen Schema. Die Dauer unterscheidet sich jedoch stark: Die Vorbereitungen der Baustelle dauern etwa 2 Monate, der eigentliche Hausbau dauert ca. 7 bis 9 Monate. Einen detaillierten Ablaufplan finden Sie in der Hausbau-Checkliste 6.

Hausbau-Checkliste 6: Bauen

Hausbau-Checkliste zur Bauphase:

Ablauf der Bauarbeiten:

  • Räumung des Grundstücks
  • Aushub der Baugrube
  • Gießen der Bodenplatte
  • Aufbau des Rohbaus
  • Setzen des Dachstuhls
  • Eindecken des Daches
  • Aufbau von Dämmung und Fassade
  • Einbau der Fenster
  • Einrichten der Hausanschlüsse
  • Ausbau der Innenwände
  • Installationen
  • Aufbau des Fußbodens
  • Einbau von Fliesen und Türen
  • Tapezier- und Malerarbeiten

Aufgaben, Rechte und Pflichten als Bauherr:

  • Menschen, Gebäude und Gegenstände versichern
  • Baustelle sichern
  • Baubeginn melden
  • Voraussetzungen für die Arbeit der Gewerke schaffen
  • Bausicherheit regelmäßig prüfen
  • Termineinhaltung überprüfen
  • Fertiggestellte Arbeiten prüfen und ggf. abnehmen oder ablehnen
  • Baufertigstellung melden

Schritt 7 – Nach dem Bauen: Einrichten, Außenanlagen, Umziehen

Der Hausbau ist abgeschlossen, ein letzter Schritt fehlt aber noch zum fertigen Eigenheim: Das Einrichten des Hauses, das Anlegen der Außenanlagen und der Umzug stehen noch an. Denken Sie auch an Ihren Versicherungsschutz.

Auch wenn diese letzten Arbeiten nicht zum Hausbau zählen, sollten Sie sie bei der Finanzierung berücksichtigen. Die Anschaffung von Möbeln und Küchengeräten, die Erdarbeiten, Gehwegplatten und Pflanzen für die Außenanlagen sowie der eigentliche Umzug kosten in der Summe unter Umständen einige Tausend Euro. Vergessen Sie auch kleinere Bauten wie eine Gartenhütte, einen Carport oder Spielgeräte nicht bei der Kalkulation.

Das Wichtigste an diesem letzten Schritt: Endlich ist der Hausbau fertig – dem Umzug ins neue Zuhause steht nichts mehr im Weg.

Achtung: Im letzten Schritt zum Eigenheim bleibt gerne etwas liegen. Der Umzug muss häufig schnell gehen, die Außenanlagen sind dann erst einmal egal. Daher ist die Reihenfolge der Aufgaben im letzten Schritt nicht so wichtig. Aber schieben Sie die letzten Aufgaben nicht zu lange auf, damit sich das Haus nicht unfertig anfühlt.
Achtung: Im letzten Schritt zum Eigenheim bleibt gerne etwas liegen. Der Umzug muss häufig schnell gehen, die Außenanlagen sind dann erst einmal egal. Daher ist die Reihenfolge der Aufgaben im letzten Schritt nicht so wichtig. Aber schieben Sie die letzten Aufgaben nicht zu lange auf, damit sich das Haus nicht unfertig anfühlt.

Hausbau-Checkliste 7: Nach dem Bauen

Hausbau-Checkliste zum Einrichten im neuen Zuhause:

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