Die natürlichste Bestattungsart ist hierzulande die Reerdigung, die jedoch nur versuchsweise in Schleswig-Holstein angeboten wird. Sowohl Erd- als auch Feuerbestattungen haben Vor- und Nachteilet. Aufgrund des hohen Energieverbrauchs und der Emissionen stufen Experten jedoch die Feuerbestattung als weniger naturnah ein.
Um die Kosten einer Bestattung tragen zu können, hilft eine Sterbegeldversicherung. So können Sie ihren Angehörigen finanzielle Sicherheit hinterlassen und ihre individuellen Wünsche können berücksichtigt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Bislang stehen meist die Bestattungsgesetze der Bundesländer den neuen, naturnahen Bestattungskonzepten im Weg.
- Die regional verfügbare Reerdigung punktet unter anderem mit geringen Emissionen und niedrigem Energieverbrauch.
- Traditionelle Erd- und Feuerbestattungen lassen sich ebenfalls naturnäher gestalten, z. B. bei der Auswahl von Sarg, Polstermaterial und Grabschmuck.
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Wie naturnah kann ich mich beerdigen lassen?
Naturnahe Bestattungen werden immer häufiger nachgefragt. Bislang jedoch stehen meist die deutschen Bestattungsgesetze einer zu 100 % naturnahen Bestattung im Weg. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Konzepte es gibt und wie Sie eine klassische Bestattung so naturnah wie möglich gestalten.
Als besonders naturnah gelten Bestattungen, bei denen der Körper durch natürliche Prozesse zersetzt wird. In gewissem Maße geschieht dies auch bei einer herkömmlichen Erdbestattung. Bei einer naturnahen Bestattung findet die Zersetzung jedoch unter besonderen Bedingungen und in kürzerer Zeit statt. Einige dieser Methoden werden in Deutschland und anderen Ländern bereits angeboten, andere sind hingegen noch nicht zugelassen.
Achtung: Es folgen explizite Beschreibungen!
Hinweis: Die Beschreibungen können für sensible Leser belastend sein!
Reerdigung
Bei der Reerdigung wird der Körper in einem speziellen Behälter zusammen mit pflanzlichen Materialien „kompostiert“: Mikroorganismen verwandeln das organische Material innerhalb von ca. 40 Tagen in Humus. Übrig bleiben nur Knochen, die gemahlen und mit der Humuserde vermischt werden. Die Erde wird auf einem Friedhof beerdigt. Die Reerdigung ist aktuell in Schleswig-Holstein im Rahmen einer Testphase möglich.
Alkalische Hydrolyse
Bei diesem Verfahren wird der Körper in einer alkalischen Lauge unter hohen Temperaturen und Druck zersetzt. Nach wenigen Stunden sind lediglich Knochenreste und Flüssigkeit übrig. Diese werden entsorgt bzw. den Angehörigen übergeben. Diese Bestattungsform wird in Deutschland aktuell nicht angeboten.
Lavation
Bei dieser neuen Bestattungsart wird der Körper in einem speziellen Behälter mit Wasser besprüht. Ein natürlicher Prozess führt die Zersetzung herbei. Knochenreste können gemahlen und in einer Urne bestattet werden. Auch dieses Verfahren ist in Deutschland noch nicht zugelassen.
Promession
Diese Bestattungsform besteht aus zwei Verfahren: Zunächst wird der Körper gefriergetrocknet und anschließend durch Vibration zerkleinert. Es bleibt lediglich Granulat übrig, für das dann verschiedene Bestattungsformen in einer Urne oder einem Sarg möglich sind. Die Umwandlung in Humus erfolgt innerhalb von wenigen Monaten. Auch dieses Verfahren gibt es noch nicht in Deutschland.
Naturnahe Beerdigung im Vorfeld vereinbaren
Die naturnahe Beerdigung ist derzeit noch nicht als Standard etabliert. Wenn Sie sich eine naturnahe Bestattung wünschen, sollten Sie die Einzelheiten am besten im Vorfeld festlegen – z. B. mit einem Bestattungspaket im Rahmen Ihrer Sterbegeldversicherung. Damit regeln Sie alles in Ihrem Sinne und sorgen für die entstehenden Kosten vor.
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Was sind die Herausforderungen bei einer naturnahen Bestattung?
Die größte Herausforderung stellen aktuell die deutschen Bestattungsgesetze dar – denn diese setzen einen engen Rahmen für erlaubte Bestattungsformen in den einzelnen Bundesländern.
Darüber hinaus hängt die Bestattung an vielen Aspekten. Ob das Krematorium Biogas nutzt oder der Bestatter ein E-Auto für den Transport zum Friedhof – bei einer wirklich naturnahen Beerdigung kommt es auf viele Details an. Unter anderem:
- Emissionen (z. B. Transportwege und Erreichbarkeit der Grabstelle)
- Nutzung von erneuerbaren Energien (z. B. Ökostrom im Bestattungsinstitut und den Einrichtungen des Friedhofs; Biogas im Krematorium sowie Nutzung der Abwärme)
- Regionalität (z. B. bei Sargholz, Grabstein und Blumenschmuck)
- natürliche und biologisch abbaubare Materialien (z. B. bei Sargmaterial, Polsterung und Kleidung) sowie Verzicht auf chemische Konservierung
- Wiederverwendbarkeit (z. B. recycelter Grabstein, Topfpflanzen als Blumenschmuck)
- sozialer Aspekt (z. B. Arbeitsbedingungen bei der Herstellung des Grabsteins)
Aktuell ist in Deutschland keine zu 100 % naturnahe Bestattung bundesweit zugelassen. Einer ökologischen Bestattung am nächsten kommt die Reerdigung, die jedoch aktuell nur im Rahmen einer Erprobungsphase möglich ist. Daher lässt sich diese Frage nur schwer beantworten. Grundsätzlich kommt es dabei auf individuelle Vorlieben und Prioritäten an.
Feuerbestattung
Eine Feuerbestattung hat einen hohen Energiebedarf und belastet die Umwelt durch die Emissionen bei der Verbrennung. Im weiteren Verlauf sind jedoch viele naturnahe Optionen für die Asche möglich, z. B. Ausstreuung auf einem Friedhof oder Bestattung in einer biologisch abbaubaren Urne. Eine Baumbestattung bietet zudem den Vorteil, dass Begräbniswälder viel CO2 binden.
Erdbestattung
Die herkömmliche Erdbestattung erzeugt weniger Emissionen und zeichnet sich durch einen geringeren Energieverbrauch aus als eine Einäscherung. Doch künstliche und chemische Stoffe (z. B. Sargpolitur, Kleidung, auch Implantate) belasten den Boden und können ins Grundwasser gelangen. Zudem bedeutet ein klassisches Grab einen größeren Eingriff in die Natur.
Auch ohne experimentelle Beerdigungsformen können Sie klassische Bestattungsarten naturnah gestalten.
Checkliste
- Wahl des Bestatters: einige Bestattungsinstitute werben damit , z. B. Ökostrom, Beteiligung an Umwelt-Initiativen, E-Fahrzeuge
- Sargmaterial: z. B. unbehandeltes Holz aus Forstwirtschaft, recycelte Pappe
- Urne: natürliche Materialien, z. B. Holz, Pilzfasern, Schilf, Sand
- Textilien: Kleidung und Sargpolsterung aus Naturfasern (z. B. Baumwolle, Seide oder Leinen, Holzwolle als Füllmaterial)
- Künstliche Materialien: Implantate, z. B. Silikon, künstliche Gelenke, Zahnplomben, vorab vom Bestatter entfernen lassen
- Regionale Produkte: Sarg bzw. Urne und Grabstein/Grabplatte sowie Blumenschmuck aus der Region (kurze Transportwege und geregelte Arbeitsbedingungen)
- Recyclingprodukte: ausgediente Grabsteine und -platten lassen sich umarbeiten und wiederverwenden
- Trauerfeier: Einladungen digital oder auf Umweltpapier, Verpflegung mit saisonalen, regionalen Speisen auf Mehrweggeschirr
- Erreichbarkeit der Grabstelle: gute Anbindung an öffentliche Verkehrsnetze für Trauergäste und Besucher
- Grabbepflanzung: heimische, mehrjährige Pflanzen
Kosten für die Beerdigung mit der Sterbegeldversicherung absichern
Regionale Produkte bei einer Beerdigung sind mitunter teurer als Billigimporte oder Kunststoffware. Ganz gleich, für welche Bestattungsart Sie sich entscheiden: Vorsorge ist wichtig, damit die Familie die Bestattungskosten bezahlen kann. Mit einer Sterbegeldversicherung sichern Sie die Kosten ab: Bei ERGO können Sie eine Versicherungssumme bis 20.000 € wählen und so die Bestattung ganz nach Ihren Wünschen planen.
FAQ – Häufige Fragen zur naturnahen Beerdigung
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.
Als preisgünstigste Bestattungsform gilt die anonyme Bestattung. Bei dieser wird auf eine Kennzeichnung des Grabes verzichtet. Anonyme Bestattungen sind häufig Wiesengräber, bei denen sich die Grabstelle in die Natur einfügt.
Als alternative Bestattung gelten Beerdigungsformen, die von den traditionellen Erd- und Feuerbestattungen abweichen. Dazu zählen z. B. die Baumbestattung, die Seebestattung und die Ascheverstreuung. Darüber hinaus gibt es diverse neue Trends in der Bestattungskultur, etwa die Diamantbestattung.
Stand: 07.08.2025
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