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Geringfügige Beschäftigung

Minijob: Stundenzahl, Versicherung und Rechte

Eine geringfügige Beschäftigung bietet flexible Verdienstmöglichkeiten. Erfahren Sie alles über Rechte und Regeln zu Arbeitszeit und Versicherungen.

Eine Frau sitzt am Tisch und schaut auf die Unterlagen in ihrer Hand.

Ein Minijob kann das Einkommen flexibel ergänzen. Aber auch nach dem Ende der Berufstätigkeit reicht das Einkommen aus der gesetzlichen Rente oft nicht aus. Informieren Sie sich deshalb auch über Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Minijob mit Verdienstgrenze dürfen Sie 2026 regelmäßig bis zu 603 Euro im Monat verdienen. Die Grenze ist an den Mindestlohn gekoppelt und steigt daher 2027 auf 633 Euro monatlich.
  • Bei Mindestlohn sind 2026 etwa 43 Stunden im Monat möglich. Entscheidend ist aber nicht eine feste Wochenstundenzahl, sondern der regelmäßige Verdienst.
  • Minijobber haben grundsätzlich Anspruch auf Urlaub und arbeitsrechtliche Gleichbehandlung. Auch bei der Rentenversicherung gelten besondere Regeln.

Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

Die geringfügige Beschäftigung ist ein Arbeitsverhältnis, bei dem bestimmte gesetzliche Voraussetzungen und Verdienst- oder Zeitgrenzen eingehalten werden müssen. Im Alltag wird dafür meist der Begriff Minijob verwendet. Bei einem Minijob mit Verdienstgrenze kommt es vor allem auf den regelmäßigen Verdienst an. 2026 liegt die Geringfügigkeitsgrenze bei 603 Euro im Monat. Sie ist dynamisch an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Steigt der Mindestlohn, verändert sich grundsätzlich auch die Verdienstgrenze. 

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Private Rentenversicherung

Zusätzlich für das Alter vorsorgen

Mit einem Minijob können Sie Ihr Einkommen flexibel ergänzen. Denken Sie dabei auch an Ihre finanzielle Absicherung im Alter. Mit einer privaten Rentenversicherung können Sie zusätzlich für Ihre Zukunft vorsorgen.

Gut zu wissen

Minijob oder geringfügige Beschäftigung: Was ist der Unterschied?

Eine geringfügige Beschäftigung kann als Minijob mit Verdienstgrenze oder als kurzfristige Beschäftigung ausgeübt werden. Beim Minijob mit Verdienstgrenze kommt es auf den regelmäßigen Verdienst an. Bei einer kurzfristigen Beschäftigung ist dagegen die Dauer entscheidend. Sie ist von vornherein auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt, in landwirtschaftlichen Betrieben auf 15 Wochen oder 90 Arbeitstage. Minijob ist der gängige Oberbegriff für beide Beschäftigungsarten.

Wie viel darf ich mit einer geringfügigen Beschäftigung verdienen?

2026 liegt die Verdienstgrenze für einen Minijob bei 603 Euro monatlich. Grund dafür ist der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Die Minijob-Grenze wird anhand einer gesetzlichen Formel dynamisch aus dem Mindestlohn abgeleitet. Für 2027 ist bereits eine weitere Anpassung vorgesehen: Der Mindestlohn steigt auf 14,60 Euro und die Minijob-Grenze auf 633 Euro monatlich.

Gut zu wissen

Minijob: Wie viele Stunden darf man pro Woche arbeiten?

Eine feste maximale Wochenstundenzahl gibt es beim Minijob mit Verdienstgrenze nicht. Die mögliche Arbeitszeit hängt vom Stundenlohn ab. Bei einem Stundenlohn von 13,90 Euro sind 2026 rechnerisch rund 43 Stunden im Monat möglich, ohne die Verdienstgrenze von 603 Euro zu überschreiten. Im Durchschnitt entspricht das ungefähr zehn Stunden pro Woche. Bei einem höheren Stundenlohn reduziert sich die mögliche Arbeitszeit entsprechend. Allerdings kann die Arbeitszeit innerhalb bestimmter Grenzen auch anders verteilt werden. Maßgeblich bleibt der regelmäßige Verdienst. 

Wegfall des Minijobs: Was ist aktuell geplant?

Die Rentenkommission 2026 empfiehlt, geringfügige Beschäftigungen grundsätzlich wie normale Beschäftigungen in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen und den besonderen steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Status abzuschaffen. Schülerinnen und Schüler sollen nach der Empfehlung ausgenommen werden. Eine Entscheidung der Bundesregierung zu diesem Thema steht allerdings derzeit noch aus.

Gut zu wissen

Was hat sich im Minijob 2026 geändert?

Seit dem 1. Juli 2026 können Minijobberinnen und Minijobber eine zuvor beantragte Befreiung von der Rentenversicherungspflicht einmalig für die Zukunft aufheben. Damit werden sie wieder rentenversicherungspflichtig und zahlen ihren eigenen Beitragsanteil. Der Antrag wird beim Arbeitgeber gestellt. Die Aufhebung gilt grundsätzlich ab dem Folgemonat und ist für die Dauer des Minijobs bindend. Wer rentenversicherungspflichtig ist, zahlt einen Eigenanteil und erwirbt dadurch unter anderem zusätzliche Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Bin ich bei geringfügiger Beschäftigung krankenversichert?

Auch bei einer geringfügigen Beschäftigung benötigen Sie eine Krankenversicherung. Der Minijob selbst führt jedoch in vielen Fällen nicht zu einer eigenen Beitragspflicht. Entscheidend ist daher, auf welcher Grundlage Sie bereits krankenversichert sind – zum Beispiel über einen Hauptjob oder die Rente, eine Familienversicherung, das Jobcenter oder eine freiwillige gesetzliche bzw. private Krankenversicherung. 

Grundsätzlich ist die geringfügige Beschäftigung in der Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei. Sie zahlen dafür also in der Regel keine eigenen Beiträge. Der Arbeitgeber führt bei einem Minijob grundsätzlich einen pauschalen Beitrag von 13 % zur Krankenversicherung ab (Erhöhung ab 1. Januar 2027 auf voraussichtlich 17,5 %), im Privathaushalt 5 %. Für privat Krankenversicherte fällt dieser Pauschalbeitrag nicht an. Aus den pauschalen Beiträgen des Arbeitgebers entstehen für Sie allerdings keine eigenen Leistungsansprüche in der Krankenversicherung. 

Üben Sie mehrere Minijobs gleichzeitig aus, werden die Verdienste grundsätzlich zusammengerechnet. Wird dadurch die maßgebliche Verdienstgrenze überschritten, kann Versicherungspflicht entstehen. Etwas anderes gilt, wenn Sie neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung einen Minijob ausüben: Dieser bleibt grundsätzlich krankenversicherungsfrei. Ein weiterer Minijob wird dagegen mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und kann dadurch beitragspflichtig werden.

Zahle ich als Minijobber in die Rentenkasse ein?

Im Minijob Rentenbeiträge abführen oder nicht – hier gibt es einen Überblick über die Regelungen.

Rentenregelungen für Minijobber

  • Grundsätzlich besteht bei einem Minijob mit Verdienstgrenze Rentenversicherungspflicht.  
  • Beschäftigte zahlen einen Eigenanteil, können sich davon aber auf Antrag befreien lassen.  
  • Im gewerblichen Minijob beträgt der Eigenanteil 3,6 % des Arbeitsentgelts, im Privathaushalt 13,6 %.  
  • Der Arbeitgeber zahlt seinen Pauschalbeitrag immer, auch wenn Beschäftigte sich gegen das Einzahlen entscheiden. 
  • Wer in die Rentenversicherung einzahlt, profitiert von bestimmten Vorteilen: Die Beschäftigungszeiten werden beispielsweise voll als Wartezeitmonate berücksichtigt.  
  • Unter bestimmten Voraussetzungen können Ansprüche auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, etwa auf Rehabilitationsleistungen, entstehen.

Wie viel Urlaub haben geringfügig Beschäftigte?

Auch Minijobber haben grundsätzlich Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Wie viele Urlaubstage Ihnen konkret zustehen, hängt nicht von der Zahl der Arbeitsstunden, sondern von der Zahl Ihrer regelmäßigen Arbeitstage pro Woche ab. Wer beispielsweise regelmäßig an zwei Tagen pro Woche arbeitet, hat mindestens acht Urlaubstage im Jahr. Bei fünf Arbeitstagen pro Woche sind es mindestens 20 Urlaubstage.

FAQ – Häufige Fragen zur geringfügigen Beschäftigung

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Bekomme ich als Minijobber einen Arbeitsvertrag?

Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist im Minijob nicht zwingend vorgeschrieben. Der Arbeitgeber muss die wesentlichen Arbeitsbedingungen jedoch nach dem Nachweisgesetz schriftlich festhalten und dem Arbeitnehmer innerhalb der vorgesehenen Fristen aushändigen.

Sind Minijobs zeitlich befristet?

Nein, ein Minijob mit Verdienstgrenze muss nicht automatisch befristet sein. Wird ein Minijob befristet vereinbart, gelten die gesetzlichen Regeln für befristete Arbeitsverhältnisse. Eine kurzfristige Beschäftigung dagegen ist ihrer Definition nach zeitlich begrenzt.

Welche Kündigungsfristen gelten bei geringfügiger Beschäftigung?

Grundsätzlich gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Im Arbeitsvertrag oder durch einen Tarifvertrag können unter bestimmten Voraussetzungen abweichende Regelungen gelten. Während einer vereinbarten Probezeit von höchstens sechs Monaten beträgt die Frist grundsätzlich zwei Wochen.

Sind Minijobs steuerfrei?

Nein, ein Minijob ist grundsätzlich steuerpflichtig, auch wenn die Steuer oft nicht auf der Abrechnung aufgeführt wird. Der Arbeitgeber kann unter bestimmten Voraussetzungen die 2-Prozent-Pauschsteuer wählen oder individuell nach der Lohnsteuerklasse versteuern. Im Rahmen des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 ist die Erhöhung der Pauschsteuer von 2 auf 5 % geplant.

Stand: 12.10.2026

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