Für Naturfreunde erlaubt oder verboten?

Wildes Campen

Campen ist eine Alternative zum Urlaub im Hotel. Dürfen Sie überall und unbegrenzt Ihr Zelt aufschlagen oder Ihren Camper abstellen?

Für Naturfreunde erlaubt oder verboten?

Rechtsfrage des Tages:

Ob mit dem Zelt oder dem Wohnmobil: Camping verspricht Freiheit und ermöglicht spontane Ausflüge. Aber dürfen Sie überall Ihr Nachtquartier aufschlagen?

Antwort:

Wer in diesem Sommer in Deutschland Urlaub machen will, muss sich mit der Planung sputen. Viele Ferienhäuser und Appartements sind bereits belegt. Und aufgrund der Corona-Regeln stehen teilweise nur noch wenige Hotelzimmer zur Verfügung. Eine Alternative kann ein Campingurlaub sein. Ob Sie Ihr Zelt in der freien Natur aufbauen dürfen, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. In der Regel ist es ohne spezielle Erlaubnis zumindest für mehr als eine Nacht aber verboten.

Nicht grundsätzlich verboten, aber …

Eine stille Waldlichtung oder eine grüne Wiese können gemütliche Campingplätze sein. Ob das Campieren dort aber erlaubt ist, kommt auf das Bundesland an. Beispielsweise in Baden-Württemberg ist das Zelten in freier Natur generell nicht erlaubt. In anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg dürfen Sie für eine Nacht Ihr Zelt aufschlagen. Allerdings gelten auch dort Verbote für Nationalparks und Naturschutzgebiete. Welche konkrete Regelung in Ihrem Bundesland gilt, erfahren Sie bei den örtlichen Behörden. Allgemein ähneln sich viele Bestimmungen dahingehend, dass Übernachtungen im Zweifel nur mit der Genehmigung des Eigentümers zulässig sind. Übrigens: Die Wälder in Deutschland stehen etwa zur Hälfte in Privatbesitz. Der Rest verteilt sich zwischen den Ländern, dem Bund oder als Körperschaftswald den Gemeinden, Städten oder öffentlich-rechtlichen Stiftungen.

Mit Wohnmobil und Camper

Ob Sie zelten wollen oder mit einem Campingmobil unterwegs sind, spielt keine Rolle. Es gelten dieselben Regelungen. Mit dem Wohnmobil gilt aber eine Besonderheit. Zwar dürfen Sie in diesem zum Beispiel auf Rasthöfen oder Parkplätzen nicht campieren. Sie dürfen sich in Ihrem fahrbaren Feriendomizil aber ausruhen, um Ihre Fahrfähigkeit wiederherzustellen. Dazu gehört es auch, auf einem Parkplatz zu nächtigen. Ihre Markise sollten Sie aber ebenso wenig ausfahren wie sich mit Campingmöbeln wohnlich einzurichten. Damit überschreiten Sie die Grenze der zulässigen Übernachtung.

Trekkingplatz als Alternative

Haben Sie keine Lust auf einen komfortablen Campingplatz, wollen oder dürfen aber auch nicht einsam im Wald zelten? Dann suchen Sie sich doch einen Trekkingplatz. Verschiedene Regionen bieten mittlerweile solche Zeltplätze für Wanderer, Radfahrer und Wasserwanderer. Die ohne Komfort ausgestatteten Plätze bieten ein naturnahes Erlebnis, ohne die Umwelt zu schädigen oder ein Bußgeld zu riskieren. Außerdem kosten sie nur einen geringen Unkostenbeitrag oder dürfen sogar kostenlos genutzt werden.

Biwakieren: Schlafen ohne Zelt

Besonders hartgesottene Campingfreunde wollen die Natur pur erleben und schlafen ohne Zelt unter freiem Himmel. Rechtlich ist das Biwakieren eine Grauzone. Ausdrücklich verboten ist dies zwar nicht, da in den Gesetzen lediglich vom Übernachten in Zelt oder Wohnmobil die Rede ist. Zur Sicherheit sollten Sie sich aber bei der Planung eines solchen Urlaubs in der Ferienregion erkundigen.

Feuer, Müll und Bußgelder

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein: Nehmen Sie Ihren Müll mit! Weder ein benutztes Taschentuch noch eine leere Konservendose haben in der Natur etwas verloren. Lassen Sie Ihren Abfall einfach liegen, droht ein Bußgeld. Deutlich teurer und auch gefährlicher kann es werden, wenn Sie im Wald ein Feuer machen. Das ist nämlich generell verboten. Die Bußgelder können richtig teuer werden. Verursachen Sie außerdem einen Brand, machen Sie sich strafbar und müssen mit erheblichen Schadensersatzforderungen rechnen. Die Bußgelder auch für unberechtigtes Campieren sind in den Ländern teils abweichend geregelt.

Rauchen im Wald?

Möchten Sie nach einem anstrengenden Wandertag eine gemütliche Zigarette rauchen, sollten Sie ohnehin auf einen Campingplatz ausweichen. In vielen Bundesländern herrscht ein ganzjähriges Rauchverbot im Wald. In anderen Bundesländern gelten zeitlich begrenzte Verbote, die jedoch vom Frühjahr bis in den späten Herbst reichen und damit die Sommerferien einschließen.

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