WEG: Rücklagen steuerlich absetzbar?

Nicht so voreilig!

Oft dient der Kauf einer Wohnung dazu, Steuern zu sparen. Dafür wird jede Möglichkeit genutzt. Doch manchmal braucht es Geduld.

WEG: Rücklagen steuerlich absetzbar?

Rechtsfrage des Tages:

Immobilien gelten ja nach wie vor als sinnvolle Vermögensanlage und Altersvorsorge. Ich trage mich mit dem Gedanken, eine Wohnung zu kaufen und zu vermieten. Darf ich bei meiner Kalkulation die Instandhaltungsrücklage außer Acht lassen? Diese ist doch immer gleich steuerlich absetzbar.

 

Antwort:

Kaufen Sie eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, bilden Sie mit den anderen Eigentümern eine Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Und diese unterliegt ganz speziellen Regelungen. Das Wohnungseigentumsgesetz sieht dabei neben anderen wesentlichen Vorschriften auch die Bildung einer Instandhaltungsrücklage vor. Als Wohnungseigentümer sind Sie also verpflichtet, gemeinsam mit Ihren Miteigentümern Geld für Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten zu sparen.

Vermieten Sie Ihre Wohnung, müssen Sie in Ihrer Steuererklärung Ihre Einnahme aus der Vermietung als Einkommen angeben. Im Gegenzug können Sie bestimmte Beträge von der Steuer absetzen. So auch die Instandhaltungsrücklage. Aber Achtung: Die Beträge können Sie nicht schon mit Ihrer Zahlung in die Rücklage als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Voraussetzung ist nämlich, dass die Eigentümergemeinschaft das Geld auch tatsächlich verwendet hat. Ihr in die Rücklage eingezahltes Geld dürfen Sie also erst in die Steuererklärung aufnehmen, wenn die Hausverwaltung es für konkrete Reparaturarbeiten ausgegeben hat. Stehen hingegen keinerlei konkreten Arbeiten an und das Geld schlummert als Reserve auf dem Rücklagenkonto, können Sie keinen steuerlichen Nutzen daraus ziehen.

Natürlich kann es auch passieren, dass trotz notwendiger Arbeiten die Instandhaltungsrücklage leer ist. Dann kann die Eigentümergemeinschaft die Zahlung einer Sonderumlage beschließen. Dafür gilt dasselbe wie für die Instandhaltungsrücklage. Auch die Sonderumlage können Sie erst steuerlich absetzen, wenn die Hausverwaltung das Geld für konkrete Arbeiten ausgegeben hat.

Das könnte Sie auch interessieren:

Damit Sie Ihr gutes Recht bekommen

Hier finden Sie garantiert den passenden Tarif. Z. B. den umfassenden Privat-Rechtsschutz für die Lebensbereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr.

Ähnliche Beiträge: