Was ändert sich 2020…

… für Verbraucher?

Auch im neuen Jahr müssen Sie sich auf Veränderungen in den unterschiedlichsten Bereichen einstellen.

Was ändert sich 2020…

Steuern, Unterhalt & Sozialversicherung

Grund- und Kinderfreibeträge steigen
Ab dem 1. Januar 2020 steigt der Grundfreibetrag um 240 € auf 9.408 €, für Verheiratete auf 18.816 €. Auch der Kinderfreibetrag wird angehoben, nämlich auf 5.172 €. Diesen können Eltern statt des Kindergelds erhalten. Welche Vergünstigung sich für Eltern mehr rechnet, prüft das Finanzamt automatisch.

Sozialversicherungsbeiträge
Befristet bis zum 31.12.2022 sinkt der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung um 0,1 Punkte auf 2,4 %. Umgekehrt steigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung um 0,2 Punkte auf 1,1 %.

Elternunterhalt: neue Einkommensgrenze
Die neue Bemessungsgrenze für Elternunterhalt steigt auf 100.000 € Jahreseinkommen. Damit können künftig deutlich weniger Familien zum Elternunterhalt herangezogen werden.

Höherer Unterhaltsanspruch
Durch Anpassung der Düsseldorfer Tabelle steigt ab Beginn des Jahres der Kindesunterhalt. Die Tabelle dient als Richtlinie, welcher Unterhaltsbetrag angemessen ist.

Weniger Mehrwertsteuer für Bahntickets, E-Books und Hygieneartikel
Der Mehrwertsteuersatz für Zugfahrkarten, E-Books und Hygieneartikel wie Tampons oder Binden sinkt von 19 auf 7 %. Verbraucher profitieren voraussichtlich von günstigeren Preisen.

Fliegen kann teurer werden

Ab dem 1. April sollen die Steuern auf Flugtickets steigen. Es ist davon auszugehen, dass die Fluggesellschaften diese Steuererhöhung zumindest teilweise an die Fluggäste weitergeben.

Rauchen zunächst nicht teurer
Eigentlich sollte die Tabaksteuer ab 2020 stufenweise ansteigen. Doch zumindest bis zum Frühjahr brauchen Raucher zunächst nichts zu befürchten.

Soli ade… allerdings erst ab 2021
Der Solidaritätszuschlag fällt für die meisten Steuerzahler weg. 90 % der bisherigen Zahler müssen ihn nicht mehr entrichten. Für 6,5 % fällt er teilweise weg. Nur für die reichsten 3,5 % bleibt er bestehen. Dabei kommt es auf die Höhe der Einkommenssteuer an. Auch wenn die Abschaffung bereits beschlossen ist: Wegfallen wird der Soli erst im Jahr 2021.

Gesundheit & Umwelt

Impfpflicht gegen Masern
Kinder müssen künftig beim Eintritt in Kindergarten und Schule gegen Masern geimpft sein. Gleiches gilt für Lehrer, Erzieher, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal. Betroffen sind alle, die nach 1970 geboren sind. Für Kinder, die die Einrichtungen bereits besuchen, gilt eine Übergangsfrist für den Nachweis.

Studienpflicht für Hebammen

Hebamme kann in Zukunft nur werden, wer ein duales Studium mit 6 bis 8 Semestern abschließt. Als Zugangsberechtigung muss eine 12-jährige Schulausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf nachgewiesen werden.

Schnellere Termine beim Facharzt
Durch neue Termin-Servicestellen sollen gesetzlich Krankenversicherte ab 2020 schneller einen Termin beim Facharzt erhalten.

AU wird digital
Der „gelbe Schein“ soll abgeschafft werden: Die Krankmeldung soll bald digital an die Krankenkasse und den Arbeitgeber übermittelt werden. Die erste Krankenkasse will 2020 starten.

Zahnersatz wird besser bezuschusst
Wer Zahnersatz benötigt, kann sich ab Oktober 2020 über einen Festzuschuss von 60 % statt bisher 50 % freuen.

Pflege-TÜV
Ein neues Bewertungssystem soll bereits seit November 2019 für eine bessere, aussagekräftigere Einstufung von Pflegeeinrichtungen sorgen.

Abschied von der Plastiktüte
Ein Gesetzesentwurf sieht ein generelles Verbot von Plastiktüten im deutschen Handel vor. Wenn das Gesetz umgesetzt wird, kann schon in der ersten Jahreshälfte 2020 Schluss mit den Kunststofftragetaschen sein.

Granulat und Kunstrasen könnten verboten werden
Es steht im Raum, dass die EU 2020 das Verbot von Kunstrasen und Granulat beschließt. Ein solches Verbot wäre ab 2022 wirksam.

Bauen & Wohnen

Baukindergeld endet
Das Ende des Baukindergelds ist in Sicht. Familien können es nur noch bis Ende 2020 beantragen.

Wohngeld soll steigen
Menschen mit geringem Einkommen sollen künftig 190 statt bisher 145 € Wohngeld pro Monat erhalten.

Mietpreisbremse – länger als gedacht

Eigentlich sollte sie 2020 auslaufen. Doch jetzt plant die Regierung eine Verlängerung der Mietpreisbremse bis 2025.

Letzte Chance für Ölheizungen?
Möchten Sie noch eine Ölheizung anschaffen, müssen Sie sich wohl sputen: Das Verbot für den Einbau soll laut Klimapaket ab 2026 gelten. Die Grünen fordern allerdings eine Umsetzung schon ab 2021.

Klimapaket: Förderung und Steuererleichterung
Neben den bisherigen Fördermaßnahmen für energetische Gebäudesanierungen werden ab 2020 auch Einzelmaßnahmen gefördert. Außerdem können die Kosten der Umbaumaßnahmen zusätzlich anteilig von der Steuer abgesetzt werden. Diese Regelungen gelten aber nur bis 2029.

Verkehr & Mobilität

Aus für Pkw-Maut
Eigentlich sollte sie 2020 starten. Nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs fällt die Einführung der Pkw-Maut in Deutschland aber aus.

Höhere Bußgelder

Die Geldbußen für Parken auf Geh- und Radwegen, in zweiter Reihe und für das Halten auf Schutzstreifen werden drastisch erhöht. Auch wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem deutlich höheren Bußgeld rechnen.

Mehr Rechte für Radfahrer

Ein neues Schild soll das Überholen von Radfahrern verbieten. Dort, wo es erlaubt ist, muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Außerorts von 2 Metern. Außerdem wird ein Grünpfeil nur für Radfahrer eingeführt. Das Nebeneinanderfahren wird ausdrücklich erlaubt. Hinzu kommen neue Parkregeln, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist.

Mindestalter für Mopedführerschein
Jugendliche ab 15 Jahren können nun den Mopedführerschein machen. Allerdings ist es Sache der Länder, ob sie diese Regelung übernehmen.

Auto-Typenklasse

2020 ändern sich für viele Autos die Typenklassen, die für die Bemessung der Kfz-Versicherung herangezogen werden. Für manche Autobesitzer wird es dann teurer, für andere günstiger. Doch für viele ändert sich gar nichts.

Ausweitung der Diesel-Fahrverbote

Da die Deutsche Umwelthilfe weitere Klagen auf Luftreinhaltung plant, müssen sich Autofahrer auf weitere Diesel-Fahrverbote einstellen.

Notbremssystem und CO2-Grenze

Neuwagen dürfen ab 2020 nur noch mit einem Notbremssystem angeboten werden. Der CO2-Ausstoß von Neuwagen darf maximal 95 g/km betragen.

Führerschein mit Automatikauto
Die bisher notwendige zweite amtliche Prüfung für einen Schaltwagen kann für Inhaber eines Führerscheins für Automatikautos bald wegfallen. Künftig soll ein zusätzliches Fahrtraining ausreichen.

Drohnenverordnung
Besitzer von Drohnen müssen sich mit der Anpassung an die EU-Drohnenverordnung auf Änderungen einstellen. Beispielsweise auf eine Erweiterung der Nutzungsverbote in sensiblen Bereichen. Viele Regelungen der deutschen Drohnenverordnung entsprechen aber bereits dem EU-Recht.

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