Kann Ihr Chef Sie zum Aufräumen zwingen?

Ordnung oder Chaos

Wie sieht ihr Schreibtisch aus? Kreatives Chaos oder puristische Sauberkeit? Lesen Sie hier nach, ob Ihr Chef Sie zum Aufräumen zwingen kann.

Kann Ihr Chef Sie zum Aufräumen zwingen?

Herrscht an Ihrem Arbeitsplatz eher kreatives Chaos als klare Ordnung? Möglicherweise stören sich Vorgesetzte und Kollegen daran. Kann Ihr Chef Sie zwingen, aufzuräumen?
Als Büroangestellter verbringen Sie einen Großteil Ihrer Arbeitszeit an Ihrem Schreibtisch. Ein sauberes und geordnetes Umfeld hilft dabei, den Überblick zu behalten. Allerdings ist Ordnung halten nicht jedermanns Sache. Und so stapeln sich auf manchen Tischen Papiere neben Fotos der Familie und halb gegessenen Brötchen. Wird es Ihrem Chef zu viel, kann er ein Machtwort sprechen. Im Rahmen seines Direktionsrechtes kann er Sie zum Aufräumen zwingen.

Weisungsrecht des Arbeitgebers

Der Arbeitsplatz gehört Ihrem Arbeitgeber. Entsprechend darf er auch bestimmen, wie es dort auszusehen hat. Ist er mit dem Chaos nicht einverstanden, kann er von seinem Weisungs- und Direktionsrecht Gebrauch machen. Der Arbeitgeber ist Ihnen in der Hierarchie übergeordnet. Daher darf er Richtlinien aufstellen, wie ein Arbeitsplatz auszusehen hat. Arbeiten Sie mit Kundenkontakt oder in einem Großraumbüro, werden diese Regeln meist strenger ausfallen als im stillen Kämmerlein.

Gleiche Regeln für alle

Wichtig ist, dass Ihr Chef sich dabei an den Gleichbehandlungsgrundsatz hält. So kann er nicht das Chaos eines Kollegen dulden, während Sie Ihre Ablage sortieren müssen. Ohne sachlichen Grund dürfen Arbeitnehmer vom Vorgesetzten nicht ungleich behandelt werden. Unter Umständen kann in einer Ungleichbehandlung sogar eine Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vorliegen. Haben Sie das Gefühl, wegen Ihrer Religion, Ihrer ethnischen Herkunft oder Ihres Geschlechts schlechter behandelt zu werden, kann eine verbotene Diskriminierung vorliegen.

Fotos und Souvenirs verboten

Zum Weisungsrecht des Arbeitgebers gehört es übrigens auch, private Gegenstände auf dem Schreibtisch verbieten zu können. So kann er jegliche private Deko von heute auf morgen verbieten, selbst wenn er diese vorher geduldet hat. Aber auch hier gilt wieder: Was für einen gilt, muss auch für die anderen gelten. Kommt es zum Streit, kann der Betriebsrat helfen. Geht es um das Zusammenwirken und -leben der Mitarbeiter, hat er ein Mitbestimmungsrecht. Dieser kann zum Beispiel in einer Betriebsvereinbarung formulieren, was auf den Schreibtischen stehen darf und was nicht.

Wenn Sie sich widersetzen

Sind Sie der Meinung, Ihr Chef übertreibt mit seinem Ordnungswahn und weigern sich aufzuräumen? Dann drohen Ihnen arbeitsrechtliche Konsequenzen. Sind Sie besonders dickköpfig, kann eine Abmahnung die Folge sein. Bei beharrlichen und wiederholten Verstößen kommt sogar eine verhaltensbedingte Kündigung in Betracht.

Sehen Sie die Chancen

Ein ordentlicher und sauberer Schreibtisch kann Ihnen das konzentrierte Arbeiten erleichtern. Private Fotos lenken schnell ab. Und wissen Sie sicher, ob sich im Papierstapel nicht doch ein wichtiges Dokument versteckt? Räumen Sie kurz vor Arbeitsschluss Ihren Schreibtisch auf, können Sie sich außerdem gedanklich auf den Feierabend einstimmen. Auch ein Office-Clearing-Day hilft. Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit, Ihren Schreibtisch, die Ablage und Ihre E-Mail-Postfächer aufzuräumen. Sie werden feststellen, dass Sie wieder leichter Prioritäten setzen und sich besser auf Ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Außerdem sammeln sich dann gar nicht erst wieder Berge unnötigen Ballasts an.

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