Coronavirus: Das sollten Reisende jetzt wissen

Coronavirus als Stornogrund

Coronavirus und Urlaubsreisen: Müssen Sie die gebuchte Reise antreten? Oder werden Ihnen die Reisekosten erstattet?

Coronavirus: Das sollten Reisende jetzt wissen

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Coronavirus: Wichtige Informationen für Reisende

Das Coronavirus hat nun auch Europa erreicht. Zurzeit breitet es sich vor allem in Italien aus. Doch bisher warnt das Auswärtige Amt ausdrücklich nur vor Reisen in die besonders betroffene chinesische Provinz Hubei.

Reisen in Gebiete, für die eine Reisewarnung besteht, können Sie unproblematisch beim Reiseveranstalter stornieren. Für Reisen in andere Gebiete sind Sie auf die Kulanz Ihres Reiseveranstalters angewiesen. Bei Individualreisenden kommt es auf die Kulanz des Vertragspartners an.

Das Auswärtige Amt informiert über die Risikogebiete

Aufgrund der raschen Ausbreitung der Lungenkrankheit SARS-CoV-2 (besser bekannt als Coronavirus oder Covid-19) rät das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite von nicht notwendigen Reisen nach China ab. Für die besonders betroffene Provinz Hubei hat das Auswärtige Amt sogar eine Reisewarnung ausgesprochen.

Für Italien hat das Auswärtige Amt bis dato keine Reisewarnung ausgesprochen. Es informiert lediglich darüber, dass die Behörden Italiens am 23.03.2020 ein Ein- und Ausreiseverbot für bestimmte Gemeinden verhängt haben, die vom Coronavirus stark betroffen sind.

Auch weitere Reiseziele wie Südkorea, Japan oder der Iran sind vom Coronavirus betroffen. Noch gibt es für diese Gebiete keine Reisehinweise. Bitte informieren Sie sich beim Auswärtigen Amt selbst über aktuelle Entwicklungen. Auch das Robert-Koch-Institut informiert laufend über weitere Risikogebiete.

Überwachung an Flughäfen

Aufgrund der zurzeit angespannten Lage müssen Reisende an Flughäfen mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen rechnen. So werden nun Aussteigerkarten zur Datenerfassung der Flugreisenden eingefordert. Betroffen sind Reisende aus diesen Ländern:

  • Italien
  • China
  • Südkorea
  • Japan
  • Iran

Das Vorgehen dient als Vorsichtsmaßnahme: Falls sich im Nachhinein ein Krankheitsfall herausstellt, können alle Fluggäste rasch kontaktiert werden.

Für den Schiffsverkehr sollen diese Maßnahmen ebenfalls angeordnet werden. Für Bus und Bahn hofft die Bundesregierung auf die Selbstverpflichtung der Unternehmen, auch von ihren Reisenden aus dem Ausland entsprechende Aussteigerkarten ausfüllen zu lassen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat gemeinsam mit der International Air Transport Association (IATA) eine Website mit allen Reisebeschränkungen zusammengestellt.

 

Finden überhaupt Flüge in die betroffenen Gebiete statt?

Viele Airlines, unter anderem Lufthansa, haben alle Flüge nach Peking und Shanghai, Shenyang und Qingdao ausgesetzt. Und zwar bis zum Ende des Winterflugplans am 28.03.2020. Flüge von und nach Hongkong werden im März reduziert. Betroffen sind auch Flüge der Lufthansa-Töchter Swiss und Austrian Airlines. Aktuelle Informationen über die Flugsituationen bei Flügen der Lufthansa finden Sie hier.

Auch zahlreiche innerasiatische Flüge sowie Flüge von und nach Singapur wurden von den Fluggesellschaften ausgesetzt. Wer davon betroffen ist, erhält sein Geld zurück.

Können Sie Ihre geplante Reise stornieren?

Vielen Urlaubern ist nun die Lust auf das Reisen vergangen. Haben Sie eine Reise nach Italien gebucht oder einen Urlaub in Asien? Dann fragen Sie sich sicher, ob Sie diesen Urlaub antreten müssen. Oder ob Sie vielleicht doch besser verschieben bzw. umbuchen.

Ob Sie Ihre geplante Reise kostenfrei stornieren können, hängt zunächst davon ab, ob Sie eine Pauschal- oder eine Individualreise gebucht haben.

Welche Stornomöglichkeiten gibt es bei Pauschalreisen?

Einen Pauschalurlaub haben Sie dann gebucht, wenn Sie bei einem Reiseveranstalter mehrere Leistungen zu einem Gesamtpreis gebucht haben. Beispielsweise den Flug und die Unterkunft.

Möchten Sie diesen Urlaub nun aus Sorge vor Ansteckung stornieren, kontaktieren Sie Ihren Reiseveranstalter am besten direkt. Ob eine Stornierung möglich ist, hängt auch davon ab, wohin die geplante Reise geht. Wenn Sie Ihre Reise in eine der gesperrten Provinzen Italiens gebucht haben, muss der Reiseveranstalter Ihnen eine Umbuchung ermöglichen – oder den Reisepreis zurückzahlen.

Dasselbe gilt auch, wenn das Auswärtige Amt für Ihr Reiseziel eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen hat. Auch dann können Sie die Reise kostenfrei stornieren. Bislang gibt es aber nur für die Provinz Hubei in China eine offizielle Reisewarnung.

Wenn das Auswärtige Amt noch keine Reisewarnung ausgesprochen hat, sind Sie bei der Stornierung Ihrer Reise auf die Kulanz des Reiseveranstalters angewiesen. Zurzeit bieten viele Reiseveranstalter und Airlines ihren Kunden auf Kulanzbasis eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung an, auch wenn keine Reisewarnung besteht.

Es gibt eine weitere Möglichkeit für eine Stornierung. Und zwar, wenn Sie eine Reise mit Programmpunkten gebucht haben, die wesentlicher Bestandteil der Reise sind. Wenn diese Programmpunkte nun nicht eingehalten werden können, können Sie kostenfrei stornieren. Dies kann gerade bei Italienreisen der Fall sein, da beispielsweise die Mailänder Scala nicht geöffnet ist.

Ihre Stornierung sollten Sie schriftlich an Ihren Reiseveranstalter richten. Dabei müssen Sie sich auf § 651 h BGB berufen („Höhere Gewalt“). Eine gefährliche Epidemie kann diesen Tatbestand erfüllen. Alternativ können Sie sich an die Verbraucherzentralen wenden. Bei Reisen ins EU-Ausland hilft Ihnen das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) weiter.

Sie fragen sich, ob Sie neben der kostenfreien Stornierung einen Anspruch auf Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden haben? Leider nein.

Welche Stornomöglichkeiten gibt es bei Individualreisen?

Sie haben keine Pauschalreise gebucht? Dann müssen Sie versuchen, alle Reisebestandteile einzeln zu stornieren. Kontaktieren Sie dazu Ihren ausländischen Vertragspartner, etwa das gebuchte Hotel in Italien, und hoffen Sie auf Kulanz.

Wer aus Furcht vor Ansteckung nun generell nicht verreisen möchte, muss die Stornokosten selbst tragen. Auch, wenn er eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat. Denn Reiserücktrittsversicherungen zahlen nur dann, wenn Sie eine Reise wegen einer schweren und unerwarteten Erkrankung nicht antreten können. Die Angst, im Ausland zu erkranken, ist von der Reiserücktrittsversicherung nicht abgedeckt.

Wer zahlt, wenn Sie im Ausland wegen eines Corona-Falles festsitzen?

Auch ein häufig geschildertes Szenario der letzten Tage: Touristen sitzen auf einem Kreuzfahrtschiff oder in einem Hotel wegen ausgerufener Quarantäne fest. Wer zahlt dann die Kosten?

Aufgrund seiner Beistandspflicht aus § 651 q BGB ist der Reiseveranstalter einer Pauschalreise dazu verpflichtet, den Urlauber bei der Suche nach alternativen Rückreisemöglichkeiten zu unterstützen. Ob die Mehrkosten schlussendlich der Reiseveranstalter tragen muss oder die Behörde, die die Quarantäne angeordnet hat, muss gerichtlich entschieden werden.

Für Individualreisende gilt: Wenden Sie sich an die Behörde, die die Quarantäne verhängt hat. Verlangen Sie dort, dass Ihnen die Kosten erstattet werden.

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