Coronavirus: Das sollten Reisende jetzt wissen

Coronavirus als Stornogrund

Coronavirus und Urlaubsreisen: Müssen Sie die gebuchte Reise antreten? Oder werden Ihnen die Reisekosten erstattet?

Coronavirus: Das sollten Reisende jetzt wissen

Tipp für ERGO Rechtsschutz Kunden

 

ERGO Rechtsschutz Kunden können sich zu Fragen rund um die Corona-Epidemie unter der Telefonnummer 0711 / 66965-02 kostenfrei anwaltlich beraten lassen.

 

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Coronavirus: Wichtige Informationen für Reisende

Das Auswärtige Amt hatte vom 20. März bis zum 14. Juni 2020 eine weltweite Reisewarnung  ausgesprochen. Deshalb konnten Reisen, die bis Mitte Juni beginnen sollten, kostenfrei storniert werden. Für Reisen, die zu einem späteren Zeitpunkt in ein Land ohne aktuelle Reisewarnung geplant sind, ist eine kostenfreie Stornierung nicht möglich.
 

Inzwischen wurde die weltweite Reisewarnung in Reisehinweise umgewandelt. Dabei handelt es sich um allgemeine Informationen, beispielsweise zur rechtlichen und medizinischen Situation im Reiseland. Eine kostenlose Stornierung ist aufgrund eines Reisehinweises i. d. R. nicht möglich. Dies gilt zunächst für die Länder der Europäischen Union sowie für Island, die Schweiz und Liechtenstein. Spanien und Norwegen folgen etwas später nach.
 

Für 160 andere Länder außerhalb der EU bleibt die Reisewarnung zunächst bis zum 31. August 2020 bestehen. Zu diesen Ländern gehören auch beliebte Urlaubsländer wie Tunesien und die Türkei.

Das Auswärtige Amt informiert über die Risikogebiete

Ein Indiz für die Unzumutbarkeit einer Reise in ein bestimmtes Land oder eine spezielle Region ist eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Aktuelle Informationen zur Reisehinweisen und -warnungen finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes.


Bitte informieren Sie sich beim Auswärtigen Amt selbst über aktuelle Entwicklungen. Auch das Robert-Koch-Institut informiert laufend über weitere Risikogebiete.

Überwachung an Flughäfen

Aufgrund der zurzeit angespannten Lage müssen Reisende an Flughäfen weiterhin mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen rechnen. Das Vorgehen dient als Vorsichtsmaßnahme: Falls sich im Nachhinein ein Krankheitsfall herausstellt, können alle Fluggäste rasch kontaktiert werden.


Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat gemeinsam mit der International Air Transport Association (IATA) eine Website mit allen Reisebeschränkungen zusammengestellt.

Finden überhaupt Flüge in die betroffenen Gebiete statt?

Wenn Flüge ausfallen, gilt folgendes: Hat die Fluggesellschaft den Flug abgesagt, ist sie dazu verpflichtet, Ihnen den Ticketpreis zu erstatten oder eine Umbuchung anzubieten.


Ob Sie darüber hinaus einen Anspruch auf Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung haben, kommt auf den Einzelfall an. Falls der Flug aus rein wirtschaftlichen Gründen gestrichen wurde und Sie weniger als 14 Tage vor dem geplanten Abflug darüber informiert wurden, kann ein Entschädigungsanspruch bestehen.


Wurde der Flug aufgrund einer Einreisesperre ins Reiseland abgesagt, liegt ein außergewöhnlicher Umstand vor. Damit entfällt der Anspruch auf eine Entschädigung.

Können Sie Ihre geplante Reise stornieren?

Vielen Urlaubern ist nun die Lust auf das Reisen vergangen. Vielleicht fragen auch Sie sich, ob Sie diesen Urlaub antreten müssen. Oder ob Sie vielleicht doch besser verschieben bzw. umbuchen.
 

Ob Sie Ihre geplante Reise kostenfrei stornieren können, hängt zunächst davon ab, ob Sie eine Pauschal- oder eine Individualreise gebucht haben.

Welche Stornomöglichkeiten gibt es bei Pauschalreisen?

Einen Pauschalurlaub haben Sie dann gebucht, wenn Sie bei einem Reiseveranstalter mehrere Leistungen zu einem Gesamtpreis gebucht haben. Beispielsweise den Flug und die Unterkunft.


Möchten Sie diesen Urlaub nun aus Sorge vor Ansteckung stornieren, kontaktieren Sie Ihren Reiseveranstalter am besten direkt. Ob eine Stornierung möglich ist, hängt auch davon ab, wohin die geplante Reise geht.


Dasselbe gilt auch, wenn das Auswärtige Amt für Ihr Reiseziel eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen hat. Auch dann können Sie die Reise kostenfrei stornieren.


Wenn das Auswärtige Amt keine Reisewarnung ausgesprochen hat, sind Sie bei der Stornierung Ihrer Reise auf die Kulanz des Reiseveranstalters angewiesen. Zurzeit bieten viele Reiseveranstalter und Airlines ihren Kunden auf Kulanzbasis eine kostenfreie Stornierung oder Umbuchung an, auch wenn keine Reisewarnung besteht.


Es gibt eine weitere Möglichkeit für eine Stornierung. Und zwar, wenn Sie eine Reise mit Programmpunkten gebucht haben, die wesentlicher Bestandteil der Reise sind. Wenn diese Programmpunkte nun nicht eingehalten werden können, können Sie kostenfrei stornieren.


Ihre Stornierung sollten Sie schriftlich an Ihren Reiseveranstalter richten. Dabei müssen Sie sich auf § 651 h BGB berufen („Höhere Gewalt“). Diese liegt vor, wenn „am Bestimmungsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen. Umstände sind unvermeidbar und außergewöhnlich, wenn sie nicht der Kontrolle der Partei unterliegen, die sich hierauf beruft, und sich ihre Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären.“


Sie fragen sich, ob Sie neben der kostenfreien Stornierung einen Anspruch auf Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden haben? Leider nein.

Muss ich nach einer Stornierung einen Gutschein des Reiseveranstalters akzeptieren?

Wenn Sie aufgrund der Unzumutbarkeit der Reise das Recht zur kostenfreien Stornierung haben, müssen Sie nach derzeitigem Stand einen Gutschein nicht akzeptieren. Stattdessen können Sie die Erstattung der bereits gezahlten Reisekosten verlangen.
 

Stornieren Sie aber beispielsweise eine Reise zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr, kann das Angebot eines Gutscheins aus Kulanz eine interessante Alternative sein. Wägen Sie in diesem Fall ab, ob Sie lieber Stornokosten in Kauf nehmen, dafür aber einen Teil der bereits gezahlten Reisekosten zurückerhalten. Oder ob Sie den Gutschein annehmen.
 

Achtung: Bei einer Insolvenz des Reiseveranstalters können Gutscheine möglicherweise nicht mehr eingelöst werden.

Welche Stornomöglichkeiten gibt es bei Individualreisen?

Sie haben keine Pauschalreise gebucht? Dann müssen Sie versuchen, alle Reisebestandteile einzeln zu stornieren. Kontaktieren Sie dazu Ihre jeweiligen ausländischen Vertragspartner, etwa das gebuchte Hotel. Bitten Sie um kostenfreie Stornierung aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen weltweiten Reisewarnung sowie der Ein- und Ausreisebeschränkungen. 


Ob Sie Ihr Geld vom Vertragspartner im Ausland zurückerhalten, hängt von den rechtlichen Regelungen des Urlaubslands ab. Hoffen Sie also auf Kulanz.


Wer aus Furcht vor Ansteckung nun generell nicht verreisen möchte, muss die Stornokosten selbst tragen. Auch, wenn er eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen hat. Denn Reiserücktrittsversicherungen zahlen nur dann, wenn Sie eine Reise wegen einer schweren und unerwarteten Erkrankung nicht antreten können. Die Angst, im Ausland zu erkranken, ist von der Reiserücktrittsversicherung nicht abgedeckt.

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