Bitte freimachen, falls Marke zur Hand

Pflicht – oder nicht?

Jeder kennt den Hinweis. Doch kaum einer weiß, was er tatsächlich bedeutet: Kommt der Brief wirklich auch unfrankiert an?

Bitte freimachen, falls Marke zur Hand

Rechtsfrage des Tages:

Ich habe von meiner Versicherung einen Fragebogen zugeschickt bekommen, den ich ausgefüllt zurücksenden soll. Auf dem Umschlag steht mal wieder: "Bitte freimachen, falls Marke zur Hand." Muss ich da nun Porto draufkleben oder nicht?

 

Antwort:

Sicherlich halten Sie nicht zum ersten Mal einen solchen Umschlag in den Händen. Und vermutlich sind Sie regelmäßig unsicher, ob ein Brief ohne Marke auch tatsächlich ankommt. Tatsächlich brauchen Sie unter bestimmten Voraussetzungen keine Briefmarke aufzukleben.

Der Zusatz "Bitte freimachen, falls Marke zur Hand" stellt nämlich eine Bitte des Absenders dar, den Brief ausreichend zu frankieren. Möchten Sie dem Empfänger etwas Gutes tun? Dann spendieren Sie ihm eine Briefmarke. Dazu verpflichtet sind Sie aber nicht. Schicken Sie den Brief ohne Marke zurück, zahlt der Empfänger das Porto. Damit es nicht zu Unstimmigkeiten kommt, müssen die Versender solcher Umschläge und Karten neben dem Zusatz über dem Adressfeld auch auf eine genau festgelegte Gestaltung des Briefmarkenfelds achten. Größe, Linienstärke und die Maschinenlesbarkeit sind genau vorgegeben.

Voraussetzung für den reibungslosen Versand ist aber nicht nur der Hinweis im Briefmarkenfeld. Wichtig ist, dass der Absender auf dem Umschlag das Wort "Antwort" aufgedruckt hat. Manchmal finden Sie über dem Adressfeld auch den Zusatz "Rückantwort" oder "Werbeantwort". Der Absender muss den Umschlag also als Werbesendung kenntlich gemacht haben. Fehlt dieser Zusatz, muss der Empfänger nicht nur das Porto zahlen. Ohne ausreichende Frankierung muss er auch ein Einziehungsentgelt berappen.

Ganz unglücklich wird die Situation für Sie, wenn der Empfänger die Annahme des unfrankierten Briefes ohne Werbezusatz verweigert. Dann erhalten Sie den Umschlag postwendend zurück und werden Ihrerseits zur Kasse gebeten. Unternehmen, Behörden oder Versicherungen nutzen diese Art des Dialogs aber, um dem Empfänger die Rückantwort zu erleichtern. Daher werden diese sicherlich auf eine ordnungsgemäße Gestaltung ihrer Antwortkarten und Rückumschläge achten.

Finden Sie also auf dem beigelegten Umschlag die notwendigen Angaben, dürfen Sie die Briefmarke auch wieder aus der Hand legen. Sie können den Brief bedenkenlos unfrei an den Versender zurückschicken.

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