Zahnersatz

Kronen, Brücken, Implantate und Prothesen

Zahnersatz

Zahnersatz

Zahnersatz ist alles, was einen Zahn zum Teil oder im Ganzen ersetzt. Dazu gehören Kronen, Brücken, Implantate und Prothesen. Die häufigsten Gründe für Zahnausfall sind Karies und Parodontitis. Im Alter von 65 bis 74 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, an Parodontitis zu erkranken und Zähne zu verlieren.

Aufgrund des demografischen Wandels werden die Ausgaben für Zahnersatz weiter steigen. Schon im Jahr 2015 machten Zahnersatzkosten bundesweit rund ein Viertel der Zahnarztkosten aus. Die Hälfte aller Rechnungen für Zahnersatz ist zwischen 500 und 3.000 € hoch. 11 % aller Rechnungen betragen sogar über 8.000 €.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zahlen jedem Versicherten einen Festzuschuss im Rahmen der Regelversorgung. Das bedeutet: Die GKV übernimmt 50 % der Kosten für die standardisierte (einfachste wissenschaftlich anerkannte) Behandlungsmethode. Wenn Sie ein Bonusheft führen, steigt der Anteil, den die Krankenkasse übernimmt.

Der Vorteil des Festzuschuss-Systems der Krankenkassen: Sie als Patient können Ihre Versorgung frei gestalten. Gemeinsam mit Ihrem Arzt wählen Sie die geeignetste Behandlungsmethode und das richtige Material für Ihre Bedürfnisse und Ihr Budget. Um noch freier in Ihrer Wahl zu sein, können Sie Ihre finanzielle Belastung durch Zahnersatzbehandlungen deutlich verringern: mit einer Zahnzusatzversicherung. Je nach Tarif übernehmen die Versicherer 80 bis 100 % der Kosten für Prophylaxe (z. B. professionelle Zahnreinigung), Zahnersatz oder Zusatzleistungen wie Narkosebehandlungen.

Zahnkronen

Mit 38 % machen Zahnkronen den größten Anteil an Zahnersatzbehandlungen aus. Sie ersetzen Teile eines Zahnes, wenn diese durch Karies oder einen Unfall zerstört sind. Außerdem dienen Kronen dazu, Brücken oder Prothesen zu fixieren. Die Kosten für Kronen hängen vom Material ab. Zudem ist das Kronenmaterial ausschlaggebend für Haltbarkeit und Ästhetik.

Zahnbrücken

Die zweithäufigste Zahnersatzlösung ist die Zahnbrücke. Diese gibt es heute in vielen Ausführungen und für jedes Budget. Brücken dienen vor allem dazu, größere Lücken im Gebiss zu schließen. Dabei wird die fehlende Zahnreihe durch Kronen an den benachbarten natürlichen Zähnen verankert. Brücken und Kronen gehören beide zur Kategorie festsitzender Zahnersatz.

Zahnimplantate

Die Nachfrage nach Zahnimplantaten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Das liegt zum einen an den verbesserten Methoden der Behandlung. Und zum anderen an den steigenden Abschlusszahlen der Zahnzusatzversicherungen, die Sie als Patient finanziell entlasten. Denn Implantate sind nicht nur mit intensiven Behandlungen verbunden, sondern auch mit hohen Kosten. Doch sie geben Ihnen das natürliche Zahngefühl zurück. Wie Ihre alten Zähne sitzen sie fest verankert im Gebiss. Sie werden auch genauso gereinigt und gepflegt. Zahnimplantate können

  • einzelne Zähne ersetzen,
  • als Brückenpfeiler dienen,
  • Zahnprothesen als kombinierten Zahnersatz sicher im Kiefer halten.

Die wichtigste Voraussetzung für Implantate ist ein stabiler Kieferknochen. Doch durch Parodontitis und allgemein im Alter baut sich der Kieferknochen jedoch stetig ab. Um diesen Stabilitätsverlust auszugleichen, wurden verschiedene Sonderformen von Implantaten entwickelt.

Kieferknochenaufbau

Kieferknochenaufbau ist inzwischen eine gängige Lösung. Im Oberkiefer kann die Kieferhöhle mit Knochensubstanz aufgefüllt werden, die sich dann zu neuem, stabilem Knochenmaterial verwächst. Im Unterkiefer kann man ganze Knochenteile ersetzen.

In Deutschland seltener sind Disk-Implantate. Sie werden seitlich in den Kiefer gesetzt und haben statt einer Schraube eine Ankerform als Halterung im Kieferknochen.

Ob Sie Implantat oder Brücke als Zahnersatz wählen sollten, hängt von vielen Faktoren ab. Beide Optionen benötigen bestimmte Voraussetzungen und haben Vor- und Nachteile. Sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Zahnarzt über den Zustand Ihres Kiefers, Ihre persönlichen Vorlieben und die Kosten, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Wann ist ein Implantat sinnvoll?

Ihr Zahnarzt setzt das Implantat wie eine künstliche Zahnwurzel in den Kiefer ein. Darauf bringt er implantatgetragenen Zahnersatz an. Diesen passt er in Optik und Größe an Ihre vorhandenen Zähne an. Der implantatgetragene Zahnersatz sieht dann aus wie ein echter Zahn.

Implantate bestehen i. d. R. aus Titan und Keramik. Sie können als Stütze für Brücken oder eine Teilprothese dienen. Implantate kommen auch dann zum Einsatz, wenn ein einzelner Zahn nicht im Gebiss angelegt ist.

Ein Implantat lässt sich nur in einen gesunden Kieferknochen einsetzen. Dieser muss außerdem ausgewachsen sein. Eine Behandlung mit Implantaten bei Kindern ist daher nicht möglich. Doch vor allem bei jungen Menschen ist das Implantat eine gute Alternative zur Teilprothese oder Brücke, da es deutlich besser aussieht. Darüber hinaus kommt ein Implantat auch für die Schneidezähne infrage, weil es natürlicher wirkt als anderer Zahnersatz.

Tipp: Durch eine Zahnzusatzversicherung können Sie bis zu 90 % der Implantatkosten decken. Bei jungen Menschen lohnt sich das besonders.

Ist ein Implantat schmerzhaft?

Ihr Zahnarzt verankert das Implantat wie eine Zahnwurzel im Kiefer. Deswegen handelt es sich beim Einsetzen um eine richtige Operation. Das Einsetzen geschieht i. d. R. unter örtlicher Betäubung und ambulant.

Anders als eine Brücke oder eine Teilprothese können Sie das Implantat nicht herausnehmen. Dafür ist es ein sicherer und dauerhafter Zahnersatz. In der ersten Zeit der Heilung nach der Operation kann es zu Schmerzen kommen. Wenn nötig, verschreibt Ihnen der Zahnarzt entsprechende Mittel.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Mit steigender Anzahl fehlender Zähne wird es schwieriger, die Lücken mit Brücken oder einzelnen Implantaten zu schließen. Die Lösung: eine Zahnprothese. Prothesen ersetzen mehrere Zähne und sogar ganze Gebisse. Grundsätzlich unterscheidet man dabei zwischen herausnehmbaren und kombinierten Zahnprothesen.

Herausnehmbarer Zahnersatz ist die älteste Form des Zahnersatzes. Das bekannteste Bild dazu: das Gebiss der Großmutter im Wasserglas. Tatsächlich ist es heute noch weit verbreitet: 28 % der über 65-Jährigen tragen herausnehmbaren Zahnersatz. Entweder als Voll- oder als Teilprothese.

Die Vollprothese ist der Standard, wenn das gesamte Gebiss ersetzt werden muss. Sie kommt erst zum Einsatz, wenn alle natürlichen Zähne fehlen, und wird nicht verankert. Die Teilprothese ersetzt eine Lücke in der Zahnreihe. Anders als die Brücke wird sie jedoch nicht fest verbunden, sondern nur mit gebogenen Drähten um die Nachbarzähne gehalten. Allerdings sind Teilprothesen nicht sehr komfortabel. Daher dienen sie oft nur als Provisorium, wenn weiterer Zahnverlust droht.

Kombinierter Zahnersatz

Wenn Sie noch feste, gesunde Zähne haben oder sich nicht vor Implantationen fürchten, ist der kombinierte Zahnersatz der perfekte Mittelweg. Dabei handelt es sich um herausnehmbare Teil- oder Vollprothesen, die durch Geschiebe- oder Stecksysteme sicher im Kiefer gehalten werden. Dieser Zahnersatz lässt sich sehr einfach reinigen: Sie nehmen die Prothese aus dem Mund und putzen sie getrennt von Ihren natürlichen Zähnen. Der Tragekomfort kombinierter Prothesen ist ebenfalls sehr hoch. Weitere Vorteile:

  • Durch den sicheren Halt wird das Sprechen nicht beeinträchtigt.
  • Das Kauen fühlt sich natürlich an.
  • Der Geschmackssinn bleibt unverändert.

Übrigens: Rund 15 % der Teilnehmer an einer Statista-Umfrage gaben an, schon einmal eine Behandlung aus Kostengründen aufgeschoben zu haben. 13 % haben für einen niedrigeren Preis Zahnersatz von geringerer Qualität in Kauf genommen. Doch das ist Sparen an der falschen Stelle. Denn richtiges Kauen und Sprechen beeinflusst die Gesundheit von Verdauung, Organen und Psyche. Gehen Sie daher beim Thema Zahnersatz keine Kompromisse ein.

Wichtig: Denken Sie nach dem Zahnarztbesuch, aber vor Beginn der Behandlung daran, Ihren Heil- und Kostenplan der Krankenkasse vorzulegen. Nur so sichern Sie sich den Zuschuss. Um Geld zu sparen, informieren Sie sich am besten frühzeitig über eine Zahnzusatzversicherung.

Material von Zahnersatz

Zahnersatz kann aus 3 Materialgruppen bestehen: Metalle, Kunststoffe und Keramik. Alle Materialien haben Vor- und Nachteile. Es kommt außerdem darauf an, was die GKV als Regelversorgung ansieht und wie hoch die Eigenleistung ausfällt.

  • Metalle nutzt Ihr Zahnarzt immer als Legierungen. Wenn Sie sich für Metalle entscheiden, achten Sie auf die Legierungen und verwenden Sie immer die gleiche.

Metalle als Zahnersatz haben einige Nachteile: Sie sind deutlich sichtbar und schauen nicht gerade gut aus. Außerdem übertragen sie Wärme und Kälte auf die Zähne, was für empfindliche Menschen sehr unangenehm ist. Abhängig von der Legierung leiden manche auch unter einem metallischen Geschmack.

  • Kunststoffe sind in der Verwendung günstiger als Metalle. Sie haben aber auch Nachteile: Bei Hitze oder Sonnenlicht kann es sein, dass der Kunststoff mit der Zeit austrocknet oder brüchig wird.

Der Verschleiß von Zahnersatz aus Kunststoff ist deutlich höher als bei anderen Materialien. Wenn Sie z. B. in der Nacht mit den Zähnen knirschen, nutzt sich Zahnersatz aus Kunststoff schnell ab. Kunststoff kann außerdem mit der Zeit schrumpfen, sodass Defekte im Zahn nicht mehr ausreichend abgedeckt sind oder die Prothese nicht mehr passt.

Auch problematisch: Bei der Reinigung z. B. einer Prothese mit Alkohol können sich einzelne Bestandteile aus dem Material herauslösen. Für einen dauerhaften Zahnersatz ist Kunststoff darum nicht sinnvoll. Kleine Schäden am Zahn lassen sich damit aber gut ausgleichen.

  • Keramik ist ein beliebtes Material, wenn es um Zahnersatz geht. Das liegt vor allem daran, dass es sehr beständig ist. Zudem kommt es im Aussehen dem echten Zahn am nächsten. Sichtbare Kronen und Implantate stellt Ihr Zahnarzt oder das Labor deshalb häufig aus Keramik her. Das Material sieht aber nicht nur natürlich aus – es ist auch besonders verträglich.

Keramik lässt sich optisch sehr gut an die vorhandenen Zähne anpassen. Ihr Zahnarzt kann den Farbton und die Form exakt imitieren. Daher ist Keramik die beste Wahl für sogenannte Veneers, mit denen Ihr Zahnarzt Zahnfronten verblendet. Ebenso für Implantate.

Die GKV sieht Zahnersatz aus Keramik nur im sichtbaren Frontbereich vor. Wenn Sie sich also für einen Zahnersatz aus Keramik entscheiden, kann es sein, dass dieser nicht der Regelversorgung entspricht. Eventuelle Mehrkosten tragen Sie dann selbst.

Zahnersatz im Alltag

Bei vielen Menschen leidet das Selbstbewusstsein, wenn die Zähne fehlen. Dann ist es Zeit für Zahnersatz. Doch daran müssen Patienten sich erst gewöhnen. Viele geben an, in der ersten Zeit mit dem Zahnersatz weniger zu lächeln und zu sprechen. In der Regel dauert es etwa 4 Wochen, bis die Zahnprothese oder das Implantat selbstverständlich geworden ist. In jedem Fall dient die Maßnahme dem Wohlbefinden und ist wichtig für die Gesundheit.

Zögern Sie das Thema Zahnersatz also nicht hinaus. Denn Sie merken schnell, welche positiven Auswirkungen Ihre neue Zahngesundheit mitbringt:

  • Mit korrigierten Zähnen sehen Sie besser aus.
  • Eine Prothese kann Sprachprobleme beheben und die Mundhygiene verbessern.
  • Sie können wieder richtig kauen und ordentlich zubeißen.

Zahnersatz richtig pflegen

Genau wie Ihre echten Zähne müssen Sie auch den Zahnersatz gründlich pflegen. Das regelmäßige Putzen gehört dazu. Bei einer herausnehmbaren Prothese ist das besonders einfach. Aber auch festsitzende Prothesen brauchen Pflege.

Reinigung einer Teilprothese

Sie können die echten und die falschen Zähne mit der gleichen Bürste putzen. Achten Sie darauf, dass diese möglichst weich ist, damit sie den Zahnersatz nicht beschädigt. Putzen Sie den Zahnersatz mit einem Prothesenreiniger oder einer nicht scheuernden Zahnpasta. Zur Reinigung dürfen Sie keine Zahnpasta verwenden, die Bleichmittel enthält. Spülen Sie Reste mit warmem Wasser ab.

Herausnehmbaren Zahnersatz können Sie zusätzlich über Nacht in eine Lösung legen. Diese reinigt die Prothese zuverlässig und entfernt Keime und Bakterien. Es ist wichtig, dass Sie herausnehmbaren Zahnersatz regelmäßig entnehmen. Nur so haben Bakterien keine Chance, sich darunter auszubreiten. Wenn keine echten Zähne mehr vorhanden sind, putzen Sie das Zahnfleisch an den entsprechenden Stellen gründlich. Eine Mundspülung für ein frisches Gefühl ist im Anschluss an die Zahnhygiene sinnvoll.

Achten Sie auf Folgendes:

  • Die verwendete Zahnpasta darf keine Bleichmittel enthalten.
  • Die Drähte dürfen sich beim Putzen nicht verbiegen.
  • Das Wasser darf nicht zu heiß sein, damit sich die Prothese nicht verzieht.
  • Die Prothese sollte vollständig gereinigt sein.
Tipp: Legen Sie ein Handtuch über das Waschbecken oder füllen Sie es mit Wasser, wenn Sie den Zahnersatz herausnehmen. So kann nichts kaputtgehen, wenn Ihnen die Prothese aus der Hand fällt.
Tipp: Legen Sie ein Handtuch über das Waschbecken oder füllen Sie es mit Wasser, wenn Sie den Zahnersatz herausnehmen. So kann nichts kaputtgehen, wenn Ihnen die Prothese aus der Hand fällt.

Kontrollen beim Zahnarzt

Um den Zahnersatz möglichst lange zu erhalten, sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Häufiger treten Probleme auf. Studien zeigen, dass die Prothesen bei rund 50 % der Patienten nach 10 Jahren ersetzt werden müssen. Bei 60 % müssen Zähne behandelt werden, an die die Prothese angrenzt. Gehen Sie darum in regelmäßigen Abständen zur Prophylaxe, damit der Zahnarzt eventuelle Probleme frühzeitig erkennt.

Probleme mit Zahnersatz

Manche Probleme beim Zahnersatz treten häufiger auf. Meist sind es typische Schwierigkeiten, die ein Zahnarzt behandeln kann. Beispiele:

  • Druckstellen entstehen, wenn ein Zahnersatz nicht optimal angepasst ist. Es kann auch vorkommen, dass sich das Gebiss mit der Zeit verändert. Dann muss der Zahnarzt die Form der Prothese korrigieren. Um die Druckstellen zu reinigen, spülen Sie das Zahnfleisch mit warmem Salzwasser.
  • Das Gefühl eines vollen Mundes kommt oft zu Beginn der Behandlung vor. Viele Patienten denken, der Zahnersatz sei zu groß für ihren Mundraum. Das stimmt jedoch nicht. Vielmehr müssen sich die Muskeln erst an den Fremdkörper gewöhnen. Tragen Sie deshalb den Zahnersatz so oft wie möglich.
  • Einige Patienten beklagen, dass sie beim Tragen des Zahnersatzes mehr Speichel produzieren. Das ist tatsächlich so, weil es sich um einen Fremdkörper handelt. Schlucken Sie häufiger oder lutschen Sie Bonbons, bis Sie sich an das fremde Gefühl im Mund gewöhnt haben. Der erhöhte Speichelfluss normalisiert sich dann wieder.
  • Vor allem zu Beginn kann es vorkommen, dass ein herausnehmbarer Zahnersatz im Mund verrutscht. Denn die Muskeln in Wangen, Zunge und Lippen versuchen, die Prothese loszuwerden. Eine Haftcreme sorgt dafür, dass der Zahnersatz fest und sicher sitzt. Reibungen und Druckstellen können Sie damit vorbeugen.

Haben Sie Probleme mit Ihrem Zahnersatz? Dann zögern Sie nicht, zum Zahnarzt zu gehen.

Risiken von Zahnersatz

Die Behandlung mit Zahnersatz ist nie ohne Risiko. Damit beispielsweise eine Brücke guten Halt hat, muss Ihr Zahnarzt die beiden umliegenden Zähne anschleifen. Das bedeutet einen Eingriff in die Zahnsubstanz. Die geschliffenen Zähne sind nun anfälliger für Karies, da der feste Zahnschmelz zerstört ist.

Außerdem besteht bei einer Brücke die Gefahr, dass sich der Kieferknochen abbaut. Bei einem gesunden Gebiss hält die Zahnwurzel den Kieferknochen gesund. Der Abbau des Kieferknochens lässt sich durch Einsetzen von Implantaten vermeiden. Diese wachsen wie die Zahnwurzel in den Knochen ein und halten ihn gesund.

Zahnersatz bei jungen Menschen

Zahnersatz ist für junge Erwachsene oft keine Option. Der Gedanke an Prothesen oder Teilprothesen erscheint zunächst befremdlich. Dabei kann Zahnersatz die Lebensqualität deutlich verbessern. Rund 10 % der 35- bis 55-Jährigen tragen in Deutschland einen festen oder herausnehmbaren Zahnersatz. Auch für junge Menschen bietet der Zahnersatz viele Vorteile:

  • Das Kauen von festen Lebensmitteln fällt leichter.
  • Der Druck verteilt sich besser auf alle Zähne, was Zahnfleisch und einzelne Zähne entlastet.
  • Ein schönes Gebiss ermöglicht ein sorgloses Lächeln.
  • Sprachprobleme durch Zahnlücken sind Vergangenheit.
  • Die mit Zahnersatz einhergehende bessere Mundhygiene wirkt sich auf das gesamte Wohlbefinden aus.

Gesetzliche Zuschüsse bei Zahnersatz

Die gesetzlichen Krankenversicherungen müssen sich bei Zahnbehandlungen seit 2005 an feste Zuschüsse halten. Sie übernehmen also einen festgelegten Teil der anfallenden Kosten. Auch für Brücken, Prothesen und Kronen zahlen die Krankenkassen einen festen Zuschuss. Aber nur für die sogenannte Regelversorgung. Die Regelversorgung ist das, was als Basistherapie bekannt ist.

Für verschiedene Befunde ist festgelegt, wie hoch diese Regelversorgung ausfällt. Dafür finden in regelmäßigen Abständen wissenschaftliche Prüfungen und gegebenenfalls Überarbeitungen statt.

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt 50 % der Regelversorgung für Zahnersatz ab. Die andere Hälfte müssen Sie selbst zahlen. Dasselbe gilt für Mehrkosten, die über die Regelversorgung hinausgehen.
Seit 1989 hat jeder gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland Anspruch auf ein Bonusheft. In diesem Bonusheft vermerkt der Zahnarzt jede Individualprophylaxe, also den jährlichen Kontrolltermin. Haben Sie Ihr Bonusheft 5 Jahre lang regelmäßig und lückenlos gefüllt, erhöht sich Ihr Festzuschuss um 20 %. Können Sie mit Ihrem Bonusheft 10 Jahre regelmäßige Kontrollen belegen, steigt Ihr Zuschuss sogar um 30 %.

Übrigens: Ab Oktober 2020 übernehmen die Krankenkassen 60 % der Regelversorgung.

Zahnersatz für Geringverdiener

Geringverdiener erhalten 100 % Zuschuss auf die Regelversorgung für Zahnersatz (§55 Abs. 4 SGB V). Das bedeutet: Sind Sie arbeits- oder mittellos, zahlt die Krankenkasse den doppelten Zuschuss. Für alle Leistungen, die über die Regelversorgung hinausgehen, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.

Unerlässlich: Der Heil- und Kostenplan

Der Heil- und Kostenplan beinhaltet alle wichtigen Informationen zur Behandlung: Der Zahnarzt trägt den aktuellen Zahnstatus ein und gibt an, welche Therapie geplant ist. Mit dem Heil- und Kostenplan können Sie anfallende Kosten genau einschätzen.

Vor jeder Behandlung mit Zahnersatz muss der Zahnarzt einen solchen Plan erstellen. Sie müssen den Heil- und Kostenplan dann bei der GKV einreichen – noch bevor die Behandlung überhaupt beginnen kann. Führen Sie ein Bonusheft? Dann reichen Sie es direkt mit ein. Die GKV prüft dann anhand des Heil- und Kostenplans die Voraussetzungen für eine Behandlung. Sie legt den Festzuschuss fest und informiert Sie über den zu zahlenden Eigenanteil.

Der Heil- und Kostenplan ist gesetzlich vorgeschrieben und für Sie als Patient nach §87 Abs. 1a SGB V kostenfrei. Auch wenn Sie sich eine Zweitmeinung einholen, müssen Sie für einen Heil- und Kostenplan zum Zahnersatz nichts bezahlen.

Wichtiges zur Behandlung

Wenn Sie Zahnersatz benötigen, müssen Sie einige Dinge beachten: Lassen Sie zuerst Ihr Gebiss von einem Zahnarzt begutachten. Dieser bespricht mit Ihnen die passende Behandlungsmethode und erstellt einen Heil- und Kostenplan mit allen wichtigen Informationen zur Behandlung.

Den Plan reichen Sie dann zusammen mit Ihrem Bonusheft bei der GKV ein. Diese hat 3 Wochen Zeit, um den Plan zu prüfen und ihn zu bewilligen oder abzulehnen. Sie legt außerdem einen Festzuschuss fest. Gegebenenfalls prüft ein Gutachter den Heil- und Kostenplan. In diesem Fall informiert Sie die Krankenkasse, dass sich die Entscheidung entsprechend verzögert.

Erst wenn die Krankenkasse den Heil- und Kostenplan bewilligt hat, kann die Behandlung losgehen. Ändert Ihr Arzt während der Behandlung den Plan, müssen Sie diesen erneut der Krankenkasse vorlegen.
Sobald die Behandlung vollständig abgelaufen ist, stellt der Zahnarzt eine Rechnung aus. Sie müssen nun den zu leistenden Eigenanteil zahlen.

Sie haben eine Zahnzusatzversicherung? Dann fällt Ihr Eigenanteil natürlich geringer aus. Schicken Sie einfach die Rechnung an Ihre Versicherung. Diese übernimmt in vielen Fällen sogar die restlichen 50 % der Leistung bis zu einem festgelegten Betrag.

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