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Zahnersatz

Kronen, Brücken, Implantate und Prothesen

Zahnersatz umfasst alle Möglichkeiten, um einen Zahn teilweise oder vollständig zu ersetzen. Fast jeder ist früher oder später davon betroffen.

Brücken, Implantate und Kronen liegen auf einem Tisch zur Ansicht bereit.

Zahnersatz kann teuer werden. Mit der ERGO Zahnzusatzversicherung können Sie sich vor hohen Kosten schützen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnersatz gibt es in Form von Kronen, Brücken, Implantaten oder Prothesen. Jede Option eignet sich für bestimmte Anforderungen und hat spezifische Vor- und Nachteile.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt beim Zahnersatz grundsätzlich 60 % der Kosten für die Regelversorgung. Mit einem lückenlos geführten Bonusheft kann der Zuschuss auf bis zu 75 % steigen.
  • Vor jeder Behandlung mit Zahnersatz muss der Zahnarzt einen individuellen Heil- und Kostenplan erstellen, auf dessen Grundlage die gesetzliche Krankenversicherung die Höhe der Zuzahlung berechnet.

Diese Themen finden Sie hier

Was versteht man unter Zahnersatz?

Zum Zahnersatz zählen Kronen, Brücken, Implantate und Prothesen. Zahnersatz wird notwendig, wenn Sie Zähne z. B. durch Karies oder Parodontitis verlieren oder diese stark abnutzen. Das Risiko für Zahnverlust durch Parodontitis ist im Alter zwischen 65 und 74 Jahren besonders hoch. Doch auch jüngere Menschen können Zahnersatz benötigen, wenn sie Zähne durch Unfälle verlieren oder wenn Zähne durch Zähneknirschen stark abnutzen.

Aufgrund des demografischen Wandels und der immer effizienter werdenden Behandlungsmethoden steigt die Nachfrage nach Zahnersatz kontinuierlich. So hat sich beispielsweise die Anzahl der verkauften Dentalimplantate in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt.

 

Eine junge Frau hält fröhlich lächelnd die Zeigefinger an die Wangen.

Zahnzusatzversicherung

Schöne Zähne – ohne hohe Zusatzkosten

Machen Sie Ihre Zahngesundheit nicht von den Kosten abhängig. Eine Zahnzusatzversicherung übernimmt bis zu 100 % der Kosten für Prophylaxe, Zahnersatz oder Zusatzleistungen wie Narkosebehandlungen.

Welche Arten von Zahnersatz gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Zahnersatz.

Arten von Zahnersatz

  • Zum festsitzenden Zahnersatz zählen Kronen und Brücken, die dauerhaft auf natürlichen Zähnen oder an Pfeilerzähnen befestigt werden.
  • Implantatgetragener Zahnersatz basiert auf künstlichen Zahnwurzeln, die operativ im Kiefer verankert werden und anschließend Kronen, Brücken oder Prothesen tragen.
  • Herausnehmbarer Zahnersatz umfasst Teil- und Vollprothesen, die jederzeit herausgenommen werden können.

Die Kosten für Zahnersatz sind erheblich: Festsitzender Zahnersatz kostet in der Regel zwischen 1.000 und 4.000 Euro pro Zahn, während herausnehmbarer Zahnersatz und Prothesen je nach Ausführung mehr als 10.000 Euro kosten können.

Welchen Zahnersatz zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zahlen jedem Versicherten einen Festzuschuss im Rahmen der Regelversorgung. Das bedeutet: Die GKV übernimmt 60 % der Kosten für die standardisierte (einfachste wissenschaftlich anerkannte) Behandlungsmethode. Können Sie mit Ihrem Bonusheft 5 bzw. 10 Jahre regelmäßige zahnärztliche Kontrollen nachweisen, steigt Ihr Zuschuss auf 70 bzw. 75 %. Das Festzuschuss-System der Krankenkassen hat den Vorteil, dass Sie Ihre Versorgung frei gestalten können: Gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt wählen Sie die für Sie beste Zahnersatzlösung.

Festsitzender Zahnersatz: Welche Möglichkeiten gibt es?

Festsitzender, oft implantatgetragener Zahnersatz ist dauerhaft befestigt und kann nicht jederzeit herausgenommen werden.

Gut zu wissen

Implantat oder Brücke – was ist besser?

Ob Sie sich für ein Implantat oder eine Brücke als Zahnersatz entscheiden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beide Optionen eignen sich nur unter bestimmten Voraussetzungen und haben Vor- und Nachteile. Sprechen Sie deshalb ausführlich mit Ihrem Zahnarzt über den Zustand Ihres Kiefers, Ihre persönlichen Wünsche hinsichtlich des Zahnersatzes und die Kosten.

Was sind die Voraussetzungen für Zahnimplantate?

Voraussetzungen für Zahnimplantate

  • Ein Implantat kann nur in einen ausgewachsenen Kieferknochen eingesetzt werden, somit nur bei erwachsenen Patienten.
  • Die wichtigste Voraussetzung ist ein gesunder, stabiler Kieferknochen. Durch Parodontitis und im Alter baut er sich allerdings stetig ab.
  • Um Stabilitätsverlust im Kiefer auszugleichen, wurden verschiedene Verfahren bzw. Sonderformen entwickelt.
  • Eine gängige Lösung ist der sogenannte Kieferknochenaufbau. Dabei kann im Oberkiefer die Kieferhöhle mit Knochensubstanz aufgefüllt werden, die sich zu neuem, stabilem Knochenmaterial verwächst. Im Unterkiefer können ganze Knochenteile ersetzt werden.
  • Alternativ gibt es spezielle Disk-Implantate, die in Deutschland aber selten sind. Sie haben statt einer Schraube eine Ankerform und werden seitlich in den Kieferknochen eingesetzt.

Was sind Zahnprothesen und wann kommen sie zum Einsatz?

Herausnehmbarer Zahnersatz ist die älteste Form des Zahnersatzes. Viele denken dabei noch an „Großmutters Gebiss im Wasserglas“. Tatsächlich ist diese Versorgungsform auch heute noch weit verbreitet: Rund 30 % der über 65-Jährigen tragen sogenannte „dritte Zähne“ – entweder als Voll- oder Teilprothese. Zahnprothesen bieten sich vor allem dann an, wenn das Gebiss bereits lückenhaft ist. Denn je mehr Zähne fehlen, desto schwieriger wird es, die Lücken mit Brücken oder einzelnen Implantaten zu schließen.

Welche Arten von Zahnprothesen gibt es?

Prothesen ersetzen immer mehrere Zähne oder sogar das ganze Gebiss.

Was ist ein kombinierter Zahnersatz?

Wenn Sie noch feste, gesunde Zähne haben oder sich nicht vor einer Implantation fürchten, ist der kombinierte Zahnersatz der perfekte Mittelweg.

Kombinierter Zahnersatz

  • Der kombinierte Zahnersatz verbindet eine herausnehmbare Teil- oder Vollprothese mit einem fest im Kiefer verankerten Geschiebe- oder Stecksystem. So sitzt die Prothese sicher im Mund und kann trotzdem jederzeit herausgenommen werden.
  • Kombinierte Prothesen lassen sich sehr einfach reinigen. Dafür nehmen Sie die Prothese aus dem Mund und putzen sie getrennt von Ihren natürlichen Zähnen.
  • Der Tragekomfort kombinierter Prothesen ist sehr hoch. Durch den sicheren Halt wird das Sprechen nicht beeinträchtigt, das Kauen fühlt sich natürlich an und der Geschmackssinn bleibt unverändert.

Welche Materialien gibt es bei Zahnersatz?

Zahnersatz kann aus drei Materialgruppen bestehen. Alle Materialien haben Vor- und Nachteile. Entscheidend ist auch, was die GKV als Regelversorgung ansieht und die Höhe der Eigenleistung.

Welche Vorteile hat das Einsetzen von Zahnersatz?

Da bei vielen Menschen das Selbstbewusstsein leidet, wenn Zähne fehlen, kann sich die Investition in Zahnersatz lohnen. Auch wenn Patienten sich meist einige Wochen an Zahnprothesen oder Implantate gewöhnen müssen, dient die Maßnahme dem Wohlbefinden und ist wichtig für die Gesundheit.

Korrigierte Zähne haben nicht nur optische Vorteile. Eine Prothese kann Sprachprobleme beheben und die Mundhygiene verbessern. Außerdem können Patienten meist wieder richtig kauen und ordentlich zubeißen.

Wie pflege und reinige ich Zahnersatz richtig?

Genau wie Ihre echten Zähne müssen Sie auch den Zahnersatz gründlich pflegen. Egal ob herausnehmbare oder festsitzende Prothese – das regelmäßige Putzen gehört in jedem Fall dazu.

Pflegeempfehlung

  • Wenn Sie den Zahnersatz herausnehmen, legen Sie ein Handtuch über das Waschbecken oder füllen Sie das Becken mit Wasser. So kann nichts kaputtgehen, wenn Ihnen die Prothese aus der Hand fällt.
  • Sie können Ihre echten und die falschen Zähne mit der gleichen Bürste putzen. Achten Sie darauf, dass diese möglichst weich ist, damit sie den Zahnersatz nicht beschädigt. Die Drähte dürfen sich nicht verbiegen.
  • Putzen Sie den Zahnersatz mit einem Prothesenreiniger oder einer nicht scheuernden Zahnpasta ohne Bleichmittel. Spülen Sie Reste mit warmem Wasser ab. Bei zu heißem Wasser verzieht sich die Prothese.
  • Herausnehmbaren Zahnersatz können Sie zusätzlich über Nacht in eine Lösung legen. Diese reinigt die Prothese und entfernt Keime und Bakterien.
  • Es ist wichtig, dass Sie herausnehmbaren Zahnersatz regelmäßig entnehmen. Nur so haben Bakterien keine Chance, sich darunter auszubreiten.
  • Wenn keine echten Zähne mehr vorhanden sind, putzen Sie auch das Zahnfleisch an den entsprechenden Stellen gründlich. Eine Mundspülung für ein frisches Gefühl ist ebenfalls sinnvoll.

Gut zu wissen

Wie oft muss der Zahnarzt meine Zahnprothese kontrollieren?

Um den Zahnersatz möglichst lange zu erhalten, sind regelmäßige Kontrollen notwendig. So können auch mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden. Studien zeigen, dass die Prothesen bei rund 50 % der Patienten nach 10 Jahren ersetzt werden müssen. Bei 60 % müssen Zähne behandelt werden, an die die Prothese angrenzt. Gehen Sie unbedingt regelmäßig zur Prophylaxe.

Kann Zahnersatz Probleme verursachen?

In einigen Fällen kann Zahnersatz Beschwerden verursachen. Meist sind es typische Schwierigkeiten, die ein Zahnarzt einfach behandeln kann.

Gut zu wissen

Welche Risiken gibt es bei Zahnersatz?

Die Behandlung mit Zahnersatz ist nie ohne Risiko. Damit beispielsweise eine Brücke guten Halt hat, muss Ihr Zahnarzt die beiden angrenzenden Zähne anschleifen. Geschliffene Zähne sind anfälliger für Karies. Außerdem besteht bei einer Brücke die Gefahr, dass sich der Kieferknochen abbaut. Der Abbau des Kieferknochens lässt sich durch Einsetzen von Implantaten vermeiden.

Kosten für Zahnersatz: Was bezahlt die Krankenkasse?

Je nach Art und Umfang der Versorgung kann Zahnersatz mehrere Hundert bis über 10.000 Euro kosten. Die gesetzlichen Krankenversicherungen müssen sich bei Zahnbehandlungen seit 2005 an feste Zuschüsse halten. Auch für Brücken, Prothesen und Kronen zahlen die Krankenkassen einen festgelegten Teil der anfallenden Kosten. Diese Sätze gelten allerdings nur für die sogenannte Regelversorgung – also die Behandlung, die als Basistherapie bekannt ist. Für die verschiedenen Befunde ist genau festgelegt, wie hoch diese Regelversorgung ausfällt. Diese Sätze werden in regelmäßigen Abständen wissenschaftlich geprüft und bei Bedarf angepasst.

Gut zu wissen

Zahnersatzkosten: Wie werden Geringverdiener entlastet?

Geringverdiener erhalten 100 % Zuschuss auf die Regelversorgung für Zahnersatz (§55 Abs. 4 SGB V). Das bedeutet: Sind Sie arbeits- oder mittellos, zahlt die Krankenkasse den doppelten Zuschuss. Für alle Leistungen, die über die Regelversorgung hinausgehen, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen.

FAQ – Häufige Fragen zum Zahnersatz

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Vor jeder Behandlung mit Zahnersatz ist der Zahnarzt gesetzlich verpflichtet, einen Heil- und Kostenplan zu erstellen. Er enthält alle wichtigen Informationen zur Behandlung: Der Zahnarzt trägt den aktuellen Zahnstatus ein und gibt an, welche Therapie geplant ist. Mithilfe des Heil- und Kostenplans können Sie die anfallenden Kosten genau einschätzen. Sie müssen den Plan dann bei Ihrer Krankenkasse (GKV) einreichen, bevor die Behandlung beginnen kann.

Der Heil- und Kostenplan ist für Sie als Patient gemäß § 87 Abs. 1a SGB V kostenfrei. Das gilt auch, wenn Sie sich eine Zweitmeinung einholen.

Zu Beginn wird Ihr Gebiss von einem Zahnarzt begutachtet. Im Gespräch wird die passende Behandlungsmethode festgelegt und ein Heil- und Kostenplan erstellt. Den Plan reichen Sie dann zusammen mit Ihrem Bonusheft bei der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Diese hat 3 Wochen Zeit, um ihn zu prüfen und zu bewilligen oder abzulehnen. Die Krankenkasse legt außerdem einen Festzuschuss fest. Gegebenenfalls prüft ein Gutachter den Heil- und Kostenplan. In diesem Fall informiert Sie die Krankenkasse, dass sich die Entscheidung entsprechend verzögert. Nach einer Bewilligung kann die Behandlung losgehen. Ändert Ihr Arzt während der Behandlung den Plan, müssen Sie diesen erneut der Krankenkasse vorlegen.

Bei jungen Erwachsenen ist ein Implantat aus ästhetischen Gründen eine gute Alternative zu Teilprothesen oder Brücken. Vor allem als Ersatz für die Schneidezähne ist ein Implantat sinnvoll, da es natürlicher wirkt als anderer Zahnersatz. Da Implantate die teuerste Form des Zahnersatzes sind, empfiehlt sich eine Zahnzusatzversicherung, die bis zu 100 % der Implantatkosten deckt.

Auch wenn der Gedanke an Prothesen oder Teilprothesen zunächst ungewohnt ist, kann Zahnersatz auch in jüngeren Jahren die Lebensqualität deutlich verbessern – etwa nach Unfällen, Erkrankungen oder bei frühzeitigem Zahnverlust. In Deutschland tragen bereits rund 10 % der 35- bis 55-Jährigen einen festen oder herausnehmbaren Zahnersatz.

Ein Implantat wird, wie eine Zahnwurzel, fest im Kiefer verankert, daher handelt es sich beim Einsetzen um eine richtige Operation. Der Eingriff geschieht i. d. R. ambulant unter örtlicher Betäubung. In der ersten Zeit der Heilung nach dem Eingriff können Schmerzen auftreten. Bei Bedarf verschreibt der Zahnarzt geeignete Schmerzmittel.

Ihre Krankenkasse berechnet auf Grundlage des Heil- und Kostenplans, wie viel sie zum Zahnersatz hinzuzahlt. Dadurch wissen Sie, wie hoch Ihr Eigenanteil ausfällt. Ihr Zahnarzt stellt die Rechnung für die Behandlung aus, sobald diese vollständig abgeschlossen ist. Wenn Sie eine Zahnzusatzversicherung haben, fällt Ihr Eigenanteil natürlich geringer aus. Schicken Sie einfach die Rechnung an Ihre Versicherung. Diese erstattet Ihre Kosten entsprechend des vereinbarten Tarifs.

Stand: 05.03.2026

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