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Lifehacks- Der Podcast mit Katrin

Zukunft gestalten- mit Theresa Colter

In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Theresa Colter über selbstbewusste Verantwortung und wie man lernt für sich selber einzustehen.

Lifehacks mit Katrin

Katrin und Interior Stylistin Theresa Colter sprechen darüber, warum ein Zuhause viel mehr ist als hübsche Möbel und perfekte Insta-Ecken. Theresa erzählt, wie Wohnen unmittelbar mit innerer Stabilität, Self-Care und Grenzen setzen zusammenhängt – und dass chaotische Räume oft spiegeln, wie voll es in uns drin ist.

Theresa Colter: Also ich bin jetzt sehr, froh, dass ich da bin, wo ich bin. Ich bin jetzt auch 41 Jahre alt. Das habe ich jahrelang nicht gemacht. Aber ich musste diese Runden drehen. Ich musste auch lernen, wie es sich anfühlt, wenn Menschen meine Grenzen überschreiten. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Und ich habe ganz oft an mir selbst gezweifelt. Ich habe mich sogar selbst gegaslighted und gesagt, ach komm, jetzt Resi, stell dich nicht so an. Das liegt an dir und so. Das habe ich immer gedacht. Ich dachte immer, das hat jetzt keinen Wert, was ich möchte. Und das ist einfach falsch. Mittlerweile merke ich schon sehr früh so. Das fühlt es zwickt und zwack da und irgendwie nicht so cool. Nee, mache ich nicht. Und witzig ist, ich mache das mittlerweile in allen Bereichen. Das ist voll schön. Das fühlt sich so gut an. Und natürlich ist es nicht das, was unser System gerne hört, oft, auch beruflicher Natur. Früher habe ich einfach vieles immer gemacht und zugesagt, weil ich dachte, oh Gott, vielleicht kommt sonst nichts Neues. Ja, und das hat mich aber nie dahin geführt, wo ich hin wollte. Und jetzt bin ich...jetzt entscheide ich einfach sehr weise und suche mir die Dinge aus, die mir einfach richtig Spaß machen. Das ist nicht nur ein Privileg, es war wirklich auch ein Weg dahin.

Katrin: Du kommst nach Hause und eigentlich ist alles schön. Du hast eine richtig coole Wohnung in einer coolen Gegend, große Fenster, Holzböden, Altbau, vielleicht irgendwo Pampasgras in der Ecke. Du könntest literally an jeder Stelle deine Insta-Story machen. Und trotzdem fühlt sich das Ganze eher nach so einer Airbnb- Wohnung an als wirklich nach deinem Zuhause. Und manchmal ist es genau andersrum. Es ist eben nicht perfekt eingerichtet. Du hast noch Umzugskartons dastehen und das Geschirr vom Vortag stapelt sich. Aber du hast sofort diese Ruhe und diese Sicherheit, dass du zuhause angekommen bist. Und darüber sprechen wir heute. Über den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen „fühlt sich gut an“ und „sieht gut aus“. Und darüber, warum ein Zuhause mehr ist als nur Einrichtung. Ich freue mich total, dass Theresa Colter wieder da ist. Viele kennen sie als @resi_colter auf Instagram. Theresa ist Interior Stylistin und bei ihr geht es nicht nur um schöne Räume, sondern darum, wie Wohnen sich wirklich anfühlen soll. Und sie war schon mal bei uns. Da ging es um die erste eigene Wohnung. Heute gehen wir ein ganzes Stück weiter. Was hat Wohnen mit Selbstfürsorge zu tun? Mit Schutz, mit Verantwortung oder vielleicht mit finanzieller Sicherheit? Und wie beeinflusst äußere Stabilität unsere Innere?

Du arbeitest ja jetzt seit ganz vielen Jahren mit Räumen, Farben und Strukturen. Du hast ja in der letzten Folge auch gesagt, das ist quasi Teil deiner DNA, so ganz viele Sachen neu auszuprobieren, Sachen zu kombinieren. Dann gab es so einen Moment, wo du gemerkt hast, das ist mehr als jetzt nur eine Einrichtung oder eine Wohnung, das hat wirklich was mit Menschen und ihrem Inneleben zu tun.

Theresa Colter: Ja voll. Also ich hatte glaube ich immer schon dieses Gefühl, wie ich auch in der letzten Folge mal gesagt habe, das steckt irgendwie in Fleisch und Blut und das ist einfach meine Passion. Ich liebe einfach schöne Dinge, die machen mich einfach glücklich, wenn so bestimmte Farben, Formen, Muster irgendwie harmonieren und zusammenpassen oder vielleicht auch irgendwie das Auge unterbrechen und es irgendwie vielleicht auch anregen. Aber tatsächlich hat sich im Laufe der Jahre und auch über meinen Job als Content Creatorin, wo ich dann auch hier und da ein paar Inspirationen parke und der Austausch mit der Community sehr, sehr close ist und auch mit meinen Kunden, also das Feedback zum Beispiel, immer wieder bestätigt, dass es einfach noch viel mehr geht, einfach als nur schöne Räume. Menschen kommen einfach nicht nur wegen irgendwelchen Möbeln oder Farben, sie kommen einfach mit ihrem ganzen Leben. Und manchmal ist es auch wirklich so, dass ich dann die ganzen Geschichten auch erfahre. Und Menschen, die vielleicht einfach mit Überforderungen oder mit Umbrüchen oder dem Wunsch nach Klarheit irgendwie zu mir gekommen sind, das war dann vielleicht auch der Beweggrund. Und dabei wurde mir einfach total bewusst, dass ein Zuhause einfach nicht nur so ein Dekorationsprojekt ist, sondern einfach ein total emotionaler Ort, an dem du du bist und sich diese Räume einfach auch schlichtweg auf unser Nervensystem auswirken. Und das kann einfach unheimlich heilsam sein. Also der Prozess an sich, das Machen und Gestalten, aber auch wirklich fühlen bin ich das. Und ja, deswegen ist für mich eigentlich alles, was ich tue, gar nicht so oberflächlich, wie es vielleicht im ersten Augenschein wirkt, sondern es ist etwas, was mir persönlich noch viel mehr gibt, weil ich irgendwie eine innere Heilung meiner Kundinnen oder meiner Community fühle. Und das ist mein Purpose, glaube ich.

Katrin: Das ist ein sehr schöner Purpose. Du hilfst quasi Leuten aus kahlen vier Wänden so ein richtiges Zuhause zu machen, wo man auch ankommt und sich eben erholen kann von seinen Alltagsaufgaben. Was würdest du denn sagen, macht ein Zuhause zu einem Zuhause?

Theresa Colter: Also vor allem, du merkst, es geht gar nicht darum, dass ich das mache. Ich habe so das Gefühl, es gibt natürlich viele Menschen, die dann die Verantwortung gerne abgeben und andere Menschen machen lassen. Und das ist natürlich auch mein Job. Aber im Grunde genommen geht es eher bei mir, meiner Arbeit darum, dass ich versuche, die Menschen zu empowern und das rauszukitzeln, was eben ihre, also was ihr eigener Wunsch ist und nicht weil ich ihn auferlegt habe oder vielleicht auch die sozialen Medien oder irgendwelche Impressionen aus Katalogen und dass man das jetzt genauso stagen muss, sondern ich finde ein Zuhause macht es erst zu einem Zuhause, wenn du dich selber immer wieder darin findest und auch wirklich fühlst, ist es jetzt der Trend oder finde ich wirklich statt und deswegen finde ich schön, eher zu sagen, für mich, ich richte nicht das Zuhause ein, sondern ich nehme die Menschen einfach ein bisschen mit an die Hand und sie dürfen gucken, was sie daraus machen.

Katrin: Gibt es denn so typische Anzeichen, bei denen du merkst, hier fehlt jetzt in dieser Wohnung gerade nicht die Idee von einem eigenen Stil, sondern eigentlich so die innere Ruhe?

Theresa Colter: Ja, voll. allem, also ich würde sagen, wenn Menschen sich ständig müde fühlen oder gar keinen Überblick haben über ihren ganzen Alltag und was zu Hause los ist und so oder einfach sagen, ich komme nicht zur Ruhe, ist auch so ein Thema. Also das ist eigentlich die Überschrift. Warum kommst du nicht zur Ruhe? Und dann geht es meistens überhaupt nicht um Stil, sondern in erster Linie um innere Stabilität, weil das zu Hause dich einfach super ehrlich widerspiegelt. Das ist einfach ein Fakt. Und das ist eigentlich das, und das finde ich eigentlich so schön. Eigentlich ist das so schön, weil manchmal denkt man, ich komme nicht so ruhig, ich komme nicht runter. Das ist so einfach. Also das sind einfach ein paar Tools, die man sich eben aneignen kann durch diese Routinen. Und ja, sich wirklich selbst wahrzunehmen, sich selbst zu lieben und diese Arbeit für sich zu machen, Stabilität reinzubringen. Das kann man natürlich, indem man sich auch Hilfe holt.

Katrin: Bei dir zum Beispiel. Meinst du jetzt mit dem Einrichten oder?

Theresa Colter: Sowohl als auch, ich bin auch ein Freund davon, mehrspurig zu fahren. Es gibt so viele tolle Möglichkeiten. Sowohl natürlich von EinrichtungsexpertInnen oder vielleicht auch von therapeutischer Unterstützung. Wenn man merkt, ich komme da nicht so richtig weiter, irgendwie blockiert mich was. Dann muss man vielleicht auch mal genauer dahin gucken. Was könnte das sein? Was überfordert dich gerade? Ja, das finde ich auch wichtig. Also ich glaube, da gibt es ganz, ganz viele verschiedene Wege. Ich möchte da kein grundsätzlich ausschließen und das, was ich tue, das sagte ich zu Beginn, das klingt jetzt erstmal so super oberflächlich und unwichtig, aber ich versuche ja mehr als nur einzurichten oder eine Fahrtberatung zu machen und trotzdem ersetzt das keine therapeutische Behandlung. Es gibt super viele tolle Therapien, die man machen kann, wenn man merkt, boah, das stocke ich, ich komme nicht weiter, ich stehe mir seit Jahren im Weg und so, woran das liegt oder vielleicht auch ein Coaching machen. Also ich finde, da gibt es etliche Möglichkeiten. Es gibt ja auch schon mega tolle Apps, die einem auch helfen können, wenn man da Unterstützung benötigt. Genau.

Katrin: Ihr merkt schon, heute dreht sich auch ganz viel innere Ruhe, Self-Care, Self-Love. Wenn man da jetzt auf Insta unterwegs ist, dann sieht man da ja ganz oft diese, Journalen und Schaumbäder und Kerzen und diese ganzen, diese ganzen supersauberen Wohnungen. Was gehört denn wirklich da für dich dazu?

Theresa Colter: Ja, also ich finde das super, weil jeder sollte seinen eigenen Weg finden. Also ich finde, das will ich gar nicht bewerten, wenn der eine fühlt, er wird es beim Schreiben los, beziehungsweise es gibt es demjenigen Halt und das ist eine Art Inspiration oder eine gewisse Struktur. Go for it! Also eigentlich alles, was dir eine gewisse Ruhe vermittelt und einen Halt, mach das. Also alles, was gesund ist für die Seele. Aber grundsätzlich ist so eher meine Einstellung. Ich meine, ich mache Social Media genauso. Ich weiß, wie es hinter den Kulissen aussieht. Und ich liebe einfach Authentizität. Und ich möchte einfach sowohl für unsere jungen NachfolgerInnen und meine ganzen Mitmenschen, für meine Community, ich möchte einfach nicht dieses Format als, ich möchte es nicht verherrlichen, denn wir wissen, wie es ist. Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner und es gibt unter jedem Dach ein ACH. Also man sollte auch nicht immer alles glauben, was da gezeigt wird. Und das weiß ich aus eigener Erfahrung. Man sollte wirklich versuchen bei sich zu bleiben, nicht in diesen Social Media Druck zu kommen und zu denken, boah, scheiße, mein Leben läuft nicht oder Mist, mein Leben läuft nicht. Bei denen läuft immer alles gut, nur bei mir nicht und so weiter und so fort kann ich euch direkt sagen, es ist alles Schall und Rauch. Ich will aber trotzdem, gibt es ganz tolle Kanäle, die unfassbar gut inspirieren und einen parallel zu den Möglichkeiten, die es gibt, unterstützen können. Trotzdem sollte man immer alles mit einer gewissen Skepsis konsumieren. Das ist einfach wichtig, wirklich in einem gesunden Maß und auch die Dinge hinterfragen. Das ist mir immer super, superwichtig. Das teile ich meiner Community auch mit und ich zeige auch manchmal hier und da ein paar Real-Life Snippets. Sei es irgendwie, wenn mal selbst Zweifel aufkommen oder mein Zuhause was chaotisch ist nicht aufgeräumt ist oder, oder, oder. Und für mich ist das nämlich eine Form der Selbstliebe. Kritisch auch manchmal zu sein im Außen und anfangen, Verantwortung selbst zu übernehmen. Also Self-Love ist für mich einfach nicht ein Schaumbad-Konzept. Es ist einfach Verantwortung. Es heißt einfach, auch ehrlich anzuschauen, was brauche ich wirklich und wie will ich leben. Das kann zum Beispiel Ordnung sein, das kann Farbe sein, das kann Stil sein, das kann ein Erlebnis sein. Das kann aber auch eine ganz klare Entscheidung sein oder eine Grenze, die man setzt. Und da geht eigentlich, ist der Appell, bleib bei dir, vergleich dich nicht mit anderen. Du weißt nie, was wirklich hinter der Fassade steckt. Es macht einfach überhaupt keinen Sinn, sich zu vergleichen. Ich finde, man kann sich Inspiration holen in einem gesunden Maß. Man kann ja vielleicht auch mal wirklich irgendwie gucken, nehme ich da was mit oder Rezepte und was ist da alles auch Gesundheitshacks und gute Trainingseinheiten von irgendwelchen Fitnesscoaches und so. Das finde ich alles mega, aber trotzdem noch mal, ich bin ja immer der Freund von der goldenen Mitte. Alles in Maßen und wirklich immer auch bisschen kritisch konsumieren. Nicht alles glauben, was man so sieht.

Katrin: Ganz kurzer Zwischenstand – was wir bis hierhin eigentlich schon an Lifehacks eingesammelt haben:

Erstens: Wenn du zu Hause nicht zur Ruhe kommst, liegt’s oft nicht am Sofa oder an der Wandfarbe, sondern daran, dass dein Inneres genauso voll ist wie dein Raum. Mini-Hack: Schaff dir bewusst eine kleine ruhige Zone – eine Ecke, die Klarheit ausstrahlt. Ordnung außen hilft beim Sortieren innen.

Und zweitens: Hol dir Inspiration klar, aber hör auf dich zu vergleichen. Nur weil etwas auf Insta perfekt aussieht, heißt das nicht, dass es zu dir passt. Frag dich bei jedem Trend: Bin das wirklich ich – oder nur ein schönes Bild?

So, und jetzt gehen wir wieder rein ins Gespräch.

Schutz gehört dazu zur Self-Care voll, weil Sorgen führen zu innere Unruhe. Innere Unruhe führt zu… Das haben wir jetzt ja schön abgehandelt. Aber Schutz ist halt auch einfach nicht so sexy. Blöd gesagt, es fängt ja vor allem beim Fahrradhelm an. Jeder und jede von uns weiß, dass es sinnvoll ist. Und aus Eitelkeit reinzutragen, ist ein wirklich dummer Grund. Aber ich erwische mich selber, ich habe mir das eingekauft, aber ich erwische mich selber dann auch dabei, dass ich mir denke, oh, ich habe Locken. Wenn ich diesen Helm aufsetze und wieder absetze, weißt du wie ich ausschaue? Ist egal, wenn ich mit dem Kopf auf den Randstein knall. Es wäre schon gut diesen Schutz zu haben im Endeffekt. So ist es eben auch bei so Themen wie Haftpflicht oder eine Hausratversicherung. Das ist nicht sexy, aber es sind halt so wichtige Basics. Und das sind halt auch diese langweiligen Sachen, die einem dann einfach Ruhe geben, oder?

Theresa Colter: Also ich muss ja dir jetzt widersprechen, ich also ich verstehe was du meinst. Ich weiß auch woher das kommt. Aber mittlerweile finde ich es ja eher sexy, wenn jemand sich so schützt und auf sich aufpasst und auch so eine Vorbildfunktion übernimmt. Einmal für sich selbst, aber auch für andere. Mit dem Helm war das das beste Beispiel fand ich. Mir gefällt es eigentlich ganz gut da auf Nummer sicher zu gehen, weil das einfach auch eine Form von ich übernehme Verantwortung für mich, aber auch für andere. Also finde ich schon doch, finde ich schon sehr wichtig. Es genauso wie zum Beispiel zu schnelles Autofahren. Ist total egoistisch. Ich finde es ganz schlimm. Ich bin eine ganz schlechte Beifahrerin. Und ich mag einfach nicht, wenn man meint, man muss da jetzt brettern und ich kriege dann auch Angst. Und es geht gar nicht so sehr darum. Viele sagen dann ja immer, ja, ich bin ein sicherer Fahrer oder ich bin ein sicherer Fahrerin. Darum geht es nicht.

Es geht einfach darum, dass man nicht beeinflussen kann, wie andere Menschen fahren. Das kannst du nicht. Das ist jetzt einfach die Metapher dafür zu sagen, du kannst Verantwortung nicht... Also du übernimmst die für dich, aber du übernimmst die auch für andere. Also ja, pass einfach auf dich auf, weil du schützt damit nicht nur dich. Deine Familie wird es dir danken, wenn du den Fahrradhelm mitgetragen hast. Wenn mal was passiert. Toi, toi, toi. Ich klopf immer Holz. Das wird nicht passieren.

Katrin: Ja, also halt eine feste Verantwortung übernehmen und sich absichern, sich und andere ist sexy.

Theresa Colter: Ja, finde ich auf jeden Fall.

Katrin: Was wäre denn so dein persönlicher Self-Care-Check für so Menschen, sagen wir anfangs 20 oder 30. Welche drei Dinge sollte man im Leben mal ganz bewusst sortiert haben?

Theresa Colter: Also etwas, was auf jeden Fall kann ich sofort aus der Kanone schießen, weil ich finde, das gehört eigentlich in die Schulen. Wirklich. Ich finde alles erstens, alles den Überblick über Finanzen und Verpflichtungen. Also welche Möglichkeiten gibt es? Wie lege ich Geld an? Wie gehe ich überhaupt mit Geld um und welche Versicherungen sind notwendig? Welche eher überflüssig? Ich finde, das gehört einfach in das Wissen des Erwachsenwerdens und das zum Beispiel habe ich nie beigebracht bekommen. Habe ich mir selbst beigebracht und ich habe viele, viele Menschen in meinem Kreis, denen es genauso geht, einfach weil man es selten irgendwo lernt. Man lernt es vom Leben, wenn man vielleicht mal irgendwie auf die Nase gefallen ist, so ungefähr. Und vor allem als zweiter Punkt ein Zuhause, was dich unterstützt und dich schützt. Das finde ich ganz wichtig. Und eine ganz klare Haltung oder Klarheit darüber, was dir persönlich wichtig ist. Also was ist wichtig für dein Mindset? Was ist wichtig für deine Seele? Und was ist wichtig für deine komplette, für deinen kompletten Gesundheitszustand? Ja.

Katrin: Gerade auch das letzte, was du gesagt hast, ich finde das super wichtig, weil wir manchmal davor zurückstrecken, gesunde Grenzen zu setzen, aus Angst dann vielleicht in irgendeinem sozialen Umfeld nicht mehr gemocht zu werden. Und das ist, finde ich, ja, das ist ganz schwer, aber es ist so gesund zu sagen, diese Freundschaft tut mir gerade nicht gut. So, werden für mich Grenzen überschritten, da gehe ich halt ein Stück zurück oder ich kommuniziere es klar. Und wenn die Freundschaft dann daran zerbricht, kann man sich auch fragen, was war es denn am Ende? Also, sind wir dann wirklich Freunde gewesen?

Theresa Colter: Voll! Ey voll, das ist ein richtig spannendes Thema, Katrin, weil ich finde zum Beispiel, das hab ich ganz tief in mir, das haben glaube ich auch insbesondere viele Frauen in sich, dieses Thema Nein sagen, also das erstmal zu lernen, weil eigentlich wurden diese Grenzen ja nie wirklich ernst genommen und wahrgenommen. Es ist ja epigenetisch zurückblickend, hatten wir diese Stimme ja nie, diese Kraft auch dieses Ja-Sagens oder Nein-Sagens. Und ich hatte letztens noch eine richtig schöne Situation. ist jetzt letzte Tage gewesen. Ich habe einen Termin abgesagt. Genau, wir haben ja unseren Podcast auch einmal kurz verschoben und ich tue mich super schwer damit. Ich tue mich super schwer damit, wenn ich irgendwie Themen habe, wo ich merke, ich kriege das gerade hier nicht unter ein Hut oder ich fühle mich mental gerade einfach nicht auf der Höhe. Es macht keinen Sinn, wenn ich jetzt zu dieser Party gehe oder es macht keinen Sinn, wenn ich diese, und den Job gerade annehme, weil ich einfach überfordert bin. Und manchmal mache ich Dinge zum Beispiel oder habe es gemacht. Ich lerne gerade nichts mehr aus der Angst heraus, etwas zuzusagen, aus der Angst heraus Ablehnung zu erfahren. Und zum Beispiel hatte ich letzte Tage, dass ich was abgesagt habe, worauf wir uns eigentlich schon Jahr gefreut haben. Wir hatten Tickets gekauft und so ich habe einfach gemerkt, ich kriege das nicht hin. Das macht überhaupt keinen Sinn. Jetzt muss ich da richtig ehrlich sein und das auch kommunizieren, weil ich bin auch kein Freund davon, Ausreden zu finden oder so. Weil die Menschen, die einen wirklich lieb haben und die dich wertschätzen, respektieren das. Die verstehen das, die wissen, es richtet sich nicht gegen sie persönlich. Und ich habe mich dabei erwischt, dass ich gesagt habe, ich hoffe, du bist noch meine Freundin. Und dann war die Antwort direkt so: Resi, du weißt, dass du eines der wichtigsten Menschen für mich bist. Das steht überhaupt nicht zur Debatte. Und ja, ich bin traurig, aber das hat nichts damit zu tun, dass du jetzt... Ich nehme das nicht persönlich. Also sie hat meine Ablehnung total respektiert, meine Absage total respektiert und akzeptiert und mir überhaupt kein schlechtes Gefühl gegeben. Und ich finde, das ist echte Verbindung. Wirklich und dann habe ich aber auch dieselbe Erfahrung zwei Monate zuvor gesammelt, dass meine Grenzen überhaupt nicht respektiert werden, dass ich am laufenden Band gegaslighted wurde und dass sie überhaupt keinen Wert haben und dass ich eigentlich nur eine dienliche Person war für diese Person. Und das war auch so eine toxische Dynamik. Und ich habe auch gemerkt, dass ich das bespiele, weil ich mich nicht getraut habe, meine Grenzen vorher zu setzen, weil ich wusste, worauf es hinausläuft. Und mittlerweile, habe das beendet und ich bin so dankbar dafür und ich bin dankbar, dass ich diese Beziehung hatte mit diesen Menschen. Ich trage die in meinem Herzen, aber wir haben einfach nicht dasselbe Wertesystem und das war für mich so heilsam. Es war für mich so heilsam und ich merke auch dann, das ist okay, wir sind einfach nicht auf dieser selben Welle. Ich verurteile das nicht, aber ich möchte nicht dazugehören und das war für mich voll gesund. Es war richtig gesund und es ist auch okay, weil ich möchte nicht mit Menschen zusammen sein, die meine Grenzen nicht respektieren oder akzeptieren oder mich halt dann abstrafen mit Liebesentzug, Ignoranz. Man darf ja kommunizieren, dass man traurig ist oder vielleicht auch, dass man es schade findet. Und dennoch hat es aber nichts, berührt man damit nicht die Freundschaft. Weißt du, wie ich das meine? Und das finde ich ganz wichtig zu sagen. Set your boundaries und dann wirst du schon merken, in welchem Kreis du gehörst. Das kann unbequem werden, aber das ist gut.

Katrin: Ja, ganz schlimm. Vor allem auch rechtzeitig. Also starker Schritt, dass du dich davon lösen konntest, weil gerade wenn man so Gaslighting ausgesetzt ist, dann passiert es schnell, dass man seinen eigenen Gefühl und seinen eigenen Grenzen nicht mehr traut. Man sich ja denkt, andere Personen haben ja gesagt, das war mein Fehler, vielleicht war es ja wirklich meiner. So als reflektierte Person suchst du ja den Fehler auch erstmal bei dir. Also so sollten es erwachsene Menschen ja machen, weil es kann ja natürlich sein, dass ich mit blöd verhalten habe. Aber wenn sich das mal so in deinen Kopf reinfasst, dann traust du deinen eigenen Bauchgefühl und deinem eigenen Instinkt nicht mehr und dann wird es gefährlich, sich, also dann uns schwerer, sich von so was zu lösen.

Theresa Colter: Voll. Und genau das hatte ich auch diesen Kampf. Das war auch ein Prozess. Also ich bin jetzt sehr, froh, dass ich da bin, wo ich bin. Ich bin jetzt auch 41 Jahre alt. Das habe ich jahrelang nicht gemacht. Aber ich musste diese Runden drehen. Ich musste auch lernen, wie es sich anfühlt, wenn Menschen meine Grenzen überschreiten. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Und ich habe ganz oft an mir selbst gezweifelt. Ich habe mich sogar selbst gegaslighted und gesagt, ach komm, jetzt Riesi, stell dich nicht so an. Das liegt an dir und so. Das habe ich immer gedacht. Ich dachte immer, das hat jetzt keinen Wert, was ich möchte. Und das ist einfach falsch. Mittlerweile merke ich schon sehr früh so. Das fühlt es zwickt und zwack da und irgendwie nicht so cool. Nee, mache ich nicht. Und witzig ist, ich mache das mittlerweile in allen Bereichen. Das ist voll schön. Das fühlt sich so gut an. Und natürlich ist es nicht das, was unser System gerne hört oft, auch beruflicher Natur. Ja, früher habe ich einfach vieles immer gemacht und zugesagt, weil ich dachte, Gott, vielleicht kommt sonst nichts Neues. Ja, und das hat mich aber nie dahin geführt, wo ich hin wollte. Und jetzt bin ich...jetzt entscheide ich einfach sehr weise und suche mir die Dinge aus, die mir einfach richtig Spaß machen. Das ist nicht nur ein Privileg, es war wirklich auch ein Weg dahin.

Katrin: so, da sind richtig wichtige Punkte schon mal zusammengekommen. Okay, auch hier sammeln wir mal kurz unsere Lifehacks ein:

Erstens: Schutz ist Self-Care. Ob Fahrradhelm oder Haftpflicht – es geht nicht um sexy, sondern um Ruhe im Kopf. Basics regeln heißt: weniger Sorgen, mehr Stabilität.

Zweitens: Überblick über deine Finanzen. Wissen, was reinkommt, was rausgeht, welche Absicherungen sinnvoll sind. Erwachsenwerden heißt nicht nur fühlen, sondern auch sortieren.

Und drittens – ganz wichtig – Grenzen setzen. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt: ernst nehmen. Wer dich wirklich schätzt, respektiert dein Nein. Das spart Energie und schützt dein Nervensystem.“

Und jetzt zurück ins Gespräch …

Und wenn jemand was anderes möchte, dann ist es fair, aber dann bin ich die Person nicht. Das hat mir mal meine Mama gesagt und das finde ich einen total schönen Spruch. Die hat mal gesagt, du kannst die süßeste Himbeere auf der ganzen Welt sein. Wenn jemand keine Himbeeren mag, dann liegt es nicht an dir. So andere... lieben dich dafür und wenn jemand keinen Himbeeren mag, dann nicht dein Problem, dann aber auch nicht deine Person. Da muss ich oft dran denken, gerade wenn wir dazu neigen, allen eigentlich gemocht werden zu wollen.

Theresa Colter: Ja, wir wollen ja auch einfach in der Quint, also ganz in der Essenz wollen wir einfach nur geliebt werden. Liebe ist, also eigentlich ist Liebe ja das the key und trotzdem, wenn ich mich so umschaue und das, so in der Welt passiert, merke ich so, warte mal ganz kurz, ich will gar nicht von jedem geliebt werden. Und deswegen finde ich deine Geschichte oder die Geschichte deiner Mama sehr, sehr schön und ja total, das verinnerliche ich jetzt. Finde ich sehr, gut und gesund.

Katrin: Das ist schön. Du magst ja auch nicht jede Person. Man kann sie auch einfach mit einem Perspektivwechsel machen.

Theresa Colter: Ja, das wollte ich damit sagen. Ja, absolut.

Katrin: Ja, schön. Ja genau, also jetzt haben wir es ganz rund abgedeckt. Sei lieb zu dir, sei lieb zu anderen, kümmere dich Sachen in deiner Umgebung, kümmere dich Sachen, die dir lieb und teuer sind.

Theresa Colter: Und ja, irgendwie, also ich glaube einmal das, wenn du echt gerade strugglest, also ich bin zum Beispiel nicht so ein Wintermensch und ich merke so, es wird gerade echt heikel so mit meiner mit meiner Seele. Ich brauche irgendwie Vitamin D und irgendwie was Gutes so für meine Seele. Wirklich, das habe ich vorhin nicht so banal gesagt, so ganz kleine Rituale, seien es Ordnungsrituale, seien es und es muss nichts mit kaufen zu tun haben, Dopaminausschüttungen, sei es, dass ich irgendwie jetzt viel Geld ausgebe, sondern ob ich vielleicht eine Frühlingszwiebel im Garten pflanze oder vielleicht einen kleinen Hocker streiche oder vielleicht ein Bild male, irgendwie auch da. Oder wenn der eine lieber eher sagt, ich koche oder ich möchte sich einfach was Gutes tun, in welcher Form auch immer.

Katrin: Was ich aus diesem Gespräch mitnehme: Ein Zuhause ist mehr als vier Wände. Es ist Spiegel, Schutzraum und manchmal auch Weckruf. Self-Care ist kein Schaumbad-Filter, sondern Haltung und Verantwortung übernehmen, ehrlich zu sich sein, Klarheit schaffen. Sei es jetzt in Beziehungen oder im Alltag, im Umgang mit Geld, Zeit und Energie. Am Ende geht’s darum, bewusst zu leben, statt nur zu reagieren. Sich nicht vom Außen treiben zu lassen, sondern Schritt für Schritt Stabilität aufzubauen. Innen wie außen. Resi hat´s vorhin so schön gesagt: Wie möchtest du dein Ich von morgen begrüßen.

Und genau da lohnt sich auch ein Blick auf die Basics: Welche Absicherungen geben dir wirklich Ruhe? Welche Entscheidungen nimmst du heute schon für dein Morgen? Wenn du das für dich sortieren willst, schau gern bei ERGO vorbei und informier dich – damit aus guter Self-Care auch echte Sicherheit wird.

Eine private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, weil sie dich vor hohen Kosten schützt, wenn du aus Versehen jemand anderem einen Schaden zufügst – egal ob Personen-, Sach- oder Vermögensschaden.

*Dieses Transkript kann leicht von der Podcast Folge abweichen.