In dieser Podcast-Folge geht es um die vermeintlich perfekte Hundewelt, die uns auf Social Media begegnet: flauschige Welpen, entspannte Spaziergänge und der immer gut gelaunte beste Freund. In Wirklichkeit zieht der Hund an der Leine, ignoriert den Rückruf und knabbert schon mal an der Lieblingstasche – und genau über diese Herausforderungen sprechen wir.
Conny Sporrer: Also es ist ja so, jeder Hundemensch denkt, er hat Ahnung. Also es ist ja Ich habe letztens irgendwie auch mit einem Fahrlehrer besprochen, der sagt auch, es gibt niemanden, der sagt, er kann nicht gut Auto fahren. Und bei mir ist es halt so, dass alle immer denken, sie haben Ahnung und so auch ich. Und ich dachte halt, ich habe wirklich Ich schon Hunde und ich kenne mich gut aus. Dann habe ich einen Hund adoptiert aus dem Tierschutz Im Nachhinein betrachtet er ein völlig normaler, durchschnittlicher Hund, der nicht besonders gut erzogen war und an der einen oder anderen Stelle andere Regeln gebraucht hätte. Mit dem war ich so überfordert, dass ich teilweise heulend auf der Straße stand, weil ich nicht mehr weitergewusst habe.
Katrin: Sonntagabend, du scrollst durch Instagram. Ein Dackelwelpe tapst über den Bildschirm, schiefer Kopf, große Augen. Du speicherst das Video. Wieder eins.
In deinem Kopf läuft längst ein Film: Spaziergänge im Park, ein Hund, der auf dich wartet, ein bester Freund auf vier Pfoten.
Was der Film nicht zeigt: den Hund, der zieht, statt zu folgen. Den Ruf, der ins Leere geht. Und die Lieblingstasche, die plötzlich einen abgekauten Henkel hat.
Zwischen dem Traum vom Hund und dem echten Leben mit Hund liegt eine Menge Arbeit. Und genau darüber reden wir heute.
Zu Gast ist Conny Sporrer, Hundetrainerin aus Wien, ausgebildet auf der Akademie von Martin Rütter. Den kennt ihr vielleicht aus dem Fernsehen. Seit über 13 Jahren hilft sie Menschen und ihren Hunden, ein echtes Team zu werden. Und sie lebt selbst vor, wovon sie spricht: Tierschutz ist ihr Herzensthema, ihre Hündin ein ehemaliger Straßenhund aus Griechenland. Wie die beiden zueinander gefunden haben, erzählt sie am besten selbst.
Heute geht es um die Realität hinter dem Traum vom eigenen Hund: warum Erziehung beim Menschen anfängt, welche Fehler fast alle machen und wie viel Verantwortung wirklich an einem Hundeleben hängt.
Conny Sporrer: Ich habe sie tatsächlich über eine Freundin bekommen, die dort wiederum in Griechenland eine Freundin hat, die in einer Tierklinik arbeitet und die hat sie, die haben sie auf der Straße gefunden und eben kastriert und sie sollte dann nach Österreich kommen auf eine andere Pflegestelle. oder auf einen anderen Endplatz. Und es war dann aber tatsächlich so, dass sie gar nicht so einfach war schon für ihr Alter. Und das habe ich halt sehr gut erkannt. Das Problem ist nur, dass sie halt super süß und wuschelig aussieht und jeder sich halt nur in diese Optik verknallt hat. Und dann gab es so ein paar Interessenten und ich habe halt gesagt, ihr müsst aber wissen, das und das und das und das und das wird ein Thema sein. Und dann konnte ich sie halt irgendwie nicht zu guten Gewissens hergeben. Also war jetzt der umgekehrte Fall nicht von so, ich habe mich verliebt und dann wollte ich sie nicht mehr hergeben, sondern dass ich gedacht habe, also jetzt natürlich wahnsinnig überschätzt, aber dass vielleicht sonst noch oder sonst niemand das so ernst nimmt, weil die schon ein ordentlicher Krack, da kann man sagen.
Katrin: Aber quasi schon immer ein Hund. Dann auch schon als Kind?
Conny Sporrer: Nein, mein Bruder war Allergiker tatsächlich und ich durfte nie Tiere mit Fell haben. Ich hatte die exotischsten Tiere ohne Fell und ich wollte halt aber immer einen Hund haben natürlich und dann ist er ausgezogen und ich glaube einen Tag später habe ich schon irgendein Tierheim angerufen, so mit 13 und die haben dann meine Mama voll gelabert und dann hatten wir schon den ersten Hund ein paar Tage später.
Katrin: Hast du dann auch so einen Vertrag mit deinen Eltern machen müssen, wo du versprichst, dass du mit ihm Gassi gehst? so? Das ja Kinder oft.
Conny Sporrer: Also das funktioniert ja nie. Ich bin da wirklich auch, also ich war halt wirklich ein Kind, ich bin da mit allen möglichen Nachbarshunden spazieren gegangen und so weiter. Aber wenn es dann drauf ankommt, dass du wirklich da jeden Tag und so raus musst, erstens finde ich, das ist auch viel zu viel Verantwortung für ein Kind, also auch rechtlich und so. Deswegen bin ich ja immer so der Meinung, das ist gar keine Meinung, sondern das ist eigentlich ein Grundgesetz, dass ein Hund immer den Erziehungsberechtigten gehören muss. Das Kind darf mithelfen und unterstützen. Aber auch der Hund wird das Kind nie als echte Bezugsperson ansehen. Es gibt schon sehr vernünftige Kinder, die viel richtig machen. Aber ist schon so, dass der Hund ja weiß, dass die Kinder auch Kinder sind und unter der Fuchtel der Eltern stehen. Deswegen muss der Hund einfach den Erwachsenen gehören. kann dann vielleicht auch mal spazieren gehen und unterstützen, aber alles andere ist utopisch. habe ich selber so erlebt. Spätestens wenn dann die Pubertät kickt und so, dann sind mal auch andere Prioritäten da. Ich denke, das muss man halt auch wissen und berücksichtigen.
Katrin: Jetzt bist du ja Hundetrainerin. Wie bist du denn dazu gekommen?
Conny Sporrer: Ja, ich wollte immer schon was mit Hunden machen oder mit Tieren machen. Und damals, als ich jung war und es meine Berufsentscheidung ging, gab es diese Option ja gar nicht. Da gab es Hundevereine und da konnte man dann so WochenendtrainerInnen werden. Und dann war es tatsächlich so, dass ich aber dann so mit dem Abi schon mitgekriegt habe, dass das ein größeres Thema wird, auch so durchs Fernsehen und Hundetraining immer wieder. Auch da war es aber noch bisschen zu früh, deswegen habe ich erst einmal was Ordentliches gelernt. Und dann bin ich nach meinem Studium und den ersten Jahren Berufserfahrung, habe ich mich dann entschieden, so ein Hundetrainerstudium bei Martin Rütter in Bonn zu machen und habe mich dann tatsächlich mit 24 selbstständig gemacht damit und war so als erste Selbstständige auch in der Familie. Also es war eigentlich sehr, sehr neu und aufregend für mich, aber ich wollte so sehr, dass es eben gar keine andere Option gab. Und so kam das dann, dass ich nach meinem zweijährigen Studium, nach der Ausbildung auf der Martin-Rütter-Akademie dann eben ja begonnen habe, Hundetrainerin zu sein. Und da habe ich dann auch festgestellt, dass man mit Hunden selber gar nicht so viel zu tun hat, sondern dass es eher ein Menschensjob ist. Und habe so gedacht, ach so ist das, okay, da hat man halt mehr mit den Menschen zu tun und mit natürlich mal einfacheren und mal schwierigeren Menschen. Und das ist auch das, was ich allen so mitgeben würde, dass es halt wirklich nicht nur diese Liebe zu Hunden braucht und auch bisschen Talent für ihr Verhalten und so weiter, sondern auch wirklich, es ist eigentlich ein Coachingjob, ist ein lehrender Beruf und man vor allen Dingen eben sehr empathisch sein muss, weil es viele Menschen gibt, die unterschiedliche Lebenssituationen haben und so weiter. Und da muss man wirklich, finde ich, gut sein, da trennt sich die Spreu vom Weizen auch für mich. Wer es schafft, halt wirklich auch den Menschen das individuell zu vermitteln.
Katrin: Es gibt ja auch verschiedene Wesenszüge, die Hunde haben. Man spricht da oft von Anfängerhunden oder es ist vielleicht kein Anfängerhund, da muss man schon ein bisschen erfahrener sein. Wie ist da deine Erfahrung?
Conny Sporrer: Also ich mag das Wort oder den Begriff Anfängerhund nicht so gerne, weil ich in all den Jahren einfach gelernt habe, es gibt Menschen, die sich den ersten Hund anschaffen und so gut vorbereiten und wirklich einlesen und wenn es eine Rasse ist, auch alle Infos zur Rasse sammeln. Und schon teilweise gab es bei uns Kundinnen, die sind vorab ohne Hund in die Hundeschule gekommen, weil sie wirklich so perfekt vorbereitet sein wollten und haben sich vorher schon eben überlegt, welche Kurse und was sie machen und von der Ausstattung her so wirklich sehr, nicht übertrieben, aber sehr wohl überlegt und reflektiert waren. Und dann gibt es Menschen, sagen, ich habe schon 30 Jahre Hunde und machen 30 Jahre alles falsch. Und deswegen finde ich eben so Anfängerhunde nicht so optimal. Aber ich weiß natürlich, was grundsätzlich damit gemeint ist. Also ich sage halt immer, es gibt Hunde, die ein bisschen fehlertoleranter sind, wo man halt auch mal ein bisschen schleißiger sein darf in der Erziehung oder eben nicht so konsequent und wo dann einfach kein großer Schaden entsteht. Ich glaube, das ist eigentlich so die richtige Übersetzung für Anfängerhunde, weil es natürlich doch mal doch eine große Lebensveränderung ist. Aber ja, grundsätzlich, glaube ich, geht es ja immer darum, dass man sich richtig vorbereitet auf diesen Lebensabschnitt, auch wenn man selbst wenn man schon Hunde hatte. Es ist jeder Hund anders. Das habe ich selber auch immer erlebt. Und da muss man sich halt immer sehr individuell einstellen, wie das halt ist, wenn ein anderes Liebewesen einzieht, ein neues.
Katrin: Eben, Hund ist da ja auch nicht gleich Hund. Gab's da mal einen Moment, wo du so selber überfordert warst mit einem Hund oder nicht direkt weitergewusst hast? Beziehungsweise, wie du gerade gesagt hast, mit dem Menschen dahinter?
Conny Sporrer: Also ich spreche jetzt mal so aus ganz eigener Erfahrung. Ich bin eigentlich auch deswegen Hundetrainerin geworden oder habe auch dort meine Ausbildung gemacht, weil ich einen Also es ist ja so, jeder Hundemensch denkt, er hat Ahnung. Also, es ist ja, ich habe letztens irgendwie auch mit einem Fahrlehrer besprochen, der sagt auch, es gibt niemanden, der sagt, er kann nicht gut Auto fahren. Und bei mir ist es halt so, dass alle immer denken, sie haben Ahnung und so auch ich. Und ich dachte halt, ich habe wirklich Ich schon Hunde und ich kenne mich gut aus. Dann habe ich einen Hund aus dem Tierschutz Im Nachhinein betrachtet er ein völlig normaler, durchschnittlicher Hund, der nicht besonders gut erzogen war und an der einen oder anderen Stelle andere Regeln gebraucht hätte. Mit dem war ich so überfordert, dass ich teilweise heulend auf der Straße stand, weil ich nicht mehr weitergewusst habe. Da habe ich mir Unterstützung gesucht und habe wirklich so von den extremen Hardlinern auf der einen Seite zu den ganz weichen Watt- und Bauschwerfertrainerinnen irgendwie gewechselt. Und irgendwie habe ich aber nie so richtig die Antwort bekommen. Und dann bin ich mal in meiner Verzweiflung mit diesem Hund nach München gefahren zu einer Martin-Rütter-Trainerin, die es damals dort gab. Und die hat mir dann an einem Wochenende irgendwie mehr über meinen Hund erzählt, als ich jemals in irgendwelchen Kursen da erfahren habe. Weil das ist eine sehr tolle individuelle Einschätzung war und ich dann erstmal verstanden habe, warum der das macht und nicht nur draufdrücken wollte und quasi das Problem lösen wollte. Und das war für mich total erhellend einfach, das mal so zu hören. Und dementsprechend habe ich dann, das hat mich dann auch so fasziniert, dass ich gesagt habe, ich mache diese Ausbildung dann auch selber, weil ich möchte das auch so erklären und Menschen weiterhelfen und auch tatsächlich ein bisschen deren Lebensqualität verändern und natürlich auch die Lebensqualität des Hundes auch verbessern.
Katrin: Würdest du sagen, dass Menschen zu leichtfertig sich Hunde anschaffen? glaube, wenn man so nach links und rechts schaut, da hat gefühlt jeder zweite, dritte Mensch hat einen Hund. Glaubst du, dass da jeder so informiert und offen an die Sache rangeht? Oder ist es vielleicht auch viel, ich weiß nicht, Social Media, was so den Hype auslöst?
Conny Sporrer: Ja, glaube, sind unterschiedliche Komponenten. Ein großes Problem ist, dass sich viele Menschen den Hund nach Optik aussuchen. Also vielleicht jetzt gar nicht zu leichtfertig, aber für sich viel zu wenig damit auseinandersetzen, was hat diese Rasse für Bedürfnisse oder auch Probleme, gerade gesundheitlicher Natur. Das ist so ein Thema, das mich eben sehr, sehr belastet tatsächlich, weil ich würde mir wünschen, und das gibt es auch bei uns in den Hundeschulen als Angebot, dass die Menschen eine Beratung vor der Hundeauswahl machen. Und wirklich mal sagen, so und so ist meine Lebenssituation und wir helfen ihnen wirklich auch so, den richtigen Hund zu finden. Egal von wo. Oft ist es dann ein Secondhand-Hund, weil das für die Lebenssituation mehr Sinn macht. Und das erlebe ich natürlich schon sehr, stark. Aber ich sage jetzt mal, Leichtfertige ist das eine. Das andere ist dann, wie geht man halt damit, wenn der Hund da ist? Und da behaupte ich unpopulärerweise, dass ich denke, dass 90 Prozent der Hunde nicht wirklich erzogen sind. Und das tut mir für die Hunde sehr leid, weil das natürlich auch viel Struktur und Stütze im Alltag gibt, wenn man irgendwie so weiß, wie die Regeln sind und wo die Grenzen sind und so weiter. Und das bietet natürlich sehr viel Konfliktpotenzial auf allen Seiten.
Ich glaube sowieso, das ist jetzt auch wieder eine These von mir. Ich glaube, Hundehaltung ist immer etwas Egoistisches, weil man ja immer irgendwie den Hund haben will, sein Leben halt irgendwie netter zu machen. Und das ist aber toll, weil Hunde lieben ja Menschen als Sozialpartner, also noch mehr als Artgenossen. Und deswegen finde ich das ja auch eine schöne Symbiose. Aber eben dann zu sagen, der Hund ist quasi im Alltag mehr Stress, weil ich eben nicht entspannt spazieren gehen kann und immer irgendwie den nicht ableinen kann. Also für den Hund ist das natürlich sehr unangenehm, weil er halt einfach weniger Freiheiten hat. Aber auch für den Menschen, ich möchte mit meinem Hund spazieren gehen können und in der Lage sein, auch mal mit einer Freundin zu quatschen. Das sollte nicht der Alltag sein, aber es sollte halt zwischendurch auch mal möglich sein.
Katrin: Der Hundetrainer, dem wir seinerzeit waren, der hat uns das immer mit so einem Punktesystem erklärt. So, dass du immer mehr Punkte haben musst als der Hund. Wenn der Hund battelt und du gibst nach, hat er einen Punkt. Kennst du diesen Ansatz auch oder wie stehst du da dazu?
Conny Sporrer: Ich kenne den Ansatz sehr gut. Ich habe das auch in meinem Buch geschrieben, ich nenne das die Strichliste. Ich sage immer, der Hund hat quasi einen imaginären Block und da gibt es ein paar Spalten und jedes Familienmitglied hat eine Spalte. Und immer wenn einer eine Entscheidung trifft, dann wird da ein Strich gemacht. Und ja, ich behaupte mal, in den meisten Familien steht es 469 zu 8 für den Hund. Am Ende des Tages, wohlgemerkt. Und das ist ja auch der entscheidende Punkt, nicht so wie man früher geglaubt hat, so eine Dominanzrolle geht und Alpha und so weiter. Sondern es macht halt wirklich die Summe der kleinen Entscheidungen am Tag. Also Hunde orientieren sich halt sehr stark danach, eben wer kann eine gute Führungspersönlichkeit sein, sag ich jetzt mal. Und wenn man halt wirklich immer reagiert, wenn der Hund nur lieb schaut oder den Kopf schief hält oder eben ankommt und gestreichelt werden will und das halt sehr oft am Tag passiert, und der Hund merkt, okay, ich bin hier der agierende Paar. Und mein Mensch reagiert nur. Ich kann sehr viele Entscheidungen treffen, also habe ich ergo auch sehr viel Verantwortung. Und das finde ich dann am Ende des Tages sehr schade für den Hund, auch wenn man dann oft Mitleid hat, dass er jetzt nichts zu fressen kriegt, obwohl er da vorm Kühlschrank sitzt oder gerade raus in den Garten will, wenn er vor der Terrassentüre sitzt. Aber es ist immer im Sinne des Hundes, das ist auch wirklich mein absolutes Credo. Dass die Dinge, die man tut, die nie irgendwie da sind, dem Hund zu schaden, sondern es wirklich immer darum geht, dass die Lebensqualität des Hundes mittelfristig gefördert und gefordert wird.
Katrin: Es gibt dem Hund ja auch eine gewisse Stabilität, wenn er nicht derjenige sein muss, hier Entscheidungen trifft.
Conny Sporrer: Total. Und das ist auch immer, finde ich, die Grundmauer für Erziehung. Also es ist manchmal so, dass die Leute zu uns kommen und sagen, der zieht an der Leine. Und wir dann eben genau anfangen mit solchen Dingen. Wie sieht es denn im Alltag aus? wie sieht das aus? Und wie sieht das aus? Und das braucht dann auch eine gewisse Fähigkeit, diesen Zusammenhang zu erklären. Aber ein Hund, der an der Leine zieht, hat sehr oft einfach nur gelernt, selber Entscheidungen zu treffen. Und das fängt dann zum Beispiel oder fängt bei anderen Dingen an und hört dann beim Ziehen an der Leine auf, dass er gesagt hat, wenn ich darüber will, dann gehen wir dahin und wenn ich darüber will, gehen wir dahin. Und wenn ich da stehen bleiben will und schnüffeln, dann bleiben wir dastehen und gehen weiter, wenn ich das möchte. Und das ist ja eigentlich auch nur die sozusagen die Folge davon. Und deswegen muss man da immer bei der Pike anfangen oder an der Wurzel des Problems.
Katrin: Sind Hunde irgendwann zu alt, noch zu lernen? Also wenn sie das Welp nicht mitgekriegt haben, ist es irgendwann vorbei oder können wir davon im lebenslangen Lernprozess oder Lernaufnahmefähigkeit reden?
Conny Sporrer: Kann man schon. Ich würde sagen, die meisten Dinge sind noch erlernbar. kommt jetzt wirklich aufs Alter des Hundes an. Manche Dinge würde ich jetzt nicht mehr anfangen, wenn ein Hund 14 Jahre alt ist und vielleicht schon älter und ist schon sehr gebrechlich. Das muss man immer so bisschen abwägen. Aber grundsätzlich, die Hündin, die ich davor hatte, die war sieben Jahre, als ich sie adoptiert habe. Die kannte nicht mal ihren Namen. Und war wirklich, also ist einfach noch ein top erzogener Hund gewesen. Das ist alles möglich. Ich glaube, es ist immer auch eine sehr willkommene Ausrede manchmal, dass man da nichts mehr tun muss oder denkt, mehr tun zu müssen.
Katrin: Ja, so bisschen Verantwortung von sich wegschieben, weil der Hund schon so alt ist.
Conny Sporrer: Genau, zum Beispiel. Oder weil es die Rasse XY ist, sehr gerne gehört. Die kann man ja nie ableinen, die können ja nie ohne Leine laufen und die dürfen nicht alleine bleiben und die können nicht Auto fahren und was auch immer. Das sind ja auch dann immer solche lustigen Ausreden, die ich immer wieder mal höre. ja, ist manchmal vielleicht bequemer, als dann die Wahrheit in Angriff zu nehmen.
Katrin: Bevor wir gleich bei den typischen Trainingsfehlern weitermachen, halte ich kurz drei Dinge für dich fest.
Lifehack 1: Lass dich vor der Anschaffung beraten. Viele Hundeschulen beraten schon vor der Hundewahl. Schilder deine Lebenssituation und such den Hund danach aus, nicht nach dem süßesten Foto.
Lifehack 2: Führ mal Connys Strichliste. Beobachte einen Tag lang, wer bei euch die Entscheidungen trifft: du oder dein Hund. Je öfter du nur reagierst, desto mehr Verantwortung lastet auf ihm.
Lifehack 3: Alter ist keine Ausrede. Auch erwachsene und alte Hunde lernen noch. Wer sagt, der ist zu alt oder die Rasse kann das nicht, schiebt meist nur die Verantwortung weg.
Und jetzt wird es praktisch: Conny verrät den Trainingsfehler, den fast alle machen. Warum Rufen nur im Ernstfall deinen Rückruf kaputt macht, hörst du jetzt.
Gibt es denn so ein Rezept, das für alle Hunde funktioniert oder unterscheidet sich es wirklich von Rasse zu Rasse, welchen Tipp man da auch geben kann? Also wir haben einen Boxer-Mischling zum Beispiel, da ist auch alles drin. Boxer, Ridgeback und Labrador, also das ist wild. Und ich meine, dass es, glaube ich, Boxer sind, die erstmal Entscheidungen auch hinterfragen, ob die auf Sinnhaftigkeit, das heißt manchmal, wenn ihn abruft, dann guckt er auch erstmal, ob es den Grund gibt, warum er zurückkommt. kommen sollte, also so in die Richtung, er gerade gelaufen ist. Der kommt dann schon, aber ja.
Conny Sporrer: Ja, also das ist so was, ich meine, habe dieses Label beim Boxer noch nie so gehört, weil eigentlich ist es ein relativ kooperativer Hund auch, also der ist ja sehr vielseitig eingesetzt worden und vor allen Dingen halt eben auch für viele Dinge, die halt in Zusammenarbeit mit den Menschen sind. Das finde ich immer eine wichtige und gute Voraussetzung für einen Hund. Ich sage jetzt mal, der Ritschbeck ist ja, hatte ich selber eben aus dem Tierschutz auch die letzte Hündin, die ich gerade beschrieben habe, die sieben Jahre alt war. Das sind ja schon eher selbständige DenkerInnen, die muss man schon mit guten Argumenten überzeugen. das hat jetzt nicht genau, weil das hat Ja, das hat tatsächlich aber immer eben nicht zu diesem Stempel der Rasse, sondern das ist immer herleitbar mit, was sollten die tun. Und Richbaks, die haben halt im Grunde draußen auf einer Farm gelebt und sehr viel selber entschieden und nicht so sollten nicht so kooperativ mit den Menschen sein. Und da kann es durchaus sein, dass so was mal durchkommt. Aber das, was du jetzt zum Beispiel gerade beschrieben hast, ist so ein typischer Trainingsfehler, den viele machen. Also ich habe das, ich erlebe das selber auch bei meinem Hund immer wieder. Da muss ich auch ein bisschen von meiner eigenen Tür kehren. Aber ich weiß zumindest, wenn ich es so erkenne, weil es ist eben sehr oft so, dass man, das ist auch so eine ganz wichtige Message, gut, dass ich es hier sagen darf. Man trainiert oft immer nur im Problem selber. Das Problem ist dann so zentral. Das ist große Problem. Wenn es an der Tür klingelt, kommt der Hund nicht zur Ruhe. Wenn Besuch kommt, kommt er nicht zur Ruhe. Wenn ich einen Hund treffe, ist er nicht ansprechbar. Wenn ich ihn rufe oder der wild ist, kommt er nicht. Man ist quasi schon immer in der schwierigsten Disziplin, ohne dass man vorher überlegt, was sind Abstufungen vorher, die nicht optimal funktionieren. Und das, was du beschrieben hast, ebenso, du rufst ihn und er guckt sich erst mal was da sein könnte. Heißt für mich immer, du rufst ihn zu oft, wenn wirklich was passiert. Also das ist eben seine, es ist eine klassische Fehlverknüpfung eigentlich, dass er quasi gelernt hat, okay, wenn ich gerufen werde, dann passiert irgendwas Spannendes, wo ich nicht hindarf. Und deswegen guckt er halt erst mal, wo kommt der Hund oder das Kind am Fahrrad oder was auch immer. Und das ist eben so was, wo man den Hund dann ja auch wieder superleicht austricksen kann, wenn man jetzt in Zukunft zu 70-80 % ihn einfach ruft, wenn wirklich nichts passiert, weil dann kann man das wieder super gegenkonditionieren sozusagen.
Katrin: Das sind quasi einer von diesen typischen Fehlern. Gibt es da denn noch weitere, die dir so unterkommen?
Conny Sporrer: Ja, es gibt ganz viele Trainingsfehler und Mythen. Also was ich zum Beispiel auch immer sehr gerne immer wieder anspreche, ist halt so dieses Thema Training mit Leckerlis. Da gibt es ja so auch gefühlt zwei Fronten. Die einen die mit und die anderen ohne und dann gibt es in der Zwischenwelt nichts. Und ich bin die Zwischenwelt. Nein, es geht einfach darum, dass wir ja sehr viele Dinge von den Hunden wollen, wie zum Beispiel den Rückruf, die unnatürlich sind. Also es gibt ja nicht wirklich so ein Signal, das im Rudel trainiert wird und dann wird irgendwie rangerufen. Ja, man könnte sagen, das Heulen ist halt ein Zusammenrufen, aber nicht so aus einer superschwierigen und ablenkungsvollen Situation. Also für den Hund ist es ja tausendmal sinnvoller, dem Hasen hinterher zu laufen, als zu mir zurückzukommen. Und das sind halt alles Dinge, die eben, wie gesagt, sehr unnatürlich für Hunde sind. Und deswegen finde ich, sind wir ihnen schuldig, diese Dinge ihnen sehr gut beizubringen und auch sehr gut zu bezahlen. Und deswegen ist es halt superwichtig, dass wir eben sie gut bezahlen in ihrer beliebtesten Währung. Das ist halt nun mal sehr oft Futter. Es kann auch mal ein besonderes Spielzeug sein. Sehr selten sind Streichelanhalten oder so, wie die Menschen halt glauben. Weil wieso sollte ich halt für einen kleinen Streichel am Kopf kommen, den ich 400-mal am Tag bekomme, wenn ich einem Hasen hinterherrenne? Und das ist so ein Punkt. Also generell so die Frage, lächerlich ist ja oder nein. Also mein Motto ist so, wir bauen die Dinge auf. Also bleiben wir jetzt mal vielleicht bei was weniger Schwierigen, wie zum Beispiel dem Signal Sitz. Rückruf ist ja schon auch nochmal eine andere Disziplin, aber sitzen und bleiben ist ja sowas, sollte ja jeder Weltmeister mit acht Wochen spätestens können. Und das ist etwas halt, was ich natürlich dem Hund erstmal beibringen muss. Ich muss ihn mit dem Keks in diese Position bringen und nicht mit der Leine irgendwo hin rucken. Find ich halt ethisch einfach verwerflich, wenn man dann grob wird. wenn man dem Hund auch etwas sehr positiv beibringen kann. Aber natürlich muss ich dem Hund dann nach einigen Wochen und Monaten, wenn er das gut gelernt hat, nicht jedes Mal einen Keks dafür geben. Wenn es zum Beispiel eine schwierige Situation war, weil er da abgelenkt war bei dem Hund und sich trotzdem hingesetzt hat, dann finde ich, kann man das auch gut bezahlen. Aber es geht eben darum, man baut Verhalten auf und wenn es dann irgendwann mal gefestigt ist, dann verstärkt man intermittierend. Das heißt eben einfach unregelmäßig. oder unvorhersehbar auch für den Hund. Das ist irgendwie, finde ich, so schade, weil es oft nur so zwei Lager gibt, ja, belohnen, ja oder nein. Das ist eben auch ein großes Problem. Ich glaube, das größte Imageproblem von Leckerli ist, dass die Menschen oft erst mal nichts dabeihaben. Und zweitens, wenn sie was dabeihaben, wirklich das Falscheinsetzen. Also vom Timing her dann eben immer den Keks erst rausholen und der Hund sieht, okay, das ist mein ein Euro. Und wenn ich den sehe, dass der gleich eingeworfen wird, übe ich das Signal aus. Und im Aufbau ist das natürlich, wie gesagt, beim Beibringen von Sitz zum Beispiel normal, dass man den Keks dann hinter den Kopf führt und der Popo sich dann setzt oder senkt des Hundes und dann setzt er sich damit. Aber irgendwann hat er den Ablauf verstanden und vielleicht ein verbales Signal oder ein Sichtsignal dazu verknüpft und dann muss ich nicht jedes Mal ihm den Keks vor die Nase halten, dass er was tut. Im Gegenteil, ich sollte es eben nicht tun, weil er es ja schon gut gelernt hat. Aber wenn er es gemacht hat, dann gebe ich ihm den. Und das ist eben so schwierig für viele, dass sie die Hand nicht schon in die Tasche packen, weil das dann das alltagstaugliche Training wieder boykottiert, sozusagen. Weil die Hunde dann immer nur 0 und 1 lernen. Entweder wird belohnt oder es wird nicht belohnt und dann wird irgendwas gemacht. Und das ist ebenso wichtig, dass man wirklich vorausgesetzt eben der Hund kann es in vielen verschiedenen Situationen gut. Das ist halt auch so was. Die Leute gehen zweimal die Woche in die Hundeschule und sagen, ja, da ist dort der Beste und der kann das immer. Aber draußen funktioniert es halt nicht so gut, weil sie draußen eben genau das nicht so üben und vielleicht nur in den schwierigen Situationen üben. Und man muss es natürlich dann auf der Straße auch üben. da ist es dann natürlich auch, also es muss dann nicht jeder Hund fürs Kommen was kriegen oder nicht stetig was bekommen, aber man soll es eben zwischendurch verwenden, damit das nicht gelöscht wird, das Erlern.
Katrin: Es ist wieder so bisschen diese Inkonsistenz, die den Hund ja dann auch einfach stresst oder diese Inkonsequenz. in der Hundeschule ist es so und daheim kriegt er dann wieder einen Punkt und dann ist es lächerlich so und dann ist es wieder so. Da kann er sich ja auch gar nicht drauf einstellen.
Conny Sporrer: Genau. das ist, wie gesagt, es ist schon wichtig, dass er, dass man, also ich glaube, das ist das, was den Hund noch mehr stresst, dass man inkonsequent ist. Also zum Beispiel sagt, macht Platz und der Hund macht Sitz und man denkt, ja ist egal. Und der Hund lernt, wenn er so was, so eine Erfahrung immer wieder sammelt, dann lernt er am Ende, meint mein Mensch nicht, was er sagt. Und das ist halt auch für das Vertrauensverhältnis wirklich schwierig, weil dafür ist die Konsequenz so wichtig, nicht dass der Hund unterdrückt wird und sich unterordnet, sondern es geht darum, dass der Hund weiß, mein Mensch tut einfach, er sagt. Er hält, was er verspricht. Und wenn er was will von mir, dann gibt es da keine Zwischenoptionen. Das finde ich dann auch so wichtig, dass man sagt, es muss sich den Hund auch lohnen, deswegen soll er gerade im Aufbau belohnt werden. Ich rede jetzt beim Aufbau aber wirklich von den ersten zwei Jahren sogar. Weil eben so, das ist eben das Problem, dass diese Generalisierung auch Menschen so schwerfällt. Dass sie eben sagen, in der Hundeschule funktioniert das oder ich weiß, dass der es kann. Aber nein, in dieser Situation kann er es noch nicht gut genug und dann muss man es da auch machen und da auch machen. Das ist eine wirklich große Herausforderung.
Katrin: Ich sehe schon, alles, was wir da ansprechen, läuft immer wieder zum selben Thema zurück, so dass man selbst das Alphatier in der Gruppe ist und selbst die Verantwortung übernimmt und nicht den Hund quasi den Ton angeben lässt.
Conny Sporrer: Ja, also Alpha, den Begriff mag ich nicht so gerne, der ist ja heutzutage besonders negativ besetzt, gerade wenn es Männlichkeit geht und so weiter. Deswegen, also ich sag einfach, es geht halt eine Führungsrolle und letztendlich sind wir auch, wenn wir da eine große biologische Differenz haben, aber wir sind halt trotzdem wie eine Form von erziehungsberechtigten Eltern. Letztendlich, wir sind da Sicherheit zu geben, wir sind aber auch da, eben Vertrauen zu schaffen. Wir sind da, Regeln zu etablieren. beim Hund mit dem Unterschied, sag ich mal, dass wir im Gegensatz zu Kindern, die schicken wir ja irgendwann quasi im besten Fall weg und die sind dann selbstständig. Und bei Hunden ist es so ein Mix, weil wir auf der einen Seite die ja sehr immer an uns binden wollen und ihnen immer einen Grund geben, zurückzukommen. Ich meine, das sollte man bei Kindern natürlich auch machen. es geht halt dann darum, dass wir trotzdem eine, und das klingt jetzt auch vielleicht bisschen zu hart, aber eine gewisse Form der Abhängigkeit schaffen müssen, weil natürlich ein jagdlich motivierter Hund dann doch vielleicht lieber den Nachmittag im Wald allein verbringen würde. Und da geht es halt schon darum, dass wir diese Bindung wirklich gut, immer wieder in Erinnerung rufen und gut warm halten sozusagen.
Katrin: Was würdest du jetzt Menschen empfehlen, die angenommen absolut in der Ära Insta-Bubble sind? Die werden dann von Welpen umgeben. Dackel, glaube ich, sind ein ganz großes Thema. Oder diese grauen Hunde mit diesen blauen Augen und sich jetzt unbedingt einen Hund holen möchten. Was würdest du denen zuerst an die Hand geben?
Conny Sporrer: Wo fange ich an? ich bin Das passiert dann sowieso. ich finde nämlich, also ich bin ja selber, wenn ich jetzt viele Jahre zurückdenke, dann war ich ja selber irgendwie ein Fan von englischen Bulldoggen, weil die so ein süßes, knätschiges Gesicht hatten. Und ich finde, da muss man schon aufpassen, weil es ja manchmal wirklich aus Unwissen passiert. Und dass die Hunde wirklich schwer behindert und krank sind. ist ja einfach, wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt, evident und ist ja auch nicht verhandelbar. Es gibt ja dann auch nicht die eine gesunde Linie und selbst diese Retrozüchtungen, wo dann die Hunde ein bisschen mehr davon und davon bekommen, ist ja auch alles total inkorrekt, weil es ja viele Zwischengenerationen bräuchte, die wieder gesünder zu machen. Und viele Rassen darf es aus meiner Sicht einfach so nicht mehr geben. Nicht zuletzt, weil die Rassen ja in heutigerweise überhaupt keine Funktion mehr haben. wenn wir jetzt von mir uns beim Dackel bleiben. Dackel ist ein super selbständiger Solitärjäger, Jagdhund. Der ist in seiner ursprünglichen Funktion einfach nicht mehr funktional dazu kommt, dass es halt viele gesundheitliche Probleme auch gibt. wir, also an sich, das möchte ich auch ganz klar dazu sagen, ich bin großer Fan vom Charakter des Dackels, aber es ist halt nicht ein ganz klassischer einfacher Hund. der mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Wenn man den so züchten würde, dass die Beinchen länger werden und der Rücken komprimierter ist und vielleicht noch mal etwas kooperativere Fähigkeiten hat, dann wäre das ein super toller Hund. Aber der hat nichts mehr mit dem Dackel zu tun, den wir ursprünglich gezüchtet haben. Und das finde ich halt einfach super schade. Und das könnte man jetzt wahrscheinlich auf 95 Prozent aller Rassen Münzen, dass die einfach heute keine Funktion mehr haben. Und ich sage immer, ein Haufen Langzeitarbeitsloser sind, die ja viel zu wenig gefordert und beschäftigt werden. Also die müssen jetzt natürlich nicht, man muss denen jetzt keinen Wald kaufen und einen Fuchsbau, aber die sind halt dafür gezüchtet, dass die im Zweifel auch deswegen auch die Zwergdackel und so weiter. in sehr kleine Löcher reingehen und dort rausboxen und diskutieren mit dem Bild, das sich da drinnen befindet, dass es keinen Morgen mehr gibt. Und da ist jetzt nichts mit Ja und wenn der Jäger ruft, dann kommst du zurück, sondern die sollen da wirklich ihre Sache fertig machen. Und das ist ja etwas, wo man schon so bisschen das Temperament rauserkennen kann, nämlich sehr viel Eigenständigkeit, sehr viel, das ist das, was die Menschen dann als Sturheit bezeichnen. Aber es ist ja nicht stur, es ist genauso reingezüchtet worden, dass sie halt einfach selbstständige Entscheidungen treffen und auch eben sehr viel Biss haben, Sinne von einfach sehr viel dranbleiben und sehr viel Tatendrang. das ist eben eine Sache, die wir dann oft auf dem Sofa nicht so wollen. Wenn der Hund dann sagt, ja, okay, das Sofa, gehört jetzt mir, das verteidige ich oder irgendeinen Gegenstand oder so. Das ist alles lösbar, aber die Menschen, wie du sagst, die den Dackel sehen, der so süß ist und der passt ja auch so gut im Arm und der braucht nicht viel Platz und dann gibt es ja noch neue Farbschläge und so weiter. Das hat halt ja gar nichts mit dem zu tun, was ich gerade erzählt habe. Also die Menschen beschäftigen sich viel zu sehr mit Optik und das ist so mein Problem. Und dann kommt die andere Komponente dazu, dass es ja Tausende, Millionen Hunde, zum Beispiel im Tierschutz gibt, die es schon gibt und die die man nicht extra produzieren lassen muss, man nicht so teuer kaufen muss, aber die es in allen Formen, Farben, Größen, Charakteren gibt, dass es ja absurd ist, sie extra produzieren zu lassen. Da hat man wirklich fertige Hunde und das finde ich ja auch immer so krass. Du gehst ja dann zum Züchter und sagst, ich will dir einen Dackel und entweder gib dir den, der übrig ist. Selten ist es ja so, dass dann jeder sich den eigenen Hund aussuchen darf. Manchmal macht der Züchter die Züchterin. Aber das ist ja trotzdem nur aus einem Minipool von fünf bis acht Hunden. Und da soll dann der perfekte Hund dabei sein. Aber bei den Tausenden im Tierschutz ist er nicht dabei. Das ist ja absurd. Und deswegen finde ich halt zu schade, dass die Menschen nicht mehr in Tierheime gehen und mehr im Tierschutz, auch von mir aus, sich ins Flugzeug setzen und mal ins Ausland fliegen. Weil für so einen Städtetrip hat man ja auch Zeit. Also wieso sollte ich dann nicht einmal in ein Tierheim gehen, wo ja teilweise in Rumänien, Ungarn über 200 Hunde sitzen und sich da nicht mal ein Wochenende beschäftigen und sagen, okay, vielleicht könnte der zu mir passen.
Katrin: Da steckt eine Menge drin. Drei Dinge davon kannst du sofort mitnehmen.
Lifehack 1: Üb nicht nur im Ernstfall. Ruf deinen Hund immer wieder, wenn gerade gar nichts los ist. Sonst lernt er: Wenn ich gerufen werde, passiert gerade etwas Spannendes, und schaut erst mal nach.
Lifehack 2: Bezahl deinen Hund in seiner Währung. Beim Lernen großzügig belohnen, meistens mit Futter. Sitzt das Verhalten, belohn unregelmäßig weiter, damit es nicht verloren geht.
Lifehack 3: Meinen, was du sagst. Gib nur Signale, die du auch durchsetzt. Ein Platz, das auch mal ein Sitz sein darf, lehrt deinen Hund: Mein Mensch meint es nicht ernst.
Gleich geht es um das Vorurteil, dass Tierheim-Hunde alle einen Knall haben. Conny räumt damit auf und erzählt, warum sie selbst nie einen Welpen wollte.
Was sagst du dazu, dass Leute vielleicht davon ausgehen, so Hunde, im Tierheim sind, vielleicht Problemhunde sind oder wenn man es jetzt bisschen lapidarer sagen will, ein bisschen Treffer haben?
Conny Sporrer: Also das ist schon manchmal eine valide Erfahrung, die die Menschen sammeln, weil sie oft dann nur in ein Tierheim gehen. Und ich sag mal, die einfach vermittelbaren Hunde, sind oft sehr schnell weg. Und die Langsitzer bleiben halt da. Und dann haben sie auch wieder so bisschen alimimäßig für sich gesagt, okay, ich war ja im Tierheim, aber da war keiner dabei und vielleicht habe ich ihn auch nicht bekommen, weil ich kann Haus und Garten haben und dann gehen sie halt zu einem halb professionellen Züchter und da bekommen sie halt jeden Hund. Das ist halt leider auch sehr häufig die Erfahrung. Aber grundsätzlich, und da finde ich halt den Auslandstierschutz auch so wichtig, denn die haben dort nicht die Voraussetzungen, die wir in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz haben. Das sind ja Tierheime, auch wenn es denen nicht gut geht und die auch wirklich Probleme haben mit Geld und Personal und so weiter. Trotzdem sind das Luxusschlösser im Vergleich zu manchen Schaltern im Ausland. Und da gibt es aber wirklich auch viele, die mit deutschen Vereinen zum Beispiel zusammenarbeiten. Ich bin ja selber Schirmherrin von einem deutschen Tierschutzverein Pfotenherz. Und wir haben zum Beispiel zwei Partnertierheime in Rumänien, wo wir quasi mit den lokalen Tierheimen vor Ort wirklich kooperieren und da auch natürlich Nachhaltigkeitsprojekte machen, aber eben auch die Hunde helfen zu vermitteln, weil die dort überhaupt keine Chance hätten. Und wenn man dort einmal war, dann verwirft man sofort diese Thematik, dass die Hunde dort alle einen Knall haben. Also klar ist es so, dass die manchmal das Leben so nicht kennengelernt haben. Es gibt dort auch viele Hunde, die schon in Wohnungen gelebt haben und bei Familien waren und dann ausgesetzt wurden oder so. Aber es gibt natürlich auch Hunde, die zwar sehr aufgeschlossen mit Menschen sind, aber zum Beispiel das Leben in der Stadt oder mit Straßenverkehr oder so noch nicht kennengelernt haben. Aber letztendlich hat das halt sehr oft der Welpe vom Züchter auch nicht. Da nehmen wir uns aber die Zeit oder da nimmt man das ein bisschen in Kauf, dass sie das halt so nicht kennen. Im Tierschutz ist es dann immer der Hund hat einen Knall, weil er vielleicht schon eine Woche oder Monate älter ist. Und das finde ich halt sehr, schade.
Katrin: Das heißt, du plädierst ganz klar dafür, dass man sich, wenn man einen Hund möchte, in den örtlichen Tierschutzinstituten umschaut.
Conny Sporrer: Genau, also muss jetzt gar nicht, also man kann ja auch mal ein paar Tierheime abklappern in der Umgebung oder eben auch in Tierschutzvereinen schauen. Wie gesagt, die Thematik ist natürlich, dass die Hunde in der Regel, also es gibt ja auch Hunde auf Pflegestellen, die aus dem Tierschutz sind, da zahlreiche, die die einfach gut passen können, die sich da auch schon ins Leben eingefügt haben und die man sehr gut einschätzen kann im Vergleich zu so manchen Welpen, der halt ein Baby ist und wo man nicht sagen kann, wird er vielleicht doch ein bisschen jaglicher oder doch ein bisschen problematischer mit anderen Hunden oder sowas. Also vieles löst natürlich Erziehung, aber das sind halt Themen, die man dann schon sieht und das finde ich einen großen Vorteil. Und ja, und ich finde eben immer wichtig, da auch nochmal zu betonen, die Menschen wollen ja immer den Welpen, weil sie von Anfang an alles richtig machen wollen. Und natürlich ist der süß und die wollen mit dem aufwachsen, das kann ich irgendwie nachvollziehen. Aber was ja faktisch passiert, ist, dass sie ja 16 Wochen ihn betüdeln und wie ein kleines Baby behandeln und vergessen, dass der in diesen 16 Wochen eigentlich das durchmacht, ein Mensch von 0 bis 16 Jahren durchmacht. Und das ist halt diese eine wichtige Phase, wo es so drauf ankommt, dass man da Konsequenzen etabliert und eben den Hund richtig aufs Leben vorbereitet und so. Und das, muss ich sagen, schaffen die wenigsten wirklich. Also ich zum Beispiel möchte auch keinen Welpen. Also ich hatte auch noch nie einen Welpen, weil ich genau diese Arbeit nicht machen möchte. Ich möchte nicht alle zwei Stunden rausgehen, ich möchte nicht den Hund irgendwie ans alleine bleiben, gewöhnen. Das sind natürlich alles Dinge, die man auch bei einem Second Hand Hund unter Umständen machen muss. Aber ich weiß einfach, wie viel Würde und Arbeit es ist, den Hund halt richtig aus Leben vorzubereiten. Und da nehme ich mir noch einen, wo ich schon charakterlich und auch vom Wesen ein bisschen besser rausgehen kann. Okay, das ist eine coole Socke, den kann ich gleich mal überall irgendwie mitnehmen. wenn ich weiß, der kommt von einer Pflegestelle und kann dort alleine bleiben, dann habe ich große Chancen, dass er bei mir auch bald alleine bleiben kann. Und das finde ich halt alles viel besser einzuschätzen. Also ja, ich bin für Secondhand-Hunde, falls es noch nicht deutlich genug rausgekommen ist.
Katrin: Die kann man aber dann auch noch erziehen. Meinst du?
Conny Sporrer: Total. Also ich finde ja fast oft noch besser. Ich trainiere, also das klingt jetzt so wertend, ich finde, Welpen machen natürlich auch Spaß, aber ich trainiere halt lieber mit erwachsenen Hunden auch oder schon etwas reiferen Hunden, weil bei einem Welpen, wie Sie vielleicht selber wissen, die Aufmerksamkeit Spanier ist halt sehr gering und dann, da fliegt ein Blatt und dann kommt da wieder ein anderer Hund und da muss man natürlich einfach auch sehr viel Rücksicht nehmen und Geduld haben. Erwachsene Hunde haben es manchmal bisschen schwerer, weil die nicht gelernt haben zu lernen. Deswegen ist Konzentration manchmal Thema. Aber die schaffen das dann, wenn sie sich gut dran gewöhnen können, schon relativ schnell. Da ist es oft noch leichter, etwas zu etablieren. Schwierig ist es immer dann, aber das wissen die Menschen auch selber, wenn man schon irgendeinen Fehlverhalten sozusagen angelernt hat. zum Beispiel gelernt hat, ach so, wenn es klingelt, dann rennen die immer hektisch zur Türe und dann bell ich mal, ist natürlich schwieriger, dem Hund dann beizubringen, bleib ruhiger auf deiner Decke liegen, als wenn ich das von Anfang an eben schon richtig übe.
Katrin: Hast du denn schon mal jemandem geraten, seinen Hund abzugeben, weil da kein Miteinander auskommen war?
Conny Sporrer: Also ich muss da sagen, da bin ich immer ein bisschen eine Moralinstanz. Da bin ich so, dass Aufgabe die allerletzte Option ist. Also wenn ich jemandem geraten habe, ein Hund abzugeben, dann ist das meistens, weil irgendwie Gefahr im Verzug ist, weil es mit dem anderen Hund Probleme gibt, die manchmal auch erst einfach irgendwie nach Jahren entstanden sind. Oder weil es Probleme mit dem Kind gibt oder wirklich ein Aggressionsproblem in der Familie und es sich nicht anders lösen lässt. Wenn es jetzt im Endeffekt so ist, dass eine Abgabe im Raum steht und ich bin jetzt per se nicht zu, dass ich sage, man darf niemals den Hund abgeben, aber es gibt nur wenige Gründe, die für mich legitim sind. Und wenn es jetzt darum geht, dass ich sage, nee, eigentlich bin ich doch nicht so konsequent und der Hund bräuchte dies und jenes, dann finde ich es halt wirklich richtig scheiße auf gut Deutsch. Und deswegen, da würde ich dann schon den Leuten ins Gewissen reden und sagen, hey, ihr habt die also quasi die Verantwortung für den Hund übernommen. Und jetzt müsste sie auch tragen. Und das finde ich halt, finde ich dann super schade, wenn man sich da so verschätzt hat. Wenngleich ich natürlich auch dann denke, für den Hund wäre es wahrscheinlich wirklich besser, wenn er wohin lebt, wo er gut verstanden wird. Aber ich kann ja nicht die sein, die sagt, ja, ja, ich suche euch jemanden. Weil dann habe ich bald sehr viel zu tun, was das betrifft. Deswegen ist mir schon immer wichtig, den Leuten ins Gewissen zu reden. Und ich finde halt, was auch so ein Thema ist, finde ich sehr oft ein Mythos ist, dass die Leute oft sagen, ich habe keine Zeit für einen Hund. Oder ich bin da nicht so konsequent. Es gibt ja für alles immer Lösungen. Ich bin auch selbstständig, habe viele verschiedene Themen und Firmen, wo ich zu tun habe. Ich habe auch wenig Zeit. Die Zeit, die ich mir für den Hund nehme, ist Quality-Time. Ich habe keine zwei Stunden am Tag jeden Tag für den Spaziergang. Aber ich mache mit dem, in meiner Zeit, die ich für den habe, mit dem coole Sachen und beschäftige sie. Das Schönste für den Hund ist, ohnehin dabei sein zu können. Wenn ich sage, ich bin viel unterwegs, dann kann es sein, dass man jemanden etablieren kann, sei es ein Sitter oder jemand aus der Nachbarschaft, wo der Hund dann Zeit teilweise verbringen kann. ich finde halt manchmal ist es so, man braucht ein Haus und einen Garten und man braucht halt viel Zeit und man braucht vielleicht am besten noch einen zweiten Hund oder, ne, das sind so Klischees einfach und ich finde es gibt für jede, für jedes Lebenskonzept eigentlich eine Lösung oder eben auch, dass der Hund gut dran gewöhnt wird, dass er in die Arbeit mitkommen kann.
Katrin: Würdest du Hundeschule oder ein Hundetraining jedem Halter und Halterin empfehlen oder kommen viele auch erstmal zurecht?
Conny Sporrer: Also da habe ich ja ein ganz spannendes Experiment unfreiwilligerweise gemacht, habe ich einen Podcast selber schon seit vielen Jahren, die Hundestunde. Und ich glaube, war ein Jahr online oder war es gerade im Corona-Jahr, aber es war jedenfalls so, dass ja, wie du weißt, auch dann großen Hundeboom gab zu Corona-Zeiten und viele Hundeschulen ja geschlossen waren. Und die Leute dann mir teilweise wirklich geschrieben haben, also eigentlich bis heute noch, dass sie halt so dankbar sind, dass sie den Podcast gehört haben, weil sie ihren Hund nur damit erzogen haben. Und dann habe ich gedacht, ja, ja, ich war das ja oft, der ist so gut erzogen und dann sehe ich halt in der Wahrheit gar nicht nix. Und dann sind die Leute aber oft zu mir ins Training gekommen und ich war wirklich begeistert. Also was ich damit sagen will, ist, wenn man so die richtigen Quellen hat und sich wirklich gut reinfuchst, dann gibt es auch Menschen, die das auch so hinkriegen. Da ist halt die Frage, welche Quellen hat man. Es gibt viele coole Videos, die man schauen kann. Ich glaube schon, dass man viel mitnehmen kann. Ich zum Beispiel bin immer der Typ, der Ich brauche immer diese individuelle Betreuung. Und ich mag, dass mein Hund individuell eingeschätzt wird. Deswegen finde ich das auch cool begleitend, auch mal dieses eins-zu-eins-Training zu haben. von mir aus auch in einer Gruppe. Aber ja, definitiv. Ich habe ja zum Beispiel auch eine Online-Hundeschule, da habe ich auch so wirklich Kurse, die man durchmachen kann und so. Und da gibt es wirklich Menschen, die das durchmachen und sagen, ja, der Hund ist plötzlich von Wild abrufbar und die haben mich nie gesehen. Und das finde ich halt großartig. Also ich würde nicht sagen, dass jeder eine Hundeschule machen muss. Aber ich glaube, dass wirklich viele Themen erst gar nicht entstehen würden, wenn man zu einem guten Trainer oder einer guten Trainerin vorab schon geht, dass die Person den Hund mal einschätzt und sagt, was da wichtig ist für diesen einen individuellen Charakter oder diesen Typ Hund, weil man vieles, glaube ich, vorher abfangen kann.
Katrin: Wir haben jetzt schon mal so grob umfasst, wie viel Verantwortung Hund ist. Und das ist ja nicht nur das Zusammenleben zwischen mir als Halterin und dem Hund als Haustier ist, sondern dass da noch viel mehr dranhängt. Hast du da jetzt auch schon Situationen erlebt, wo es jetzt von einem auf den anderen Moment wirklich teuer geworden ist, weil der Hund unvorhergesehen reagiert hat? Der ja so lieb ist und nichts tut, eigentlich.
Conny Sporrer: Ja, also ich teile das jetzt vielleicht in verschiedene Themen, weil es gibt ja da viele verschiedene Formen von auch Versorger, die man treffen kann. Also einerseits bei uns in Österreich zum Beispiel muss der Hund natürlich eine Haftpflichtversicherung eben haben, wenn solche Sachen passieren. Das ist ja wirklich gesetzlich schon vorgegeben, wenn man ihn anmeldet. Das ist ganz klar und das hat mir auch schon natürlich da und dort mal geholfen. Ich habe mal meine letzte Hündin, war. wirklich auch schon älter. Ich weiß nicht warum, manchmal, wenn die so in Taschen gewühlt hat, in Abwesenheit, hat sie dann aus Frust, wenn sie nichts gefunden hat, dann so mal den Henkel angekaut. Und das war leider eine Louis Vuitton-Tasche. Und da war ich zum Beispiel sehr gut, also sehr froh, ich da eine Versicherung hatte für sie. Das ist jetzt so das eine. Dann habe ich einfach auch schon erlebt, dass auch Kundinnen bei mir waren und mir erzählt haben, dass sie schon jahrelang irgendeinen Rechtsstreit haben. Weil der Hund irgendwie beim Aussteigen am Supermarktparkplatz einfach nur an der Frau, die da aus dem Auto ausgestiegen ist, hochgesprungen ist und wirklich einen Mini-Kratzer nur erzeugt hat, aber die total hysterisch wurde. Und letztendlich, wenn es dann hart auf hart kommt, dann wird gecheckt, ist der Hund toll, wurde geimpft. Das ist halt supermühsam. ich sage nur, es muss gar nicht so groß Gefahr im Fahrzeug sein, dass eben gewisse Themen auf einen zukommen können. Und natürlich auch so Sachen wie Hund rennt über die Straße, es fahren drei Autos zusammen und dann hat man wirklich ein Problem. Und gerade eben auch dann, wenn natürlich ein Kind mit dem Hund unterwegs ist, der quasi, wo man sagt, das Kind ist eigentlich nicht so in körperlich geistigem und reifem Zustand, quasi den Hund zu führen. Das sind Sachen, aber natürlich auch Krankenversicherungen. wirklich habe ich ehrlich gesagt immer bisschen belächelt und immer so gesagt, ja gut, also mir ist jetzt nicht so, wenn jetzt mal eine OP ansteht, dann kann ich das halt auch von den Ersparten bezahlen. jetzt vorgestern erst die Situation, eine Freundin von mir ist mit dem Hund auf der Wiese unterwegs, der übergibt sich, übergibt sich, übergibt sich und bricht zusammen auf der Wiese. Und der ist wieder stabil, es war, also es bis jetzt noch keine Diagnose, aber natürlich direkt eben in die Tierklinik und Röntgen gemacht und noch mal Röntgen gemacht. Und es wird vielleicht ein CT gemacht, noch mal, dass man neurologische Sachen ausschließen kann. Das sind Tausende Euro schon mal weg wegen nichts eigentlich. Und das war bei mir auch so, dass ich eigentlich immer gesagt habe, ich habe so einen mittelgroßen Mischling. Also die Chancen stehen eigentlich ganz gut. ist jetzt so erblich bedingt zumindest steht das nicht drauf. dass da irgendwie was ist und das brauche ich eigentlich nicht. Und im Nachhinein würde ich aber immer wieder sagen, auch jetzt, ich mit ihr nur erlebt habe, kleine Wunden, die auf einmal irgendwie immer größer werden und man muss dann doch lange behandeln und so weiter. Das läppert sich einfach, gerade mit den hohen Tierarztgebühren, die jetzt ja auch noch erschwerend dazugekommen sind. Also ich würde jetzt für jeden Hund immer eine Tierkrankenversicherung abschließen.
Katrin: Was hältst du von der Idee, dass Leute einen Hundeführerschein machen müssen, bevor die sich wirklich einen Hund holen?
Conny Sporrer: Ja, in Österreich gibt es ja jetzt seit Juli tatsächlich ein neues Gesetz, wo das verpflichtend ist. allen, also es ist vielleicht für meinen Geschmack auch noch ein bisschen zu locker, wenn man quasi einen Hund, also innerhalb von zwei Jahren vorher einen Hund hatte, dann muss man das nicht machen. Aber prinzipiell für die Zukunft ist es so, dass jeder, der sich einen Hund holt, muss so einen vierstündigen Theorie-Kurs machen, wo quasi einfach ein Vortrag vorgetragen wird und dann danach eine zweistündige Praxis. Und das finde ich einen absolut guten Schritt in die richtige Richtung. Ich muss sagen, natürlich, wenn es jetzt ältere Personen geht oder so, wo man sagt, okay, die müssen eigentlich, ja, die vielleicht lassen den Hund in Garten und der Hund ist auch schon natürlich älter und irgendwie fühlt sich da super wohl. Für manche ist es wahrscheinlich sicher eine Schwelle, aber ich glaube, dass es unter dem Strich mehr Positives zur Folge hat als Negatives.
Katrin: Man darf nicht vergessen, dass es ein Lebewesen ist. Ein Lebewesen, das zu 100 Prozent von dir abhängig ist.
Conny Sporrer: Voll. Und wie du sagst, es ist halt auch kein Mensch, den man sich anschafft, den man ja doch irgendwie vielleicht besser kennt und lesen kann, weil man selber Mensch ist. Sondern es ist ja wirklich so, dass man sich einfach ein Lebewissen holt, das eine völlig andere Sprache spricht. Und ich glaube, das ist so eins der Grundprobleme, die neben so der fehlenden Erziehung immer ein Auslöser sind für Probleme. Und das sind halt Kommunikationsmissverständnisse. Und weil man eben den Hund nicht richtig lesen kann und nicht sieht, der will jetzt schon seine Ruhe haben und hat eigentlich schon dreimal irgendwie gezeigt, dass er Stress hat und dann wird gebissen und dann war es halt plötzlich der böse Hund. Und ich glaube, das ist halt einfach eine ganz, ganz wichtige Voraussetzung, dass man da auch mal wirklich gezwungen ist, quasi die Basics zu hören und eben so typische Mythen wie, der will nur spielen und der tut ja nichts und ja, dass damit mal ein bisschen aufgeräumt wird.
Katrin: Sehr schön. Ja, Conny, vielen lieben Dank für deine Einschätzungen. Hast du noch einen Tipp für unsere Hörerinnen da draußen?
Conny Sporrer: den einen allumfassenden Tipp, der jetzt alles beantwortet. Naja, glaube, vielleicht zusammenfassend kann man wirklich sagen, wenn ihr euch einen Hund holt, ist also rassemäßig mal wichtig, dass ihr euch wirklich schaut, wofür wurde der gezüchtet. Und aus der Geschichte kann man dann meistens schon ableiten, was können so Themen und Herausforderungen im Alltag sein, die ja vielleicht dann uns im Wege stehen. Und eben im gleichen Atemzug auf jeden Fall eben sagen, es muss ja gar nicht der Rasse Hund sein, weil sie sind sehr oft nicht mehr so gesund. Und es gibt einfach zahlreiche Hunde im Tierschutz, die einfach die Chance oder die zweite Chance verdient haben. Und deswegen finde ich so schön, wenn man denen halt auch mal einen Blick schenkt.
Katrin: Ein Hund ist kein Accessoire und kein Content für dein Profil. Er ist ein Lebewesen, das komplett von dir abhängt. Jeden Tag, über viele Jahre.
Was ich aus dem Gespräch mit Conny mitnehme: Die meisten Probleme entstehen nicht, weil der Hund schwierig ist, sondern weil wir Menschen unklar sind. Wer führt, wer entscheidet, wer meint, was er sagt? Genau das gibt einem Hund Sicherheit.
Und such dir deinen Hund nicht nach der Optik aus. Frag lieber, was dieses Tier braucht und ob dein Leben das hergibt. Manchmal ist die ehrlichste Antwort ein erwachsener Hund aus dem Tierheim statt des Welpen aus dem Netz.
Wenn du gerade überlegst, dir einen Hund zu holen: Nimm dir Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme und hol dir Beratung, bevor er einzieht. Dein zukünftiger Hund wird es dir jeden Tag danken.
Gerade weil das Leben mit Hund im Alltag oft weit weniger perfekt ist als auf Social Media, spielt die Hundehalterhaftpflichtversicherung eine wichtige Rolle. Ein Hund, der an der Leine zieht, plötzlich losrennt oder nicht zuverlässig abrufbar ist, kann schnell einen Schaden verursachen – etwa wenn er jemanden anspringt, ein Fahrrad zu Fall bringt, andere Hunde verletzt oder Gegenstände beschädigt. Für solche Fälle haften Halter:innen in Deutschland grundsätzlich mit ihrem privaten Vermögen. Eine Hundehaftpflichtversicherung schützt vor den finanziellen Folgen solcher Missgeschicke, übernimmt berechtigte Schadensersatzforderungen und wehrt unberechtigte Ansprüche ab. So schafft sie Sicherheit für Hund und Mensch und nimmt ein Stück Stress aus dem ohnehin herausfordernden Hundealltag.
*Dieses Transkript kann leicht von der Podcast Folge abweichen.