In dieser Podcast-Folge geht es um die tatsächlichen Kosten des Führerscheins, die Wahl einer guten Fahrschule und darum, wie du mit der richtigen Vorbereitung und Einstellung ein Leben lang sicher fährst statt nur die Prüfung zu bestehen. Gemeinsam mit Fahrlehrer Gharaman Broyan sprechen wir über Praxis-Tipps, Theorie-Lifehacks und den Blick auf den Führerschein als Investition in dein sicheres Fahrleben.
Gharaman Broyan: Ich persönlich sage immer zu meinen Schülern, ich bilde dich hier nicht aus, damit du die Prüfung bestehst, sondern ich bilde dich dafür aus, dass du auch im späteren Verlauf weiterhin verkehrssicher unterwegs bist. Und ich würde schon sagen, dass viele Fahrschulen darauf nicht so viel Wert legen. Viele wollen einfach nur bestehen, ihre Bestehensquoten erreichen und Hauptsache der Schüler ist dann weg. Und da würde ich auf jeden Fall mir wünschen, dass viele Schüler, viele Fahrschulen oder viele Fahrlehrer sich da speziell darauf fixieren, dass die Schüler auch sicher im Straßenverkehr sind.
Katrin: Deine Hände kleben am Lenkrad, hinten sitzt der Prüfer und macht sich Notizen. Also gut: Innenspiegel, Außenspiegel, blinken, Schulterblick und anfahren. Oder war jetzt doch zuerst der Blinker dran?
Ein paar Wochen später stehst du dann da, Führerschein in der Tasche, das erste eigene Auto vor der Tür. Und dein Konto? Das ist gerade um ein paar tausend Euro geschrumpft. Wie viele es genau sind, darüber redet vorher komischerweise kaum jemand.
Dabei liegt ein großer Teil dieser Rechnung in deiner Hand. Woran erkennt man eigentlich eine gute Fahrschule? Warum lohnt es sich, das Einparken auch mal ohne Rückfahrkamera zu üben? Und was rettet dir nach der Prüfung wirklich den Lack, oder das Leben?
Genau darüber reden wir heute.
Und genau dazu habe ich mir Gharaman Broyan eingeladen. Gharaman ist Fahrlehrer in Bielefeld und teilt seinen Alltag aus dem Fahrschulauto auf TikTok und Instagram. Sein allererstes Video ging direkt durch die Decke, eine halbe Million Aufrufe. Und heute schreiben ihm Fahrschüler, dass sie ohne seine Videos ihre Prüfung nicht bestanden hätten.
Wir sprechen darüber, was der Führerschein heute wirklich kostet, woran du eine gute Fahrschule erkennst und was dich nach der bestandenen Prüfung sicher durch den Verkehr bringt.
Katrin: Und wie bist du dazu gekommen Fahrlehrer zu sein?
Gharaman Broyan: Tatsächlich durch einen sehr guten Freund von mir, der halt selber auch Fahrlehrer ist und auch zu dem Zeitpunkt Fahrlehrer war, schon ein paar Jahre. Ich kam da gerade aus der Selbstständigkeit mit meinem Bruder zusammen und dann habe ich halt schon immer mit Menschen arbeiten wollen. Ich würde mal von mir behaupten, dass ich Menschen gut was beibringen kann, beziehungsweise gewisse Dinge gut erklären kann. das war dann halt so der Punkt, wo ich gesagt habe, das mit der Selbstständigkeit gefällt mir halt nicht mehr so gut. Ich möchte halt mit Menschen zusammenarbeiten. Und ja, da bin ich mit meinem Freund ins Gespräch gekommen und er hat dann mir auch gesagt, so hey, wenn du magst, na guck dir das mal an, Fahrlehrer könnte echt was für dich sein. Und so bin ich dann tatsächlich darauf gestoßen.
Katrin: Wie läuft so eine Fahrlehrerausbildung ab?
Gharaman Broyan: So eine Fahrlehrerausbildung ist dann eben so, dass du erstmal den schulischen Teil hast. Das heißt bei mir war es jetzt beim Verkehrsinstitut in Bielefeld und dort meldet man sich an. Das Ganze geht knapp acht Monate. der reine schulische Teil. Und dann hat man halt die praktischen Prüfungen. Das heißt, auch wir Fahrlehrer werden geprüft und müssen dann natürlich unsere Skills zeigen. Das ist dann nicht so wie bei den Schülern, die jetzt geprüft werden, oder jemand, der ganz neu anfängt, sondern bei uns ist es tatsächlich so, dass da wird schon mal ganz, ganz, ganz genau drauf geguckt. Und jeder kleine Fehler kann dann halt schon auch zum Durchfallen führen. Dann hat man halt noch zusätzlich den Teil, das ist dann quasi so eine Art wie Praktikum. Und dann ist man in einem Betrieb und arbeitet dann quasi erstmal für eine Zeit lang und bereitet sich auf die Lehrproben vor. Und das sind dann auch wieder Prüfungen. Bei den Lehrproben hat man halt eben den theoretischen und den praktischen Teil. Da musst du einmal 45 Minuten lang beweisen, dass du im Auto alles in Griff hast, dass du deine Schüler gut anleiten kannst. Und im theoretischen Teil, da musst du einmal ein Unterricht halten vor den Prüfern und natürlich auch den Schülern. Die Schüler werden dann halt eben zwischen 10 oder 8 bis 12 Schüler sitzen dann dort und dann musst du halt zeigen, was du so draufhast als Fahrlehrer oder als zukünftiger Fahrlehrer.
Katrin: Und das hat auch gleich funktioniert, nehme ich an.
Gharaman Broyan: Tatsächlich, ja. Wo ich bisschen Probleme hatte, ehrlicherweise, war es im schriftlichen Teil. Da hat man, also man hat ja einmal den praktischen Teil. Da musst du als Fahrlehrer ja zeigen, was du draufhast. Dann hast du den theoretischen Teil und den mündlichen. So im theoretischen hatte ich tatsächlich so bisschen meine Probleme gehabt. Das habe ich auch ja nicht beim ersten Mal bestanden. Da bräuchte ich noch einen Anlauf und die restlichen Teile habe ich tatsächlich alle beim ersten Mal bestanden. Ja, da hatte ich auch keine Probleme gehabt.
Katrin: Wie war denn deine eigene Fahrprüfung, als du deinen Führerschein gemacht hast? Wie lief das so?
Gharaman Broyan: Ja, sehr, sehr lustig. Ich hatte damals ganz frisch angefangen und ich konnte schon so bisschen Auto fahren. Das habe ich so bisschen von meinem Bruder gelernt. Der hat mir das auf dem Verkehrsübungsplatz immer wieder mal gezeigt. und da konnte ich schon so bisschen schalten. Früher war es tatsächlich so, dass man alles mit dem Schalter gemacht hat. Das gab es ja nicht, teilweise Automatik, teilweise Schalten. Ich bin dann zur Fahrschule, habe mich irgendwann angemeldet, auch in derselben Fahrschule, wo mein Bruder war. Mein Bruder meinte dann sofort, er ist natürlich mitgekommen, er meinte sofort, ja, der kann schon Auto fahren. Da hat der Fahrlehrer gesagt, ja, dann starte mal, ne. Dann bin ich einfach losgefahren und der hat dann auch relativ schnell gemerkt, dass ich da eigentlich ganz gut drin bin. Und das ging eigentlich ganz, ganz schnell in die Prüfung. Kurz vor meinem Geburtstag habe ich dann meine Prüfung gehabt und habe mich quasi selbst beschenkt mit meinem Führerschein.
Katrin: Du hast ja gerade schon so bisschen angeschnitten. Ich komme auch noch aus der Zeit, wo man alles schalten muss, tatsächlich und wo man keine Rückfahrpiephilfe hat und so was. Wie siehst du das denn, die Tatsache, dass das FahrschülerInnen oftmals in diesen Fahrschulautos, die bei euch wahrscheinlich auch sehr modern sind, fahren lernen und dann aber so ein Fünfer Golf oder Vierer Golf haben als erstes Auto, der das eben nicht mitbringt. Wie siehst du das? das gefährlich? Sollte nicht vielleicht eher andersrum sein, dass man weniger technologisierten Auto fahren lernt?
Gharaman Broyan: Also ich bin immer so der Mensch, der sagt, man muss immer so ein bisschen mit der Zeit auch mitgehen. Ich bin der Meinung, dass das auf jeden Fall ein Unterschied ist, wie wenn du jetzt so einen nagelneuen Golf 8 hast. Ich nehme jetzt einfach mal den Golf 8, das das erste Fahrschulauto war, womit ich ausgebildet habe. Ja, man kann sich da auf jeden Fall reinfuchsen. Und wenn man dann halt eben ganz ganz am Ende irgendwann mal, wenn man bestanden hat, dann so einen alten Golf 5 bekommt oder so, ist es natürlich anders, weil man viele viele verschiedene Fahrerassistenzsysteme dann nicht mehr hat. finde ich persönlich ein bisschen schwierig, weil viele Schüler sich dann halt schon sehr, krass diese ganzen Fahrerassistenzsysteme vertrauen und dann haben sie es später nicht mehr. Nehmen wir mal beispielsweise die Kamera. Ich bin zum Beispiel ein Mensch, der versucht immer, ohne Kamera auszubilden. Also ich sage dann immer so, hey, du hast zwar die Kamera, darfst sie auch in der Prüfung nutzen. Ich würde es dir aber nicht empfehlen für deine Zukunft. Weil du halt eben später vielleicht ein Fahrzeug von deinen Eltern bekommst oder so oder dir selber eins kaufst, wo du halt eben keine Kamera hast. Und es kann auf jeden Fall schwierig werden, ja, aber ich glaube die heutige Jugend ist da auf jeden Fall schon sehr sehr flexibel, auch was das angeht. Ich glaube die können da sich auch sehr sehr schnell reinfuchsen, ja.
Katrin: Was würdest du denn sagen, hat Autofahren oder Führerschein heute noch für einen Stellenwert? Ich weiß bei uns, ich komme vom Dorf Dorf, da war das das Höchste. Ich habe schon mit 17 Jahren Führerschein gemacht, damit man eben möglichst schnell auch vom Fleck mal kommt. Ist das immer noch so oder haben die jungen Leute irgendwie andere Prioritäten mittlerweile?
Gharaman Broyan: Also ich würde nicht sagen, dass Führerschein mittlerweile oder zu der heutigen Zeit immer noch Ziel Nummer eins ist der Jugendlichen, weil ich glaube, dass man viele verschiedene Möglichkeiten hat, wie zum Beispiel ein Carsharing oder halt eben mit Bus und Bahn. Zu meiner Zeit, also ich komme auch selber aus der Zeit, wo es dann halt unheimlich wichtig war, also Führerschein war für mich, das war so der erste Schritt zum Erwachsenwerden, das war der erste Schritt von den Eltern anerkannt werden und das war wirklich für mich Ziel Nummer eins. Ich würde jetzt nicht sagen, dass das nicht mehr so relevant ist, aber ich würde schon sagen, dass es nicht mehr den Stellenwert hat, den es mal früher ihr auch zu nahm.
Katrin: Ja, den Eindruck habe ich auch. Kannst du dich an dein erstes Auto erinnern?
Gharaman Broyan: Ja, es war ein Daiwu Carlos, ein Schaltwagen, ganz altes Gerät, also der war aus dem Baujahr 2003 oder 2004, ich kann mich da nicht mehr ganz dran erinnern. Und war ein Schaltwagen, war auf jeden Fall ein sehr interessanter Wagen, der war schon echt zuverlässig, hat uns eigentlich nie im Stich gelassen. Mit diesem Wagen hat mein Bruder seine ersten Fahrten gemacht und ich auch. Das war schon ganz gut. Ich bin damit glaube ich zwei, drei Jahre gefahren und war ein cooler Wagen.
Katrin: Was hast du sonst noch für Führerscheine oder wo bildest du sonst noch aus?
Gharaman Broyan: Tatsächlich bin ich jetzt aktuell nur bei BE. Das ist das Einzige, was ich jetzt aktuell mache. Mein nächstes Ziel ist es noch Motorrad auszubilden. Ja, da muss ich selber erstmal meinen Motorradführerschein machen. Nee, ich komme da irgendwie nicht zu, muss ich ehrlich sagen. Ist vielleicht irgendwo auch eine Ausrede gerade von mir, aber ich versuche es schon seit über einem Jahr, dass ich da endlich den Führerschein mache, aber irgendwie durch Social Media auch. Und dadurch, dass ich viel arbeite, ist es manchmal schwierig. Aber ich habe mir tatsächlich ganz, ganz, fest vorgenommen, spätestens nächstes Jahr nachzuholen. Zu 100 Prozent.
Katrin: Ja, jeder Sommer, den du nicht fährst, halt verlorener. Also ich kann es dir sehr empfehlen, das zu machen. Wie bist du denn zu Social Media gekommen? Also was hat dich dazu bewogen, quasi deinen Arbeitsalltag auf TikTok und Insta zu teilen?
Gharaman Broyan: Mein Chef. Mein jüngerer Chef. Ich hatte das schon immer so bisschen im Kopf gehabt, aber ich habe gedacht, ich bin da, glaub ich, so der richtige Mensch dafür, so vor die Kamera sich stellen und vor der Kamera reden. Habe ich immer so vor mir gedacht, muss ich ehrlich sagen. Immer gedacht so, ne, das ist irgendwie nichts für mich so und was ist, wenn ich mich da irgendwie lächerlich mache oder so. Und dann bin ich zu der Fahrschule gewechselt, also ich war vorher bei einer anderen Fahrschule, bin dann zu der Fahrschule gewechselt, wo ich jetzt gerade bin, und dann hat mein jüngerer Chef zu mir gesagt, was hältst du davon, wenn du einfach mal so bisschen Videos machst? Also ich glaube, das würde ganz gut zu dir passen. Ich habe ich zu ihm auch gesagt, so boah, weiß ich gar nicht. Ich weiß auch gar nicht, wie ich das machen soll, wie ich das schneiden soll. Dann hat er mir auch gesagt, so ja Mensch, da gibt es so viele Apps für und so, du hast so viele Möglichkeiten. Und so habe ich angefangen. Also ich habe da irgendwann mal mein erstes Video dann gedreht. Also ich habe da erst mal eine Woche oder zwei gewartet. Also ich habe mich da so bisschen vorgedrückt auch. Ich habe dann so meine ersten Videos gedreht. Und ich mir so viel Kopf gemacht, wie soll ich das machen, das muss perfekt sein und Der Winkel muss passen, der Sound muss passen und keine Ahnung was. Und dann habe ich ganz am Ende irgendwann gemerkt, ey, das ist irgendwie gar nicht so authentisch, das bist irgendwie gar nicht du. Mach einfach aus deinem Alltag irgendwelche Videos, die dann halt eben passieren. Und so habe ich dann mein allererstes Video gepostet, ist dann direkt viral gegangen. wirklich direkt das erste Video, was ich gepostet habe, mit knapp 500.000 Viewern. Und das war schon krass für mich so, als jemand, ganz, ganz neu anfängt. Und ich glaube, das war so der Push, wo ich dann gesagt habe, okay, ich glaube, ich bin es. Ich glaube, ich kann es machen, Und ja, doch, tatsächlich.
Katrin: Bevor wir gleich hören, was der plötzliche Erfolg auch an Gegenwind mitgebracht hat, lasst uns kurz sammeln: drei Dinge für alle, die den Führerschein noch vor sich haben.
Lifehack 1: Es lohnt sich zu üben, bevor du dich überhaupt anmeldest. Ein paar Runden auf dem Verkehrsübungsplatz mit jemandem, der schon fahren kann, geben dir ein Grundgefühl fürs Auto. Und je mehr Gefühl du mitbringst, desto schneller bist du prüfungsreif.
Lifehack 2: Moderne Technik ist nett, aber man sollte sich nicht auf sie verlassen. Rückfahrkamera, Einparkhilfe, Spurassistent: Dein erstes eigenes Auto hat davon wahrscheinlich nichts. Also ruhig auch mal ohne üben.
Lifehack 3: Beim ersten Auto zählt zuverlässig, nicht schön. Ein alter Wagen, der einfach läuft, ist zum Lernen oft mehr wert als jedes Extra. Und mal ehrlich, Kratzer tun am Neuwagen deutlich mehr weh.
Und damit zurück zu Gharaman, denn jetzt geht es um die Schattenseite der Reichweite und um die Frage, wie man mit Hatern eigentlich am besten umgeht.
Katrin: Ja cool. Gibt es denn dann auch immer wieder die Situation, dass Fahrschüler oder sagen wir so zukünftige vielleicht interessierte Fahrschüler in deine DMs sliden und Fragen stellen oder da kritisieren, was sie sehen oder dich korrigieren oder sowas? Ja?
Gharaman Broyan: Ja, also ich sag tatsächlich, es gibt es gibt verschiedene Arten von Zuschauern, ich habe. Natürlich die meisten befürworten das, was ich mache und sind glaube ich auch sehr, froh, dass ich das so mache, wie ich es gerade mache. Ich kriege auch unheimlich viele Nachrichten, wo sich viele Schüler dann bedanken oder Zuschauer, die sich dann bedanken und sagen, vielen Dank durch deine Videos habe ich meinen Führerschein bestanden, ohne dich hätte ich das nicht geschafft und so. Da ist es dann für mich so, dann denke ich mir, wow, krass, ich habe da jemandem geholfen. Und dann gibt es wiederum auch diese, ich nenne sie mal Hater jetzt einfach mal, die dich dann halt auch haten. Die gucken dir dann auch wirklich immer zu und warten eigentlich nur darauf, dass du einen Fehler machst. Oder einen scheinbaren Fehler machst. Und sobald sie dann irgendwie mal was haben, wo sie sagen, okay, das könnte eventuell falsch sein, und dann schlagen sie zu. Die gibt es auch. Aber ich sag mal so, ohne Hater ist das Leben auch irgendwie langweilig. Deswegen, sie können gerne haten, aber ich finde, es sollte alles irgendwie menschlich bleiben.
Katrin: Das ist so crazy. Auf der einen Seite denke ich mir, wenn ich jemanden noch hasse, dann mach ich mit meiner Zeit und meinem Leben noch was Besseres. Und ich finde es absolut beeindruckend, wie diese Leute die Logik von Instagram nicht verstehen. Also wenn ich mir Videos anschaue, wenn ich damit interagiere, wenn ich das kommentiere, dass sich der Algorithmus denkt, ach guck, das interessiert den und dann natürlich kriegt er dich immer wieder reingespielt. Und das hilft dir ja auch in deiner Reichweite, wenn Leute da kommentieren und das Angucken. Also ja.
Gharaman Broyan: Ja, also ich habe da tatsächlich ganz am Anfang echt Schwierigkeiten gehabt, muss ich ehrlich sagen, mit Hate-Kommentaren, weil ich mir dann gedacht hab, ey, ich möchte doch eigentlich nur helfen. Warum werde ich jetzt für diese Situation gerade so hart kritisiert, Da erinnere ich mich an einem Video von mir, wo ich mit einem Schüler ein bisschen ernster gesprochen habe, der in einer Situation Fehler gemacht hat. Der in der Prüfung halt als Fehler gewertet wird. Und ich habe da mit dem Schüler mal bisschen ernster gesprochen. Und ihn mal einfach mal so, ähm, ihn klarzumachen, ey, das geht nicht, das funktioniert nicht. Und bei diesem Video habe ich dann unheimlich viel Hate kassiert. Und da war's für mich so Ich habe dann wirklich jeden Hater dann zurückgeschrieben, Ich habe da auf jeden Kommentar, oder bin auf jeden Kommentar drauf eingegangen. Sowohl gute als auch negative Kommentare. bin ich drauf eingegangen und hab da den ganzen Hatern versucht irgendwie ja dagegen zu wirken, mich zu erklären. haben mich tatsächlich sehr viele, fand ich auch echt cool, haben sehr viele Zuschauer mich angeschrieben, privat angeschrieben und gesagt, hey Du bist perfekt, du bist. Du machst das richtig gut. In der Situation ist es vielleicht für manche Schüler auch einfach mal wichtig, wenn mal auch Tacheles gesprochen wird. Lass dich nicht von den ganzen Hatern so runterziehen und versuch das einfach mal oder versuch denen einfach mal nicht zu antworten. Ich glaube, da regen die sich dann mehr auf, wie wenn du denen dann antwortest. Und das habe ich dann tatsächlich mir auch zu Herzen genommen. Ich achte da auch so ein bisschen drauf, was meine Zuschauer oder ich sag jetzt mal guten Zuschauer mit gutem Willen, was die mir da so sagen. Und das hat dann echt gut funktioniert und irgendwann mal habe ich mir gedacht, okay ey, du darfst da gar nicht so drauf eingehen, du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen, weil es wird immer draußen welche geben, die dich haten werden, egal ob du das gut machst oder schlecht machst.
Katrin: Hast du denn auch schon, also gibt es lustige Situationen mit deinen Fahrschülern, die dir jetzt irgendwie in Gedächtnis geblieben sind oder so Fehler, wo du dir denkst, Junge, das kannst du eigentlich keinem erzählen?
Gharaman Broyan: Ich glaube, da spreche ich jetzt gerade für alle, wenn ich sage, Rechts-Links-Schwäche. Eine Rechts-Links-Schwäche ist tatsächlich fast bei allen Schülern vorhanden. Sehr oft betrifft das die Mädels, aber auch die Jungs sind da auf jeden Fall oder einige dabei. Oftmals sind es aber tatsächlich die Mädels. Wüsste jetzt auch ehrlicherweise nicht warum, aber das habe ich so bei mir, bei den Schülerinnen gemerkt, dass echt viele, eine Rechts-Links-Schwäche haben und das Wissen die meisten gar nicht. Also die meisten Schüler, bevor sie zur Fahrschule kommen, wenn du sie fragst, hast du eine Rechts-Links-Schwäche? Die sagen, nee, habe ich nicht. In den Fahrstunden merken sie dann irgendwann selber und sagen, hä, ich habe doch gar keine Rechts-Links-Schwäche. Da fällt mir eine Situation ein, da hatte ich einen Schüler gehabt. Wir sind dann gefahren und irgendwann habe ich ihm gesagt, wir wollen da gleich an der nächsten Ampel rechts abbiegen. Dann hat er gesagt, alles klar, Innenspiegel, Außenspiegel rechts, Blinker nach rechts und Ampel ist grün, er fährt los und fährt geradeaus weiter. Dann sag ich, okay, mach den Blinker bitte geradeaus. Er macht den Blinker aus und dann sag ich, wir wollen an nächste Straße bitte rechts abbiegen. Dann wieder, alles, schöne Spiegelbeobachtung, Blinker nach rechts und fährt wieder geradeaus. Dann sag ich, hey, wir wollten doch eigentlich rechts abbiegen, schon zum zweiten Mal. Und dann sagt er, ja, habe ich vergessen. Dann an der nächsten Kreuzung, sag ich, wir wollen nächste Straße bitte rechts abbiegen. Also ich markiere das dann noch mal so ein bisschen. Und dann sagt er, alles klar, diesmal mach ich's. Blinker rechts und biegt dann links ab. Ja, das ist so eine Situation gewesen, da habe ich mich aber auch ehrlicherweise mit dem Schüler so bisschen kaputtgelacht, muss ich sagen.
Katrin: Man kann ja mit seiner linken Hand, also wenn man mit seinen beiden Händen ein L macht, ist es ja nur links richtig. Das ist so mein Everyday-Go-To, wenn ich irgendwo ganz schnell entscheiden muss.
Gharaman Broyan: Ich sagte auch immer wieder zu meinen Schülern oder zu einigen, ich sage, pass auf, bist du rechts oder links Händler, dann sagen die meisten, ich bin rechts Händler und dann sage ich, da wo deine stärkere Hand ist, sitzt dein Fahrlehrer. Also auf der rechten Seite sitzt dein Fahrlehrer und links dann halt eben deine schwächere Hand. Könnte man auch machen.
Katrin: Was würdest du jetzt Schülern für einen Tipp mitgeben, wenn sie sich eine Fahrschule aussuchen? Woran erkenne ich denn eine gute Fahrschule?
Gharaman Broyan: Eine sehr, gute Frage. würde da tatsächlich sagen, durch Mundpropaganda auch, man sollte vielleicht mit seinen Freunden sprechen, wo die ihren Führerschein gemacht haben. Und dann halt eben auch fragen, was für Erfahrungen, die gemacht haben und sich vielleicht auch einen Tipp holen, welchen Fahrlehrer man sich da aussuchen sollte. Denn man hat ja Gott sei Dank die Möglichkeit, sich den Fahrlehrer selber auszusuchen. Und wenn man natürlich nichts sagt, wird dann irgendein Fahrlehrer einzugewiesen. Und ich würde dann auch tatsächlich den Schülern empfehlen, die Rezessionen auch durchzulesen. Sich dann halt eben auch speziell anzugucken, über welchen Fahrlehrer wird, da am häufigsten gesprochen. Und so könnte man sich dann die Fahrschule auch aussuchen.
Katrin: Und wie viel Geld muss ich auf der Seite haben oder was empfiehlst du, wie viel Geld muss ich ansparen, bis ich mit meinem Führerschein loslegen kann? Was kommen dafür Kosten auf mich zu?
Gharaman Broyan: Ja, eine sehr, sehr schwierige Frage, ehrlicherweise, weil das schon von Schüler zu Schüler immer variiert. Es kommt auch immer so bisschen drauf an, was bringst du als Schüler mit, was für Kompetenzen bringst du mit und wie viel Erfahrung hast du überhaupt mit Autofahren? du, sage ich jetzt mal, also sprechen wir jetzt einfach mal von Schülern, die wirklich noch nie was mit Autofahren zu tun hatten, außer als Beifahrer oder so daneben gesessen haben, würde ich schon sagen, Plan auf jeden Fall mal zwischen 3000 bis 4000 Euro ein in der heutigen Zeit aktuell. tatsächlich. Das ist dann tatsächlich auch schon sehr hoch gesetzt, ich jetzt mal, weil ich einfach nicht weiß wie viele Übungsstunden brauche ich. Und damit man auf der richtigen oder auf der sicheren Seite ist, würde ich schon sagen 3000 Euro auf jeden Fall mal einplanen.
Katrin: Was würdest du sagen macht den größten Kostenpunkt aus?
Gharaman Broyan: Ich würde schon sagen, dass das die Sonderfahrten sind natürlich, aber auch irgendwo die Übungsfahrten, weil man halt eben nie weiß, wie viele Übungsfahrten braucht dieser Schüler. Es gibt manche, die kommen da schon mit 10 Übungsfahrten klar, dann gibt es aber wiederum welche, die brauchen 30-40 Übungsfahrten.
Katrin: Wann merkst du denn, dass eine Fahrschülerin fit ist? Also was macht für dich denn einen guten Autofahrer aus?
Gharaman Broyan: Wenn er selbstständig fahren kann, ohne dass ich jedes Mal eingreifen muss, ohne dass ich jedes Mal ihm oder ihr sagen muss, was sie da falsch macht. Das heißt, ich entspanne, das ist dann der Moment, wo ich sage, dass ab hier arbeitet der Fahrlehrer kaum noch, der ist dann wirklich nur noch, sitzt daneben und gibt die Richtung vor. Ab da, wo ich mich selbst auch sicher fühle, wo ich weiß, also das ist auch so eine Gefühlssache, muss ich ehrlicherweise sagen. Du musst auch so bisschen das Gefühl oder das Verständnis dafür haben und irgendwann hat man es dann raus.
Katrin: Jetzt sagt man ja, dass wenn man Leute jetzt auf der Straße einfach so wieder ins Auto setzen würde, dass der Großteil durchfallen würde. Was ist denn das deiner Meinung nach, was Leute am schnellsten wieder verlieren, wenn sie eine Zeit lang selbst Auto gefahren sind oder so die typischen Fehler, eigentlich erfahrene Autofahrerinnen machen?
Gharaman Broyan: Das ist, würde ich schon sagen, dass viele Dinge einfach, was in der Fahrschule beigebracht wird, nicht ernst genommen werden. Weil man dann halt eben sagt, okay, das ist doch voll übertrieben. Warum muss ich das und dies machen? Und das hat schon seine Gründe, warum dann Fahrlehrer sagen, das ist wichtig sicher. Und darum geht es ja. Es geht ja darum, dass man Sicherheit im Straßenverkehr oder sicher ist im Straßenverkehr. Darum geht es ja hauptsächlich. Das verstehen viele halt nicht. Viele sehen das dann eben so, dass sie sagen, ich habe jetzt den Führerschein, jetzt kann ich machen, was ich will. Und dann werden gewisse Dinge, also nehmen wir jetzt einfach mal den Schulterblick. Der Schulterblick ist meiner Meinung nach für die Verkehrsbeobachtung mit Abstand einer der wichtigsten Punkte auch. natürlich nicht nur, aber ist schon einer der wichtigsten Punkte, dann heißt es einfach, den Schulterblick brauche ich nicht mehr, weil ich habe jetzt alles im Griff, habe einen Führerschein. Und das wird dann halt unterschätzt und dann entstehen auch die meisten Unfälle, ich mal.
Katrin: Ja, gerade auch so alte Leute, die sich dann gar nicht mehr richtig rumdrehen können. Aber einfach weiterfahren.
Gharaman Broyan: Genau. Das ist dann irgendwo auch, wie würde ich jetzt einfach mal sagen, viele, es kommt auch so bisschen drauf an, was für ein Schüler oder Verkehrsteilnehmer hast du da jetzt. Du hast es gerade auch schon richtig angesprochen, wenn du so einen älteren Menschen hast, der hat natürlich die Erfahrung, der hat die gewisse Erfahrung, dem kannst du nichts erzählen. Aber der ist dann vielleicht nicht mehr so gelenkig, nicht mehr so beweglich. Und wenn du dann so einen jüngeren hast, sag ich jetzt mal 18 bis 30, sag ich jetzt mal, oder 26, da ist es dann so, dass die Jugendlichen dann schon sehr leichtsinnig auch sind und sich dann sehr, schnell von gewissen Dingen ablenken lassen oder halt eben sich mitziehen lassen.
Katrin: So, hier lohnt sich nochmal ein kurzer Zwischenstopp, diesmal geht es ums Geld und um deine Sicherheit.
Lifehack 1: Plan beim Führerschein lieber mit Puffer. Leg eher 3000 Euro zurück, statt knapp zu kalkulieren, sonst stehst du am Ende ohne Prüfung und ohne Geld da. Und was übrigbleibt, ist dein Startkapital fürs erste Auto.
Lifehack 2: Der Schulterblick kostet dich eine Sekunde und verhindert genau die Unfälle, die am häufigsten passieren. Also nie abgewöhnen, auch wenn er sich irgendwann überflüssig anfühlt.
Lifehack 3: Du verwechselst rechts und links, wenn es schnell gehen muss? Trag bei der Prüfung einfach einen Ring oder ein Haargummi an der rechten Hand. Oder schreib dir rechts und links klein auf die Hand. Ein Blick, und du weißt Bescheid.
Und damit zurück zu Gharaman und zu der Frage, wann Fahranfängern eigentlich zum ersten Mal klar wird, was sie da gerade durch die Gegend fahren.
Katrin: Klar sind Führerscheine in erster Linie Freiheit, aber halt auch Verantwortung. Wann merken denn Schülerinnen so zum ersten Mal, dass die da dreieinhalb Tonnen Stahl durch die Gegend fahren? Also das sind Geschosse. Da kannst du richtig Schaden mit anrichten, wie wir leider ja alle wissen.
Gharaman Broyan: Tatsächlich, ja. Ich würde schon sagen, meiner Meinung nach meistens immer erst, wenn was passiert. Es ist immer so, wenn dann mal was passiert, und wir wissen alle wie schnell das geht, wir wissen wie schnell so ein Unfall entstehen kann und wie schnell man auch die Kontrolle über sein Fahrzeug verlieren kann und ich glaube erst wenn wirklich was passiert merken die meisten dann, okay das ist dann schon doch schwieriger als ich dachte. Ja, oder ich würde vielleicht auch sagen, ab dem Moment, wo dann diese Verkehrsteilnehmer vielleicht auch Eltern werden, wenn sie dann ihr erstes Kind bekommen, dann fängt es natürlich immer an mit, okay, ich muss da jetzt mehr aufpassen, ich habe da jetzt ein Kind hinten sitzen. Und ich glaube, das sind dann diese Punkte, wo ich sage, okay, ab da fängt jemand an, vielleicht darüber nachzudenken, ob sein Verhalten richtig ist oder falsch ist.
Katrin: Ja, gibt es da eine Sache, wo du dir wünschen würdest, dass Fahrschulen das ihren Schülerinnen stärker vermitteln?
Gharaman Broyan: Absolut, eine bessere Verkehrsbeobachtung. Es sollte nicht nur darauf gezielt trainiert werden, die Prüfung zu bestehen. Ich persönlich sage immer zu meinen Schülern, ich bilde dich hier nicht aus, damit du die Prüfung bestehst, sondern ich bilde dich dafür aus, dass du auch im späteren Verlauf weiterhin verkehrssicher unterwegs bist. Und ich würde schon sagen, dass viele Fahrschulen darauf nicht so viel Wert legen. Viele wollen nur bestehen, ihre Bestehensquoten erreichen und Hauptsache der Schüler ist dann weg. Und da würde ich auf jeden Fall mir wünschen, dass viele Schüler, viele Fahrschulen oder viele Fahrlehrer sich da speziell darauf fixieren, dass die Schüler auch sicher im Straßenverkehr sind.
Katrin: Ja, was mir ganz deutlich hängen geblieben ist von der Fahrschule, als ich meinen Motorradführerschein gemacht habe, war dieses, dass man immer für alle anderen mitdenken muss. Natürlich kann ich jetzt auf meine Vorfahrt bestehen, aber ich habe halt am Motorrad auch Zero-Knautschzone. Die Knautschzone ist mein Bein, also im Zweifelsfall. Du kannst dich nicht drauf verlassen, dass der LKW-Fahrer dich gesehen hat. Du kannst dich nicht drauf verlassen, dass du die Vorfahrt kriegst. die dir eigentlich zusteht. Man muss immer mit allen möglichen Fehlern rechnen. Das würde ich zumindest, wenn ich für mich spreche, sagen, das hat mich zu einer deutlich vorsichtigeren Autofahrerin gemacht.
Gharaman Broyan: Ja, absolut. Rechne mit Fehler anderer, ganz wichtig. Du kannst der sicherste Autofahrer der Welt sein. Hilft dir aber nicht, wenn du nicht mit Fehler von anderen rechnest.
Katrin: Hast du noch einen Tipp für Leute, die gerade so vor ihrem Führerschein stehen oder vor der Überlegung, den jetzt anzugehen?
Gharaman Broyan: Ich würde sagen, dass man sich vielleicht vorher schon mal informieren sollte, bevor man sich jetzt in der Fahrschule anmeldet. Dass man vielleicht auch mal die Erfahrung der Eltern, weil viele sehen das vielleicht gar nicht so, aber die Eltern sind natürlich oder haben eine gewisse Erfahrung. Und da sollte man sich vielleicht Tipps und Tricks von seinen Eltern einholen und in den Fahrstunden bzw. im Theorieunterricht vernünftig aufpassen. Ich finde, der Theorieunterricht ist ein sehr, sehr wichtiger Teil. Und wenn ich da manchmal Schüler habe, die dann teilweise einschlafen, im Theorieunterricht finde ich das immer ein bisschen schwierig. Und das, was im Theorieunterricht dann nicht aufgearbeitet wird, muss dann der Fahrlehrer später in den Fahrstunden erzählen. Und das frisst natürlich alles Zeit. Dementsprechend wird dann auch der Führerschein auch teurer, weil der Fahrlehrer sich nicht auf seine Ausbildung konzentrieren kann, sondern er muss ihnen erst mal erklären, was das Vorfahrtsstraßenschild bedeutet. So und wenn da, da würde ich halt den Schülern empfehlen, sich da wirklich auch einfach mal in dem im Unterricht, auch wenn sich das blöd anhört, aber sich in den Unterricht setzen, vernünftig zuhören, immer mitmachen. Ganz wichtig im Theorienunterricht. Viele, haben Angst oder trauen sich einfach nicht oder schämen sich im Theorienunterricht, sich zu melden. Und oder nehmen das vielleicht auch gar nicht so ernst, den Theorienunterricht. Und da würde ich denen empfehlen, jeden Fall dort sich vielleicht einen Blog zu nehmen, einen Stift zu nehmen und sich dann wichtige Punkte einfach aufschreiben. Generell würde ich den Schülern empfehlen, sich viel aufzuschreiben, weil wir Menschen viele Dinge einfach auch sehr, sehr schnell vergessen. Und da würde ich auf jeden Fall empfehlen, da vielleicht so Karteikarten einfach auch zu machen, dass man sich da immer wieder mal darauf zugreifen kann und danach lesen kann, falls mal irgendwas sein sollte, falls man irgendwie mal eine Frage hat.
Katrin: Soll ich dich nochmal fragen? Hast du denn einen ultimativen Tipp, wie sich jetzt so Fahranfänger nicht aus der Ruhe bringen lassen, wenn es zum Beispiel beim Einparken mal länger dauert oder andere Autos hupen oder ungeduldig sind? So gerade in so großen Städten wie Hamburg oder Berlin ist, das ja also die warten ja nicht auf dich.
Gharaman Broyan: Richtig, wir wissen alle, dass natürlich auch jeder wirklich es sehr, sehr schnell eilig hat und alle wollen schnell nach Hause oder zur Arbeit. Da kann es halt sehr, schnell passieren, dass man dann, wenn man mal mit dem Schaltwagen, nehmen wir jetzt mal, unterwegs ist und mal abgewürgt ist, dann wird auch ganz schnell direkt gehupt. Da sollte man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, einfach cool bleiben. Ich sag dann immer zu meinen Schülern, ob der jetzt hupt oder nicht, dadurch wirst du nicht schneller. Bleib ruhig, bleib cool, versuch einfach ganz ruhig zu atmen und versuch einfach das Ganze nochmal von vorne zu probieren. Und dann sollte das funktionieren. Am besten dann halt eben dieses Hupen, einfach ausblenden, auch wenn das schwierig ist, das ist meistens immer leichter gesagt als getan, aber einfach ausblenden, weil dadurch wirst du halt eben nicht besser. Und irgendwann mal funktioniert das dann auch.
Katrin: Also quasi wieso damit umgehen wie du mit den Hatern umgehst, einfach ignorieren.
Gharaman Broyan: Einfach ignorieren, ich so sagen, ist denke ich mal die beste Variante.
Katrin: Das ist ein guter Tipp. Und letzte Frage noch. Es gibt ja dieses Fahren ab 16 in diesen kleinen Autos. Was hältst du davon?
Gharaman Broyan: Ich finde es grundsätzlich gar nicht so schlecht. Wenn ich ehrlich sein darf, ich mich mit diesem Thema jetzt nicht so krass beschäftigt. Ich finde es aber grundsätzlich nicht schlecht, wenn man da gut darauf vorbereitet wird. Man sollte nicht einfach so quasi darauf los. Man sollte sich auf jeden Fall vorher damit beschäftigen mit diesem Thema. Aber ja klar, das kann auch später helfen, den Führerschein deutlich günstiger zu machen. Weil man dann natürlich im Straßenverkehr ist und weil man dann halt eben auch viele Regeln oder viele Situationen erlebt hat.
Katrin: Ja, gerade auch so das Verständnis halt für den Straßenverkehr. Also mein Cousin ist jetzt, glaube ich, mit historisch wenig Fahrstunden durch die Fahrprüfung gekommen, weil er halt seit drei an dem Motorrad fährt. Dem musst du eigentlich nur die Mechanik vom Auto beibringen und dann braucht er ein paar Stunden diese Sonderfahrten fürs Gefühl vom Auto und zack und durch. Der Fahrlehrer war da auch ganz baff.
Gharaman Broyan: Ja, richtig. ist genau das, was ich gerade meinte. Du holst dir eine gewisse Erfahrung und bis dann diese motorischen Fähigkeiten bringst du dann auch schon mit zu den Fahrstunden. Das Lenken, die Beobachtung vielleicht auch irgendwo und vielleicht auch dieses Verständnis für den Straßenverkehr. ist ja das, was dann irgendwann auch schwierig ist in den Fahrstunden, weil man halt eben im Straßenverkehr so viele verschiedene Situationen hat. Und im Straßenverkehr geht alles sehr, sehr schnell, das wissen wir. Und Informationen kommen und gehen. Und das kann auf jeden Fall helfen, definitiv.
Katrin: Dann vielen Dank für die Einblicke und vielen Dank für die Zeit. Hast du noch irgendwas, was du den Leuten da draußen mitgeben möchtest?
Gharaman Broyan: Sehr gerne. Ja, immer am Ball bleiben und an sich glauben, das ist ganz wichtig. Ich sage immer zu meinen Schülern, glaub an dich, sei die beste Version von dir selber und lass dich nicht von kleinen Rückschlägen nach hinten schmeißen oder bleib immer motiviert, das ist ganz wichtig. Und behalte immer das Ziel vor Augen, dass du dann halt irgendwann deinen Führerschein hast und selbstständiger bist. Du bist nicht mehr so abhängig von anderen. ja, selbst wenn man mal gefallen ist, die Kunst dabei ist es dann wieder aufzustehen. Man sollte, ob das jetzt in der theoretischen Prüfung ist oder in der praktischen Prüfung. sage ich immer zu meinen Schülern auch, aufstehen und weitermachen. Es ist nicht schlimm, durchzufallen. Es ist auch überhaupt nicht schlimm, zweites Mal durchzufallen. Es ist nur wichtig, dass man dann immer wieder aufsteht und weitermacht.
Katrin: Ja und wir haben ja gehört selbst Fahrlehrer versammeln mal eine Prüfung.
Gharaman Broyan: Absolut. Habe ich selber auch ganz am Anfang gesagt. Ich bin selber durch die theoretische oder durch die schriftliche Prüfung, der Fahrlehrerprüfung durchgefallen. Es fühlt sich immer schlimm an, das ist richtig, gebe ich gerne zu. Ist auch kein cooles Gefühl, weil ich kenne das gar nicht anders, dass ich irgendwie mal durchfalle, weil ich vorher in meinem Leben alles beim ersten Mal immer bestanden habe. Dann mal durchzufallen, ist es immer schwierig. Aber, das habe ich auch gerade gesagt, die Kunst dabei ist es aufzustehen und weiterzumachen. Und ich habe nicht aufgegeben, ich habe weitergemacht und habe das dann alles bestanden. Und heute bin ich Fahrlehrer. So wie ich heute Fahrlehrer bin, kann jeder seinen Führerschein auch bestehen. Ganz wichtig, auch Fahrlehrer machen Fehler. Das mag man vielleicht gar nicht glauben. Aber auch wir Fahrlehrer sind Menschen und auch Fahrlehrer machen Fehler. Es ist nur wichtig, dazu zu stehen und seine Fehler einzusehen und dann vielleicht auch nach den Fehlern suchen. Für die Schüler, die jetzt neu anfangen oder schon in die Prüfung gegangen sind und mal durchgefallen sind, ist das nicht schlimm. Einfach mal gucken und schauen, ey, habe ich auch wirklich alles gegeben? Habe ich auch wirklich mein Bestes gegeben? Und was kann ich verändern oder was kann ich tun, besser zu werden? Und dann sollte das funktionieren. Also ich habe noch nie einen Schüler gehabt, der es nicht geschafft hat.
Katrin: Ja perfekt, dann in diesem Sinne. Vielen lieben Dank für deine Zeit und bis zum nächsten Mal.
Gharaman Broyan: Ja, sehr, sehr gerne. Hat auf jeden Fall sehr, Spaß gemacht. Und ich bedanke mich auch sehr herzlich bei euch. Und ja, war auf jeden Fall sehr, cool.
Katrin: Ihr merkt schon, so ein Führerschein ist deutlich mehr als nur eine Prüfung am Ende der Fahrstunden. 3000 bis 4000 Euro, das klingt erstmal nach einer Menge Geld, und das ist es auch. Aber ein großer Teil dieser Rechnung liegt eben auch in deiner Hand: Wer im Theorieunterricht wach bleibt, vorher schon ein bisschen Fahrgefühl sammelt und dranbleibt, spart am Ende bares Geld.
Gharaman hat da außerdem einen Satz gesagt, der bei mir noch ein bisschen nachhallt: Ich bilde dich nicht aus, damit du die Prüfung bestehst, sondern damit du danach sicher unterwegs bist. Die Prüfung ist am Ende ein einziger Tag. Fahren wirst du dein Leben lang.
Und falls es beim ersten Anlauf mal nicht klappt: Sogar Fahrlehrer fallen durch Prüfungen, das haben wir heute gehört. Wichtig ist nur, dass man wieder aufsteht und weitermacht. Gharaman hatte übrigens noch keinen einzigen Schüler, der es am Ende nicht geschafft hat.
Mehr von Gharaman findest du auf TikTok und Instagram unter Fahrlehrer Underscore Gharaman. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
Versicherungen – vor allem die Kfz-Versicherung – sind für Fahranfänger unverzichtbar, weil sie vor hohen Kosten bei Unfällen oder Schäden schützen. Gerade junge Fahrer haben ein höheres Unfallrisiko, daher ist es wichtig, früh die richtigen Tarife zu kennen, nicht nur auf den Preis zu schauen und sich so finanziell abzusichern, um sich voll auf das sichere Fahren konzentrieren zu können.
*Dieses Transkript kann leicht von der Podcast Folge abweichen.