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Lifehacks – Der Podcast mit Katrin

Adoptieren statt Produzieren: Johanna Henkel über Qualzucht, Welpenhandel und was wirklich hilft

Wie erkennt man unseriöse Welpenangebote? Was macht guten Tierschutz aus? Und wie können wir helfen? Antworten gibt es in dieser Folge.

Lifehacks mit Katrin

Was steckt hinter illegalem Welpenhandel und wie können wir das Leben von Hunden nachhaltig verbessern? In dieser Folge spricht Katrin mit Johanna Henkel vom Tierschutzverein „Adoptieren statt Produzieren" über die Situation von Straßenhunden in Rumänien, die Folgen von Qualzucht und die Herausfordeurngen im Tierschutz. Außerdem geht es darum, worauf man bei der Anschaffung eines Hundes achten sollte und wie sich jeder selbst für den Tierschutz engagieren kann. 

Johanna: Jetzt ist das leider in Rumänien in den letzten 13 Jahren ein so profitabler Weg geworden, einfach die Hunde zu töten, dass es mittlerweile ein richtiger Wirtschaftszweig ist. Also es gibt private Tötungsunternehmen, die die Hunde großzügig von den Straßen fangen und eben in diese Stationen verbringen und dort eben töten. Und weil das Ganze so ein bisschen unter dem Begriff städtische oder ländliche Entwicklung in Rumänien abläuft, wird das eben sogar noch von der EU subventioniert. Das heißt, pro gefangenen Hund können Hundefänger oder eben diese Betreiber von den Tötungsstationen gut und gerne mal 400 Euro erwarten.

Katrin: Du sitzt abends auf der Couch und scrollst durch dein Handy. Da kommt wieder eins von diesen Videos, ein Welpe, viel zu klein, viel zu süß, und jemand hält ihn in die Kamera. Du drückst auf Herz, scrollst weiter, und das war es dann.

Ein paar Wische später steht eine Anzeige. Rassewelpen, sofort verfügbar, Abholung am Wochenende. Sieht harmlos aus. Und genau da beginnt für sehr viele Hunde ein Leben, das ihnen niemand gewünscht hätte.

Denn hinter den niedlichen Bildern steckt oft ein Geschäft, in dem Muttertiere zweimal im Jahr Welpen liefern müssen. Die Welpen fahren dann quer durch Europa, obwohl sie eigentlich noch bei ihrer Mutter sein müssten, und am Ende der Kette steht ein Klick, der sich völlig normal anfühlt.

Heute reden wir darüber, wo dieses Geschäft anfängt, wie weit es reicht, und was ein einzelner Mensch dagegen eigentlich ausrichten kann.

Johanna Henkel hat Politikwissenschaft studiert. Heute arbeitet sie für den Tierschutzverein Adoptieren statt Produzieren, den sie gemeinsam mit Hundetrainer Martin Rütter gegründet hat, reist nach Rumänien und redet mit Abgeordneten über schärfere Tierschutzgesetze. Neben ihr liegt gerade Mascha, eine dreibeinige Hündin aus Serbien, die man im Laufe des Gesprächs auch hören wird.

Es geht darum, was der illegale Welpenhandel wirklich anrichtet, und wie man das aushält, wenn man es einmal gesehen hat.

Katrin: Wie bist du denn jetzt vom Master in Politikwissenschaften zum Tierschutz gekommen?

Johanna: Also ich war immer so ein bisschen, ich habe mich immer interessiert für, ja, gesellschaftliche Aufgaben, Verantwortung, auch so ein bisschen das Thema, wie gesagt, Demokratieforschung, lebendige Gesellschaft, und war viel, war auch eine längere Zeit mal in Brüssel bei der Europäischen Union, habe mich da auch viel mit NGOs auseinandergesetzt, und Tierschutz war immer so ein Herzensthema für mich. Also es hat mich immer irgendwie interessiert oder war immer ein Teil von mir. Und da war mir dann relativ schnell klar, nach vielen Praktika, dass ich mir nicht vorstellen kann, für eine Partei oder in der Regierung oder irgendwie quasi auf der staatlichen Seite zu arbeiten, sondern immer irgendwie gerne für eine Interessensgemeinschaft oder Organisation. Und dann war das ehrlicherweise Zufall. Also ich hatte auch dann, kannte natürlich Martin Rütter so, auch als Hundemensch und aus dem Tierschutz natürlich. Und er hatte dann auch von der Kampagne gehört, die damals noch kein Verein war, sondern eine Tierschutzkampagne. Und die war verknüpft mit einer Dokumentation, die Martin mal gedreht hatte. Da ging es um den illegalen Welpenhandel. Also Hunde, die im Ausland produziert werden und dann illegal nach Deutschland transportiert werden und hier meistens häufig über Internetportale verkauft werden. Und genau, da gab es dazu auch eine Tierschutzkampagne. Aber es war sehr los, es hatte halt diesen Namen und war verknüpft mit der Doku. Und dann hätte ich mal so geschaut: Wer hat das eigentlich gemacht? Die Amina Entertainment, ist das Management von Martin, steckt dahinter, und der Deutsche Tierschutzbund. Und dann hatte ich gesehen, dass sie eine Stelle ausgeschrieben hatten. Und dann habe ich mich einfach mal beworben, direkt nach dem Studium. In der Politikwissenschaft ist man mal froh, wenn man erstmal mal unterkommt. Und dann war ich nach dem Studium sehr dankbar, dass ich auf jeden Fall erstmal eine Anlaufstelle hatte. Und so bin ich hierhergekommen.

Katrin: Was war denn deine erste Berührung so aktiv mit Tierschutz? So noch bevor dem Job vielleicht?

Johanna: Also als ich so zehn oder elf war, elf glaube ich, fast elf, bin ich das erste Mal in einen Tierschutzverein eingetreten, in dem bin ich auch immer noch sehr aktiv. Das ist bei uns in der Heimat, im Saarland, in der Stadt Merzig ist. Also ein kleiner Tierschutzverein, der vor allem sehr lokal die Tierschutzarbeit leistet. Das heißt, wenn irgendwo ein Tier verloren geht oder die Polizei ein Tier findet, eine Beschlagnahmung ist. Viele Katzen, Freigängerkatzen, Straßenkatzen, die werden eben dort versorgt. Und es waren Sommerferien, das weiß ich noch sehr gut. Und der Hund einer Freundin ist verloren gegangen beim Spaziergang. Der ist einfach abgehauen. Und dann hat man irgendwie das gemacht, was man so macht. Ja, wir fragen bei den Tierschutzvereinen und bei den Tierheimen, wo der denn abgeblieben ist. Und so war es auch tatsächlich: Der kleine Tierschutzverein hat den Hund gefunden, bzw. die Polizei hat ihn dort hingebracht. Und dann sind wir den gemeinschaftlich dort abholen gegangen. Und der Hund kam da wieder weg, aber ich bin da irgendwie geblieben. Also ich bin dann die ganzen Sommerferien jeden Tag dahin und habe geholfen, Katzenbabys versorgen, Katzenklossabend, also was halt so ansteht. Und ja, man muss sagen, die Vorsitzende, die Madeline, die hat mich direkt unter ihre Fittiche genommen. Das ist halt auch ein superkleines Team von ehrenamtlichen Frauen. Es sind ja sehr häufig auch Frauen in der Sparte. Und bei jeder, weiß ich nicht, bei jedem Einsatz, gefundenes Tier, Beschlagnahme, was auch immer, hat sie mich dann immer mitgenommen. So sind wir bis jetzt. Es ist im Prinzip meine Familie. Also wir sind immer noch ganz, ganz eng, und sie ist so ein bisschen meine Tierschutzmutti, mit der ich immer noch sehr eng im Austausch bin. Ja, und das war so ein bisschen der Startschuss.

Katrin: Ich kann mir vorstellen, dass es beim Tierschutz jetzt nicht nur um Katzenbabys füttern geht, sondern dass man da auch viele schlimme sieht. Oder wie hast du das erlebt?

Johanna: Ja, es ist immer, ich habe wie bei vielen Ehrenämtern, es ist immer so eine Mischung aus allen Emotionen. Also natürlich, du hast super viele traurige Geschichten, Tiere, die vielleicht schon mal verletzt sind oder die vielleicht auch versterben. Und vielleicht, was fast sogar noch bisschen schlimmer sein könnte: die ganzen Geschichten oder die Menschen, die dahinterstecken. Klar, man hat viele Leute, bei denen man sich ärgert, weil sie irgendwie ihre Tiere ausgesetzt haben, aber man hat auch super viele Tiere. Bei uns in den Tierheimen, da steckt irgendwie auch ein ganz schlimmes menschliches Schicksal dahinter. Und das kann natürlich auch sehr belastend sein oder vielleicht auch sehr schlimm, aber man hat gleichzeitig auch super viele schöne Momente. Und ich glaube, das ist das, was ja so bisschen überhaupt das Leben so bisschen ausmacht, dass wir alles haben an Geschichten und Momenten. Und so ist es da natürlich auch. Also man kann es gar nicht so sagen. Es ist eine Mischung aus allem.

Katrin: Jetzt hast du ja diese große Kampagne „Adoptieren statt Produzieren“ ins Leben gerufen, wenn ich das richtig verstanden habe, und treibst es auch so voran. Was genau hat es mit dieser Kampagne auf sich?

Johanna: Also genau, ganz richtig ist es, dass ich die nicht ins Leben gerufen habe, also die gab es schon vorher, aber wir haben dann zusammen den Schritt gewagt, daraus einen richtigen Verein zu machen und es einfach größer aufzuziehen und nochmal mit neuem ein neues Leben einzuhauen. Genau, ich hatte ja schon so ein bisschen angedeutet, das fußte auf eine Reportage über den illegalen Welpenhandel. Und wir haben eben das massive Problem, dass gerade in Rumänien, Ungarn, Bulgarien, das sind so die Spitzenreiter, ganz viele Hundewelpen, Rassehundewelpen produziert werden bei sogenannten Vermehrern. Und das ist leider ganz schlimm dort. Also die werden wirklich ganz schlimm in irgendwelchen Kellerlöchern gehalten. Die Muttertiere müssen wirklich zwei Würfe im Jahr mit Welpen produzieren, die dann sehr, sehr früh den Eltern, den Muttertieren auch abgeholt werden. Teilweise, was auch sehr dramatisch ist, nicht nur die Situation der Welpen, die wirklich unter schlimmen hygienischen Bedingungen aufwachsen, sondern auch eben die Situation der Elterntiere. Wenn die Mütter dann einfach nicht mehr so starke Würfe produzieren, weil sie einfach krank sind, älter werden, schlecht versorgt werden, dann werden die halt einfach dort ausgehungert. Also dem wird einfach an irgendeinem Punkt kein Wasser, kein Essen mehr gegeben, weil es einfach zu teuer wäre, die umzubringen. Ja, aber das sind so diese klassischen Welpen, die man bei uns, früher war es eBay, jetzt ist es Kleinanzeigen oder deine Tierwelt oder quokka.de oder wie sie auch alle heißen, die man dort als niedliche Welpen, Zufallswelpen, Ups-Wurf oder irgendwie keine Ahnung. Die Tante hat irgendwo versehentlich Welpen gekriegt, jetzt müssen sie verkauft werden. Manchmal auch liebe, angeblich liebevolle Hobbyzucht. Und ja, wenn man dem dann nachgeht und die Leute mal trifft oder so ein bisschen sich damit auseinandersetzt, mit diesen Anzeigen und den Hunden, merkt man ziemlich schnell: Da stimmt irgendwas nicht. Und das sind eben die Welpen, die dann illegal nach Deutschland gebracht werden. Und illegal deswegen, weil sie halt meistens auch viel zu jung nach Deutschland gebracht werden und dadurch den sogenannten Tollwut-Titer nicht aufweisen können. Also die sind nicht vollständig Tollwut geimpft. Und das ist per se schon mal illegal. Und natürlich auch, weil sie viel zu jung von den Müttern getrennt werden. Also bei uns müssen Welpen acht Wochen bei ihren Müttern sein, dann quasi vermittelt oder verkauft werden zu dürfen. Und wir finden teilweise Welpen, die sechs, fünf Wochen, vier Wochen teilweise auch schon, also die wirklich noch ganz, ganz klein sind. Und das darf man eben nicht. Und viele der Welpen überleben das gar nicht erst. Also die Fahrt ist super lange, die sind sehr krank, die sind nicht geimpft. Und dann sehen wir natürlich auch, wenn sie es irgendwie schaffen, dass die häufig ein Leben führen, was irgendwie einfach vorbelastet ist. Also entweder die nehmen eine Krankheit mit, die sie nicht mehr loswerden, oder weil natürlich einfach die Haltungsbedingungen katastrophal sind. Also es ist einfach ganz schlimm. Kriegen wir Hunde oder sehen wir Hunde, die verschiedene soziale Auffälligkeiten haben, die nicht gut sozialisiert sind, die nicht mit Menschen zurechtkommen, nicht mit anderen Hunden zurechtkommen. Und ja, all das ist einfach richtig schrecklich. Und das wurde im Zuge dieser Dokumentation auch mit aufgedeckt, weil es leider sehr gut getarnt ist, hier in Deutschland, diese Verkäufe. Und das war so bisschen die Basis der Kampagne oder so dieser Aufweckungsmoment. Aber wir machen natürlich jetzt mittlerweile, ist das Ganze auch gewachsen. Also das ist immer noch ein großes Feld, weil es leider immer noch aktuell ist. Die Zahlen, man hat, also die Fälle, die aufgedeckt werden, die werden leider einfach nicht weniger. Aber es sind noch viele weitere Projekte jetzt inzwischen auch dazugekommen.

Katrin: Ich störe mich auch wahnsinnig an diesem Produzierenbegriff. Also der ist ja bewusst so provokant gewählt, aber es geht ja um Lebewesen. Das ist irgendwie absurd, dass die wie so, ja, wie eine Ware behandelt werden in dem Moment. Aber es ist ja in der Tier-, also in der Massentierhaltung nichts anderes.

Johanna: Ja, so ist es. Exakt. Und ja, es muss auch ein bisschen wehtun, weil das ist halt eben die Wahrheit. Ja, das ist halt ein ganz großer Fall, den wir auch in dem Zuge aufgedeckt haben und der auch immer noch leider aktuell ist, spielt sich auch hier in Deutschland ab. Hier [...] in NRW gibt es einen Händler, da kannst du im Prinzip zu jedem Tag, werktags, einfach hingehen und dir einen Welpen kaufen. Und er hat immer eine große Auswahl an verschiedenen Rassen und Größen und alles da. Und heute hast du Bock auf einen goldenen Retriever, morgen vielleicht einen Boxer. Du kriegst da alles. Und er hinterfragt dich, wer du bist. Kannst du den Hund überhaupt halten? Kannst du dir das überhaupt leisten, den Hund zu halten? Und was wir auch aufgedeckt haben, ist, dass er eben auch die Hunde über ein kleines Zentrum oder Verteilerzentrum in Belgien eben auch viel aus Ungarn und Rumänien bezieht. Und das ist getarnt als liebevolle Welpenverkauf hier in Deutschland. Und leider, ja, wir würden uns wünschen, dass die Leute eben doch jetzt, mit den großen Infomaterialien oder mit den vielen Infos, die man jetzt auch gut und einfach online abrufen kann, vielleicht jetzt doch den Aufklärungsstand haben, dass sie eben dort nicht mehr dahin gehen. Aber in der Realität sehen wir, dass es leider immer noch stattfindet.

Katrin: Gerade wenn man sich mit Auslandstierschutz beschäftigt, merkt man schnell, wie riesig das Problem ist. Allein in Rumänien wird ja aktuell von rund 500.000 Straßenhunden ausgegangen. Wenn man so eine Dimension mal gesehen hat, ist so ein einzelnes, gerettetes Tier wahnsinnig wichtig. Aber gleichzeitig weiß man, das sind ja noch 100.000, das ist gerade schon angedeutet. Wie schafft man es, mit dieser Dimension umzugehen, ohne zu verzweifeln?

Johanna: Schwierig. Ich glaube, es rettet immer der Gedanke, dass einfach auch viel schon gemacht wird und gemacht wurde. Es gibt ja schon super viele tolle Vereine und Projekte, die da eben schon dagegen steuern. Und es wird auch sehr viel kastriert. Und das ist, ich, ein bisschen das Perfide, weil das Leid, das Perfide auch an diesem Benefit, man muss kastrieren, ist, dass das Leid, was verhindert wird, kannst du ja nicht sehen, weil es nicht auf der Welt ist, zum Glück. Der Ansatz ist ja eben, die Tiere gar nicht erst auf die Welt kommen zu lassen, damit die überhaupt gar nicht erst in so eine Situation geraten, sich in einer Tötungsstation wiederzufinden. Und wenn man vor Ort ist, sieht man halt dort die Welpen oder die Hunde, die dort eben landen, aber eben nicht die, die es zum Glück eben nicht mehr trifft. Und daran muss man sich aber festhalten, dass man eben auch schon vieles verhindert hat, und dass wir jetzt gerade bei Rumänien, es sehr, sehr zäh ist und sehr zäh war für viele Tierschützende in den letzten Jahren, dagegen anzukämpfen. Aber wir merken gerade, dass es so bisschen einen Shift gibt, also dass einfach die Wahrnehmung und auch so ein bisschen die öffentliche Aufmerksamkeit jetzt gewachsen ist. Wir haben auch tolle Erfolge erzielen können. Es gibt sehr große Tötungsstationen, die jetzt in den letzten Monaten geschlossen wurden. Nun sind das jetzt wirklich kleine Etappen auf einer sehr, sehr langen Reise. Aber man muss natürlich einfach feiern, dass das schon mal möglich war. Und wir merken auch so bisschen, dass die Stimmung sich schon auch ein bisschen ändert. Aber es ist natürlich super, super zäh und sehr, sehr viel Arbeit tatsächlich einfach.

Katrin: So, bevor Johanna uns gleich erklärt, warum ausgerechnet Rumänien so ein Sonderfall ist, lasst uns kurz sammeln, was aus diesem ersten Teil hängen bleibt.

Lifehack 1: Wenn ein Welpe sofort verfügbar ist, lohnt sich ein zweiter Blick. Johanna sagt, bei diesen Anzeigen merkt man ziemlich schnell, dass da etwas nicht stimmt. Ein seriöser Ort für ein Lebewesen hat selten Ware auf Lager.

Lifehack 2: Acht Wochen sind keine Formsache. So lange muss ein Welpe bei uns bei seiner Mutter bleiben, bevor er abgegeben werden darf. Gefunden werden aber immer wieder Tiere mit vier bis sechs Wochen, ohne vollständigen Tollwutschutz. Genau das macht die Einfuhr illegal.

Lifehack 3: Kastration klingt unromantisch, ist aber das Wirksamste, was es im Tierschutz gibt. Das Leid, das dadurch verhindert wird, bekommt man nie zu sehen, weil es gar nicht erst entsteht. Genau deshalb steckt so viel Arbeit in Projekten, über die nie jemand ein Video macht.

Und damit zurück zu Johanna, denn jetzt wird es richtig unangenehm. Es geht darum, wie in Rumänien aus dem Töten von Hunden ein eigener Wirtschaftszweig werden konnte.

Katrin: Wie kommt es denn, dass gerade in Rumänien so viele Straßenhunde sind, im Vergleich zu einem Land wie Deutschland?

Johanna: Ja, Rumänien hat so ein bisschen eine Sondersituation, muss man tatsächlich sagen. Weil die haben, ja etwas, was, ja, das sagt man immer so lapidar, aber die haben ja tatsächlich diese sogenannten Tötungsstationen. Und die, also die halten auch genau das ein, was der Name verspricht. Und die gibt's in Rumänien seit ungefähr seit 2013 ungefähr, ja, ich glaube, es war 2013, weil es dort mal einen Beißvorfall gab, wo ein Hund vermeintlich einen kleinen Jungen totgebissen hat. Der Fall ist auch noch nicht so richtig aufgedeckt. Es gibt da verschiedene Meinungen, wie genau sich das zusammen, wie genau das irgendwie abgelaufen sein soll. Aber Fakt ist, am Ende ist leider ein Kind gestorben, was sehr, sehr dramatisch ist. Und die Reaktion der Regierung damals war: Okay, wir müssen die Hunde einfach beseitigen, damit die Gefahr eliminiert wird und keine Kinder oder keine Menschen mehr irgendwie einem Risiko ausgesetzt sind. Was an sich ein okay er Gedanke ist und irgendwie auch verständlich bei so einer Tragödie. Allerdings war deren Idee dann: Okay, wir töten die Hunde einfach. Jetzt macht das ehrlicherweise nicht so viel Sinn, weil man weiß, wenn es so eine große Straßenpopulation gibt und man nimmt Hunde weg aus einem Gebiet beispielsweise, finden sich ganz andere Hunde, die sich neu dort ansiedeln. Sprich, du tötest, aber es kommt immer wieder nach. Eine intakte Hündin kann im Jahr schnell mal 20 Welpen gebären. Wenn die dann wieder anderthalb, zwei Jahre alt sind, können die auch wiederum 20 Welpen gebären. Das ist so ein krasser Effekt. Da kannst du mit der einzelnen Tötung kaum hinterherkommen. Genau, jetzt ist das leider in Rumänien in den letzten 13 Jahren ein so profitabler Weg geworden, einfach die Hunde zu töten, dass es mittlerweile ein richtiger Wirtschaftszweig ist. Also es gibt private Tötungsunternehmen, die die Hunde großzügig von den Straßen fangen und eben in diese Stationen verbringen und dort eben töten. Und weil das Ganze so bisschen unter dem Begriff städtische oder ländliche Entwicklung in Rumänien abläuft, wird das eben sogar noch von der EU subventioniert. Das heißt, pro gefangenen Hund können Hundefänger oder eben diese Betreiber von den Tötungsstationen gut und gerne mal 400 Euro erwarten. Exakt, genau. Sprich, es ist einfach super lukrativ, dort mal mit so einer Stadt zu sprechen: Hey, guck mal, ihr habt zu viele Hunde, guck mal, gebt mir irgendwie 10.000 Euro und ich beseitige die euch. Und dann sagt so eine Stadt: Ja, okay, guck mal, das kriegen wir dann auch noch subventioniert, dann kriegen wir EU-Geld dafür, lass das doch machen. Und so ist es leider eben, wie schon jetzt angedeutet, einfach super lukrativ, und es gibt keinen so richtigen Grund, damit aufzuhören, weil die Hunde vermehren sich weiter, es gibt einfach einen Nachschub, die werden da wieder hingekarrt, werden alle wieder getötet, okay, dann gibt's aber wieder neue Welpen. Und so war das halt immer so ein Teufelskreis, aus dem man nicht rauskam. Und man hat halt eben auch gemerkt, dass die Probleme oder die, ja, der Unmut in der Bevölkerung eben auch nicht kleiner wurde, weil das Problem ja nicht gelöst war, also die Straßenhunde gab es ja weiterhin. Genau, und deswegen hat Rumänien so bisschen so eine Sondersituation, weil das eben in dem Land so der Fall ist, dass da so mit den Tieren umgegangen wird.

Katrin: Aber dann gibt es ja auch gar kein Interesse, das Problem wirklich nachhaltig zu beseitigen. Wenn man jetzt alle Emotionen rausnimmt und nur aufs Geld fokussiert ist, würde ich mir ja denken: Na, jetzt lass ich die wieder ein bisschen, bis sie sich eben hier bisschen vermehren, und dann cash ich die wieder ab. Was anderes ist es ja nicht, da laufen ja Euroscheine auf dem Weg rum.

Johanna: Exakt so ist es. Jetzt kann man das ganze Land natürlich nicht pauschalisieren. Und es gibt auch tolle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die sagen: Okay, das können wir nicht machen. Das ist einfach zu grauenhaft. Wir wollen so nicht mit den Tieren umgehen. Und es gibt auch viele Landkreise und Städte, die einfach anders jetzt mit den Tieren umgehen und die da auch einen anderen Weg wählen. Und da brauchen wir aber leider, weil es eben noch keine wirkliche staatliche Stelle gibt oder Institution, die das übernimmt, brauchen wir leider sehr starke Organisationen und Vereine, die dann eben die Lücke füllen und sagen: Okay, wir zeigen euch einen anderen Weg. Wir kastrieren die Tiere, wir gucken, dass die gesund sind, dass sie kein gesundheitliches Risiko für euch darstellen, dass sie aber trotzdem gesichert dort leben können und dort bestenfalls einfach den Raum wegnehmen für andere Straßenhunde. Genau, das ist einfach der Weg, der eigentlich Sinn macht. Natürlich am schönsten wäre es, es gäbe irgendwann gar keine Straßenhunde. Oder die ganze Haltungssituation von Haustieren wäre dort eine andere. Aber das ist natürlich auch bisschen eine soziale und kulturelle Frage, wie man mit Haustieren umgeht oder welchen Stellenwert auch Haustiere so haben. Das kann in Rumänien auch sehr unterschiedlich sein. Da gibt es ein ganz großes Spektrum. Genau, aber das wäre im Prinzip eigentlich der bessere Weg. Aber im Moment ist es leider noch sehr lukrativ, so zu verfahren, wie es jetzt all die Jahre war.

Katrin: Wie wird man da als deutsche Tierschutzaktivistin aufgenommen in Rumänien?

Johanna: Sehr gut. Was wir ja eigentlich primär machen, ist, wir schauen uns andere Organisationen an, die dort schon vor Ort sehr vernetzt sind und schon viele Jahre dort arbeiten, und versuchen dann zu schauen, wie kann man denen helfen. Das ist meistens Geld, logischerweise, irgendwie muss das alles finanziert werden. Manchmal ist es aber auch einfach: Hey, ich kenne jemand anderen. Vielleicht solltet ihr euch mal austauschen, der hat politisch ganz gute Kontakte oder der hat gute Erfahrung mit einer anderen Vorgehensweise. Manchmal sind es auch Tierärzte, die man kennt. Also es ist ganz unterschiedlich, wie die Hilfe ausfallen kann. [...] Aber das Wichtigste ist, [...] dass man mit rumänischen Tierschützern im Austausch sein muss. Also es bringt nichts, irgendwie dahin zu gehen und sagen, hey, ihr macht irgendwie alles schlecht und so kann das nicht funktionieren, sondern man muss halt immer gucken, wie ist eigentlich die Lebenssituation der Menschen dort und wieso werden denn die Haustiere so gehalten, warum stören denn die Hunde, was sind denn die Bedenken, warum kann denn der Hund nicht kastriert werden und einfach dort weiterleben, wo er ist. Und da hilft es halt enorm, sich mit Rumäninnen und Rumänen einfach auseinanderzusetzen und einfach unvoreingenommen da mal hinzufahren und einfach mal mit denen ins Gespräch zu geraten und eben auch mit Organisationen von vor Ort zusammenzuarbeiten. Weil die wissen immer ganz genau, es ist ja auch alleine eine Sprachbarriere, also mein Rumänisch ist nicht so gut bisher, es geht nur so über die Basics irgendwie, auch nicht hinaus. Ja, das ist immer so unser Tipp. Und dann ist man natürlich, sind dort vor Ort auch alle dankbar über Hilfe auch.

Katrin: Jetzt hat so eine Studie 530 Tierheim Helferinnen zur sogenannten Compassion Fatigue befragt. Der Begriff sagt ihr bestimmt was. Also diese emotionale Erschöpfung durch diese dauerhafte Konfrontation mit Leid. Da haben über 61 Prozent angegeben, dass sie eben regelmäßig an diese Tiere denken und das Ganze auch mit nach Hause nehmen. Und dann wird eben daraus geschlossen, je mehr Stunden pro Woche Menschen ehrenamtlich arbeiten, desto stärker ist diese Compassion Fatigue ausgeprägt. Kannst du das bei dir selbst auch beobachten?

Johanna: Wahrscheinlich schon. Man will sich das so was ja manchmal auch nicht eingestehen, dass man das hat. Ich merke das tatsächlich immer daran, dass ich gar nicht so unmittelbar danach oder irgendwie so, ja, oder in dem Moment merke ich das so gar nicht, sondern ich habe das ganz häufig erst Wochen oder Monate später nach einem Einsatz, wenn wir irgendwo waren, dass ich so ganz unvermittelt irgendwie noch mal an einen Hund denke, den wir eben nicht retten konnten oder den wir nicht helfen konnten. Also ja, ein Stück weit kann ich das schon nachempfinden, ja.

Katrin: Gibt es da auch Fälle, die dich verzweifeln haben lassen?

Johanna: Ja, auf jeden Fall. Also es gibt immer irgendwie, ja, gerade spezielle Tiere, aber auch tatsächlich spezielle Menschen, die irgendwie jetzt nicht unbedingt nur Rumänien, sondern auch in Deutschland irgendwie gar nicht ihr Tier abgeben wollten, aber irgendwie in eine Notlage geraten sind und bitterlich weinen, wenn sie das Tier bei dir abgeben. Genau, und da, das, sowas macht einen natürlich schon sehr traurig. Oder jetzt bei Tieren, dass du weißt, einen Hund konntest du retten, aber du weißt seinen Bruder beispielsweise nicht. Und dass man dann hinterfragt: Warum kannst du jetzt nur dieses eine Tier nehmen? Oder was war jetzt der Funke, warum jetzt der eine Glück hatte und der andere eben nicht? Also klar, das hat man schon häufig.

Katrin: Was würdest du denn Menschen für einen Tipp geben, die sich gerne mehr im Tierschutz einbringen wollen, aber nicht so ganz wissen, wie? Wahrscheinlich nicht direkt in den nächsten Flieger steigen und nach Rumänien fahren.

Johanna: Also das Coole ist eigentlich beim Tierschutz, dass es da eigentlich jedes Level an Engagement, sag ich mal, gibt. Und ich finde, man muss das jetzt gar nicht irgendwie aneinander abwägen, ob der Herr, jetzt nach Rumänien, der bessere Tierschützer ist als der, ja, irgendwo anders in ein anderes Tierheim geht, das ist eigentlich ziemlich egal. Und das Coole ist für alle, die sich so bisschen rantasten wollen: Die Tierschutzvereine brauchen wirklich auf allen Ebenen Hilfe, es, also wirklich sei es: Ach, ich komme nicht dazu, den Social Media Post zu machen, oder ich habe gar keine Ahnung von Steuer. Also als wir unseren Verein gegründet haben, Gott, das war für mich so ein Kampf, dieses ganze bürokratische Thema da abzuwickeln, mit den Amtsgerichten und Notar. Und was muss man da beachten? Wie funktioniert das eigentlich, so einen Verein zu gründen? Und das heißt, man kann eigentlich wirklich mit Sachen, die per se gar nicht, gar nichts mit Tieren zu tun haben sogar, im Tierschutz helfen. Und das ist eigentlich ein cooler Einstieg. Und so wächst man da auch allmählich mal rein oder kann mal reinschnuppern. Das heißt, niemand muss irgendwie ins kalte Wasser springen und direkt an eine Tötungsstation fahren, würde ich auch keinen empfehlen. Und es ist manchmal auch gar nicht sachdienlich, einfach wild hinzufahren, irgendwelche Tiere zu retten. Denn nach der Tierrettung müssen die Tiere irgendwie auch versorgt werden, vermittelt werden. Das muss alles passen, und es entstehen auch enorme Kosten dadurch. Und das ist, finde ich eigentlich, das Schöne auch am Tierschutz.

Katrin: Und wie kann man dazu beitragen zu helfen, wenn man sich jetzt gerne einen Hund holen würde?

Johanna: Ja, also das, ich muss hier einmal den Tierschutzhund hier bändigen. Also das Schöne ist, dass, ja, das ist die Mascha aus Serbien, die ist jetzt seit einem Monat da. Die hat vor drei Wochen leider ihr rechtes Hinterbein verlieren müssen, weil sie in Serbien einen Autounfall hatte. Ist aber sehr wild, deswegen muss ich sie jetzt hier einmal ein bisschen bändigen. Ja, also für uns das Wichtigste ist eigentlich, und damit ist für uns schon wirklich der erste große Schritt getan, einmal sich zu informieren über das Thema Hundehaltung. Und das klingt jetzt bisschen profan und sehr einfach, aber sich mal Gedanken darum zu machen: Was erwarte ich von einem Hund? Wie stelle ich mir die Hundehaltung vor? Welcher Hund könnte da eigentlich überhaupt passen und welcher eben auch nicht? Und vielleicht auch, sich die Frage stellen: Passt wirklich überhaupt ein Hund zu mir? Das kann langfristig schon ein großer Akt von Tierschutz sein, weil angenommen ich treffe eine falsche Entscheidung und suche mir eine Hunderasse aus oder einen Hund, der gar nicht meinem Leben, zu meinem Leben passt, und der muss in drei Jahren irgendwie ins Tierheim, das könnte man verhindern. So, das finde ich, ist schon mal der erste Schritt. Und dann, für uns ist natürlich immer der Appell, wenn das wirklich gefestigt ist und der Wunsch steht, der Plan steht, ist sich sicher, was kann man überhaupt leisten auch oder welche Ansprüche hat man, dann würden wir uns immer wünschen, dass die Leute natürlich zuerst ins Tierheim gehen und da einfach mal schauen, sich mal beraten lassen, schauen, welche Tiere gibt es überhaupt schon auf der Welt, und bestenfalls dann dort ein Tier natürlich adoptieren.

Katrin: Es gibt sehr gegenüber Tierheimen oder diesem Adoptionsverfahren immer so bisschen die Vorbehalte, dass die Hunde, die im Tierheim landen oder eben irgendwo aus Rumänien kommen, so ein bisschen schwieriger zu handhaben sind, als wenn man einen kleinen Welpen hat und den quasi von klein auf erzieht. Wie siehst du das?

Johanna: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es gibt natürlich diese Fälle, da weißt du, okay, da muss eigentlich ein Profi ran. Also das ist beispielsweise kein Anfängerhund oder kein Hund, der irgendwie jetzt wirklich in jede Lebenssituation passen würde. Es gibt natürlich auch die Fälle, weißt du, da warten Tierarztkosten auf dich. Die sind vielleicht extrem hoch. Allerdings ist es in so einem Tierheim, landet wirklich der Querschnitt, der Querschnitt der Gesellschaft an Menschen, die dort ihre Tiere abgeben, und dann natürlich auch an Tieren. Also alles Mögliche Anfälle, beschlagnahmte Welpen, der nette Hundesenior, der irgendwie abgegeben wird, weil seine Halterin gestorben ist, der ganz normale Familien-Labrador, der dort landet, weil die Eltern sich getrennt, also das Ehepaar sich getrennt hat und keiner irgendwie für den Hund, sich den Hund kümmern kann. Also alles findet man dort. Man muss vielleicht nur damit rechnen, dass man nicht einfach hingeht und beim ersten Besuch den perfekten Hund findet und sagt, dir nehm ich, tschüss, ne. Es kann halt natürlich sein, dass man da ein paar Mal öfter hinfährt oder dass man vielleicht auch mal noch ein anderes Tierheim anfragt. Das kann natürlich, das kann natürlich absolut passieren. Und was auch mal so ein ganz nettes Vorurteil ist, was wir auch häufiger haben in Abgrenzung zu Hunden aus der Zucht oder vom Züchter: Ja, viele sagen, okay, ich hol mir lieber einen Welpen vom Züchter, weil da weiß ich, was ich krieg. Und dann weiß ich, wie der ist, und dann weiß ich, was da irgendwie drauf ist. Jetzt erleben wir teilweise wirklich, dass Leute sich ein Jahr, anderthalb Jahre auf irgendeine Liste bei einem Züchter schreiben, dort schon quasi einen Welpen reservieren, [...] weil sie dann irgendwie wissen, ja, okay, dann kriege ich jetzt diesen einen Labrador-Welpen. Aber du weißt gar nicht, wie der am Ende drauf ist. Du weißt ja gar nicht, wie das ist. Das ist ja ein Individuum, das ist ja ein Lebewesen. Du weißt gar nicht, ob der dann wirklich zu dir passt. Du weißt gar nicht, was der alles erleben wird in seiner Welpen Zeit. Klar, du bist dort und vor Ort und kannst das irgendwie steuern, aber der eine wichtige Faktor, den merken wir immer, der ist immer quasi so bisschen in der Entwicklung der Hundewelpen bisschen unterschätzt, und das ist zwar, und das ist der Mensch. Das heißt, du selbst kannst natürlich auch Erziehungsfehler machen. [...] Denn das Problem ist, es sind ja meistens nicht die Hunde, sondern die Menschen. Und die gleichen Erziehungsfehler, die du mit deinem Rassehund hast, kannst du auch mit deinem Tierschutzhund haben, natürlich. Ist ja völlig klar. Das heißt, man kann das gar nicht so richtig pauschalisieren. Da sind so viele Faktoren entscheidend, und man selbst spielt eben auch einen großen Faktor.

Hunde lernen lebenslang und die können auch wirklich noch sehr viel auf sich selber. Sie sind sehr anpassungsfähig, sagen wir mal so.

Katrin: Ja, jetzt hast du ja deinen Job und Social Media. Ihr habt einen eigenen Podcast, diese Kampagne bzw. den Verein. Die Reisen ins Ausland und den Tierschutz. Also wie organisiert man eigentlich so ein Leben, das aus fünf kleinen Leben besteht?

Johanna: Das ist eine gute Frage, das weiß ich manchmal auch nicht so richtig. Das Gute ist, dass ich wirklich das Glück habe, dass ich einen Job habe, der mir super viel Spaß macht und der ja im Prinzip auch meine Leidenschaft und mein Ehrenamt beinhaltet. Deswegen fällt mir das jetzt in vielen Themen gar nicht so schwer, zum Glück. Aber ja, man braucht eine gute Planung und auf jeden Fall natürlich auch ein gutes Umfeld, die wir einspringen in der Hundebetreuung.

Katrin: Hast du denn so einen persönlichen Trick, den du anwendest, wenn du merkst, dir wird es zu viel? Also sowohl emotional als auch von der Arbeit her vom Stress.

Johanna: Also was mir tatsächlich hilft, und das ist irgendwie jetzt auch ein ganz guter Zufall, dass das auch ein bisschen Inhaltliches damit zu tun hat: Ich bin halt super gerne mit den Hunden einfach draußen, und ich muss jeden Tag raus, egal, also heute Morgen auch die Stunde durch den Regen, muss halt sein, aber die hilft mir so viel, dann über den Tag nachzudenken, über die Themen, über zum Beispiel heute über unseren Podcast, wie ich mich darauf freue und so. Ich glaube, das hätte ich ohne die Hunde nicht. Dann denke ich, boah, es regnet, schnell auf die Arbeit fahren morgens und so. Und das liegt jetzt natürlich in der Natur der Dinge, dass das jetzt hier so thematisch gegeben ist. Aber das hilft mir tatsächlich wirklich sehr viel. Also diese Auszeiten, die man sich eben mit Tieren auch mal im Alltag nehmen muss.

Katrin: Kurzer Zwischenstopp. Ein paar Sachen aus diesem Gespräch möchte ich festhalten, weil sie fast nebenbei fallen und mich trotzdem nicht mehr loslassen.

Lifehack 1: Man muss nicht nach Rumänien fliegen, um zu helfen. Tierschutzvereine brauchen Hilfe auf allen Ebenen: Social Media, Steuerfragen, Papierkram mit Amtsgericht und Notar. Ausgerechnet die Fähigkeiten, die mit Tieren gar nichts zu tun haben, sind dort gefragt.

Lifehack 2: Die ehrlichste Frage kommt vor dem Tier. Passt ein Hund überhaupt in mein Leben, und wenn ja, welcher? Wer sich das vorher wirklich beantwortet, verhindert vielleicht, dass ein Tier in drei Jahren im Tierheim sitzt.

Lifehack 3: Grenzen zu ziehen gehört zum Helfen dazu. Johanna geht jeden Tag mit den Hunden raus, auch eine Stunde im Regen, und sortiert dabei den Kopf. Wer sich verausgabt, hilft am Ende weniger, und das gilt für jedes Ehrenamt.

Und damit zurück zu Johanna, denn als Nächstes geht es um Social Media, und darum, wie aus einem süßen Trend ein echtes Problem für eine ganze Hunderasse wird.

Katrin: Jetzt findet Tierschutz ja auch ganz, ganz stark auf Social Media statt. Ihr seid ja auch vertreten und interagiert da mit euren Followern und Followerinnen. Ist Social Media für dich da eher ein Fluch oder ein Segen, wenn es ums Thema Tierschutz geht?

Johanna: Uff, das ist ganz schwierig. Das ist, ich, ein ganz großes Thema für sich auch, was auch in den letzten Jahren immer größer geworden ist. Also natürlich, wir nutzen das auch, und das ist super hilfreich, die Community irgendwie zu informieren und die Leute irgendwie auch abzuholen, was es so Neues gibt und so. Aber natürlich hat das auch enorme Gefahren. Wir sehen natürlich auch Trends, also diese Social-Media-Trends, sind echt irgendwie total abgefahren manchmal. Da werden irgendwelche Sachen mit Hunden gemacht, wo du weißt, okay, oder du siehst den Hunden an, die fühlen sich gerade ganz unwohl. Gerade auch, was so bestimmte Rassen und Züchtungen angeht, das ist für uns auch ganz häufig ganz problematisch. Womit ich mich gerade zum Beispiel ein bisschen mehr beschäftige, ist so ein Trend von französischen Bulldoggen. Ich weiß nicht, ob du die kennst. Das sind ja die mit der ganz kurzen Schnauze, die ja per se leider schon echt ein hartes Leben führen und auch, ja, deswegen auch als Qualzucht definiert sind, weil sie von Geburt an Leid und Schmerz erleben müssen, aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit. Und jetzt ist total im Trend, dass es die Rasse eben auch in langhaarig gibt. Und jetzt sieht die noch mal neu aus, noch mal besonders aus, ist total süß und bla. Aber dass du halt super schwerkranke, behinderte Hunde dort hast, das wird halt komplett ignoriert. Ja, das ist zum Beispiel ein sehr, sehr großer Fluch und ein ganz großer Negativaspekt auch an Social Media.

Katrin: Die sind auch wahnsinnig überzüchtet, die französischen Bulldoggen.

Johanna: Genau, die haben im Prinzip immer Atemnot. Aufgrund dieser kurzen Nase und dieses verkümmerten Gaumensegels ist es, als ob die immer um Luft ringen müssen, ihr ganzes Leben lang. Dann kann man wahnsinnig aufwendig operieren, aber damit ist es gar nicht getan. Dann haben die Gelenkprobleme, haben die Bandscheibenvorfälle. Die Liste ist so lang, das ist wirklich sehr schrecklich.

Katrin: Wieso? Also das ist kein unbekanntes Problem. Man muss ja alleine eine französische Bulldogge nochmal angucken und man weiß, dass es der nicht so richtig gut geht. Woran liegt es denn, dass Leute, die trotzdem immer und immer wieder kaufen?

Johanna: Wenn ich das so genau wüsste, wenn es da so einen Schalter gäbe, den man umlegen könnte. Also ich glaube, die wirklichen Verfechter der Rasse, die verfallen halt der Rasse, weil sie wirklich einfach nette Hunde sind. Das stimmt halt leider wirklich. Also die sind halt einfach im Regelfall super umgängliche, tolle, nette Hunde, die wirklich gut auch in Familien klarkommen, häufig auch sehr pflegeleicht, wobei das häufig ein Trugschluss ist, weil die einfach sehr behindert sind und einfach wirklich sehr wenig sich bewegen können, weil die einfach direkt umkippen und keine Luft mehr kriegen. Und dann gibt es natürlich auch viele Leute, die sich das vielleicht auch gar nicht so eingestehen wollen, aber die auch so bisschen dieses: Ach, dem geht es nicht gut, ich muss mich um den kümmern, der kriegt nicht so gut Luft, ach, guck mal, der schnarcht so süß und so. Die da so bisschen auch so ein Helfer-Syndrom getriggert fühlen irgendwie und dann da so ein bisschen sich gerne kümmern, und dann fahren die den halt in ihrem Kinderwagen rum und lassen die nicht laufen. Oder ja, da gibt es leider doch auch viele, die das eben gut finden, und es gibt, ist jetzt meine persönliche Meinung, ich kann es einfach nicht nachvollziehen, aber viele, die es eben auch süß finden, ne? Kulleraugen, diese Falten im Gesicht und diese kurzen Beine und sowas. Und ja, die wollen dann auch teilweise gar nicht unbedingt hören, was dann eigentlich dahintersteckt.

Katrin: Jetzt wird ja in Bremen ganz neu der Hundeführerschein eingeführt. Ich glaube in Niedersachsen gibt es den auch schon lang. Ich bin mir gar nicht sicher, wie es im Rest von Deutschland ausschaut. Also in Bayern gibt es ihn leider noch nicht. Höchste Zeit, oder?

Johanna: Ja, absolut. Ich kann jetzt auch an der Stelle ein bisschen spoilern, denn wir sind hier in NRW natürlich auch sehr umtriebig, was das angeht, und haben jetzt wirklich für uns einen ganz, ganz wichtigen Moment. Das haben wir noch gar nicht so richtig kommuniziert. Das verrate ich jetzt hier. Einen wichtigen Moment vor uns, denn auch wir durften helfen, an einem Antrag mitzuverfassen, der eben auch für NRW eine verpflichtende Sachkunde fordert. Und jetzt am 21. September. Klingt ein bisschen unsexy, aber da findet die Sachverständigenanhörung im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft in NRW statt. Langer, langer Titel. Aber es geht im Prinzip darum, dass Sachverständige dort einmal zu diesem Antrag sprechen und der Ausschuss sich ein bisschen informiert. Und wenn alles gut geht, der dann auch im Parlament dann zur Abstimmung bald steht. Und das ist für uns natürlich ein Meilenstein, weil das ist, also, das ist so wichtig. Wir machen für alles Führerscheine: Angelschein, Jagdscheine. Was weiß ich, Drohnen-Führerschein, fürs Auto natürlich, aber bei der Hundehaltung irgendwie nicht. Also das ergibt gar keinen Sinn, und das ist für uns superwichtig, eben zu fordern, dass die Menschen sich informieren müssen, dass sie einmal das alles hören müssen, dass sie da auch mal durchmüssen, durch den Prozess, das auch bezahlen müssen. Das ist immer ein sehr unbeliebter Punkt, aber ich denke mir, wer das nicht bezahlen kann, der wird es schwer haben, ein ganzes Hundeleben zu finanzieren, was mitunter mal schnell 15.000 bis 20.000 Euro kosten kann. Das ist halt die Wahrheit, und wir sind sehr hoffnungsvoll, dass wir auch in NRW vielleicht bald so weit sind, dass wir eben diesen verpflichtenden Sachkundennachweis oder Hundeführerschein einführen können.

Katrin: Sehr cool, herzlichen Glückwunsch! Das sind sehr gute Neuigkeiten.

Johanna: Ja, also wir warten mal ab. Wir sind, wir brauchen alle Unterstützung. Also alle Leute müssen gerne aufmerksam darauf werden, und ich denke, es schadet auch nicht, wenn man dem einen oder anderen Abgeordneten mal eine nette Nachricht schreibt, darauf aufmerksam macht, dass man das auch gut findet. Da freuen die sich bestimmt drüber.

Katrin: Ja, das ist ein unterschätzter Hebel. Man kann gerne mal recherchieren, wer so im eigenen Wahlkreis auch so verantwortlich ist. Und die haben E-Mail-Adressen.

Johanna: Exakt. Und für alle, die es noch einfacher haben wollen: In den nächsten Tagen gibt es bei uns auf der Internetseite auch eine Seite online, wo du wirklich ganz einfach mit deiner Postleitzahl oder deinem Wohnort direkt den vorgefertigten Text exportieren kannst an deinem Mailpostfach, und dann wird es direkt quasi losgeschickt. Oder du kopierst dir den Text und haust ihn irgendwie bei Instagram in die Directmessages an den Abgeordneten. Also wir helfen gern auf die Sprünge.

Katrin: Wie läuft es denn dann mit dem Hundeführerschein? Ich habe den jetzt bestanden und hab meinen Hund. Kann ich dann auf der Straße danach kontrolliert werden von der Polizei oder vom Ordnungsamt?

Johanna: Genauso schlimm wird es nicht sein, aber wir wollen schon, dass du denn machen musst und bestenfalls auch bestehen solltest. Wobei der soll, nicht schwer werden. Also es geht nicht darum, dass da jetzt auf einmal zig Millionen ausgebildete Hundetrainerinnen und Hundetrainer rumlaufen, sondern es geht hier wirklich um die Basics. Also: Ich lasse meinen Hund nicht bei 30 Grad im Auto, wenn ich im Supermarkt einkaufen gehe. Klingt für uns jetzt als Hundemenschen vielleicht trivial. Sehen wir aber noch. Also wir haben ja eigentlich täglich die Polizeimeldung oder die Beobachtung. Woher genau die Themen, die wir jetzt gerade besprochen haben, wo adoptiere ich denn einen Hund, was sind seriöse Quellen, was mache ich eben auch nicht. Also wirklich die Basics damit, und das soll ja auch eine Hilfe darstellen. Man soll sich ja eben nicht mehr lost fühlen. Man soll das Gefühl haben: Hey, ich habe irgendwie jetzt hier eine Basis. Ich kann eine gute Entscheidung treffen für ein Lebewesen. Und wenn du das hast und danach auf die Suche gehst nach einem Hund, dann musst du das eben vorweisen. Ansonsten kannst du den Hund nicht kaufen oder auch nicht anmelden bei der Stadt. Eben wie bei einem Führerschein für dein Auto eben auch. Also genau, das ist auf jeden Fall notwendig.

Katrin: Hast du denn selbst mal diesen Hundeführerschein gemacht, so zum Spaß, ob du dem bestehen würdest?

Johanna: Also wir haben hier in NRW aktuell die sogenannte 20-40-Regelung. Das heißt, jeder Hund, der über 20 Kilo ist oder 40 Zentimeter hoch, dessen Halterin oder dessen Halter muss eine kleine Prüfung machen. Jetzt ist die super lachhaft. [...] weil das halt einfach Multiple Choice Fragen sind, die auch nicht dem neuesten wissenschaftlichen Stand entsprechen. Das heißt, den Test habe ich erfolgreich bestanden, welche Überraschung. Ja, ansonsten die Sachkundennachweise, die sind zum Glück wirklich machbar. Also, die kriegt man wirklich mit ein bisschen Sachverstand und Interesse für das Thema auch hin.

Johanna: Ehrlicherweise sollte das wirklich jetzt das bare Minimum sein. Also da finde ich, geht schon noch ein bisschen mehr. Da könnte man schon noch eine Spur drauflegen.

Katrin: Also, wo geht dir der Tierschutz in Deutschland noch nicht weit genug?

Johanna: Ich bin auch kein Fan davon, dass man alles regulieren muss oder jeden zu 9.000 Prüfungen zerren muss. Aber der Appell an die Eigenverantwortung: Jeder, der sich für ein Tier entscheidet, trifft auch eine Entscheidung für den Tierschutz oder sollte im Sinne des Tierschutzes eine Entscheidung treffen. Das ist für mich schon mal so Basics. Und dann haben wir natürlich ganz große strukturelle Probleme. Also die Finanzierungslücke unserer Tierheime, die ist einfach gigantisch. Es müssten Millionen noch investiert werden, damit wir einfach mit dem Status quo klarkommen. Und perspektivisch werden wir nicht weniger Tiere in unseren Tierheimen haben. Das heißt, das ist etwas, was uns leider die Bundesregierung schon seit einigen Legislaturperioden versprochen haben, wo aber einfach nichts passiert. Weshalb auch der Deutsche Tierschutzbund erst kürzlich unsere Bundesregierung tatsächlich verklagt hat, weil das ja eigentlich im Koalitionsvertrag niedergeschrieben war, aber einfach nichts passiert. Und das ist super, supertraurig, weil hinfällig, dass da was passiert.

Katrin: Wie ist denn da gerade der Stand des Verfahrens?

Johanna: Es läuft einfach, aber ja, das war jetzt natürlich auch ein symbolischer Akt. Ja, bei all den ganzen Baustellen und Themen, die wir ja auch haben im Moment, macht es Sinn, dass es vielleicht jetzt nicht Prior 1 ist, aber auch keine Entschuldigung. Es sollte jetzt wirklich auf jeden Fall mal angepackt werden, und wir bekämpfen alle weiter. Aber auch da braucht es auch eine Öffentlichkeit und Menschen, die da auch immer wieder drauf zeigen und sagen: Hey, so geht es einfach gerade nicht weiter.

Katrin: Wenn jetzt Deutschland morgen bei dir anruft und sagt Johanna, wir haben hier Platz für ein neues Tierschutzgesetz und uns fällt niemand besseres ein als du, der dir das jetzt hier beschließen könnte, was wäre dein erster Impuls?

Johanna: Finde ich gut. Können gerne anrufen. Ja, da haben wir viele Themen. Also wir waren ja, und das ist so tragisch für den Tierschutz tragisch, vor allem jetzt möchte ich sprechen, mit dem Bruch der vorangegangenen Regierung waren wir ganz, ganz, ganz, ganz knapp vor einem neuen Tierschutzgesetz. Das war noch nicht in allem perfekt und so, wie wir uns das vorgestellt haben, aber wäre ein super Fortschritt schon mal gewesen, weil es nämlich zum Beispiel unseren Qualzuchtparagrafen nochmal neu angefasst hätte. Dieses Thema, es sollen einfach keine Qualzuchten mehr gezüchtet werden. Wir brauchen da eine Symptomliste, also eine Liste, mit denen die praktisch arbeitenden Veterinärämter gut umgehen können, mit denen die Behörden gut umgehen können, zu sagen: Das ist eine Qualzucht, wir verbieten diese Zucht jetzt hier an Ort und Stelle. Dann das Thema, also für mich würde auch das Thema natürlich Sachkundenachweis in ganz Deutschland, würde auch eine große Rolle spielen. Wir haben jetzt nur über Haustiere gesprochen, aber natürlich auch der Nutztierbereich, Anbinderhaltung wäre nochmal angefasst worden. Also das sind alles so Bereiche, vor denen wir schon sehr knapp davorstanden, die dann leider nichts wurden durch den Regierungsbruch. In der die jetzige Regierung leider auch noch nicht sehr viel Interesse zeigt, das nochmal neu anzugehen, was uns natürlich sehr bestürzt, weil ja schon sehr viel Energie und sehr viel Zeit und auch dadurch sehr viel Geld reingeflossen ist. Wir geben aber nicht auf. Dadurch, dass wir schon mal so weit kamen, denken wir, dass es irgendwann auch wieder möglich sein wird. Und bis dahin müssen wir viel politische Beratung noch leisten. Und das machen wir. Wir besuchen sehr häufig Bundestagsabgeordnete, verschiedene Landtagsabgeordnete, um über diese Themen zu sprechen, damit das eben auch nicht in Vergessenheit gerät.

Johanna: Und einfach wirklich laut werden für die Themen, sich mal engagieren. Ich finde es echt wirklich ein super Schritt, wenn man, [...] mal so ein bisschen darüber nachliest, sich mal informiert und darauf, dann auf der Grundlage, Entscheidungen trifft und mit anderen einfach mal darüber sprechen. Wenn man mitkriegt, ach, jemand möchte sich einen Hund dann schaffen, vielleicht einfach mal nachfragen: Hey, warst du schon mal in einem Tierheim? Sollen wir da mal gemeinsam hinfahren? So schlimm ist es gar nicht. Und damit hat man schon wirklich viel getan.

Katrin: Johanna, vielen Dank. Hast du noch irgendwas, was du den Leuten da draußen mitgeben möchtest?

Johanna: Ja, also vielleicht noch eine kurze Message, die mir immer wichtig ist und die ich aus eigener Erfahrung auch nur ganz fett unterstreichen kann. Bei Tierschutz denken wir immer an die Tiere, und das auch richtig so. Aber jetzt gerade der spezielle Fall Tierheim oder Tierschutzverein Ehrenamt, Ehrenamt generell, es muss gar nicht um die Tiere gehen, der ist auch so ein toller sozialer Aspekt für einen selbst. Was für tolle Menschen ich schon kennengelernt habe, nur über mein Ehrenamt, oder eine zweite Familie, die ich dazu gewonnen habe, die mir super viel bedeutet. Ja, da kann ich nur appellieren, dass man sowas einfach mal testet und sich mal so ein Ehrenamt auch mit diesem Hinblick, auf diesen Hinblick mal abklopft und mal überlegt, ob das was für einen ist, weil es einfach super viel Spaß macht und echt eine Bereicherung ist. Wenn man dann noch was Gutes tut, also es ist doch Win- Win. Von daher mal austesten und mal so ein Tierheim besuchen beispielsweise.

Und die freuen sich auch immer über Kuchen und Süßigkeiten. Also man kann sich auch so engagieren.

Katrin: So, was bleibt hängen von diesem Gespräch? Bei mir vor allem ein Bild: Ein Mädchen, noch keine elf, geht in den Sommerferien den entlaufenen Hund einer Freundin abholen. Der Hund kommt wieder nach Hause, und sie bleibt einfach da. Manchmal fängt so etwas ganz klein an.

Und dann ist da dieser eine Satz, der bei mir noch nachhallt. Das Leid, das man verhindert, bekommt man nie zu sehen, weil es gar nicht erst auf die Welt kommt. Es gibt davon kein Foto und kein Video. Und trotzdem ist genau das der wirksamste Tierschutz, den es gibt.

Was ich mitnehme: Man muss nicht nach Rumänien fliegen, um etwas zu tun. Es reicht schon, sich vor der Anschaffung eines Tieres wirklich ehrlich zu informieren. Oder einfach mal im Tierheim vorbeizuschauen. Und weil Johanna es so schön gesagt hat: die freuen sich dort auch über Kuchen. Es muss also nicht groß anfangen.

Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert ERGO Lifehacks gern und empfehlt uns weiter. Und schaut doch mal, welchen Tierschutzverein es bei euch in der Nähe gibt. Macht es gut und bis zur nächsten Folge.

Wer einen Hund bei sich aufnimmt, übernimmt Verantwortung – für das Tier, aber auch für andere Menschen. Denn selbst der bravste Vierbeiner kann einmal einen Schaden verursachen. Mit der Hundehalter-Haftpflichtverischerung von ERGO schützen Sie sich vor den finanziellen Folgen von Personen-, Sach- und Vermögensschäden. So sind Sie und Ihr tierischer Begleiter im Alltag gut abgesichert. 

*Dieses Transkript kann leicht von der Podcast Folge abweichen.