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Zahnschmerzen

Wenn der Zahn pocht, zieht oder sticht

Zahnschmerzen können viele Ursachen haben. Erfahren Sie hier, was hinter den Beschwerden steckt und wann ein Zahnarztbesuch ratsam ist.

Eine junge Frau mit schmerzverzogenem Gesicht sitz im Behandlungszimmer eines Zahnarztes und hält sich die Wange. (Bild KI-unterstützt generiert)

Zahnschmerzen kommen oft unerwartet – und nicht selten folgen teure Behandlungen. Mit unserer Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit sichern Sie sich sofort umfassende Leistungen für Zahnbehandlungen und Zahnersatz. So bleiben Sie auch bei plötzlich auftretenden Zahnproblemen zumindest finanziell entspannt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnschmerzen sind Warnsignale. Häufige Ursachen sind Karies, Zahnfleischentzündungen, freiliegende Zahnhälse oder Entzündungen im Zahninneren.
  • Hausmittel und Schmerzmittel können Zahnschmerzen kurzfristig lindern, beseitigen aber nicht die Ursache. Anhaltende oder starke Zahnschmerzen sollten zeitnah vom Zahnarzt oder der Zahnärztin abgeklärt werden.
  • Eine gründliche Zahnpflege und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Zahnerkrankungen und damit Zahnschmerzen vorzubeugen.

Diese Themen finden Sie hier

Was sind Zahnschmerzen?

Zahnweh – beinahe jeder kennt es, denn Zahnschmerzen sind sehr verbreitet. Sie sollten auf jeden Fall ernst genommen werden, da sie auf ein Problem der Zähne oder des Zahnfleisches aufmerksam machen. Ganz gleich, ob dumpfes Ziehen oder heftiges Klopfen: Schmerzen in den Zähnen sind immer unangenehm und verschwinden in der Regel nicht einfach wieder. Vielmehr sind sie ein Hinweis darauf, dass der nächste Zahnarztbesuch ansteht.

Warum schmerzt ein Zahn?

In Zähnen ist kein Leben? Weit gefehlt. Das sensible Innere des Zahnes ist durch Zahnschmelz und Zahnfleisch nur gut geschützt. Darunter besitzt jeder Zahn im „Pulpa“ genannten Zahnmark Nervenfasern und Blutgefäße. Wer Zahnschmerzen kennt, weiß, wie empfindlich die Nervenfasern reagieren.

Podcast Zitat aus Folge 40: Schöne Zähne, teure Träume – was Social Media dir verschweigt

„Zahnschmelz ist eine Substanz, die sich nicht wieder aufbaut. Wenn Zahnschmelz einmal weg ist, ist er weg. Ab ungefähr dem 10. oder 11. Lebensjahr ist der Zahnschmelz ausgereift, danach bildet sich nichts mehr nach und es verändert sich auch nichts mehr.“

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Dr. And Kepir, Zahnarzt aus Berlin

Daraus besteht ein Zahn

Checkliste

  • Zahnschmelz: härteste Substanz im Körper
  • Zahnbein: Hauptmasse des Zahnes
  • Zahnmark: von Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen
  • Zahnfleisch: gut durchblutete Substanz
  • Kieferknochen: feste Verankerung des Gebisses
  • Zahnhalteapparat: Zahnfleisch und Zahnzement
  • Wurzelkanal: von Nervenfasern durchzogen

Die häufigsten Auslöser für Zahnschmerzen: Karies und Parodontitis

Zahnschmelz und Dentin (Zahnbein) schützen das sensible Zahnmark vor heißen und kalten Speisen und anderen mechanischen Reizen. Die Zahnwurzel ist im Kiefer verankert und von Gewebe und Knochen umschlossen. So ist der Zahn gut geschützt.

Das ändert sich, wenn eine der Schutzschichten sich entzündet oder Defekte bekommt. Karies und Parodontitis sind die Hauptgründe für die Zerstörung der natürlichen Schutzschicht. Karies greift den Zahn von außen an, Parodontitis schädigt Zahnfleisch und Zahnhalteapparat. Liegt der Zahnnerv bzw. das empfindliche Zahnmark frei, können Zahnschmerzen entstehen.

Welche Ursachen haben Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise können auch Wechselwirkungen im Organismus zu Zahnschmerzen führen. Diese lassen sich meist durch die Art und Intensität des Schmerzes abgrenzen.

Art der ZahnschmerzenMögliche Ursache
Schmerzen beim Verzehr von Kaltem, Heißem oder SüßemKaries im Anfangsstadium, freiliegende Zahnhälse
Klopfende oder pochende ZahnschmerzenFortgeschrittene Karies, Entzündung des Zahnnervs
Dumpfer Schmerz beim KauenZahnfleischentzündung oder Zahnbettentzündung
Berührungsempfindlicher ZahnWurzelentzündung mit Abszessbildung
Schmerzen im hinteren MundbereichDurchbruch der Weisheitszähne
Reizempfindlicher ZahnHerausgefallene Füllung, Krone oder Provisorium
Brennende ZahnschmerzenFreiliegende Zahnhälse, gereizte Zahnnerven oder Schleimhautreizungen

 

Junge Frau schaut erfreut auf ihr Handy.

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Schmerzempfindliche Zähne: Die 5 häufigsten Ursachen

Schon ein Eis, ein heißer Kaffee oder ein kalter Luftzug können einen kurzen, stechenden Zahnschmerz, auch Blitzschmerz genannt, auslösen. Dieser ebbt schnell wieder ab. Häufig steckt eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne dahinter. Das sind die häufigsten Ursachen:

Zahnschmerzen trotz gesunder Zähne: Wenn die Ursache woanders liegt

Nicht immer sind Karies, Zahnfleischentzündungen oder andere Zahnerkrankungen für Zahnschmerzen verantwortlich. Auch Probleme mit den Nebenhöhlen, Migräne, Nervenschäden oder Stress können Beschwerden auslösen, die sich wie Zahnschmerzen anfühlen. Diese können nicht vom Zahnarzt erkannt und behandelt werden.

Patienten erleben diese Form der Zahnschmerzen ganz unterschiedlich. Manchmal treten leichte und brennende Schmerzen auf. Betroffene berichten auch von einem Klopfen und Stechen in den Zähnen oder im Kieferknochen. Der Schmerz lässt sich nicht immer genau lokalisieren und kann sogar die Seite wechseln.

Zahnschmerzen durch Erkrankungen der Nebenhöhlen

Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder der Kieferhöhle können Druck auf die Zahnwurzeln ausüben. Betroffene spüren häufig einen klopfenden oder stechenden Schmerz an mehreren Backenzähnen gleichzeitig.

Zahnschmerzen durch eine Nervenfehlfunktion

Wenn sensible Zahnnerven geschädigt werden, kann ein chronischer, neuropathischer Zahnschmerz entstehen. Solche Beschwerden treten meist nach Zahnbehandlungen auf: Nach der Entfernung von Zahnstein, einer Wurzelkanalbehandlung oder einer Zahnextraktion können Brennen, Taubheitsgefühle und Überempfindlichkeiten auftreten. Diese Zahnschmerzen werden als atypische Odontalgie bezeichnet. Die Diagnose wird dadurch erschwert, dass die Beschwerden bzw. Symptome verzögert auftreten – oft erst Wochen oder Monate nach der Behandlung.

Zahnschmerzen durch Migräne

Bei Migräne oder Clusterkopfschmerzen können Schmerzsignale über den Trigeminusnerv bis in den Kiefer und die Zähne ausstrahlen. Die Beschwerden werden häufig als stark, klopfend und plötzlich auftretend beschrieben. Diese Schmerzform ist durch Verhaltenstherapien und Medikamente behandelbar.

Zahnschmerzen durch Herzerkrankungen

Herzerkrankungen äußern sich häufig durch untypische Symptome. Schulter- und Armbeschwerden oder Zahnschmerzen zählen dazu. Kardiogene Zahnschmerzen treten meist in Verbindung mit Brustschmerzen auf. Bei körperlicher Belastung verschlimmern sich die Beschwerden.

Zahnschmerzen durch Zahnspangen oder Zahnersatz

Schlecht sitzende Prothesen, Kronen oder Zahnspangen können Druck auf Zähne und Kiefer ausüben und damit Zahnschmerzen verursachen. Nach einer Anpassung durch den Zahnarzt verschwinden die Beschwerden meist wieder.

Zahnschmerzen durch Stress

Seelische Probleme manifestieren sich im Körper in den unterschiedlichsten Beschwerden. Muskelschmerzen und Verspannungen, Verdauungsprobleme oder Kopfschmerzen sind die gängigsten Beispiele. Treten Zahnschmerzen ohne ersichtliche Ursache auf, können also psychosomatische Gründe vorliegen.

Stress als Auslöser für Zahnschmerzen ist weniger bekannt, kommt aber vor: Durch Verspannungen im Bereich von Schulter und Nacken leiten die Nervenbahnen den Schmerz bis zu den Zähnen weiter. Zahnschmerzen treten auch auf, wenn Betroffene mit einer verkrampften Körperhaltung die Zähne fest aufeinanderpressen und dadurch den Druck auf den Kiefermuskel verstärken.

Gut zu wissen

Können Zahnschmerzen von selbst verschwinden?

Zahnschmerzen sind immer ein Alarmsignal. Auch wenn der Schmerz wieder verschwindet, kann sich die Zerstörung des Zahnes fortsetzen. Daher sollten Sie auch bei abklingenden Zahnschmerzen sicherheitshalber Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin aufsuchen.

Typische Zahnschmerzen und mögliche Ursachen im Überblick

Hier eine Übersicht über die gängigsten Symptome und deren Ursachen sowie die notwendigen Schritte.

SymptomeUrsachenWas ist zu tun?

Leichte Zahnschmerzen, die nur gelegentlich auftreten

Empfindlichkeit gegenüber Süßem und Saurem

Karies im Anfangsstadium

Seelische Probleme

Bei häufigerem Auftreten zum Zahnarzt gehen

Leichte Zahnschmerzen

Zähneknirschen

Schmerzen im Kiefer

Fehlstellung der Zähne

Vorstehende Zahnfüllungen

Schlecht sitzende Prothesen und Kronen

Korrektur der Fehlstellung durch den Zahnarzt notwendig
Gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch bei KleinkindernZahnfleischreizung durch ZahnenBeißring kann die Beschwerden lindern

Dumpfer und stechender Schmerz

Geschwollene Wange

Eiter am Zahnfleisch sichtbar

Karies im fortgeschrittenen Stadium

Entzündung von Zahnmark, Zahnwurzel oder Kieferknochen

Sofort zum Zahnarzt gehen

Schmerzendes Zahnfleisch

Blut beim Zähneputzen

Schwellungen zwischen den Zähnen

ZahnfleischentzündungZum Zahnarzt gehen

Ziehen im Kiefer

Entzündetes Zahnfleisch

Lockerung der Zähne

ZahnbettentzündungZum Zahnarzt gehen

Schmerzen im Kiefer

Knacken im Kiefer

Fehlstellung des KiefersKorrektur der Fehlstellung durch den Arzt notwendig

 

Wie kann man Zahnschmerzen vorbeugen?

Mit der richtigen Zahnpflege und einer guten Mundhygiene beugen Sie Zahnschmerzen am besten vor:

  • Zähne gründlich putzen: Putzen Sie Ihre Zähne mindestens 2-mal am Tag, besser noch nach jeder Mahlzeit. Achten Sie dabei auf die richtige Putztechnik und ohne zu starken Druck.
  • Zahnzwischenräume nicht vergessen: Nutzen Sie Zahnseide oder Interdentalbürsten, um Beläge zwischen den Zähnen zu entfernen.
  • Zunge reinigen: Spezielle Zungenreiniger helfen, Beläge auf der Zunge zu reduzieren.
  • Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen: Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen erkennt der Zahnarzt oder die Zahnärztin Karies oder Zahnfleischprobleme oft frühzeitig.
  • Professionelle Zahnreinigung einplanen: Bei einer PZR werden hartnäckige Beläge, die sogenannte Plaque, entfernt. Sie sollte ein- bis zweimal im Jahr durchgeführt werden.
  • Zucker reduzieren: Weniger Zucker hemmt das Wachstum von Kariesbakterien.
  • Nicht rauchen: Rauchen verfärbt die Zähne und verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleisches.
Gründliche Zahnpflege beugt Zahnproblemen und Zahnschmerzen vor: Vater und Sohn stehen nebeneinander und reinigen ihre Zähne mit Zahnseide.

Gut zu wissen

Hilft gründliches Zähneputzen wirklich gegen Karies und Zahnschmerzen?

Ja. Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), die 2025 veröffentlicht wurde, zeigt deutliche Erfolge der zahnmedizinischen Vorsorge: Seit den 1990er-Jahren ist die Karieslast bei 12-jährigen Kindern um 90 % gesunken, und heute sind 82 % der älteren Kinder kariesfrei. Regelmäßiges Zähneputzen, Fluoridierung und zahnärztliche Vorsorge können das Risiko für Karies und damit auch für Zahnschmerzen also tatsächlich deutlich reduzieren.

Wann sollte man bei Zahnschmerzen zum Zahnarzt?

Bei Zahnschmerzen lautet die eindeutige Antwort: möglichst bald. Zeigen sich Schwellungen im Gesicht und tritt Fieber auf, gehen Sie sofort zum Zahnarzt. Schmerzmittel helfen nur kurzfristig. Anhaltende Linderung der Beschwerden verschafft allein die Reparatur des erkrankten Zahns.

Stechende Zahnschmerzen über Tage auszuhalten, zehrt an den Kräften. Eine Besserung ist meist nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Liegt eine Entzündung vor, verschlechtern sich die Beschwerden relativ schnell. Kann der Zahnarzt gleich eingreifen, lässt sich der Zahn vermutlich noch retten.

Zahnschmerzen verschwinden plötzlich? Vorsicht!

Lassen Zahnschmerzen nach, wirkt das zunächst beruhigend. Doch Vorsicht: Die Ursache kann weiterhin bestehen. In manchen Fällen ist der Zahnnerv bereits so stark geschädigt, dass er abstirbt und deswegen nicht mehr schmerzt.

Das Problem: Im abgestorbenen Gewebe können sich Bakterien ausbreiten. Die Entzündung schreitet oft unbemerkt voran und kann später erneut starke Zahnschmerzen verursachen, etwa beim Essen. Breitet sich die Entzündung über die Zahnwurzel hinaus aus, können Abszesse und Schäden am Kieferknochen entstehen. Im schlimmsten Fall droht der Verlust des Zahns.

 

Gut zu wissen

Wann sind Zahnschmerzen ein Notfall?

Sind die Zahnschmerzen ungewöhnlich stark? Treten sie zusammen mit Schmerzen und Engegefühl in der Brust oder mit Atemnot auf? Dann rufen Sie den Notarzt, um einen Herzinfarkt auszuschließen. Wenn Ihre Zahnschmerzen mit starken Schwellungen im Gesicht, Fieber oder Schluckbeschwerden einhergehen, sollten Sie umgehend einen Zahnarzt oder den zahnärztlichen Notdienst aufsuchen.

Wie findet der Zahnarzt die Ursachen Ihrer Zahnschmerzen?

Zahnschmerzen treten in unterschiedlicher Intensität und Charakteristik auf. Beschreibt der Patient seine Symptome, kann der Arzt deren Ursache bereits eingrenzen. Es folgt eine gründliche Untersuchung von Zähnen und Zahnfleisch. Letzte Gewissheit bringt häufig das Röntgen des Zahnes.

Wie werden Zahnschmerzen behandelt?

Die Behandlung von Zahnschmerzen richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Dabei ist Karies mit Abstand der häufigste Grund für den Zahnarztbesuch.

Behandlung von Karies

Im Fall ziehender Zahnschmerzen und empfindlicher Zähne lautet die Diagnose meist Karies. Die Ursache liegt in der Regel in einer unzureichenden Mundhygiene. Dann siedeln sich Bakterien im Mundraum an. Besonders in den Zahnzwischenräumen häuft sich Plaque.

Der Zahnarzt oder die Zahnärztin entfernt die von Karies befallenen Stellen großzügig und baut den Zahn neu auf. Kleinere Löcher erhalten eine Füllung. Ist die Zahnfäule weiter fortgeschritten, ist eine Wurzelkanalbehandlung notwendig. Wenn die Zahnsubstanz zum Großteil zerstört ist, empfiehlt der Zahnarzt eine Krone oder ein Inlay. In schweren Fällen ist der Zahn nicht mehr zu retten.

Behandlung bei Zahnfleischentzündung

Ist das Zahnfleisch entzündet, entfernt der Zahnarzt den verhärteten Zahnbelag mit professionellen Instrumenten. Eine weitere Behandlung ist nicht erforderlich. Der Mediziner versucht dann, dem Patienten Tipps zur richtigen Mundhygiene zu geben. Bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen kann er überprüfen, inwieweit der Patient die Ratschläge umgesetzt hat.

Behandlung eines entzündeten Zahnnervs

Bei dieser Krankheitsform lassen sich 2 unterschiedliche Diagnosen stellen:

  • Reversible Pulpitis: umkehrbarer entzündeter Zahnnerv
  • Irreversible Pulpitis: unumkehrbarer entzündeter Zahnnerv

Ein heftiger, ziehender Schmerz beim Kontakt mit Kälte deutet auf eine reversible Pulpitis hin. Als Ursache der Entzündung gelten mechanische oder chemische Reize während einer Zahnbehandlung – oder ein Bakterienbefall. Bei der Behandlung versiegelt der Zahnarzt die Zähne und baut damit die Schutzschicht wieder auf. Für die häusliche Anwendung verschreibt er Präparate zur Fluoridierung.

Eine unumkehrbare (irreversible) Pulpitis ist mit starken Zahnschmerzen verbunden. Patienten empfinden den Zahn als störend. Der Zahn schmerzt bei Berührung und Aufbiss. Kälte bringt kurzzeitig Linderung. Unter Wärmeeinwirkung dagegen verstärkt sich der Schmerz. Eine Wurzelkanalbehandlung kann die Entzündung beheben. Der Verlust der Zahnsubstanz macht eine Füllung hinfällig. Stattdessen kommen Teilkronen oder Kronen zum Einsatz.

Behandlung einer Wurzelentzündung

Bei fortgeschrittener Karies kann es zu einer Wurzelentzündung kommen. Auch dann ist eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich. Der Zahnarzt entfernt das entzündete Gewebe (Pulpa). Danach reinigt er die Wurzelkanäle und spritzt eine Desinfektionslösung hinein. Anschließend erhalten die Wurzelkanäle eine Dauerfüllung.

Behandlung freiliegender Zahnhälse

Wer beim Zähneputzen zu viel Kraft aufwendet, reizt das Zahnfleisch. Die Gefahr: Zu harte Zahnbürsten oder nächtliches Zähneknirschen können einen Zahnfleischrückgang begünstigen. Dann liegen die Zahnhälse frei und reagieren empfindlich auf Heißes und Kaltes, Süßes und Saures.

Der Zahnarzt kann die angegriffenen Zähne mit Lack versiegeln. Außerdem ist eine Desensibilisierung mithilfe eines Lasers möglich. Spezielle Zahnpasten, weichere Zahnbürsten und die Unterweisung in der richtigen Putztechnik sind die Eckpfeiler der Therapie.

Behandlung bei Weisheitszähnen

Oft melden sich die Weisheitszähne erst in späteren Lebensjahren. Betroffene nehmen einen dumpfen und pochenden Schmerz wahr, der auf Ohren oder Kopf ausstrahlen kann. Das ist ein Anzeichen dafür, dass der Platz im Kiefer für die zusätzlichen Zähne nicht ausreicht.

Dann gibt es nur eine Lösung: Der Zahnarzt entfernt die Weisheitszähne. Schmerztabletten oder Antibiotika lindern die begleitenden Beschwerden.

Zahnschmerzen nach einer Behandlung beim Zahnarzt

Endlich geschafft. Der Zahnarzt legt den Bohrer beiseite und der Patient steigt wie befreit vom Behandlungsstuhl. Doch manchmal ist die Euphorie nicht von langer Dauer: Der Zahn schmerzt, obwohl die Behandlung eigentlich abgeschlossen ist.

Gut zu wissen

Gibt es chronische Zahnschmerzen?

Ja. Halten Zahnschmerzen über längere Zeit an, obwohl keine Ursache mehr am Zahn gefunden wird, können chronische oder neuropathische Zahnschmerzen vorliegen. Ursache kann das sogenannte Schmerzgedächtnis sein. Dabei prägt sich das Nervensystem den Schmerz ein und sendet weiterhin Schmerzsignale, obwohl Zahn und Zahnfleisch bereits gesund sind.

Eine Blondine mit Bob lächelt über die Schulter während sie über eine Brücke geht.

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Was hilft gegen Zahnschmerzen?

Wenn Sie Zahnschmerzen haben, sollten Sie möglichst schnell Ihren Zahnarzt oder Zahnärztin aufsuchen. Denn Zahnschmerzen lassen sich nur durch die Behandlung der Ursache beseitigen. Bis zum Zahnarzttermin können Hausmittel und Schmerzmittel die Zahnschmerzen vorübergehend lindern.

Welche Schmerzmittel helfen bei Zahnschmerzen?

Schmerzmittel sind in fast jedem Haushalt vorrätig und können auch Zahnschmerzen kurzfristig lindern. Der Gebrauch dieser Schmerzmittel ist aber nur eine kurzfristige Lösung und ersetzt nicht den Zahnarztbesuch. Jedes Medikament hat außerdem Nebenwirkungen. Die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann sogar Schlaganfälle oder Herzinfarkte begünstigen.

SchmerzmittelEignung bei ZahnschmerzenWichtige Hinweise
IbuprofenHäufig das Mittel der Wahl, da es zusätzlich entzündungshemmend wirkt

Kann Magenschmerzen verursachen, nicht für jeden geeignet

ParacetamolKann Schmerzen lindern, wirkt aber nicht entzündungshemmendHohe Dosierungen können die Leber belasten
DiclofenacWirkt schmerzstillend und entzündungshemmendKann Magen und Herz-Kreislauf-System belasten

 

Gut zu wissen

Warum helfen Schmerzmittel bei Zahnschmerzen nicht immer?

Vor allem Entzündungen des Zahnnervs oder der Zahnwurzel verursachen häufig so starke Schmerzsignale, dass Medikamente die Beschwerden nur begrenzt lindern können. In diesem Fall wirken Schmerztabletten nur kurzzeitig oder gar nicht gegen Zahnschmerzen.

Kälte oder Wärme bei Zahnschmerzen – was hilft besser?

Ob Kälte oder Wärme die bessere Wahl ist, hängt von der Ursache der Beschwerden ab. Während Kälte bei Entzündungen oft als angenehm empfunden wird, kann Wärme bei bestimmten Reizungen helfen. Achten Sie deshalb darauf, wie sich Ihre Zahnschmerzen anfühlen und ob Begleiterscheinungen wie Schwellungen auftreten.

Welche Hausmittel helfen bei Zahnschmerzen?

Ob am Wochenende, nachts oder unterwegs: Bei plötzlich auftretenden Zahnschmerzen ist schnelle Hilfe gefragt. Die folgenden Hausmittel gelten als klassische Erste-Hilfe-Maßnahmen und können vorübergehend für Erleichterung sorgen. Den Gang zum Zahnarzt ersetzen sie aber nicht.

Woher kommen Zahnschmerzen in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft finden im Körper hormonelle Veränderungen statt. Das vermehrte Gewebewachstum kann zu Zahnfleischentzündungen führen. Diese sogenannte Schwangerschaftsgingivitis ist mit Zahnschmerzen und Zahnfleischbluten verbunden. Zu dieser Sonderform einer Zahnfleischentzündung kommt es nur, wenn Zahnbelag (Plaque) vorhanden ist. Nicht nur deshalb gilt: Eine gründliche Mundhygiene ist für Schwangere besonders wichtig.

Zusätzlich entstehen durch das vermehrte Wachstum des Zahnfleisches während der Schwangerschaft häufiger Wucherungen am Zahnfleisch. Zahnärzte sprechen von Epulis gravidarum und behandeln mit speziellen Spülungen. Eine Entfernung der Wucherungen ist nur in den seltensten Fällen nötig. Meist gehen die Beschwerden nach der Geburt des Kindes ganz von selbst zurück.

Zahnschmerzen bei Kindern

Zahnschmerzen im Kindesalter haben verschiedene Ursachen und unterscheiden sich je nach Alter. Das sind die häufigsten Ursachen:

  • Karies an Milchzähnen: Auch Milchzähne können von Karies betroffen sein. Häufige Ursachen sind eine zuckerreiche Ernährung und eine unzureichende Mundhygiene. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen helfen, Schäden frühzeitig zu erkennen.
  • Zahnschmerzen nach einem Unfall: Stürze und Zusammenstöße gehören zum Alltag vieler Kinder. Dabei können Zähne beschädigt oder ausgeschlagen werden. Schmerzhaft sind vor allem Schäden an den Frontzähnen. Eltern sollten ausgeschlagene Zahnstücke aufbewahren und zum Zahnarzttermin mitbringen.
  • Zahnen bei Babys: Beim Durchbruch der Milchzähne können Druckgefühle, gereiztes Zahnfleisch und Schmerzen auftreten. Kommen zusätzlich Fieber, Durchfall oder andere Beschwerden vor, sollte das Kind vom Kinderarzt untersucht werden.

Zahnschmerzen – was zahlt die Kasse?

Hat der Zahnarzt einen Befund erstellt, gibt es in der Regel verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Die Kassen müssen nach dem Gesetz nur für eine zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Zähne zahlen. Das bedeutet, gesetzlich Versicherte erhalten Regelleistungen für eine Grundversorgung. Die Grundversorgung für verschiedene Befunde sieht so aus:

Checkliste

  • Zahnfüllung: Die Grundversorgung sieht plastisches Füllungsmaterial vor.
  • Zahnkrone: In der Grundversorgung enthalten sind Teil- und Vollkronen aus Metall. Teilverblendungen in Zahnfarbe sind nur für den vorderen sichtbaren Zahnbereich vorgesehen.
  • Zahnbrücke: Lücken werden mit Kronen aus Metall geschlossen. Zahnfarbene Teilverblendungen übernimmt die Kasse nur für sichtbare Vorderzähne.
  • Teilprothese: Die Regelleistung sieht eine Modellguss-Prothese aus Kunststoff vor. Diese wird mit Klammern verankert.
  • Vollprothese: Totalprothesen bestehen aus Kunststoff. Implantatgetragene Prothesen sind keine Regelversorgung, aber Ausnahmen sind möglich.

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt bei Zahnbehandlungen nur einen pauschalen Zuschuss. Und das auch nur für die Regelversorgung. Doch diese steht oft im Widerspruch zu einer zeitgemäßen und nachhaltigen Zahnversorgung. Oft ist die Regelversorgung auch aus Sicht des Zahnarztes nicht die beste Option. Implantate und ästhetische Keramikverblendungen z. B. sind allerdings keine Leistungen der gesetzlichen Kassen.

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FAQ – häufige Fragen zu Zahnschmerzen

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Warum habe ich Zahnschmerzen bei Kälte?

Zahnschmerzen bei kalten Getränken, Eis oder kalter Luft sind häufig ein Zeichen für schmerzempfindliche Zähne. Mögliche Ursachen sind freiliegende Zahnhälse, Karies, undichte Füllungen oder ein gereizter Zahnnerv. Halten die Beschwerden länger an oder treten sie plötzlich auf, sollte die Ursache vom Zahnarzt abgeklärt werden.

Können Zahnschmerzen von einer Erkältung kommen?

Ja. Bei einer Erkältung oder Nasennebenhöhlenentzündung können Schmerzen auf die Zahnwurzeln der oberen Backenzähne ausstrahlen. Betroffene verspüren häufig einen Druck oder ein Klopfen an mehreren Zähnen gleichzeitig. Mit dem Abklingen der Erkältung verschwinden die Beschwerden meist ebenfalls.

Was hilft ganz schnell gegen Zahnschmerzen?

Als Sofortmaßnahme können Kühlen, Schmerzmittel oder bestimmte Hausmittel die Zahnbeschwerden vorübergehend lindern. Welche Maßnahme am besten hilft, hängt von der Ursache der Zahnschmerzen ab. Eine dauerhafte Besserung ist meist erst möglich, wenn die Ursache behandelt wird.

Kann man Zahnschmerzen ohne Grund haben?

Zahnschmerzen haben immer eine Ursache, auch wenn diese nicht direkt am Zahn liegt. Neben Karies oder Entzündungen können beispielsweise Stress, Migräne, Nervenschäden oder Erkrankungen der Nasennebenhöhlen Beschwerden auslösen, die sich wie Zahnschmerzen anfühlen.

Warum sind Zahnschmerzen nachts stärker?

Viele Menschen empfinden Zahnschmerzen nachts als besonders stark. Im Liegen wird der Kopf stärker durchblutet, wodurch der Druck im entzündeten Gewebe zunehmen kann. Außerdem fehlen nachts Ablenkungen, sodass Schmerzen intensiver wahrgenommen werden.

Sind Zahnschmerzen in der Schwangerschaft normal?

Während der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen das Zahnfleisch empfindlicher machen und Entzündungen begünstigen. Deshalb leiden manche Schwangere häufiger unter Zahnfleischbluten oder Zahnschmerzen. Eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige Vorsorge sind in dieser Zeit besonders wichtig.

Können Stress und Zähneknirschen Zahnschmerzen verursachen?

Ja. Stress führt bei vielen Menschen zu nächtlichem Zähneknirschen oder starkem Zusammenpressen der Zähne. Dadurch werden Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskulatur belastet, was zu Zahnschmerzen oder Druckgefühlen führen kann.

Stand: 27.08.2026

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