Entzündungen an Zähnen oder Zahnfleisch können die allgemeine Entzündungsbelastung des Körpers erhöhen. Fehlbelastungen von Zähnen und Kiefer hängen außerdem manchmal mit Beschwerden der Kaumuskulatur sowie im Kopf- und Nackenbereich zusammen. Nicht jede körperliche Beschwerde lässt sich jedoch auf die Zähne zurückführen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Zähne, Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Bewegungsapparat sind miteinander verbunden. Fehlbelastungen können deshalb Beschwerden über den Mundraum hinaus begünstigen.
- Entzündungen an Zähnen oder Zahnfleisch sollten behandelt werden. Bakterien und Entzündungsreaktionen können die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen.
- Schmerzen im Kopf-, Nacken- oder Rückenbereich haben häufig mehrere Ursachen. Eine zahnärztliche Untersuchung kann klären, ob Zähne oder Kiefer daran beteiligt sind.
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Wie hängen Zähne und Körper zusammen?
Mittlerweile ist bekannt, dass zwischen Zähnen und Körper eine Verbindung besteht. Dadurch beeinflussen sie sich gegenseitig. Ein kranker Zahn kann sich in der Allgemeingesundheit äußern oder umgekehrt. Folglich sind gesunde Zähne eine der Grundlagen für einen gesunden Körper.
Beispiele für Wechselwirkungen:
- Ein schiefer Biss kann zu einer Wirbelsäulenverdrehung führen.
- Sehstörungen und Ohrenschmerzen können Folgen von Kieferfehlstellungen sein.
- Entzündungen im Mundraum können weitere Entzündungen im gesamten Körper auslösen.
Nicht jede körperliche Beschwerde lässt sich jedoch auf die Zähne zurückführen. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Deshalb kann neben einer zahnärztlichen Untersuchung auch eine Abklärung durch andere medizinische Fachrichtungen sinnvoll sein.
Welche Beschwerden kann eine Kieferfehlstellung verursachen?
Der Kau- und Bewegungsapparat ist über Nerven und Muskeln eng mit dem gesamten Körper verbunden. Das bedeutet: Ermüdung, Abnutzung oder Fehlbelastung der Kiefergelenke oder der Kaumuskulatur können auch Schmerzen im Rücken, Nacken oder Kopf hervorrufen. Der Oberbegriff für solche Fehlfunktionen und Schmerzen im Kausystem ist Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).
Treffen Ober- und Unterkiefer beim Zubeißen nicht gleichmäßig aufeinander, spricht man vereinfacht von einer Fehlbelastung des Kausystems. Ursachen können unter anderem fehlende oder schief stehende Zähne, Zähneknirschen, schlechtsitzender Zahnersatz oder zu hohe Füllungen sein.
Der Kiefer versucht die Fehlstellung auszugleichen. Dadurch werden Kiefergelenke und Kaumuskulatur möglicherweise dauerhaft belastet.
Beschwerden im Kiefer
Mögliche Anzeichen sind Schmerzen beim Kauen, eine eingeschränkte Mundöffnung, Knacken oder Reiben im Kiefergelenk, verspannte Kaumuskulatur, ein ungleichmäßiger Zusammenbiss sowie nächtliches Zähneknirschen.
Kopf- und Nackenbeschwerden
Verspannte Kaumuskeln können bis in den Kopf- und Nackenbereich ausstrahlen und dort Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräneattacken, Druckgefühl im Gesicht, Nackenverspannungen oder Schmerzen an Schläfen und Ohren verursachen.
Rücken und Körperhaltung
Eine dauerhaft einseitige Belastung kann die Muskelspannung und Körperhaltung beeinflussen Die daraus entstehende Muskelverhärtung kann sich auch über die Nacken- und Brustmuskulatur bis hin zur Rückenmuskulatur ausweiten und Schmerzen verursachen.
Ohren und Gleichgewicht
Eine weitere Auswirkung der gestörten Muskulatur ist Schwindelgefühl. Denn die Gelenke und Muskeln des Unterkiefers sind eng mit dem Innenohr verbunden. Durch eine Gebissfehlstellung wird Druck auf das Mittelohr ausgeübt und der Gleichgewichtssinn gestört. Im Zusammenhang mit diesem Druck können auch Ohrenschmerzen oder Tinnitus auftreten.
Kiefergelenkarthrose
Bei einer Kiefergelenkarthrose nutzt sich der Gelenkknorpel im Kiefergelenk zunehmend ab. Typische Beschwerden sind Schmerzen beim Kauen, Knacken oder Reiben im Gelenk sowie eine eingeschränkte Mundöffnung. Auch Fehlbelastungen, Zähneknirschen oder frühere Verletzungen können die Entstehung begünstigen. Anhaltende Beschwerden sollten zahnärztlich oder kieferorthopädisch untersucht werden.
Augenprobleme
Kieferfehlstellungen und die damit verbundenen Fehlbelastungen können möglicherweise auch mit Beschwerden im Bereich der Augen einhergehen. Einige Betroffene berichten etwa von Augenflimmern, Schmerzen hinter den Augen, Doppelbildern, Lichtempfindlichkeit oder anderen Sehstörungen.
Zahnzusatzversicherung
Zähne schützen, Gesundheit unterstützen
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Kann eine Zahnspange Beschwerden im Körper behandeln?
Eine Zahnspange korrigiert Zahn- und Kieferfehlstellungen und verbessert dadurch vor allem den Zusammenbiss. Wenn Beschwerden tatsächlich mit einer ausgeprägten Fehlstellung oder Fehlbelastung zusammenhängen, kann eine kieferorthopädische Behandlung das Kausystem entlasten. Möglich ist dann, dass sich begleitende Beschwerden im Kiefer sowie in der Kau-, Kopf- oder Nackenmuskulatur bessern.
Eine Zahnspange ist jedoch keine allgemeine Therapie gegen Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen. Solche Beschwerden haben häufig mehrere Ursachen, ein eindeutiger Zusammenhang mit der Zahnstellung lässt sich nicht immer nachweisen. Vor Beginn sollte deshalb genau untersucht werden, ob Zähne und Kiefer tatsächlich an den Beschwerden beteiligt sind. Je nach Ursache kann eine fachübergreifende Behandlung, etwa durch Zahnmedizin, Kieferorthopädie, Physiotherapie oder andere medizinische Fachrichtungen, sinnvoll sein.
Wann sollten Sie bei Kieferbeschwerden zum Zahnarzt gehen?
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Beschwerden im Mund länger anhalten oder wiederkehren. Das gilt besonders bei:
Beschwerden im Mund
- starken oder pochenden Zahnschmerzen
- häufigem Zahnfleischbluten
- lockeren Zähnen
- eingeschränkter Mundöffnung
- anhaltenden Kiefergeräuschen mit Schmerzen
- wiederkehrenden Kopf- und Nackenschmerzen zusammen mit Kieferbeschwerden
Gut zu wissen
Wie wirken sich Entzündungen im Mund auf den Körper aus?
Entzündungen können am Zahnfleisch, an der Zahnwurzel oder im Kiefer entstehen. Besonders eine Parodontitis sollte frühzeitig behandelt werden. Dabei entzünden sich der Zahnhalteapparat und das Gewebe, das den Zahn im Kiefer verankert.
Bei einer Entzündung können Bakterien und entzündungsfördernde Stoffe in die Blutbahn gelangen. Dadurch kann die Entzündungsbelastung des Körpers steigen. Über den Blutkreislauf erreichen die Bakterien unter anderem das Herz. Dort siedeln sie sich an und können eine Herzmuskelentzündung auslösen, bis hin zur Herzschwäche.
Die bei einer chronischen Entzündung des Zahnhalteapparats freigesetzten Bakterien können zudem zu einer Arterienverkalkung führen. Dadurch steigt das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Wenn Erreger aus einer Entzündung im Mundraum über die Atemwege in den Körper gelangen, können sie sogar eine Lungenentzündung auslösen.
Welche Entzündungen gibt es im Mundraum?
Zahnfleisch und Zahnhalteapparat
Eine Gingivitis ist eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleischs. Typische Anzeichen sind Rötungen, Schwellungen und Zahnfleischbluten. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln. Dabei werden der Zahnhalteapparat und im weiteren Verlauf auch der Kieferknochen geschädigt.
Zahnwurzel
Dringt Karies tief in den Zahn ein, kann sich das Zahnmark entzünden. Häufig entstehen dabei starke, pochende oder temperaturempfindliche Zahnschmerzen. Breitet sich die Entzündung weiter aus, kann auch die Zahnwurzel betroffen sein. Eine frühzeitige Behandlung ist oft hilfreich, um den Zahn zu erhalten.
Kieferknochen
Entzündungen an der Zahnwurzel können sich bis in den Kieferknochen ausbreiten. Möglich sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schwellungen im betroffenen Bereich. Unbehandelt kann sich die Entzündung auf umliegendes Gewebe ausweiten. Deshalb sollten anhaltende Beschwerden zeitnah zahnärztlich abgeklärt werden.
Diabetes
Ein schlecht eingestellter Diabetes kann Entzündungen am Zahnfleisch begünstigen. Gleichzeitig kann eine schwere Parodontitis die Einstellung des Blutzuckers erschweren.
Osteoporose
Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte ab. Das betrifft grundsätzlich auch den Kieferknochen. Für den Zahnverlust spielen jedoch meist mehrere Faktoren zusammen, insbesondere Entzündungen des Zahnhalteapparats.
Rheumatische Erkrankungen
Chronisch-entzündliche Erkrankungen und Parodontitis weisen teilweise ähnliche Entzündungsprozesse auf. Menschen mit Rheuma sollten daher besonders auf regelmäßige Zahnpflege und Kontrolltermine achten.
Zahnerkrankungen können – müssen aber nicht immer – zu einer dauerhaften Belastung des Körpers führen. Sollten sich allerdings gesundheitliche Probleme entwickeln oder verschlimmern, sollten diese dringend behandelt werden.
Abhängig von der Erkrankung sind verschiedene Vorgehensweisen möglich. Dazu können neben klassischen Therapien auch Maßnahmen zur Zahnkorrektur Erwachsener gehören, wenn Fehlstellungen die Beschwerden mitverursachen oder verstärken.
Mögliche Therapieformen
- Behandlung von Karies oder Zahnfleischentzündungen
- Parodontitisbehandlung
- Wurzelkanalbehandlung
- Anpassung störender Füllungen oder von Zahnersatz
- Ersatz fehlender Zähne
- Behandlung von Zahn- oder Kieferfehlstellungen
- Aufbissschiene bei Fehlbelastung oder Zähneknirschen
- physiotherapeutische Behandlung der Muskulatur
Was ist eine Funktionstherapie und wann ist sie sinnvoll?
Leiden Sie unter Kopfschmerzen, Kieferschmerzen Nackenverspannungen oder Rückenschmerzen, kann eine Funktionstherapie helfen. Dafür untersucht Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin zunächst im Rahmen einer Funktionsdiagnostik
- Körperhaltung
- Kiefergelenke
- Kau- und Nackenmuskulatur
- Zähne und Zusammenbiss
Anhand der Untersuchungsergebnisse wird häufig eine individuell angepasste Aufbissschiene angefertigt. Diese sollte meist nachts getragen werden und entlastet Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskulatur. Sie kann Fehlkontakte zwischen den Zähnen ausgleichen und dazu beitragen, Zähneknirschen, Kieferbeschwerden sowie dadurch verursachte Kopf- und Nackenschmerzen zu lindern.
Gut zu wissen
Das können Sie für Ihre Mundgesundheit tun
Mit einer sorgfältigen Mundhygiene und regelmäßiger Vorsorge können Sie viel dazu beitragen, Zähne und Zahnfleisch langfristig gesund zu halten. Achten Sie dabei nicht nur auf das tägliche Zähneputzen, sondern auch auf mögliche Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, Zahnschmerzen oder Kieferbeschwerden.
Checkliste
- Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
- Reinigen Sie die Zahnzwischenräume täglich.
- Nehmen Sie regelmäßige Kontrolltermine wahr.
- Lassen Sie Zahnfleischbluten und Zahnschmerzen frühzeitig abklären.
- Achten Sie auf nächtliches Zähneknirschen oder morgendliche Kieferschmerzen.
- Informieren Sie Ihren Zahnarzt über Erkrankungen und Medikamente.
- Vermeiden Sie Rauchen, da es das Risiko für Parodontitis erhöht.
- Achten Sie auf eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung.
Fazit: Wie beeinflusst die Zahngesundheit den gesamten Körper?
Zahnerkrankungen werden oft nicht mit Erkrankungen im Körper in Verbindung gebracht. Dabei können sie unbemerkt schwere Folgen anrichten und die Ursache für verschiedene Krankheiten sein. So führt ein falscher Biss zu Schmerzen in anderen Körperteilen. Und Entzündungen im Mundraum können sich im Körper ausbreiten.
Die Gesundheit ihrer Zähne kann sich also auf Ihre Allgemeingesundheit und sogar auf den Verlauf einer Erkrankung auswirken. Haben Sie Diabetes, Rheuma oder Osteoporose, sollten Sie daher besonders auf die Zahnpflege achten.
Weitere Informationen zum Zusammenhang zwischen Zähnen und Körper erhalten Sie bei Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin. Dort berät man Sie gern individuell.
FAQ – häufige Fragen zu Wechselwirkungen zwischen Zähnen und Körper
Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.
In der wissenschaftlichen Zahnmedizin gibt es keine feste Zuordnung einzelner Zähne zu bestimmten Organen. Zähne und Körper können sich jedoch über Entzündungen, Nerven, Muskeln und den Stoffwechsel gegenseitig beeinflussen. Beschwerden an einem Zahn sind deshalb kein verlässlicher Hinweis auf eine Erkrankung eines bestimmten Organs.
Veränderungen im Mund weisen gelegentlich auf allgemeine gesundheitliche Probleme hin. Mundtrockenheit, häufige Entzündungen, schlecht heilende Wunden oder auffällige Schleimhautveränderungen können beispielsweise mit Erkrankungen oder Medikamenten zusammenhängen. Solche Symptome erlauben allein jedoch keine sichere Diagnose.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Zähne bestimmten Meridianen und damit verschiedenen Organbereichen zugeordnet. Je nach TCM-Schule unterscheiden sich diese Zuordnungen teilweise. Wissenschaftlich ist nicht belegt, dass sich aus einem erkrankten Zahn zuverlässig auf die Funktion eines bestimmten Organs schließen lässt.
In alternativmedizinischen und spirituellen Vorstellungen werden Zähne teilweise mit Lebenskraft, Durchsetzungsvermögen oder innerer Stabilität verbunden. Solche energetischen Deutungen gehören nicht zur wissenschaftlich fundierten Zahnmedizin. Zahnprobleme sollten daher immer zunächst zahnärztlich untersucht werden.
Chronische Zahnschmerzen, sichtbare Zahnschäden oder Probleme beim Kauen mindern oft das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Umgekehrt können Stress, Angst und psychische Belastungen Zähneknirschen, Kieferpressen oder die Wahrnehmung von Schmerzen verstärken. Die Zusammenhänge verlaufen daher häufig in beide Richtungen.
Unbehandelte Entzündungen können Schmerzen, Schwellungen und Fieber verursachen und sich auf umliegendes Gewebe ausbreiten. Eine Parodontitis steht zudem mit verschiedenen Allgemeinerkrankungen in Zusammenhang, darunter Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Zusammenhang bedeutet jedoch nicht automatisch, dass kranke Zähne die jeweilige Erkrankung unmittelbar verursachen.
Vor allem das Sjögren-Syndrom steht oft im Zusammenhang mit einer beeinträchtigten Zahngesundheit. Bei dieser Autoimmunerkrankung werden unter anderem die Speicheldrüsen angegriffen, wodurch starke Mundtrockenheit entsteht. Fehlt ausreichend Speichel, steigen die Risiken für Karies, Schleimhautreizungen und Probleme beim Kauen oder Schlucken. Auch andere Autoimmunerkrankungen oder Ihre Medikamente können sich auf den Mundraum auswirken.
Besonders gut untersucht ist der wechselseitige Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis. Darüber hinaus bestehen statistische Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf- sowie bestimmten Atemwegserkrankungen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass schlechte Zähne diese Krankheiten in jedem Fall verursachen.
Eine Aufbissschiene schützt die Zähne vor Abrieb und entlastet die Kiefermuskulatur. Sie wird meist nachts getragen. Sind Kopf-, Kiefer- oder Gesichtsschmerzen auf Zähneknirschen oder Zähnepressen zurückzuführen, kann sie die Beschwerden lindern. Ob sie geeignet ist, klärt Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin.
Stand: 24.08.2026
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