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Rheuma und Zahnschmerzen

Wenn Entzündungen sich verstärken

Rheuma und Zahngesundheit können zusammenhängen. Mit den richtigen Maßnahmen kann man Beschwerden jedoch gezielt vorbeugen.

In einer Arztpraxis tastet eine Ärztin das Knie einer Patientin ab.

Chronische Erkrankungen können unter Umständen besondere Zahnbehandlungen erforderlich machen. Eine Zahnzusatzversicherung schützt Sie vor hohen Zusatzkosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen, die an Rheuma leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischerkrankungen. Umgekehrt können aber auch unbehandelte Zahninfektionen das Risiko für Rheuma steigern.
  • Durch abgestorbene oder teilweise abgestorbene Zähne können sich unbemerkt Entzündungsherde im Kiefer bilden, die das Immunsystem dauerhaft belasten.
  • Bei rheumatischen Zahnschmerzen sind Bewegung und regelmäßige Untersuchungen des Kieferknochens wichtig, ebenso wie eine frühzeitige Behandlung von Entzündungen und eine gute Zahnpflege.

Diese Themen finden Sie hier

Was ist Rheuma?

Der Begriff Rheuma beschreibt eigentlich mehrere Hundert Erkrankungen, die an den Bewegungsorganen entstehen. Generell gibt es vier verschiedene Arten von Rheuma: entzündliche rheumatische Erkrankungen (z. B. Arthritis), degenerative Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (z. B. Arthrose), Weichteilrheumatismus (z. B. Fibromyalgie) und Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (z. B. Osteoporose).

Wenn umgangssprachlich von Rheuma die Rede ist, ist oft die rheumatische Arthritis gemeint. Diese am häufigsten auftretende entzündliche Erkrankung zerstört die Gelenkstrukturen und führt zu steifen, schmerzenden Gelenken.

Eine junge Frau hält fröhlich lächelnd die Zeigefinger an die Wangen.

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Welche Beschwerden treten bei Rheuma auf?

Rheumatische Arthritis ist eine chronische Gelenkentzündung, die mit der Zeit die Gelenke zerstört. Bleibt sie unbehandelt, werden die Gelenkstrukturen immer weiter abgebaut. Viele Symptome einer rheumatischen Arthritis lassen sich nicht sofort eindeutig zuordnen.

Checkliste

  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Leichtes Fieber
  • Steife Gelenke nach dem Aufstehen
  • Gelenk-, Sehnen oder Muskelschmerzen
  • Geschwollene oder gerötete Gelenke

Was sind die Ursachen für die Entstehung von Rheuma?

Die Ursache für rheumatische Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem bekämpft dabei das körpereigene Gewebe. Daraus entsteht eine Entzündung, wodurch die fehlgesteuerten Immunzellen in die Gelenke gelangen. Dort produzieren sie entzündungsfördernde Stoffe und lösen Gelenkentzündungen aus. Ob jemand an Rheuma erkrankt, ist meist erblich bedingt. Das Zusammenspiel mit schädlichen Umwelteinflüssen wie Rauchen erhöht das Rheumarisiko. Aber auch eine schlechte Zahngesundheit kann dazu beitragen, dass sich die Erkrankung weiterentwickelt.

Gut zu wissen

Wie hängen Rheuma und Zahnschmerzen zusammen?

Aufgrund der vielfältigen Symptome ist Rheuma nur schwer zu diagnostizieren. Bestimmte Anzeichen im Mundraum können aber helfen, Rheuma frühzeitig zu erkennen. Dies gilt etwa bei Zahnbeschwerden, die nur schwer zu lokalisieren sind und zu verschiedenen Zeitpunkten an unterschiedlichen Stellen im Mund auftreten. Ist eine Therapie bei geschwollenem Zahnfleisch erfolglos und lassen sich Ihre Schmerzen nicht durch Antibiotika senken, kann eine Rheumaerkrankung dahinterstecken.

Zahngesundheit und Rheuma: Welche Wechselwirkungen gibt es?

Die Gesundheit eines Menschen ist immer ganzheitlich zu betrachten. So können sich durch schlechte Zähne bestimmte Krankheiten entwickeln. Auch Rheuma hängt mit der Zahngesundheit zusammen. Denn chronische Entzündungen im Körper können sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Besonders unbehandelte Zahninfektionen und Parodontitis können die allgemeine Entzündungsbelastung erhöhen und Rheuma-Symptome verstärken. Umgekehrt haben Menschen mit Rheuma ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischerkrankungen.

Können tote Zähne Rheuma auslösen?

Wenn Sie an Rheuma erkrankt sind, sollte Ihr Arzt überprüfen, ob ein toter Zahn die Ursache dafür sein kann.

Ursachen

  • Zähne sterben meist als Folge von Karies ab. Bei einer Karieserkrankung bilden sich durch Säuren der Mundbakterien Löcher in den Zähnen. Werden diese Löcher nicht geschlossen, gelangen Viren und Bakterien in das Zahninnere.
  • Der infizierte Zahn entzündet sich dauerhaft im Inneren. Ohne Behandlung stirbt der Zahnnerv mit der Zeit ab – der Zahn ist tot.
  • Tote Zähne schmerzen in der Regel nicht, weshalb Sie selbst oder Ihr Arzt sie nur schwer erkennen. Doch durch die toten Zähne dringen ununterbrochen Bakterien in den Körper ein. Das schwächt auf Dauer das Immunsystem.
  • Mögliche Symptome von toten Zähnen sind Allergien, Kopfschmerzen und Hauterkrankungen. Auch rheumatische Beschwerden gehören zu den typischen Folgen.

 

Kann Paradontitis Rheuma auslösen?

Parodontitis und Rheuma betreffen zwar unterschiedliche Bereiche des Körpers, sind aber tatsächlich eng miteinander verbunden und können sich gegenseitig beeinflussen.

Frau ist beim Zahnarzt und fasst sich an schmerzenden Kiefer

Wie wirkt sich Rheuma auf die Mundgesundheit aus?

Parodontitis-Patienten sind nicht nur anfälliger für Rheuma. Auch andersherum besteht ein Zusammenhang: Rheumapatienten leiden häufiger unter Parodontitis.

Zusammenhang Rheuma Parodontitis

  • Häufig behindern die Gelenkschmerzen in Händen und Kiefer die gründliche Mundhygiene. Die Betroffenen können ihre Finger nur eingeschränkt bewegen. Dadurch gelangen sie bei der Zahnreinigung schlecht an schwer erreichbare Stellen im Mund.
  • Rheumapatienten haben öfter Kieferbeschwerden, da sich durch eine rheumatische Arthritis das Kiefergelenk verändert. Im Laufe der Zeit zerstören die Beschwerden, die durch Entzündungen ausgelöst werden, das Kiefergelenkköpfchen. Die Kiefergelenke der Betroffenen sind dann druckempfindlich und schmerzen etwa beim Essen oder Gähnen.
  • Die Behandlung von Rheuma erfolgt in der Regel mit einer antirheumatischen Therapie. Dabei nehmen Patienten sogenannte Immunsuppressiva ein, die das Immunsystem unterdrücken. Dadurch reduzieren sich die Angriffe des Körpers auf sich selbst. Manchmal sind Wucherungen des Zahnfleischs eine Nebenwirkung hiervon.
  • Eine mögliche Ausprägung des Rheumas ist das Sjögren-Syndrom. Dieses führt dazu, dass bei Rheumapatienten im Lauf des Lebens die Speichelproduktion abnimmt. Ursächlich können eine dauerhafte Einnahme von Medikamenten oder falsche Ernährung sein. Entsprechend kommt es zu Mundtrockenheit und einer erhöhten Anzahl von Bakterien auf Zahnbelägen.

 

Interessante Info

Sind Rheumapatienten anfälliger für Entzündungen im Mundraum?

Forschungen haben ergeben, dass die Mund- und Darmflora bei Rheumapatienten anders zusammengesetzt ist. Bei ihnen finden sich vermehrt Bakterien, die Entzündungsreaktionen auslösen. Dadurch werden bestimmte Immunzellen aktiviert, die ein Ungleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und -hemmenden Abläufen schaffen. Die entzündungsfördernden Prozesse überwiegen in diesem Fall und lösen unter anderem Entzündungen im Mundraum aus.

Frau trainiert ihr Bein mit Hilfe eines Bandes

Tipps: Was kann ich bei rheumatischen Zahnschmerzen tun?

Wenn Sie mit Ihrer Rheumaerkrankung richtig umgehen, wirkt sich das positiv auf Ihre Zahngesundheit aus.

FAQ – Häufige Fragen zu Rheuma und Zahnschmerzen

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Das hängt stark von der Art des Rheumas und dem Zeitpunkt der Behandlung ab. Wird die Erkrankung früh erkannt und konsequent therapiert, lassen sich dauerhafte Schäden oft vermeiden oder deutlich reduzieren.

In aktiven Krankheitsphasen können Schmerzen, Müdigkeit und Bewegungseinschränkungen die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Mit einer gut eingestellten Therapie sind viele Betroffene jedoch weiterhin arbeitsfähig. Individuelle Anpassungen am Arbeitsplatz können zusätzlich entlasten.

Neben möglichen Einkommenseinbußen können Zuzahlungen für Medikamente, Therapien oder Hilfsmittel anfallen. Auch Kosten für Zahnersatz oder spezielle Behandlungen können entstehen, wenn die Mundgesundheit betroffen ist. Eine passende Absicherung wie eine Zahnzusatzversicherung kann dabei helfen, finanzielle Belastungen abzufedern.

Typische Anzeichen sind anhaltende Gelenkschmerzen, morgendliche Steifigkeit und geschwollene Gelenke. Halten die Beschwerden länger als einige Wochen an, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Auch Schmerzen im Kiefergelenk oder schwer lokalisierbare Zahnbeschwerden an wechselnden Stellen können Hinweise sein.

Eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung und Stressreduktion kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Wichtig ist zudem, Entzündungen konsequent behandeln zu lassen. Eine gute Mundhygiene trägt ebenfalls dazu bei, zusätzliche Entzündungsquellen zu vermeiden.

Stand: 12.03.2026

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