Privat Geld verleihen: Worauf muss ich achten?

Vertrauen ist gut ...

Aber Kontrolle ist besser: Wer privat Geld verleiht, sollte auf Nummer sicher gehen. Sonst leidet am Ende noch die Freundschaft.

Privat Geld verleihen: Worauf muss ich achten?

Rechtsfrage des Tages:

Einer meiner Freunde steckt finanziell in der Klemme. Um eine Durststrecke zu überwinden, möchte er von mir 1.000 Euro €. Wie kann ich mich absichern, damit ich das Geld auch wieder kriege?

 

Antwort:

Eine Volksweisheit besagt, dass bei Geld die Freundschaft aufhört. Das muss natürlich nicht so sein. Möchten Sie einem guten Freund aus einer misslichen Lage helfen, sollten Sie beim Geldverleihen aber an einiges denken. Am wichtigsten dürfte es sein, einen kurzen schriftlichen Vertrag aufzusetzen. So kann keiner später behaupten, dass das Geld entweder gar nicht geflossen ist oder als Geschenk übergeben wurde.

Notieren Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift als Darlehensgeber. Ihr Freund wird namentlich mit Adresse als Darlehensnehmer genannt. Schreiben Sie in den Vertrag, welcher Betrag an Ihren Freund gehen soll. Wenn Sie möchten, können Sie auch einen Zinssatz vereinbaren. Oder Sie einigen sich darauf, dass das Geld zinsfrei verliehen wird.

Wichtig ist, dass die Übergabe des Geldes im Vertrag als Darlehen bezeichnet wird. Alternativ können Sie auch schreiben, dass Sie Ihrem Freund das Geld leihen oder borgen. Aus der Formulierung sollte sich nur unmissverständlich ergeben, dass Sie ihm das Geld nicht schenken wollen.

Damit der Vertrag die gewünschte Beweiswirkung hat, müssen Sie die Übergabe des Geldes dokumentieren. Wollen Sie ihm den Betrag erst später auszahlen, lassen Sie sich eine Quittung ausstellen. Oder heben Sie den Überweisungsbeleg gut auf, mit dem Sie das Geld auf den Weg geschickt haben. Letztlich sollte der Vertrag von beiden Parteien unterschrieben werden.

Haben Sie im Vertrag keinen festen Rückzahlungstermin vereinbart, müssen Sie zu gegebener Zeit den Vertrag kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt 3 Monate. Natürlich bietet Ihnen auch eine solche schriftliche Vereinbarung keine Garantie, dass Sie Ihr Geld jemals wiedersehen. Vor Gericht haben Sie zwar gute Chancen, eine Klage zu gewinnen. Ist Ihr Freund aber mittellos, bleiben Sie neben der offenen Forderung auch auf den Prozesskosten sitzen.

Eine Widerrufsbelehrung (ähnlich wie Banken) müssen Sie nicht aufnehmen. Private Darlehen stellen keine Verbraucherdarlehen im Sinne des § 491 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) dar. Es ist auch vollkommen legal, privat Geld zu verleihen. Verlangen Sie aber von Ihrem Freund Zinsen, müssen Sie diese in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben.

Tipp:

Nutzen Sie als ERGO Rechtsschutzkunde das Muster für einen Darlehensvertrag. Dann müssen Sie den Vertrag nicht selbst aufsetzen, sondern nur noch ein paar Daten ergänzen.

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