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Zahnspange: Nicht nur für Teenager

Wieder gut in Form

Wie funktioniert eine feste Zahnspange? Ist während der Behandlung besondere Mundhygiene nötig?

Eine junge Frau reinigt ihre Zähne mit Zahnseide.

Wer sich beim Zahnarzt für zusätzliche oder bessere Leistungen entscheidet, muss häufig einen Teil der Kosten selbst tragen. Mit einer Zahnzusatzversicherung lassen sich je nach Tarif Eigenanteile bei vielen Zahnbehandlungen und Zahnersatzleistungen reduzieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Zahnspange kann Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen korrigieren und sowohl die Funktion als auch die Ästhetik des Gebisses verbessern.
  • Die Behandlung mit einer festen Zahnspange dauert häufig 2 bis 3 Jahre, kann je nach Fehlstellung und Alter aber kürzer oder länger ausfallen.
  • Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Kindern und Jugendlichen in der Regel ab KIG-Stufe 3, während für Erwachsene strengere Voraussetzungen gelten.

Diese Themen finden Sie hier

Was tun, wenn die Zähne sich verschieben?

Mit festsitzenden Zahnspangen lassen nicht nur Teenager ihr Gebiss korrigieren. Auch immer mehr Erwachsene wollen durch sogenannte Brackets ihre Zähne wieder in Form bringen.

Eltern liegen auf dem Teppichboden und lachen mit der kleinen Tochter in die Kamera.

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Wann ist eine Zahnspange wirklich sinnvoll?

Fehlstellungen der Zähne können durch genetische Veranlagung, eine falsche Belastung oder durch Krankheiten wie Parodontitis bedingt sein. Das Gebiss weist dann zu große Lücken auf – oder umgekehrt einen Engstand. Unter Umständen sitzen Zähne auchsitzen unter Umständen schief im Kiefer. Oder es liegt ein nicht normaler Zusammenbiss vor, wie etwa beim Überbiss, Unterbiss oder Kreuzbiss. Durch schief stehende Zähne kann es zu Problemen beim Kauen kommen. Manchmal sogar zu Schmerzen in Kopf und Kiefer. Die frühzeitige Korrektur einer Fehlstellung empfiehlt sich also nicht nur aus ästhetischer, sondern auch aus funktioneller Sicht.

Multibrackets: Feste Zahnspangen als Standardverfahren

Multibrackets sind die am häufigsten eingesetzte Methode zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Sie kommen vor allem bei Jugendlichen zum Einsatz, können aber auch bei Erwachsenen erfolgreich angewendet werden.

Wie funktioniert die Behandlung mit Multibrackets?

Behandlung mit Multibrackets

  • Brackets werden auf die Zähne geklebt.
  • Ein Drahtbogen verbindet die einzelnen Brackets.
  • Durch kontinuierlichen Druck werden die Zähne schrittweise bewegt.
  • Der Kieferorthopäde passt den Draht meist etwa alle 4 Wochen an.

Gut zu wissen

Tut eine feste Zahnspange weh?

Nach dem Nachstellen des Drahtbogens können die Zähne vorübergehend empfindlich sein und leicht schmerzen. Die Beschwerden klingen meist nach 2 bis 3 Tagen wieder ab.

Wie lange dauert eine Behandlung mit einer festen Zahnspange?

Die Behandlungsdauer mit einer festen Zahnspange ist abhängig vom Alter des Patienten. Im Gegensatz zu Kindern und Jugendlichen ist bei Erwachsenen das Kieferwachstum bereits abgeschlossen. Dadurch ist die Behandlungsdauer bei Erwachsenen etwas länger. Meist müssen Patienten die feste Zahnspange 2 bis 3 Jahre tragen. Die Behandlungsdauer kann jedoch von Fall zu Fall variieren.

Wer braucht eine Zahnspange?

Zahnspangen sind vor allem dann sinnvoll, wenn Fehlstellungen der Zähne sehr stark ausgeprägt sind. Auch ein zu kleiner Kiefer kann Grund für eine Korrektur sein, da sich dadurch Zähne ineinanderschieben. Die Kieferorthopädie beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Viele Kinder bekommen eine Zahnspange, wenn die bleibenden Zähne ausgebildet und Fehlstellungen erkennbar sind. Es kann aber auch sein, dass ein bleibender Zahn gar nicht angelegt ist. Mithilfe einer Zahnspange lässt sich die Lücke freihalten. Später setzt der Zahnarzt in diese Lücke ein Implantat.

Aber auch Erwachsene möchten häufig noch eine Fehlstellung beheben. Oft handelt es sich nur um kleine Makel. Oder um bereits behandelte Zähne, die erneut die Ausgangsposition eingenommen haben. Kleine Fehlstellungen bei Erwachsenen behandelt der Zahnarzt oft mit einer transparenten Zahnschiene oder mithilfe der Lingualtechnik.

Gut zu wissen

Wie häufig sind Zahnspangen eigentlich?

Zahnspangen gehören zu den häufigsten Behandlungen im Jugendalter. Die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6), die 2025 veröffentlicht wurde, zeigt: Bei 40,4 % der 8- bis 9-jährigen Kinder besteht ein kieferorthopädischer Behandlungsbedarf.

Diese Fehlstellungen sind häufig

Welche Voraussetzungen müssen für eine feste Zahnspange erfüllt sein?

Eine Zahnkorrektur mit einer festen Zahnspange ist auch bei Erwachsenen grundsätzlich möglich. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung sind gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Vor Beginn der Behandlung prüft der Kieferorthopäde, ob das Gebiss für eine Zahnkorrektur geeignet ist.

Voraussetzungen

  • Das Gebiss ist frei von unbehandelter Karies.
  • Es bestehen keine akuten Entzündungen von Zähnen oder Zahnfleisch.
  • Eine bestehende Parodontitis wurde vor der Behandlung versorgt.
  • Die Zähne sind ausreichend fest im Kiefer verankert.
  • Eine gründliche Mundhygiene ist während der Behandlung möglich.

Warum sollten Karies und Parodontitis vor der Behandlung behandelt werden?

Feste Zahnspangen können die Zahnpflege erschweren. Deshalb sollten Karies, Zahnfleischentzündungen oder eine Parodontitis möglichst vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung behandelt werden.

Gut zu wissen

Beeinflusst Rauchen den Erfolg einer festen Zahnspange?

Rauchen kann das Risiko für Zahnfleischprobleme und Knochenabbau erhöhen. Dadurch kann eine kieferorthopädische Behandlung erschwert werden. Wer raucht und eine feste Zahnspange plant, sollte sich hierzu von Zahnarzt oder Kieferorthopäden beraten lassen.

Feste Zahnspange: Vor- und Nachteile

Die feste Zahnspange ist für Kinder wie Erwachsene geeignet. Die Brackets klebt Ihr Zahnarzt fest auf den Zahn und verbindet sie mit Drähten. Eine feste Spange korrigiert das Gebiss über einen langen Zeitraum vollständig. Sie eignet sich für alle Fehlstellungen.

Gibt es Risiken bei der Behandlung mit einer Zahnspange?

Eine feste Zahnspange gilt als bewährte Behandlungsmethode. Wie jede kieferorthopädische Behandlung kann sie jedoch mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden sein.

Risiken

  • Nach dem Einsetzen oder Nachstellen der Drähte können die Zähne für einige Tage schmerzen oder empfindlich reagieren.
  • Während der Behandlung kann das Zahnfleisch gereizt sein oder sich entzünden, insbesondere wenn die Mundhygiene erschwert ist.
  • Die Zähne können empfindlicher auf Kälte oder Wärme reagieren.
  • Eine unzureichende Zahnpflege kann Verfärbungen oder Flecken auf den Zähnen begünstigen.
  • Durch die Kräfte, die auf die Zähne wirken, kann es in seltenen Fällen zu Veränderungen an den Zahnwurzeln kommen.

Tipps der Zahnärztin: Was ist bei der Mundhygiene mit einer festen Zahnspange zu beachten?

Dr. Silke Liebrecht-Rüsing ist Zahnärztin in Köln und gibt Tipps zur richtigen Reinigung von Zähnen und Brackets:

„Patienten, die Brackets tragen, müssen besonders gute Mundhygiene betreiben. Das Problem ist, dass Speisereste zwischen den Brackets und Drähten hängen bleiben.“ Der Einsatz von Zahnseide ist nur schwer möglich, da die Drähte das Fädeln erschweren oder sogar unmöglich machen. Nach Ansicht von Liebrecht-Rüsing eignen sich stattdessen spezielle Zahnbürsten, die für Brackets-Träger entwickelt wurden: „Diese gibt es als manuelle Zahnbürste oder als speziellen Aufsatz für einige elektrische Zahnbürsten.“

Ergänzend sollten Sie nach Ansicht der Kölner Zahnexpertin Interdentalbürsten bzw. sogenannte Einbüschelbürsten nutzen. Diese reinigen durch ihre Form und ein auf den Punkt konzentriertes Borstenfeld auch schwer zugängliche Stellen.

„Gutes Fluoridieren ist ebenfalls wichtig“, betont Liebrecht-Rüsing. Verwenden Sie also eine fluoridierte Zahnpasta und putzen Sie ergänzend einmal die Woche mit einem hoch dosierten Fluoridgel.

Reinigen Sie die Zähne nach den Mahlzeiten zumindest grob. Besonders gründlich dann am Abend. Denn in der Nacht sollte der Zahnschmelz die Möglichkeit haben, zu remineralisieren, sich also zu erholen. Im Übrigen ist der Aufwand bei der Mundhygiene laut Liebrecht-Rüsing für Brackets tragende Kinder und Erwachsene gleich.

 

Lose Zahnspange: Für wen ist diese Option geeignet?

Die lockere Zahnspange verwenden Zahnärzte vor allem bei jüngeren Kindern, deren Zähne noch nicht vollständig ausgebildet sind. Lose Spangen bestehen aus Plastik und Metall und bedecken den Gaumen. Die Kleinen können sie selbst auf die Zähne aufstecken und wieder entnehmen.

Die lockere Zahnspange wird vor allem nachts und für einige Stunden am Tag getragen. Kieferorthopäden empfehlen eine Tragedauer von 16 Stunden pro Tag, um einen Erfolg zu erzielen.

Das erfordert eine Menge Disziplin. Vor allem für kleine Kinder ist das oft ein Problem. Doch wenn die Spange nur wenige Tage nicht getragen wird, können sich die Zähne wieder in die alte Position zurückschieben.

Eine lockere Zahnspange eignet sich in vielen Fällen nicht als Dauerlösung. Doch sie bereitet das Gebiss auf eine feste Zahnspange vor, wenn das Kind dafür noch zu jung ist.

Gut zu wissen

Gibt es unsichtbare Alternativen zur Zahnspange?

Ja. Mit der Lingualtechnik werden Brackets auf der Innenseite der Zähne befestigt und sind dadurch von außen kaum sichtbar. Eine weitere Möglichkeit sind Aligner, also transparente Zahnschienen zur Korrektur leichter Zahnfehlstellungen. Beide Behandlungsformen gehören in der Regel nicht zur Standardversorgung der gesetzlichen Krankenkasse.

Wie läuft eine Zahnkorrektur mit einer Zahnspange ab?

Vor Behandlungsbeginn untersucht der Kieferorthopäde die Zahn- und Kieferstellung. Anschließend plant er die Behandlung und prüft, ob die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfüllt sind.

Behandlungsablauf im Überblick:

Behandlungsablauf

1. Untersuchung durch den Kieferorthopäden

2. Anfertigung von Röntgenbildern und Zahnabdrücken bzw. Scans

3. Analyse der Zahn- und Kieferstellung

4. Einordnung der Fehlstellung in eine kieferorthopädische Indikationsgruppe (KIG)

5. Prüfung und gegebenenfalls Bewilligung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse

6. Anpassung oder Anbringen der Zahnspange

7. Regelmäßige Kontroll- und Anpassungstermine während der Behandlung

Info für Sie

Was bedeuten die KIG-Stufen?

Die kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) dienen dazu, die Schwere einer Zahn- oder Kieferfehlstellung zu bewerten. In die Schweregrade 1 und 2 fallen leichte Fehlstellungen der Zähne. Die Schweregrade 3, 4 und 5 beschreiben gröbere Fehlstellungen wie Kreuz- oder Überbisse oder eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Bei Kindern und Jugendlichen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlungskosten in der Regel ab KIG-Stufe 3. Für Erwachsene gelten besondere Voraussetzungen für eine Kostenübernahme.

Warum ist ein Retainer nach der Zahnspange wichtig?

Nach der aktiven Behandlung mit einer Zahnspange beginnt die sogenannte Retentionsphase. Sie soll das Behandlungsergebnis langfristig stabilisieren. Oft bringt der Kieferorthopäde dazu hinter den Zähnen einen sogenannten Retainer an, wenn er die Spange entfernt hat. Dieser Draht verhindert, dass sich die Zähne zurück in die alte Position bewegen. Regelmäßige Kontrolltermine bleiben also auch nach der Behandlung wichtig.

Wie lässt sich der Behandlungserfolg unterstützen?

Der langfristige Erfolg einer kieferorthopädischen Behandlung hängt nicht nur von der Zahnspange selbst ab. Auch die konsequente Mitarbeit von Patienten und Eltern spielt eine wichtige Rolle.

Checkliste

  • Tragen Sie eine lose Zahnspange oder Zahnschiene wie vom Kieferorthopäden empfohlen. Häufig werden mindestens 16 Stunden angeraten.
  • Achten Sie auf eine gründliche Mundhygiene und reinigen Sie auch die Zahnzwischenräume sorgfältig.
  • Machen Sie in der Therapie keine Pausen. Seien Sie konsequent oder unterstützen Sie Ihr Kind dabei, die Spange regelmäßig zu tragen.
  • Lassen Sie die Zahnspange darüber hinaus in festen Abständen vom Kieferorthopäden prüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.
  • Nach Abschluss der Behandlung sollte wenn möglich einen Retainer eingesetzt werden.

Wie viel kostet eine Zahnspange?

Die Kosten für eine Zahnspange variieren, je nach Schwere der Kiefer- und Zahnfehlstellung und der Behandlungsmethodik. Auch je nach Bundesland und Stadt, in der die Behandlung stattfindet, können sich die Preise unterscheiden.

Kostenüberblick für unterschiedliche Zahnspangen

Art der ZahnspangeUngefähre Kosten
Lose Zahnspange (Kinder)ab ca. 600 €
Aligner (transparente Zahnschiene)3.500 € – 6.500 €
Feste Zahnspange1.500 € – 9.000 €
Innenliegende feste Zahnspange (Lingualspange)

6.500 € – 10.000 €

Retainer

je nach Ausführung häufig zwischen 150 und 800 €

 

Zahlt die Krankenkasse die Zahnspange?

Ob die Krankenkasse die Kosten für eine Zahnspange übernimmt, hängt unter anderem vom Alter und von der Schwere der Zahn- oder Kieferfehlstellung ab. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dabei meist nur die Regelversorgung. Für Keramikbrackets oder andere Wunschleistungen fallen häufig zusätzliche Kosten an.

Gut zu wissen

Warum zahlt die Krankenkasse zunächst nur 80 Prozent?

Bei Kindern und Jugendlichen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse während der Behandlung zunächst 80 Prozent der Kosten. Nach erfolgreichem Abschluss der Therapie werden die verbleibenden 20 Prozent erstattet. So soll vermieden werden, dass die Therapie trotz hoher Kosten nicht beendet wird.

Ein Mädchen mit Zahnspange beißt in eine Wassermelone.

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Kieferorthopädische Behandlungen können für Familien schnell teuer werden. Vor allem dann, wenn die gesetzliche Krankenkasse nicht alle Kosten übernimmt. Mit einer Zahnzusatzversicherung für Kinder lassen sich Eigenanteile und zusätzliche Leistungen rund um die Zahnspange absichern.

FAQ – Häufige Fragen zur Zahnspange

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Die Behandlungsdauer hängt von der Art der Fehlstellung und dem Alter des Patienten ab. Häufig wird eine feste Zahnspange etwa 2 bis 3 Jahre getragen. Kleinere Korrekturen können auch schneller abgeschlossen sein.

Die Kosten variieren je nach Behandlungsform und Schwere der Fehlstellung. Eine lose Zahnspange kostet häufig ab etwa 600 €, während feste Zahnspangen oder Aligner mehrere tausend € kosten können.

Ja. Eine Zahnkorrektur ist auch im Erwachsenenalter möglich. Je nach Fehlstellung kommen zum Beispiel feste Zahnspangen, Lingualspangen oder transparente Zahnschienen infrage.

Für Erwachsene übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer Zahnspange nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen, beispielsweise bei schweren Kieferanomalien mit zusätzlicher kieferchirurgischer Behandlung.

Für eine Zahnspange ist es grundsätzlich nie zu spät. Auch Erwachsene können Zahn- und Kieferfehlstellungen erfolgreich korrigieren lassen. Da das Kieferwachstum abgeschlossen ist, dauert die Behandlung häufig etwas länger als bei Kindern und Jugendlichen. Voraussetzung sind gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch.

Stand: 13.08.2026

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