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Kosten für Zahnersatz

Wie viel muss ich zuzahlen?

Zahnersatz kann teuer werden. Wie viel Sie zahlen müssen, hängt auch davon ab, welchen Zahnersatz und welche Behandlung Sie wählen.

Ein Patient und eine Zahnärztin sitzen in einer Praxis und besprechen Röntgenbilder und Unterlagen auf dem Tisch.

Mit einer Zahnzusatzversicherung müssen Sie sich beim Zahnersatz nicht zwischen Qualität oder Kosten entscheiden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt feste Zuschüsse für Zahnersatzleistungen wie Brücken, Kronen oder Prothesen.
  • Der Festzuschuss für Zahnersatz beträgt 60 % der Kosten. Wer mit einem lückenlos geführten Bonusheft regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nachweist, kann einen Zuschuss von bis zu 75 % erhalten.
  • Bezuschusst wird nur die Regelversorgung. Eventuelle Mehrkosten, z. B. für hochwertigeren Zahnersatz, müssen gesetzlich Versicherte selbst tragen.

Diese Themen finden Sie hier

Wie viel kostet mich mein Zahnersatz?

Wenn Zahnersatz fällig wird, kann es mitunter teuer werden – je nachdem, wie viele Zähne betroffen sind, welche Art Zahnersatz eingesetzt wird und bei welcher Krankenkasse der Patient versichert ist. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich beim Zahnersatz mit einem festen Zuschuss, der sich an der sogenannten Regelversorgung orientiert. Die darüberhinausgehenden Kosten – etwa bei höherwertigen Zahnersatzlösungen – tragen Sie selbst. Zudem kann bei Mängeln am Zahnersatz eine Nacherfüllung beim Zahnarzt notwendig werden, etwa in Form von Nachbesserung oder Neuanfertigung. Hier finden Sie umfassende Infos zu den Kosten für Zahnersatz, den möglichen Zuschüssen und wie Sie bei Zahnersatz Geld sparen können.

Eine junge Frau hält fröhlich lächelnd die Zeigefinger an die Wangen.

Zahnzusatzversicherung

Keine Kompromisse beim Zahnersatz

Hochwertiger Zahnersatz geht oft über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinaus. Mit einer Zahnzusatzversicherung sichern Sie sich erstklassige Versorgung.

Z. B. 13,30 € monatlich

Welche Arten von Zahnersatz gibt es?

Es gibt 3 grundsätzliche Zahnersatzmöglichkeiten, die jeweils mehrere Varianten bieten.

  • Festsitzender Zahnersatz
  • Herausnehmbarer Zahnersatz
  • Kombinierter Zahnersatz

Die Form des Zahnersatzes beeinflusst die anfallenden Zahnersatzkosten maßgeblich.

Welchen festsitzenden Zahnersatz gibt es?

Festsitzender Zahnersatz bleibt nach dem Einsetzen dauerhaft im Mund. Es gibt 3 Varianten von festsitzendem Zahnersatz.

Gut zu wissen

Welcher Zahnersatz ist langfristig die beste Lösung – Implantat oder Brücke?

Welche Lösung langfristig die beste ist, hängt von der individuellen Zahnsituation ab. Ein Implantat gilt oft als besonders langlebig und stabil, da es wie eine künstliche Zahnwurzel im Kiefer verankert wird. Eine Brücke ist in der Regel schneller eingesetzt und meist kostengünstiger, setzt jedoch voraus, dass die benachbarten Zähne als Pfeiler dienen und dafür beschliffen werden.

Welchen herausnehmbaren Zahnersatz gibt es?

Neben dem festsitzenden Zahnersatz gibt es auch einen herausnehmbaren Zahnersatz. Mediziner sprechen dabei von einer Voll- oder einer Teilprothese.

Welchen kombinierten Zahnersatz gibt es?

Beim kombinierten Zahnersatz handelt es sich um Zahnprothesen, die mithilfe einer festsitzenden Verankerung an den gesunden Zähnen fixiert werden. Es werden 4 Varianten unterschieden.

Tabelle Zahnersatzkosten: Welche Lösung kostet wie viel?

Die Kosten für Zahnersatz variieren stark, je nachdem, für welche Art des Zahnersatzes Sie sich entscheiden. Implantate zählen zu den teuersten Lösungen, während Kronen und Prothesen bzw. Gebisse günstiger sind.

Kosten für Zahnersatz im Vergleich

  Kosten
(ohne Festzuschuss der KK)
Vollkeramikkrone 700 bis 1.300 € pro Zahn
Krone aus Gold 600 bis 1.300 € pro Zahn
Teleskopprothese 2.500 bis 5.000 € pro Kiefer
Modellgussprothese 600 bis 900 € pro Kiefer
Brücke ab 750 € pro Zahn (je nach Material, Befestigung und Vorbehandlung)
Implantat ab 5.000 € pro Zahn (je nach Material, Befestigung und Vorbehandlung)

 

Gut zu wissen

Welche Zahnbehandlungskosten trägt die gesetzliche Krankenversicherung?

Für viele Zahnbehandlungen kommen die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in vollem Umfang auf. Zu den sogenannten Regelleistungen zählen Füllungserneuerungen in von Karies befallenen Zähnen, Behandlungen der Wurzelkanäle sowie Zahnextraktion. Im Gegensatz zu den Regelbehandlungen tragen Patienten beim Zahnersatz meist einen beachtlichen Teil der Kosten selbst.

Zahnersatz: Wie viel zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Der Zahnersatz gehört nicht mehr zur Regelversorgung der GKV. Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ).

Checkliste

  • Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren ausschließlich einen vorgeschriebenen Festzuschuss als Zuzahlung zum Zahnersatz. Dieser beträgt grundsätzlich 60 % der Kosten der Regelversorgung.
  • Ihr Eigenanteil für Zahnersatzbehandlungen liegt also bei 40 %.
  • Wer anhand seines Bonusheftes regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nachweisen kann, erhält höhere Zuschüsse beim Zahnersatz.
  • Waren Sie über einen Zeitraum von 5 Jahren mind. einmal pro Jahr bei der zahnärztlichen Kontrolle, erhalten Sie einen Zuschuss von 70 %, bei einem Zeitraum von 10 Jahren sogar 75 %.
  • Bei niedrigem Einkommen können Sie nach umfassender Prüfung außerdem von der sogenannten Härtefallregelung profitieren.
  • Um den Eigenanteil abzufedern, empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung. Diese übernimmt Ihren Eigenanteil je nach Tarifgestaltung komplett oder teilweise.

Gut zu wissen

Wie setzen sich die Kosten für Zahnersatz zusammen?

Seit 2005 richtet sich der Zuschuss der Krankenkassen nach dem jeweiligen Zahnbefund. Für jeden Befund hat der Gesetzgeber eine Regelversorgung festgelegt, die mit ca. 60 % der statistischen Kosten bezuschusst wird. Im Einzelfall können die Kosten abweichen.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sich im Juni 2004 auf 52 Regelversorgungen aller Befunde innerhalb der Mundhöhle oder am Zahnersatz selbst geeinigt. Diese dienen als Grundlage für die Bezuschussung für Zahnersatz und werden regelmäßig aktualisiert.

Was fällt unter die Regelversorgung bei Zahnersatz?

Die Regelversorgung ist die medizinisch ausreichende und wirtschaftliche Standardlösung der gesetzlichen Krankenkassen – alle darüberhinausgehenden Leistungen tragen Sie i. d. R. selbst.

Welche Begleitleistungen fallen im Rahmen einer Zahnersatzversorgung an?

Meist sind im Zusammenhang mit Zahnersatz zusätzliche zahnärztliche Behandlungen erforderlich, ohne die eine korrekte Grundbehandlung nicht möglich oder unzumutbar wäre, z. B. Lokalanästhesien oder Röntgenaufnahmen.
Im Rahmen der Regelversorgung werden diese Leistungen ohne Aufpreis abgerechnet. Werden die Begleitleistungen allerdings nur erbracht, weil Sie sich für einen gleichartigen oder andersartigen Zahnersatz entschieden haben, werden Ihnen diese Kosten privat nach der GOZ in Rechnung gestellt. Ob und inwieweit diese Kosten erstattet werden, erfahren Sie direkt von Ihrer Krankenkasse.

Kosten für Zahnersatz: Was fällt unter die Laborkosten?

Benötigen Sie Zahnersatz, kommen i. d. R. erhebliche Fremdkosten für Laborarbeiten hinzu.

Checkliste

  • Zu den Laborkosten zählen u. a. der notwendige Abdruck und die anschließende Herstellung eines passgenauen Zahnersatzes. Wird dieser aus Edelmetall gefertigt, steigen die Kosten noch weiter.
  • Die Laborkosten werden nach zwei in Deutschland gängigen Listen berechnet – dem bundeseinheitlichen Verzeichnis zahntechnischer Leistungen (BEL) und der bundeseinheitlichen Benennungsliste (BEB).
  • Dentallabore sind nur bei Regelleistungen an das BEL gebunden. Es gibt allerdings keine feste Gebührenordnung. Dadurch entstehen bei den Laborkosten für Zahnersatz gravierende Unterschiede, die Ihren Eigenanteil deutlich erhöhen.
  • Viele Zahnärzte entscheiden sich zudem für die feste Zusammenarbeit mit einem Labor. Die Praxen müssen sich dann an den Vorgaben des Labors orientieren und die Kosten an Sie weitergeben.

Wie kann ich beim Zahnersatz Geld sparen?

Mit etwas Vorbereitung lassen sich die hohen Kosten für Zahnersatz spürbar reduzieren.

Grundsätzlich lohnt es sich, bei Zahnersatz die Kosten zu vergleichen und ggf. bei einem anderen Zahnarzt eine Zweitmeinung einzuholen. Zum Teil gibt es auch regional gravierende Unterschiede bei den Zahnarztkosten in Deutschland. Sind Sie flexibel, kann es sich durchaus rentieren, die Behandlung in einer anderen Stadt durchführen zu lassen. Tauschen Sie sich dazu offen mit Ihrem Zahnarzt aus.

Mit einem lückenlos geführten Bonusheft erhöhen Sie Ihren Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse. Dazu müssen Sie per Eintrag im Bonusheft regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt nachweisen.
Nach 5 Jahren lückenloser Vorsorge steigt der Festzuschuss um 10 Prozent. Nach 10 Jahren erhöht er sich um 15 Prozent.

Was die gesetzliche Krankenversicherung nicht bezahlt, sichern Sie mit einer privaten Zahnzusatzversicherung ab. Mit dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung senken Sie Ihren Eigenanteil deutlich ab. Prüfen Sie die Leistungen und Tarifbestandteile vor dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung genau.

Bis wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich grundsätzlich in jedem Alter. Es empfiehlt sich jedoch, sie so früh wie möglich abzuschließen, da die Beiträge dann besonders günstig sind. Aber auch wenn Ihre Zahnbehandlung schon begonnen hat, ist es nicht unbedingt zu spät für eine Absicherung. Bei ERGO haben Sie dann die Möglichkeit, die Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit abzuschließen.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema Kosten für Zahnersatz

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Wenn Sie noch kein Heft haben, fragen Sie bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch einfach nach, um gleich mit den Eintragungen zu beginnen. Sie waren in den letzten Jahren zwar regelmäßig beim Zahnarzt, haben aber kein Bonusheft geführt? Auch kein Problem: Sie können Ihre Besuche nachtragen lassen. Zahnärzte sind verpflichtet, die Krankenakte nach Abschluss der letzten Behandlung mind. 3 Jahre aufzubewahren. Damit lässt sich feststellen, wann und warum Sie in der Praxis waren.

In Deutschland gibt es teilweise große regionale Unterschiede bei den Kosten für Zahnersatz. Studienergebnisse zeigen: In München und Stuttgart zahlen Patienten am meisten für Zahnersatz. Im Mittelfeld bewegen sich dagegen Städte wie Köln, Mainz und Saarbrücken. Zu den günstigsten Städten für Zahnersatz gehören Erfurt, Dresden und Potsdam.

Zahnersatz ist im Ausland – besonders in Osteuropa – oft deutlich günstiger als in Deutschland. Vor allem bei hochwertigem Zahnersatz sind die Preisunterschiede groß, weshalb immer mehr Patienten für ihre Behandlung ins Ausland reisen.
Deutsche Zahnärzte warnen jedoch vor diesem sogenannten Zahntourismus. In Deutschland gelten strenge Qualitäts- und Sicherheitsvorgaben für Materialien und Verarbeitung, die im Ausland teilweise abweichen oder nicht erfüllt werden. Zusätzlich zu den Behandlungskosten müssen Reisekosten für Anfahrt und Übernachtung einkalkuliert werden. Auch Sprachbarrieren können die Beratung erschweren. Kommt es später zu Problemen oder Garantiefällen, sind oft erneute Reisen erforderlich, da nicht jede ausländische Klinik mit deutschen Zahnärzten kooperiert. Dadurch relativiert sich der anfängliche Kostenvorteil schnell.

Zahnersatzkosten können unter Umständen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung ist, dass die zumutbare Eigenbelastung überschritten wird. Ob und in welcher Höhe eine steuerliche Berücksichtigung möglich ist, sollten Sie am besten im Rahmen einer Steuerberatung klären.

Stellt der Eigenanteil am Zahnersatz eine unzumutbare finanzielle Belastung dar, übernimmt die Krankenkasse 100 % der Zahnersatzkosten. Allerdings erhalten Sie dann in jedem Fall die Regelversorgung für Ihren Zahnersatz.
Eine unzumutbare Belastung liegt dann vor, wenn das monatliche (Familien-) Bruttoeinkommen unter einer gewissen Grenze liegt. 2026 sind das 1.582 € bei Alleinstehenden, 2.175,25 € bei Personen mit einem Angehörigen und zusätzlich 395,50 € bei jedem weiteren Angehörigen.
Wenn Sie einen Zahnersatz möchten, der von der Regelversorgung abweicht oder darüber hinausgeht, erhalten Sie von der Krankenkasse den doppelten Festzuschuss der Regelversorgung. Die anfallenden Mehrkosten übernehmen Sie selbst. In dem Fall kann eine Zahnzusatzversicherung oder eine Ratenzahlung beim Zahnarzt helfen.

Stand: 15.04.2025

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