Zum Inhalt springen

Der Organspendeausweis

Leben retten mit Organspende

Die Unsicherheit beim Thema Organspende ist oft groß. Das müssen Sie über den Organspendeausweis wissen.

Hand mit Stift füllt Organspendeausweis aus.

Mit einem Organspendeausweis halten Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspende für Ihre Angehörigen fest – und nehmen ihnen die Last ab, im Ernstfall entscheiden zu müssen. Denken Sie auch an die finanzielle Entlastung Ihrer Liebsten im Todesfall: Eine Sterbegeldversicherung deckt alle Kosten für die Beerdigung ab, sodass Ihre Familie sich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist freiwillig. Mit einem Organspendeausweis und einem Eintrag auch im digitalen Organspende-Register halten Sie diese Entscheidung schriftlich fest.
  • Ein eigener Organspendeausweis ist ab 16 Jahren möglich, nach oben hin gibt es keine Altersgrenze. Ob Organe sich für eine Transplantation eignen, entscheiden die Ärzte im Einzelfall.
  • Der Organspendeausweis ist kostenlos. Sie können den Ausweis online herunterladen oder als Karte z. B. in Apotheken und Arztpraxen erhalten.

Diese Themen finden Sie hier

Organspendeausweis – was ist zu beachten?

Erfahren Sie im Video, ab wann eine Organspende möglich ist, wo Sie einen Organspendeausweis bekommen und wie Sie ihn ausfüllen.

Was muss man über Organspenden wissen?

Organspenden retten Leben. Aktuell warten rund 8.500 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Zu den möglichen Spenderorganen zählen Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Darm. Auch Gewebe kann gespendet werden, z. B. Haut, Augenhornhaut, Herzklappen, Knochen und Sehnen.
61 % der Deutschen haben sich schon konkret für oder gegen eine Organspende entschieden. Doch nur 40 % der Deutschen sind im Besitz eines Organspendeausweises und haben ihre Entscheidung damit auch schriftlich dokumentiert. Laut aktuellen Zahlen der Organisation Organspende stehen 84 % der Deutschen einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist bestrebt, die Bevölkerung z. B. mit Kampagnen noch stärker für das Thema zu sensibilisieren.

Gut zu wissen

Brauche ich einen Organspendeausweis?

Auch wenn Sie eine Organ- und Gewebeentnahme ablehnen: Halten Sie Ihre Entscheidung schriftlich oder im digitalen Register fest. Wenn Sie dies nicht tun, müssen im Ernstfall Ihre Angehörigen entscheiden. Mit einem Organspendeausweis nehmen Sie ihnen diese zusätzliche Last ab. Die Angaben im Organspendeausweis sind zwar verbindlich, können aber zu jeder Zeit angepasst werden.

Lachende ältere Frau mit jungem Mädchen und ihrer Mutter in der Küche.

Sterbegeldversicherung

Denken Sie an Ihre Liebsten

Eine Sterbegeldversicherung deckt alle Kosten für Ihre Beerdigung ab – so können sich Ihre Angehörigen im Ernstfall auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren.

Z. B. 27,02 € monatlich

Wie sind Organspenden in Deutschland geregelt?

In Deutschland gilt für Organspenden die sogenannte Entscheidungslösung. Grundsätzlich gilt immer die Regelung des Landes, in dem ein Mensch stirbt, nicht die seines Heimatlandes.

Checkliste

  • Einem Menschen dürfen nach seinem Tod nur dann Organe und Gewebe entnommen werden, wenn die Person zu Lebzeiten zugestimmt hat.
  • Gibt es keine schriftliche Entscheidung zur Organspende, müssen die hinterbliebenen Angehörigen dies entscheiden.
  • Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende kann im Organspendeausweis und im zentralen Organspende-Register festgehalten werden.
  • In anderen Ländern gelten andere Regeln – z. B. die Widerspruchslösung, nach der jeder Mensch als Organspender in Frage kommt, wenn er oder sie nicht zu Lebzeiten widersprochen hat.

Welche Arten von Organspenden gibt es?

Man unterscheidet bei Organspenden zwischen Lebendspenden (Entnahme von Organen oder Organteilen beim lebenden Menschen) und postmortalen Spenden (Entnahme von Organen und Gewebe nach dem Tod).

Checkliste

  • Postmortale Spenden können nahezu alles sein.
  • Typische Organe für postmortale Organspenden sind Lunge, Leber, Herz, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Darm.
  • Auch Gewebe, Haut, Knochen, Sehnen oder eine Herzklappe können postmortal gespendet werden.
  • Wenn Sie einzelne Organe oder Körperteile von der Spende ausschließen möchten, können Sie dies auf Ihrem Organspendeausweis vermerken.

Wie alt darf man als Organspender sein?

Gut zu wissen

Wer darf nicht Organspender sein?

Bei bestimmten Erkrankungen ist eine Organspende ausgeschlossen, etwa bei einer akuten Krebserkrankung. Auch bei Infektionskrankheiten wie HIV, Tuberkulose, Tollwut oder einer Infektion mit multiresistenten Keimen macht eine Organspende unmöglich. Aber auch bei gesunden Spendern können Ärzte eine Organspende ablehnen, z. B. wenn das Organ nicht voll funktionsfähig ist.

Organspendeausweis beantragen: Wo bekomme ich einen Organspendeausweis?

Sie können Ihren Organspendeausweis ohne Antrag kostenlos downloaden oder abholen.

Checkliste

  • In vielen Apotheken und Arztpraxen bekommen Sie einen Organspendeausweis als Plastikkarte zum Selbstausfüllen.
  • Auch Ihre Krankenkasse sendet Ihnen den Organspendeausweis zum Selbstausfüllen auf Anfrage zu.
  • Auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums oder der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Sie den Organspendeausweis herunterladen und ausdrucken.
  • Der Ausweis zum Download kann häufig auch direkt online ausgefüllt und dann heruntergeladen werden.
  • Schnell und einfach können Sie den Organspendeausweis auch direkt hier herunterladen und ausdrucken.
  • Wer keinen Drucker hat, kann den Organspendeausweis bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung per Post beantragen.
  • Die BZgA bietet den Organspendeausweis in 27 weiteren Sprachen an. Damit stellen Sie sicher, dass Ihre Entscheidung immer korrekt verstanden wird, ganz gleich, in welchem Land die Frage nach einer Organspende zum Thema wird.

Gut zu wissen

Kann ich auch ohne Ausweis Organspender sein?

Sie brauchen nicht zwingend einen Organspendeausweis – auch mit einer formlosen Erklärung oder einem Hinweis in Ihrer Patientenverfügung können Sie Ihre Entscheidung zum Thema Organentnahme mitteilen. Der blau-orangefarbene Ausweis der BZgA ist allerdings am verbreitetsten, weil Sie ihn im Portemonnaie immer bei sich tragen können. Informieren Sie dennoch auch Ihre Angehörigen darüber, ob Sie im Ernstfall Organe spenden möchten.

Was steht auf dem Organspendeausweis?

Sie können den Organspendeausweis ganz einfach selbst ausfüllen. Neben Ihren persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift halten Sie dort fest, ob Sie einer Organspende grundsätzlich zustimmen oder diese ablehnen und ob Sie der Entnahme bestimmter Organe zustimmen oder bestimmte Organe ausschließen. Diese Angaben können Sie jederzeit ändern oder widerrufen.

Was ist das Organspende-Register?

Seit März 2024 können Sie Ihre persönliche Entscheidung für oder gegen Organ- und Gewebespenden auch im digitalen Organspende-Register festhalten.

Checkliste

  • Im zentralen elektronischen Organspende-Register registrieren Sie sich freiwillig und kostenlos.
  • Als Nachweis benötigen Sie einen Personalausweis mit integrierter Online-Ausweisfunktion (eID).
  • Entnahmekrankenhäuser können unkompliziert direkt auf die gespeicherten Erklärungen zugreifen – auch dann, wenn ein Spender keinen Organspendeausweis bei sich trägt.
  • Ihre Angaben im digitalen Organspende-Register können Sie jederzeit ändern oder widerrufen.
  • Die klassischen analogen Varianten des Organspendeausweises können Sie selbstverständlich zusätzlich nutzen.

Organspendeausweis ausfüllen: Das sollten Sie beachten

Wie Sie zur Organspende stehen, ist ganz allein Ihre Entscheidung. Wichtig ist aber, dass Sie eine Entscheidung treffen und sie schriftlich festhalten.

Organspendeausweis – ja oder nein?

Die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist individuell und jedem selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass Sie eine konkrete Entscheidung treffen und diese für sich selbst begründen können.

Organspendeausweis: was spricht dafür und was dagegen?

Pro Contra
Selbstbestimmung: Sie entscheiden selbst zu Lebzeiten, was im Todesfall mit Ihren Organen passiert. Religiöse Bedenken: Für einige Menschen kommt eine Organspende aufgrund ihres Glaubens nicht in Frage.
Entlastung Ihrer Angehörigen: Sie nehmen Ihren Liebsten die schwierige Entscheidung über Ihre Organspende ab. Mangelnde Aufklärung: Viele Menschen fühlen sich nicht ausreichend informiert, um eine Entscheidung zur Organspende zu treffen.
Leben retten: Mit einer Organspende können Sie das Leben anderer Menschen retten oder ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Lebensverlängernde Maßnahmen: Um Organe entnehmen zu können, muss das Herz-Kreislauf-System nach Feststellung des Hirntods künstlich aufrechterhalten. Dies kann den Angehörigen das Abschiednehmen erschweren.
Klare Rechtslage: Eine schriftlich festgehaltene Entscheidung über die Organspende vermeidet Konflikte unter Angehörigen oder zwischen Ärzten und Angehörigen.  

 

Gut zu wissen

Werden Organspender schneller für hirntot erklärt?

Mythen, bei denen sich Rettungssanitäter bei der Wiederbelebung nicht so sehr bemühen, wenn eine Person Organspender ist, sind aus der Luft gegriffen. Kein medizinisches Fachpersonal wird Sie schlechter behandeln, weil Sie bereit sind, Ihre Organe nach dem Tod zu spenden.

Fazit: Ein Organspendeausweis rettet Leben

Einen Organspendeausweis zu bestellen oder ihn herunterzuladen und auszufüllen, ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Mit Ihrer Entscheidung können Sie Leben retten oder der Forschung helfen. Außerdem ersparen Sie Ihren Angehörigen im Ernstfall die Belastung, diese Entscheidung in Ihrem Namen treffen zu müssen. Am wichtigsten ist es daher, dass Sie sich überhaupt entscheiden – und nicht, wie. Damit der Organspendeausweis im Notfall griffbereit ist, tragen Sie ihn am besten immer im Geldbeutel mit sich. Seit März 2024 können Sie sich auch in das digitale Organspende-Register eintragen.

FAQ – Häufige Fragen zur Organspende und zum Organspendeausweis

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Ein Großteil der Menschen in Deutschland steht einer Organspende positiv gegenüber, aber nicht einmal die Hälfte hält ihre Entscheidung schriftlich mit einem Organspendeausweis fest. So ist eine Spende im Zweifel nur erschwert oder gar nicht möglich, da nicht eindeutig geklärt ist, ob ein Wille zur Spende vorliegt. Für viele Menschen hängt ihr Überleben davon ab, ob sie in den nächsten Wochen, Monaten oder Jahren eine Organspende erhalten oder nicht. Wenn Sie sich für die Organspende entscheiden und dies im Organspendeausweis oder -register erklären, können Sie damit womöglich Menschenleben retten.

Der Organspendeausweis hat kein Ablaufdatum, er ist so lange gültig, bis Sie ihn vernichten oder verlieren. Wenn Sie sich z. B. entscheiden, dass Sie doch keine Organe mehr spenden möchten, erlischt die Gültigkeit, sobald Sie den Ausweis vernichten. Füllen Sie dann am besten einen neuen Organspendeausweis aus, auf dem Sie der Spende widersprechen.

Eine sogenannte postmortale Organentnahme darf erst dann stattfinden, wenn bei einem Patienten der vollständige und irreversible Hirntod eingetreten ist: d. h., wenn er wirklich und unwiderruflich tot ist. Dies muss von 2 voneinander unabhängigen Ärzten im Abstand von mind. 12 Stunden festgestellt werden. Laut den Richtlinien der Bundesärztekammer (BÄK) kann in gewissen Fällen eine spezielle, sog. apparative Untersuchung die Wartezeit verkürzen. Es gibt auch sogenannte Lebendspenden, bei denen (nicht lebensnotwendige) Organe oder Teile von Organen bei lebenden Patienten entnommen werden.

Das Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende ist ein zentrales elektronisches Verzeichnis, in dem Sie Ihre Entscheidung für oder gegen die Spende von Organen und Gewebe dokumentieren können. Die Registrierung ist freiwillig und kostenfrei. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Eintrag jederzeit zu ändern oder zu entfernen.

Ja, Sie können Ihren Organspendeausweis jederzeit widerrufen oder ändern. Dazu können Sie den bestehenden Ausweis am besten vernichten und bei Bedarf einen neuen ausfüllen. Wenn Sie Ihre Entscheidung im digitalen Organspende-Register dokumentiert haben, können Sie diese online ändern oder löschen.

Ein Organspendeausweis ist kostenlos. Sie leisten damit einen wichtigen Dienst für schwerkranke Menschen. Daher können Sie sich den Organspendeausweis hier herunterladen und ausdrucken. Sie bekommen den Organspendeausweis auch in der Apotheke und in vielen Arztpraxen. Alternativ können Sie einfach formlos auf einem Zettel notieren, dass Sie bereit sind, Ihre Organe zu spenden. Vergessen Sie dabei nicht Ihre Unterschrift mit Datum – sie ist notwendig, damit Ihre Entscheidung zur Organspende gültig ist.

Eine Registrierung im Organspende-Register ist für alle Menschen ab 16 Jahren möglich, die

  • deutsche Staatsbürger sind oder
  • Bürger der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums sind und eine deutsche eID-Karte besitzen oder
  • einen elektronischen Aufenthaltstitel besitzen.

Das zentrale Register erleichtert die Dokumentation Ihrer Bereitschaft zur Organspende. Kliniken können im Notfall schnell auf die Informationen zugreifen. Außerdem ist das Organspende-Register immer verfügbar und der Eintrag kann nicht verloren gehen, wie z. B. ein Organspendeausweis, den Sie sicher aufbewahren müssen.

Das Organspende-Register wird vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführt. Bezüglich der Datensicherheit brauchen Sie sich keine Sorgen machen, denn Ihre persönlichen Daten werden geschützt auf einem Server in Deutschland gespeichert. Außerdem haben ausschließlich autorisierte Stellen wie Entnahmekrankenhäuser Zugriff auf das Register.

Der gemeinnützige Verein „Junge Helden“ hat die Kampagne „OPTINK“ ins Leben gerufen, um auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen. Die Idee: Mit einem Tattoo kann jeder die eigene Bereitschaft zur Organspende symbolisieren. Über 700 Tätowierstudios beteiligen sich an der Aktion und tätowieren das Organspende-Tattoo, ein Symbol aus einem Kreis und 2 Halbkreisen, kostenlos. Auch wenn es kein offizielles Dokument ist und den Organspendeausweis nicht ersetzt, kann es als Willenserklärung verstanden werden und Angehörigen im Zweifelsfall die Entscheidung erleichtern.

Stand: 12.01.2026

Tipps der Redaktion

Lesen lohnt sich!