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Lifehacks- Der Podcast mit Katrin

Klick, Vertrag, fertig? Versicherungen im digitalen Zeitalter

In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Bastian Kunkel darüber, wie der Abschluss von Versicherungen im digitalen Zeitalter funktioniert.

Lifehacks mit Katrin

Die folgende Podcast-Folge beleuchtet, wie Versicherungen im digitalen Zeitalter über Apps, Vergleichsportale und Direktabschlüsse abgeschlossen werden. Gemeinsam mit Bastian Kunkel diskutieren wir die Herausforderungen und Fallstricke, die dabei auftreten können, und klären, warum schnelles Klicken nicht immer zu einer guten Absicherung führt. Erfahrt, welche Fehler häufig passieren und warum persönliche Entscheidungskompetenz entscheidend bleibt.

Katrin: Alles läuft heute digital und superschnell. Banking, Dating, Termine, ein Klick und es ist erledigt. Aber ausgerechnet bei dem Thema, das superwichtig ist, schien es viele ewig vor sich her. Versicherungen: zu kompliziert, zu trocken, nervig, zu viel Kleingedrucktes. Dabei entscheidet genau das im Ernstfall, ob ein Schaden einfach nur nervt oder richtig, richtig teuer wird. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Versicherungen so einen schlechten Ruf haben, was davon stimmt, was stimmt nicht, was ist ein kompletter Mythos und wie kann man sich heute darüber informieren ohne stundenlang Vergleichsportale zu durchforsten? Mein Gast ist Bastian Kunkel, Gründer von Versicherungen mit Kopf. Seit fast 10 Jahren erklärt er Versicherungen im Internet verständlich, direkt und ganz ohne Bullshit Bingo. Er hat erklärt, warum Vertrauen die wichtigste Währung in der Branche ist, welche Versicherungen wirklich relevant sind und warum „Ja, mache ich später“ oft die teuerste Entscheidung ist.

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Bastian Kunkel: Ja, ich bin der Basti, der Kopf von Versicherung mit Kopf. Ich habe das ganze vor fast 10 Jahren gegründet. Jetzt im April wären es 10 Jahre, wo wir auf YouTube gestartet sind, wir klären die Menschen auf über das Thema Versicherung hauptsächlich in Videoform und sind aber natürlich auch Versicherungsmakler, das heißt wir gewinnen dann auch online unsere Kunden über diese Kanäle. Die kommen dann zu uns in die Onlineberatung zu den verschiedensten Versicherungsthemen, von der Haftpflicht über die BU bis zur PKV. Die werden dann online beraten, auch ausschließlich online beraten und das macht mein Team. Das sind jetzt 11 Makler mittlerweile. Und ja, mein Job ist quasi die Sichtbarkeit und die Relevanz von Versicherungen mit Kopf im Netz zu erhöhen. Deswegen bin ich halt auch das Gesicht, was man so nach außen hin kennt und, ja, lenke so ein bisschen die Geschicke von Versicherung gekauft, die Strategie wo wir die Reise hin. Ich bin Papa von einem dreieinhalbjährigen Sohn genau und wohne hier ein bisschen außerhalb von München und ich liebe extrem, was ich hier mache mit dem Thema Versicherung, nämlich die Kombi aus betrifft jeden und fast niemand hat Bock drauf und ich darf diese Brücke dazwischen bilden. Das soll es mal zu mir gewesen sein.

Katrin: Und wie kommt es denn dazu, dass du aber Bock draufhast und es viele nicht haben? Also was möchte ich da zur Ausnahme wie kam das?

Bastian Kunkel: Also, es ist ja auch nicht so, dass ich sage, Versicherungen sind so unendlich geil an sich, ne, das ist ja auch jetzt auch nicht wahr, ich, ich habe das damals gelernt, meine Ausbildung gemacht bei einem Versicherer. Lag einfach da dran, dass mein Fachabi nicht so gut war und 2007 war der Arbeitsmarkt ja so ein bisschen anders. Wobei jetzt dreht es sich ja gerade wieder, das ist fast wieder so wie 2/7 sein können, also die Arbeitgeber konnten sich aussuchen, wen sie einstellen. Na ja, und dieser Versicherer das waren so die Einzigen, die mir den Job angeboten haben und dann habe ich halt Kaufmann für Versicherungen und Finanzen gelernt und ja hab es nie bereut. Und ich glaub, was mich heute so richtig kickt ist einfach diese Kombination aus supertrocknes Thema, betrifft aber jeden, und über Social Media kann ich mich maximal kreativ ausleben. Also ich bin eine unglaublich kreative Person und, dass ich diese bei den Themen so kombinieren kann, das reizt mich enorm und eben auch beides so schwierig ist. Es ist extrem schwierig, die Menschen irgendwie bei diesem Thema abzuholen und ich beschreib das immer so auf die Gefahr hin, dass es ein bisschen arrogant klingt, aber wir sind seit 10 Jahren die Nummer 1 in dem Bereich, ja, und innerhalb von 10 Jahren wechseln sich immer ab, weiß ich nicht, wer ist der Nummer 1 Fitness Influencer, Fashion irgendwas das wechselt sich alle paar Jahre ab, aber bei Versicherung sind das halt wir, weil das halt nicht einfach so ist, dass du damit mal anfängst und dann bist du damit erfolgreich, sondern das ist unglaublich schwer, dass es harte Arbeit, das sind viele Rückschläge und dieser Reiz, das ist, glaube ich, das, was mich da mit dabei hält, ist halt doch dann noch mal irgendwie zu schaffen und doch wieder irgendeinen Engel zu finden, wie du junge Menschen vor allem für dieses Thema dann doch begeistern kannst. Das, das ist so diese Leidenschaft mit Fokus auf Leiden, die damit einhergeht.                

Katrin: Das ist ja auch ein Thema, das viel mit Vertrauen zu tun hat. Wenn ich einem Fitness Influencer folge oder jemanden, der viel kocht, dann ist es schlimmste was mir passieren kann, dass die Übung mir nicht zusagt, mir nichts bringt oder mir das Rezept nicht schmeckt. Wenn ich die falsche Versicherung abschließe, dann stehe ich halt im Schadensfall so komplett ohne Hilfe da. Da hängt noch mal sehr viel mehr dran und ich glaube, wenn man sich so ein gewissen Vertrauen so aufgebaut hat, dann ist es sehr, sehr, sehr wertvoll und schwer, einem das wieder abfällig zu machen. Dann müsstet ihr jetzt schon gravierende Fehler machen.

Bastian Kunkel: Genau das werden wir natürlich nicht machen. Aber klar, da ist halt auch eine Null Fehler Toleranz. Ich kann kein Video hochladen, das fachlich falsch ist. Ja, dann kommt sofort, ich nenne das immer so, wir haben diesen externen Aufsichtsrat, das sind meist dann eben Kollegen und Kolleginnen, ja, die werden sofort kommen die mit der Keule, wenn wir irgendwas Falsches sagen würden. Und deswegen haben wir da natürlich auch eine Null Fehler Toleranz und zum anderen klar, wir haben dieses vorab Vertrauen geschaffen. Also das haben wir hinbekommen über Videos, dass die Leute sehen, ah okay cool, die haben Ahnung, das klingt irgendwie stimmig, was die erzählen, zu denen gehe ich jetzt in die Beratung. Ja, also du schaffst es vor der Beratung schon Vertrauen zu erzeugen und das ist, glaube ich unglaublich wichtig, aber eben auch unglaublich schwer. Das kriegst du nicht so einfach.

Katrin: Wie gehst du denn mit diesem allgemeinen Misstrauen um, dass den Versicherungen und Versicherungsmarklern dann zwangsläufig auch entgegengebracht wird? Dieses, na ja, wenn es dann drauf ankommt, dann drücken die sich eh, die wollen nur was verkaufen und dann steh ich am Schluss alleine da.

Bastian Kunkel: Bin ein bisschen zwiegespalten. Zum einen verstehe ich die Leute extrem, weil wir leider in der Versicherungsbranche auch weiterhin sehr viele schwarze Schafe haben, das ist einfach so, dass da werden Leute auch in die Branche gelockt mit Versprechen, wo ich sage, diese Person will ich gar nicht als Kollegen oder Kolleginnen haben in der Branche, das ist weiterhin ein sehr großes Problem und die Sorgen dann halt für diesen Schaden einmal beim Kunden und natürlich dann auch den anhaltenden Image schaden, weil solange das nicht eingestellt wird, wird sich auch der Ruf nicht verbessern, da bin ich von überzeugt, weil die Leute natürlich auch zehnmal mehr über negative Dinge erzählen als über positive. Wir haben jetzt auch gerade einen neuen Podcast gelauncht, wo es genau um Schadenfälle geht. Und es ist halt schon so, dass die meisten Schäden da draußen bezahlt werden, aber da spricht halt niemand drüber. Man spricht halt über die Dinge, wo dann der Versicherer nicht geleistet hat. Dann regt man sich im Nachbarn drüber auf und auch beim Stammtisch und bei den Arbeitskollegen und wie sich das dann natürlich verbreitet in dieser Mund zu Mund Propaganda, das ist natürlich enorm und dadurch bleibt halt einfach dieses Negative so stark hängen in der Köpfe der Leute. Das ist der eine Teil, der andere Teil ist halt der, wo ich mir halt auch sag, OK, schau mal der mündige Bürger da draußen, ja jetzt mal ganz ehrlich, wenn der jetzt hier sitzen würde und alle mündigen Bürger würden uns zuhören, also willst du mir jetzt wirklich erklären, dass es heutzutage nicht möglich ist, sich mal kurz hinzusetzen, 20 Minuten zu recherchieren, guck ein Video zur BU, dann guckst du irgendwie nach einem Berater, guckst auf die Bewertung, guckst dir die Webseite noch an, um dann schon mal im Vorab festzustellen, OK, da werde ich wahrscheinlich gut beraten. Das kostet dich 20 Minuten Aufwand, wenn überhaupt. Bist du dafür nicht in der Lage, das zu machen? Das heißt, du kannst das nicht alles auf die Versicherungsbranche schieben und auf die schwarzen Schafe, sondern du musst natürlich auch den Kunden in die Eigenverantwortung nehmen, der hier sehr oft nicht eigenverantwortlich handelt, sondern das abschiebt und abgibt, was natürlich sehr fahrlässig ist, weil am Ende geht es um seine finanzielle Zukunft beziehungsweise die Absicherung dieser. Deswegen, das sind so die 2 Seiten der Medaille, die man beide beleuchten muss, finde ich.

Katrin: Jetzt haben wir Deutschen aber ja eigentlich den krassen Ruf, dass wir überversichert sind. Das beißt sich ja dann so ein bisschen mit „Wir wollen uns in nichts einlesen und uns mit nichts befassen“.

Bastian Kunkel: Da kommt es jetzt darauf an, wie man „überversichert“ definiert. Also ist das wirklich so, dass man dann mehr Schutz hat, als dass man benötigt in der individuellen Situation oder meint überversichert, du hast sehr viele Versicherungen und meist aber eher die sinnfreien und die wichtigen fehlen. Und ich glaube eher Letzteres ist der Fall, wo man halt als junger Mensch, man hat die Handyversicherung, ja, dann klar irgendwo die Autoversicherung, Vollkasko ist ja fein, ist wichtig, dann hat man vielleicht noch irgendwie eine, weiß ich nicht eine Reisegepäckversicherung, ja, so Zeug irgendwo mit dazu und die BU hat man aber dann halt nicht, so, und die Haftpflicht ja stimmt, sollte ich auch mal. Da hatte ich vor kurzem so eine Erfahrung mit einem Anfang 20- jährigen zufällig irgendwo gequatscht. Er so: Haftpflicht? Nee, wieso? Also, und ich saß da, ich wusste erst mal gar nicht, was ich antworten soll, weil ich gemeint hab, sogar eine Haftpflichtversicherung hast du ja und da sagt er so nee wieso? Wie gesagt, ich war erst mal sprachlos. Ich wusste nicht, was ich da drauf jetzt antworten soll, weil das für mich einfach so selbstverständlich ist. Und dann ist mir aber klar geworden, der weiß gar nicht. Was er für Risiken hat, der weiß gar nicht, dass wenn er hier irgendwo n Haftpflichtschaden verursacht, er selbst komplett mit seinem eigenen Vermögen haftet, es sei denn er hat eine Privathaftpflichtversicherung. Und deswegen, dieses „überversichert“, ist glaube ich oft ein Klischee in der Wahrheit, denke ich, ist es nicht so, wie man das jetzt denkt, dass die Deutschen zu viele der wichtigen Versicherungen haben. Ich glaube, die haben teilweise einfach Versicherungen, die nicht sehr sinnvoll sind, aber dann die wichtigen fehlen am Ende und ich sag auch nicht, man braucht viele Versicherungen, man braucht eigentlich ein paar wenige nur. Eigentlich braucht man nur ein paar wenige um wirklich, sag ich mal, die großen finanziellen Risiken abzusichern.

Katrin: Welches sind es denn in deinen Augen?

Bastian Kunkel: Ich bin ein Freund davon, nicht jetzt von der Versicherung her wegzudenken, sondern von dem Risiko. Also, wenn wir vielleicht mal dich hernehmen Katrin als Beispiel, wenn ich das darf. So was hast du jetzt für finanzielle Risiken? Du darfst dich jetzt geehrt fühlen hier. OK, klar, wir haben es gerade eben schon gehabt. Was ist, wenn du irgendjemand anderem einen Schaden zufügst? Ja, du passt mal nicht auf, irgendwie passiert was, Zack, die Person hat einen körperlichen Schaden, dann musst du dafür geradestehen, dann haftest du dafür. So, das kann ich schnell finanziell ruinieren. Ja, wie wäre es mit einer Haftpflichtversicherung? Du kannst so viel wie n Kaffee to go im Monat, eher noch weniger, weil Kaffee to go kostet ja mittlerweile echt viel. Haken dran, ja, keine 60€ im Jahr kostet das, OK prima. Was haben wir denn noch? Ah ja, okay deine Arbeitskraft, dein Arbeitseinkommen, das was du monatlich an Geld bekommst. Was ist, wenn das nicht mehr reinkommt? Also wie zahlst du deine Miete, wie zahlst du deine Altersvorsorge, wie zahlst du deine Lebensmittel? Urlaub fahren ja, weil berufsunfähig heißt nicht, dass man nicht mehr in Urlaub fahren kann, das unterschätzen auch viele ja, was ist mit dem sozialen Abstieg, der damit einhergeht, wenn du plötzlich nicht mehr die finanziellen Mittel hast, wie du sie gewohnt bist? Ah okay, dann sind wir beim Thema Berufsunfähigkeit, weil hier wird meine Arbeitskraft beziehungsweise mein Einkommen oder wenn man es noch mal anders nennen möchte, meine Ausgaben abgesichert. Okay, dann haben wir da schon mal 2 sehr große Haken gesetzt, würde ich mal sagen. Wenn du ein Haus hast klar, das ist wahrscheinlich das Wertvollste, was du besitzt, vermute ich mal materiell betrachtet. Klar, das muss sprichwörtlich bis unters Dach versichert sein, Wohngebäudeversicherung, Elementarschadenversicherung. Auch da Haken dran. Klar, da hat jetzt jeder eine andere Meinung ja auch von Kollegen und Kolleginnen, welche Versicherung man jetzt noch dazu bauen könnte, ja, eine Hausratversicherung kostet dich jetzt auch nicht so viel, je nachdem wie dein Hausrat aussieht etc., die nimmt man noch mit dazu. Wenn du ein hohes Einkommen hast, Krankentagegeldversicherung könnte noch sinnvoll sein, wenn du länger krank bist, hast du vielleicht ein Kredit am Laufen oder so, dann kann das auch schnell existenzbedrohend sein, weil das gesetzliche Krankengeld ist ja gekappt auf was sind das jetzt 2 26 Optionen der 20 Euro am Tag und das ja auch nur 72 Wochen lang. Wenn du dich mal mit den Dingen beschäftigt hast, dann hast du glaube ich schon sehr viel abgedeckt. Die großen finanziellen Risiken, die auf dich einprasseln könnten. Welche würde ich vielleicht noch anfügen, weil wir es auch selbst letztens gebraucht haben, also erst letzte Woche gebraucht haben. Auslandsreisekrankenversicherung ja, da waren jetzt einfach mal 1800€ weg, weil man da einmal beim Arzt war und dann wurde da behandelt und sonstiges. Und die kostet ja auch überhaupt nicht viel. Die gesetzliche Krankenversicherung deckt ja auch nicht alles ab, wenn man auch im europäischen Raum jetzt irgendwie unterwegs ist. Ne, sowas wie Rücktransport oder so, dass wir da nicht abgedeckt. Und das kann natürlich auch schnell teuer werden so. Die Dinge ja, wenn du die schon mal hast, dann bist du echt relativ safe und ich weiß, man kann jetzt auch über private Unfallversicherung diskutieren und noch ein paar andere Versicherungen. Aber wenn du die mal abgehakt hast, dann hast du deine größten finanziellen Risiken abgedeckt. Wenn du noch eine Familie hast, noch eine Risikolebensversicherung mit dazu. Klar, wenn du Leute hast, die finanziell von dir abhängig sind, wie zum Beispiel ich das jetzt für unseren Sohn gemacht hab, als er geboren wurde. OK, aber das war doch jetzt nicht so schwer, oder? Das war jetzt nicht so kompliziert, sich jetzt mal mit diesen Dingen zu beschäftigen und man braucht eben nicht alles versichern ja, ich hab in meinem Buch vielleicht, wenn ich das noch kurz erklären darf, ich hab in meinem Buch so einen Entscheidungsbaum gezeichnet, wie man selbst vorgehen kann, um zu prüfen, welche Versicherung brauche ich und welche nicht, welche finanziellen Risiken hab ich, das haben wir jetzt gerade eben schon beschrieben. Wenn die eintreten, kann ich mir das selbst leisten diesen Schaden zu bezahlen? Ja, Nein? und Will ich mir das leisten? Ja, Nein? Und dann kann man dann so durchgehen, wenn man es sich halt nicht leisten kann, dann Versicherung notwendig, wenn man sich es nicht leisten will, auch die Versicherung notwendig, wenn man sich es leisten kann und will, dann ist möglicherweise keine Versicherung notwendig und so kann man das ein bisschen durchdeklinieren für sich selbst. Und ja, dann sind wir da eigentlich schon in Anführungsstrichen durch. Klar, individuell kann auch die ein oder andere Versicherung noch sinnvoll sein, weil manche Lebenssituationen halt so sind, dass da dann das ein oder andere Risiko vielleicht höher ist. Aber für die breite Masse wäre das jetzt schon mal nicht so verkehrt, wäre ich super happy, wenn die meisten so aufgestellt wären.

Katrin: Dann fragen wir mal andersrum. Hast du in deinem Job schon eine Versicherung erlebt oder gesehen, wo du dir gedacht hast, ey das braucht man wirklich nicht versichern. Das ist wirklich Quatsch.                    

Bastian Kunkel: Ich meine, klar ne, also für uns jetzt Klassiker sowas wie eine Reisegepäckversicherung oder ich persönlich bin halt einfach auch kein Freund von der Handyversicherung. Ja es gibt Leute, wenn ich da Videos drüber mach, die schreiben dann Kommentare wie „Ich habe schon dreimal mein Handy kaputt gemacht und verloren ohne die wäre das jetzt über jedes Mal sehr teuer gewesen“. OK, und für viele ist natürlich auch das Handy quasi die eigene Existenz, ja. Von mir aus können wir das so drüber diskutieren, aber wenn, dann mach es halt richtig und kauf die nicht mit direkt beim Handykauf, wo du nicht weißt was alles ausgeschlossen ist an Leistung. Was haben wir noch, grundsätzlich halt einfach auch nicht nur die Versicherung per se, sondern der Leistungsumfang, also einfach auch nicht zu sagen, ich habe da ja was, ja was hast du denn? Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, ja habe ich. OK, dann heißt das nicht, dass das jetzt gut ist, wenn man da reinguckt in einem Vertrag sind 500€ abgesichert, was willst du denn damit machen? Das wird angerechnet im Zweifel dann auf irgendwelche Grundsicherung oder sonstiges damit gewinnst du nichts, gar nichts, ja, das heißt also, es geht nicht nur um die Versicherung an sich, sondern wie es die auch ausgestaltet, sodass die dann auch wirklich am Ende sinnvoll ist. Ich glaub, das sind mal so die Hauptdinge. Was interessant ist, glaube ich, dass Leute oft eher diese interessante Wahrnehmung von Risiken haben. Das sie manche Risiken, die eigentlich gar nicht so groß sind, als sehr groß wahrnehmen, ja, wie zum Beispiel diese Handyversicherung und andere Risiken halt wie Berufsunfähigkeit einfach gar nicht. Ja, das ist so dieses, weiß ich nicht, trifft mir die anderen oder so. Ja, also diese, diese Wahrnehmung, die ist sehr interessant, wenn man das mal so beobachtet, finde ich.

Katrin: Jetzt bist du seit 10 Jahren hast du gesagt, so in dem Geschäft. Wenn du sagst, 2007 hast du Ausbildung gemacht, eigentlich noch viel länger, fast 20 Jahre, wenn wir das so wollen. Wenn du jetzt an die Versicherungen und dein Versicherungsalltag von früher denkst, vs. jetzt, was hat sich so verändert? Also wir kommen wahrscheinlich von Ordnern und Strombergischen Versicherungsverhältnissen zu, jetzt ist fast alles digital.

Bastian Kunkel: Ja, fast. Ich würde sagen, fast alles digital. Also wir haben, glaube ich, als Versicherungsbranche noch einen weiten Weg vor uns. Da sind andere Branchen weit vor uns, was Digitalisierung angeht, und da haben wir noch einiges aufzuholen. Aber klar, ich war damals in der Ausbildung, war ich unterwegs mit so einem dicken Koffer und Thermodrucker, das hat sich, glaube ich, zumindest geändert, zumindest bei uns, also bei uns gibt es das nicht mehr, bei uns ist alles online, digitale Unterschrift. Es geht natürlich dadurch auch alles auch schneller, die Onlineberatung, all das hat sich natürlich hier stark verändert, wo wir auch damals Vorreiter waren, wir haben das ja schon ja 2016 im Prinzip habe ich das rudimentär angefangen, da gab es ja noch gar keine Lösungen so wirklich dafür. Was hat sich noch verändert? Ich würde sagen, durch die, wie nennt man das, Demokratisierung von Information, also, dass man einfach heutzutage in der Lage ist, ganz einfach sich zu jedem Thema, auch zu dem Versicherungsthema einfach Informationen zusammenzusuchen, hat man, wenn derjenige das möchte, halt schnell einen aufgeschlauten Kunden. Was wir gut finden, also unsere Kunden sind in der Regel aufgeschlaut, die wissen schon, wie eine BU funktioniert, die haben verstanden, dass sie eine brauchen und deshalb kommen sie zu uns. Das finde ich super, dass man jetzt diese Möglichkeit hat, sich als Verbraucher so umfänglich zu informieren. Das hat sich natürlich verändert, weil früher hättest du dafür einfach immer irgendwie einen Termin ausmachen müssen, um an diese Information irgendwie zu bekommen. Da gab es nicht wirklich was. Die Art und Weise wie man Kunden gewinnt, das glaub ich, hat sich natürlich auch noch verändert durch Social Media, wie wir das beispielsweise machen und machen können, machen dürfen. Das ist sehr cool, weil das vorher hätte ich diese Idee vor weiß ich nicht 15 Jahren gehabt, dass er da nicht funktioniert. Da gab es diese Plattform in der Form noch gar nicht. In Teilen. Genau, das wären mal so die Dinge, die mir die mir einfallen und ich hoffe, dass das noch mehr digitalisiert und mit KI durchsetzt wird. Also ich bin fest davon überzeugt, dass die Versicherungsbranche prädestiniert, dafür ist besser zu werden, indem man smarte digitale und KI-Systeme einsetzt, sei es die Schadenbearbeitung bis hin zum Kundensupport vor allem. Ich wünsche mir da sehr viel von der Branche, was ich sehe, stellt mich noch nicht so ganz zufrieden. Ich muss aber auch sagen, zumindest was ich wahrnehme, vielleicht kannst du da auch ein zwei Sätzen Sachen dazu sagen, was die Ergo da macht, ist gefühlt ein bisschen mehr als andere gefühlt. Ja, war ja auch letztes Jahr mal bei euch gewesen und dann hat man so ein paar Sachen angeschaut und Ergo GPT und was es alles gibt, ja. Also, da ist glaub ich noch Luft nach oben und da wünsch ich mir einfach, dass die Branche diese Chance nutzt, die ihr hier gegeben wurde.

Katrin: Und du hast gerade auch die KI angesprochen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das langfristig zumindest diese oberflächlichen Anfragen, die ja oft gestellt werden, ersetzt, aber da müssen so KI Bots, zumindest die, die in den Kundensystemen arbeiten. Die müssen nochmal deutlich besser werden, weil wenn der deine Frage 20 mal falsch versteht und bis man es dann schafft zu einem Mitarbeitenden durchgestellt zu werden. Das ist ein kompletter Albtraum.

Bastian Kunkel: Ja, genau das ist nämlich ein negatives Kundenerlebnis, das heißt nur KI drauf kippen, das funktioniert nicht, sondern das Erlebnis muss dann auch besser sein als das Erlebnis vorher. Ja klar, da muss man dann dran arbeiten und wie man die Daten, die man halt hat, die haben ja Versicherer, haben ja ganz viele Daten, also die sind ja eigentlich da, die sind wahrscheinlich im Zweifel halt noch nicht so strukturiert, dass ein LLM damit auch arbeiten kann oder dass dann auch so verarbeiten kann, dass sinnvolle Antworten dabei rauskommen, aber das wird auch irgendwie funktionieren. Da wird man Lösungen finden, da muss man Lösungen finden, weil sie auch klar, die Versicherer, jetzt mal vielleicht als Ausblick in meinem Kopf tiefer, sicherer, die das schaffen, die werden ja nicht nur ein viel besseres Kundenerlebnis schaffen. Die werden ja ungemein viel an Kosten einsparen und dadurch werden sie wettbewerbsfähiger werden als der Rest des Marktes und in einem Markt, der sich so schnell entwickelt, glaube ich, werden dann die Abstände plötzlich sehr schnell sehr groß, wo man dann sich dann plötzlich fragen muss als Versicherer, oh Moment, wo bin ich denn jetzt noch? Ja jetzt, jetzt komme ich nicht mehr hinterher. Glaube ich dass, dass man da sehr aufpassen muss. Glaubst du auch, ja? Das sind alles nur Annahmen. Ich hab ich hab keine Ahnung, ja, am Ende des Tages wie das kommt, aber mein Bauchgefühl sagt mir und auch meine eigene Erfahrung, das ist jetzt nicht so weit hergeholt.

Katrin: Wir hatten jetzt ja schon diese ganze Informationsflut, du hast ja gemeint wir sitzen uns mal eine halbe Stunde hin und arbeiten uns so ein bisschen in das Thema ein. Aber wie erkenne ich denn seriöse Informationen, weil es ist halt wahnsinnig viel.

Bastian Kunkel: Ja, also auch da wieder, würde ich sagen, wenn man will schafft man das, wenn man möchte, findet man heraus, was ist seriös und was ist nicht seriös. Wenn man das jetzt einfach nur nebenbei, oberflächlich irgendwie so macht und sagt, Boah, Hauptsache das Thema ist erledigt. Dann wird es schwierig, beispielsweise du siehst ein Video von uns. Hast uns noch nie vorher gesehen so „Versicherung mit Kopf was ist denn das für ein Laden?“ Keine Ahnung, ja. Dann klick halt jetzt nicht wild erstmal irgendwo weiß ich nicht Termin buchen darfst du natürlich gerne machen, weil ich weiß dann hast du eine gute Entscheidung getroffen, aber guck doch erst mal was, was haben die für Bewertungen, wie sieht denn deren Webseite aus, was erzählen andere über die, haben die irgendwo eine externe Präsenz, werden die von anderen, sag ich mal, vertrauenswürdigen Quellen erwähnt und so weiter und sofort. Und dann kannst oder dann frag mal im Freundeskreis, Hey, kennst du die hast mit denen schon was gemacht oder so und dann hast du sehr schnell Informationen gesammelt, die im besten Fall bestätigen, dass du da wahrscheinlich gut aufgehoben bist. Das heißt, das ist relativ einfach möglich meiner Meinung nach, wenn man auch im gewillt ist, diese Zeit hier kurz zu investieren und auf der anderen Seite, wenn man da halt irgendein, ich sag jetzt mal random Videos sieht von einem Typen, der der halt erzählt, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung da sinnlos ist, weil wenn du nicht berufsunfähig wirst, dann hast du ja das Geld zum Fenster rausgeschmissen und du guckst halt mal das Profil an und siehst, Ok, die Person macht halt normalerweise Beauty Content, hat keine fachliche Qualifikation, also wieviel Wert solltest du dann auf diese Aussage geben. Problem hierbei: Die schmeckt dir natürlich sehr gut, diese Aussage, weil das willst du natürlich hören, dass du die BU nicht brauchst, weil das kostet ja auch Geld. Das heißt, im Zweifel bist du halt geneigt nicht zu überprüfen, ob du das jetzt glauben solltest, sondern bist eher geneigt das zu glauben, weil du diesen confirmation bias hast. Ja, das heißt, du willst nur das hören, was dein eigenes Weltbild bestätigt und das ist natürlich ein Problem. Und auch da sind wir wieder bei dem, was ich eingangs erwähnt hab. Also, bei solchen Personen ist es schwierig durchzudringen. Die müssen das für sich selbst erkennen, dass das vielleicht nicht so smart ist und man halt nicht unbedingt das immer annehmen sollte, was am bequemsten ist oder dem eigenen Weltbild entspricht, sondern eher das, was halt die Fakten sagen.

Katrin: Gerade auch wenn man in so Beratungsgesprächen ist. Man merkt finde ich relativ schnell, ob das Gegenüber einem jetzt wirklich nur was verkaufen will oder sich auch wirklich anhört, wo sind denn hier Lücken, was brauche ich abgedeckt, wo brauche ich Hilfe und wo bin ich vielleicht schon gut versichert.

Bastian Kunkel: Ja, ja genau. Und übrigens Hilfe annehmen, ja das ist vielleicht so der nächste Punkt macht das. Dafür sind wir ja da, also dafür sind die echten Experten da, die auch den Kunden in den Fokus stellen und da haben wir natürlich das nächste Thema. Ja Moment, der wird mich doch eh nur über den Tisch ziehen, weil der wird ja nur seine Provision im Fokus haben und nicht mich. Ja habe ich mal gehört und kenn da auch jemanden und bla bla bla das ist natürlich das nächste Thema. Da ist es dann halt wichtig auf der Versicherungsvermittlerseite dieses Vertrauen zu erzeugen, dass der Kunde dann halt sieht, denen kann ich vertrauen, die haben mich im Fokus. Das ist dann unser Job, um dann die Leute da abzuholen und die dann halt nicht irgendwie selbst dazu zu verleiten im Internet irgendwas abzuschließen, wo sie gar nicht wissen, was sie da gemacht haben. Und im Zweifel dann halt ein Versicherungsschutz haben, der dann vielleicht doch nicht so gut passt.

Katrin: Würdest du sagen die Möglichkeit, online und digital und sowas abzuschließen, senkt so ein bisschen die Hemmschwelle, sich zu versichern.

Bastian Kunkel: Ja, es senkt die Hemmschwelle, sich zu versichern. Das würde ich schon sagen. Es gibt vermutlich gar nicht mal so wenige Leute. Vor allem jüngere Menschen. Die wollen einfach gar nicht mehr mit einem Menschen sprechen. Das haben wir bei uns auch noch nicht so ganz greifen können und wir wissen auch nicht so ganz genau, was wir mit diesen Leuten machen, aber die gibt's. Ich hatte eine Erfahrung gehabt mal, das war in Berlin. Der war auch Anfang 20, da war ein Wickler. Und dann haben wir da drüber gesprochen. Und dann sagt er so: „Ach, da muss ich meinen Termin buchen?“ Ich meinte ja, klar oder so. Und er sagt so: „Boah, habe ich gar kein Bock drauf“. Ich so: „Okay. Interessant“. Wie würdest du es denn machen? Ja, irgendwie so online halt, oder keine Ahnung irgendwie anders. Aber da war wirklich so dieses Ding würde ich schon machen, aber Menschen, gar kein Bock. Also, das ist auch interessant, das ist kein Generation Bashing oder so ne, ich weiß jetzt nicht welche Generation du genau bist, aber ich bin auch nur die Generation, ich weiß, dass ein Telefon auch telefonieren kann, ja, also damit kann man Menschen anrufen und kann in 5 Minuten eine Sache klären und muss nicht eine halbe Stunde WhatsApp hin und her schreiben. Es gibt aber Menschen, die schreiben ne halbe Stunde WhatsApp hin und her. Das ist denen lieber, als irgendwie kurz anzurufen. Und für die dann auch irgendwie ein Angebot zu schaffen ist wahrscheinlich gar nicht so verkehrt. Auch wenn ich das jetzt in meiner Welt Null nachvollziehen kann, muss ich aber auch nicht. Mein Blick auf die Welt ist ja nur meine ja und wichtig ist, Lösungen zu schaffen für die Menschen da draußen, die das möglicherweise halt anders haben möchten. Auch wenn ich der Meinung bin, dass das totaler Käse ist. Ja, genau deshalb online abschließen, online Beratungsstrecken online weiß ich nicht KI gestützte Online-Abschlüsse. Klar also, da wird die Reise hingehen, das haben wir ja jetzt schon bei einfacheren Produkten und wenn das am Ende sauber laufen kann und der Kunde danach auch wirklich weiß, ich habe hier was Gutes, klar, warum nicht.

Katrin: Wenn dir das Gehörte nochmal zusammenfassen, bleibt eigentlich die zentrale Frage, wie ernst nimmst du deine finanzielle Absicherung wirklich? Und genau daraus lassen sich ein paar einfache, aber wichtige Learnings ableiten. Erstens: Wissen schlägt Bauchgefühl. Versicherungen sind kein Ratespiel. Wer sich kurz informiert, trifft bessere Entscheidungen als jemand, der alles aufschiebt. Zweitens: Nicht alles fass ich an, sondern das Richtige. Ein Handy ist grundsätzlich ersetzbar, die eigene Arbeitskraft nicht. Große Risiken zuerst, Kleinkram zuletzt. Drittens: Vertrauen entsteht nicht erst im Schadensfall. Gute Beratung erkennt man nicht an großen Versprechen, sondern daran, dass Dinge verständlich erklärt werden und Zeit für Fragen da ist. Viertens: Digital heißt nicht automatisch sorglos. Online abschließen kann praktisch sein und es kann viel Zeit sparen, aber nur, wenn man auch versteht, was man da anklickt. Bequemlichkeit ersetzt keine Verantwortung. Fünftens: Vorsorge ist kein Verkaufsargument, sie ist Selbstschutz. Und Absicherung ist kein Zeichen von Angst, sondern davon, dass man eben vorausdenkt. Wenn du nach dieser Folge denkst, ok, macht Sinn, das Thema Absicherung habe ich lange genug vor mir hergeschoben und jetzt gehe ich es an, dann lohnt sich ein Blick auf die Angebote von Ergo. Die Privathaftpflicht schützt dich vor Schäden, die schnell richtig teuer werden können. Mit der Zahnzusatzversicherung sicherst du dir Leistungen ab, die von der gesetzlichen Krankenkasse oft nicht übernommen werden. Eine Auslandskrankenversicherung sorgt dafür, dass Krankheit im Urlaub nicht gleich zum finanziellen Abenteuer wird und mit der Hausratversicherung ist das abgesichert, was du dir über Jahre aufgebaut hast. Das Prinzip ist einfach. Infos anschauen, Beitrag berechnen, online abschließen und im Fall der Fälle nicht allein dastehen. Alle Infos und die direkten Links zu den Ergo Produkten findest du wie immer in den Shownotes. das war Lifehacks. Wenn dir die Folge gefallen hat, abonnier uns und empfehle uns gerne weiter.

Versicherungen sind wichtig, weil sie finanzielle Sicherheit bieten und vor unvorhergesehenen Ereignissen schützen. Sie helfen, die Folgen von Schäden, Krankheiten oder Unfällen abzufedern. Wichtige Versicherungen sind die private Haftpflichtversicherung, die Schäden an Dritten abdeckt; die Hausratversicherung, die das Eigentum in der Wohnung schützt; die Auslandskrankenversicherung, die medizinische Kosten im Ausland übernimmt; und die Zahnzusatzversicherung, die zusätzliche Kosten für zahnärztliche Behandlungen abdeckt. Diese Versicherungen sorgen dafür, dass man in verschiedenen Lebenslagen gut abgesichert ist.

*Dieses Transkript kann leicht von der Podcast Folge abweichen.