Kfz-Versicherung für Fahranfänger

Gut versichert – aber günstig!

Als Führerscheinneuling können Sie sich und Ihr Auto meist noch schlecht einschätzen. Ihr Unfallrisiko ist deshalb sehr groß – zumindest statistisch betrachtet. Daher müssen Sie anfangs hohe Versicherungsbeiträge zahlen. Die genaue Höhe Ihres Beitrags hängt davon ab, wie lange Sie unfallfrei fahren. Außerdem spielen der Wert und der Zustand Ihres Autos eine entscheidende Rolle.

Wir erklären Ihnen mit nützlichen Tipps, worauf Sie als Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung achten sollten. Und wir verraten, wie Sie sparen können. Hier erfahren Sie, dass:

  • Die Schadenfreiheitsklasse von den unfallfrei gefahrenen Jahren abhängt.
  • Sich eine Teil- oder Vollkasko in der Regel nur bei neueren Autos lohnt.
  • Sie den Zweitwagen Ihrer Eltern auf sich versichern lassen können.

Was sind Schadenfreiheitsklassen?

Versicherungen berechnen die Beitragshöhe anhand von Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen). Ihre Schadenfreiheitsklasse hängt davon ab, wie viele Jahre Sie bereits unfallfrei unterwegs sind. Als Fahranfänger fangen Sie mit Stufe 0 an und steigen dann mit jedem unfallfreien Jahr weiter auf, bis maximal Stufe 35. Die Schadenfreiheitsklasse sagt also direkt aus, wie viele Jahre Sie bereits ohne Unfall gefahren sind.

Mit steigender Schadenfreiheitsklasse verringern sich die Kosten für Ihre Kfz-Versicherung. In den ersten Jahren sinkt der Beitrag noch schnell ab, später dann langsamer. Mit Stufe 0 bezahlen Sie die höchsten Versicherungsbeiträge. Doch bereits nach einem unfallfreien Jahr sinken diese um ca. 30 %. Jede Versicherung legt unterschiedliche Beitragssätze für die verschiedenen Schadenfreiheitsklassen fest.

Wenn Sie einen Schaden verursachen und von Ihrer Versicherung regulieren lassen, werden Sie in der SF-Klasse wieder zurückgestuft. Wie weit Sie jeweils absteigen, hängt von den vertraglichen Bestimmungen Ihrer Versicherung und der Höhe des Schadens ab.

Auch wenn Sie als Fahranfänger zu Beginn mehr zahlen, werden Sie sehr schnell mit Rabatten belohnt, wenn Sie vorsichtig unterwegs sind.

Fahranfänger Versicherung Einflussfaktoren

Kaskoversicherung – sinnvoll oder nicht?

Die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Teil- und Vollkaskoversicherung sind dagegen freiwillig und zusätzlich.

Eine Haftpflichtversicherung deckt nur den Schaden ab, den Sie bei anderen verursachen. Das heißt: Ihre Haftpflichtversicherung übernimmt sämtliche Sach-, Personen- und Vermögensschäden, die Sie beim normalen Gebrauch Ihres Fahrzeugs verursachen. Also beim Fahren, Ein- und Aussteigen, Be- und Entladen, Tanken. Von Ihnen verursachte Schäden am eigenen Auto sind dagegen nicht versichert.

Die gesetzlich vorgeschriebene Deckungssumme der Haftpflichtversicherung beträgt 7,5 Mio. €. Allerdings decken die meisten Versicherer standardmäßig 100 Mio. € ab. Das bedeutet, dass die Versicherung im Schadenfall für alle Kosten bis 100 Mio. € aufkommt. Das klingt sehr hoch, ist aber realistisch. Denn die Folgekosten eines Unfalls können schnell in die Höhe schießen. Z. B. bei gesundheitlichen Langzeitschäden oder Unfällen mit mehreren Fahrzeugen.

Eine Teilkaskoversicherung deckt Schäden durch Fremdeinwirkung ab, also z. B. durch Diebstahl oder einen Wildunfall. Die Vollkaskoversicherung übernimmt bei einem von Ihnen selbst verursachten Unfall auch die Schäden an Ihrem eigenen Auto.

Die Kosten für eine Teilkaskoversicherung sind unabhängig von der Schadenfreiheitsklasse. Die Teilkasko deckt über die Haftpflicht hinaus folgende Schäden ab:

  • Diebstahl, Glasbruch, Kurzschluss
  • Brand, Explosionen, Hagel, Überschwemmungen
  • Zusammenstöße mit Haarwild (das sind Wildschweine, Rehe, Füchse, Hasen usw.)

Der Abschluss einer Teilkasko lohnt sich, wenn:

  • Ihr Auto zwischen 5 und 10 Jahre alt ist
  • Der Restwert Ihres Autos höher als der Versicherungsbeitrag für ein bis 2 Jahre ist
  • Sie besonders auf Ihr Auto angewiesen sind

Eine Vollkasko lohnt sich nur, wenn das Auto jünger als 5 Jahre ist oder immer noch einen hohen Restwert hat. In der Vollkasko ist die Teilkaskoversicherung selbstverständlich enthalten. Dazu kommen:

  • Selbst verschuldete Schäden am eigenen Auto
  • Schäden nach Unfallflucht
  • Vandalismus

Fahranfänger? Trotzdem sparen!

Es gibt viele Wege, um nach der Führerscheinprüfung nicht mit der teuren Schadenfreiheitsklasse 0 einzusteigen. Neben der Versicherung über die Eltern spart Ihnen auch das Begleitete Fahren mit 17 viel Geld. Außerdem ist die Wahl des ersten eigenen Autos entscheidend.

Versicherung als Zweitwagen der Eltern

Meist ist die Versicherung Ihres Autos als Zweitwagen der Eltern oder anderer Verwandter die günstigste Variante. Sie als Fahranfänger werden dann nur als Fahrer des Fahrzeugs eingetragen, aber nicht als Halter. Die Papiere sind also nicht auf den Fahranfänger ausgestellt.  

Die Versicherungen stufen einen Zweitwagen mindestens in die Schadenfreiheitsklasse 1/2 ein. Das entspricht normalerweise einem Rabatt von 16 bis 28 % des vollen Tarifs. Da die Eltern durch höhere Vermögensrücklagen bessere Tarife bekommen, kann der Zweitwagen unter Umständen sogar noch günstiger eingestuft werden.

Noch ein Vorteil: Wenn Sie als Fahranfänger mit dem Zweitwagen Ihrer Eltern einen Schaden verursachen, wird nur der Zweitwagen zurückgestuft. Die Schadenfreiheitsklasse des Erstwagens Ihrer Eltern wird davon nicht beeinflusst.

Schadenfreiheitsklasse übernehmen

Sehr praktisch: Wollen Sie Ihr Auto nach einigen Jahren selbst versichern, können Sie den Schadenfreiheitsrabatt des Zweitwagens mitnehmen. Damit starten Sie in der eigenen Versicherung nicht wieder bei SF-Klasse 0. Egal, für welches Versicherungsunternehmen Sie sich entscheiden. Voraussetzung: Ihre Eltern stimmen schriftlich zu.

Ein Familienmitglied (auch Großeltern, Onkel oder Tante) meldet demnächst ein Fahrzeug ab oder hat es in den letzten 6 Monaten abgemeldet? Glück für Sie! Denn Sie können sich seine Schadenfreiheitsstufe anrechnen lassen. Dafür bieten sich besonders Großeltern an, die nicht mehr selbst fahren wollen. Denn der, dessen Rabatt Sie übernehmen, fällt danach auf SF-Klasse 0 zurück.

Achtung: Sie können sich nur so viele Schadenfreiheitsjahre anrechnen lassen, wie Sie selbst in der Zeit gesammelt hätten. Sind Sie also beispielsweise 20 Jahre alt, können Sie sich maximal 2 Schadenfreiheitsjahre anrechnen lassen (3 Jahre beim Führerschein mit 17).

Hatten Ihre Eltern oder Sie selbst ein Motorrad oder einen Roller mit einem Hubraum ab 50 ccm, können Sie auch davon den Schadenfreiheitsrabatt übertragen lassen.

Fahranfänger Versicherung

Begleitetes Fahren mit 17

Statistisch gesehen verursachen diejenigen Fahranfänger weniger Unfälle, die durch Begleitetes Fahren mit 17 Jahren ihren Führerschein gemacht haben. Das sind heute übrigens fast die Hälfte der Fahrschüler. Die Versicherung bewertet das positiv.

Gegenüber dem Fahrbeginn mit 18 sparen Sie bereits im ersten Jahr des Begleiteten Fahrens bis zu 31 % des Versicherungsbeitrags. Versichern Sie nach einem Jahr Begleitetem Fahren Ihr eigenes Auto, sparen sie wiederum bis zu 20 % gegenüber jemandem, der erst mit 18 den Führerschein macht und sich mit 19 selbst versichert.

Wahl des Autos für Fahranfänger

Versicherungen stufen Autos, die typisch für junge Fahrer sind, höher ein. Der Grund: Die Fahranfänger verursachen mit diesen Autos statistisch gesehen häufiger Schäden. Informieren Sie sich daher schon vor dem Autokauf, welches Fahrzeug als Autotyp günstiger eingestuft wird. Teure Fahranfängermodelle sind z. B. VW Golf, Opel Corsa und 3er BMW.

Die Einstufung Ihres persönlichen Wunschautos können Sie online abfragen, z. B. auf Autoampel.

Weitere Einflussfaktoren auf die Versicherungskosten

Den Endpreis der Versicherungsrate beeinflussen noch weitere Faktoren:

  • Ihr Wohnort mit seinen Straßenbedingungen und seiner Verkehrsdichte
  • Die gefahrenen Kilometer pro Jahr
  • Die Anzahl der Fahrer und deren Alter
  • Der Stellplatz des Fahrzeugs (Garage oder Straße)

Der Beitragssatz der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung hängt zudem davon ab, wie viel Selbstbeteiligung Sie im Schadenfall aufbringen wollen. Die Selbstbeteiligung ist die Summe, die Sie selbst beisteuern müssen, wenn Sie die Kaskoversicherung in Anspruch nehmen. Die Höhe der Selbstbeteiligung ist frei wählbar. Üblich sind Summen von 150 € bei einer Teilkaskoversicherung und 300 € bei einer Vollkaskoversicherung.

Fazit:

Um als Fahranfänger bei der Versicherung nicht mit den vollen 100 % des Beitrags einzusteigen, sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Wählen Sie ein günstig eingestuftes Auto.
  • Machen Sie den Führerschein am besten schon mit 17 Jahren. Denn die Versicherung belohnt das extra Jahr an Erfahrung mit Rabatten.
  • Fragen Sie Ihre Verwandten, wer in den letzten 6 Monaten ein Fahrzeug abgemeldet hat. Vielleicht können Sie den Schadenfreiheitsrabatt übernehmen.
  • Im ersten Jahr nach der Führerscheinprüfung ist die Versicherung des Fahrzeugs als Zweitwagen der Eltern besonders günstig.

Egal, wofür Sie sich entscheiden – fahren Sie vorsichtig, und es wird sich auszahlen!

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