Grauer Star: Ursache, Symptome und Behandlung

Katarakt-OP & Co.

Die Augenerkrankung äußert sich in einer Trübung der Augenlinse. Diese lässt sich nur mit einer Katarakt-OP behandeln.

Grauer Star: Ursache, Symptome und Behandlung

Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine meist altersbedingte Augenerkrankung. Durch die Trübung der Augenlinse lässt langfristig das Sehvermögen nach. Der graue Star ist gut behandelbar, muss aber operativ therapiert werden.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Grauer Star verursacht eine Trübung der Augenlinse, was langfristig das Sehvermögen der Betroffenen beeinträchtigt.
  • Die einzig wirksame Behandlungsmöglichkeit ist eine Katarakt-OP. Dabei wird die trübe Linse durch eine künstliche ersetzt.
  • Einen Schutz vor der Erkrankung gibt es nicht.
  • Im Spätstadium führt der graue Star ohne Behandlung zur Erblindung.

Was ist grauer Star?

Bei der Augenerkrankung grauer Star handelt es sich um die Eintrübung der normalerweise klaren Augenlinse. Dadurch reduziert sich die Durchlässigkeit für Lichtstrahlen. Betroffene haben eine verschwommene Sicht. Feine Details können sie nicht mehr klar sehen.

Woher kommt der Begriff „grauer Star“?

Durch die Eintrübung wirkt die Pupille in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung grau. Zudem führte die Erblindung früher zu einem starren Blick der Betroffenen. Früher nahm man an, dass geronnene Flüssigkeit im Auge die Trübung der Linse verursacht. Die sehr stark getrübte Linse ist weiß gefärbt, was an die weiße Gischt eines Wasserfalls erinnert. Daher die Bezeichnung Katarakt, die aus dem Griechischen stammt und Wasserfall bedeutet.

Grauer Star: Symptome

Grauer Star äußert sich durch eine Veränderung der Sehkraft. Je nachdem, in welchem Bereich der Linse die Trübung hauptsächlich auftritt, kann es sowohl zu Kurz- als auch zu Weitsichtigkeit kommen. Der Prozess ist schleichend und schmerzfrei. Betroffene nehmen diese veränderte Sehkraft nicht immer sofort wahr. Doch auch ein rascher Verlust des Sehvermögens ist möglich. Zu den charakteristischen Symptomen zählen:

  • Schleiersehen (gräuliche bzw. milchige Sicht)
  • Kontrastverlust
  • Verblassende Farben
  • Verschlechterung der räumlichen Wahrnehmung
  • Lichtempfindlichkeit
  • Schlechte Hell-Dunkel-Anpassung
  • Sehverschlechterung in der Nähe bzw. Ferne
  • Doppelbilder

Häufig führt die eingeschränkte Sicht zu einer Unsicherheit im Straßenverkehr.

Grauer Star: Ursachen und Risikofaktoren

Die Augenlinse altert genauso individuell wie z. B. Haut und Haare. Meist tritt die Krankheit ab dem 50. Lebensjahr auf. 70 % der Betroffenen werden zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr operiert. Aber auch folgende Faktoren können die Entwicklung eines grauen Stars begünstigen:

  • Trauma: Auch Jahrzehnte nach einem Schlag aufs Auge kann eine Katarakt auftreten
  • Chemo- und Bestrahlungstherapien
  • Diabetes
  • Bestimmte Medikamente, z. B. lange Einnahme von Cortison
  • Gefäßverschlüsse, z. B. verengte Halsschlagader
  • Augenverletzungen
  • Alkoholkonsum

Kann ich grauem Star vorbeugen?

Einen Schutz vor der Erkrankung gibt es nicht. Vorbeugend können Risikofaktoren minimiert werden, indem mit einer gesunden Lebensweise auch die Gesundheit der Augen unterstützt wird. Eine UV-schützende Sonnenbrille ist ebenso ratsam wie der Verzicht auf Zigaretten und der größere Mengen Alkohol.

Ist der graue Star einmal ausgebrochen, kann er sich nicht selbstständig wieder zurückbilden. Die einzige effektive Behandlung ist die Katarakt-OP.

Grauer Star: Untersuchung

Die Erkrankung lässt sich bereits vor dem Eintreten der ersten Symptome durch eine augenärztliche Untersuchung diagnostizieren. Dafür wird das Auge zunächst mit Augentropfen behandelt, die die Pupillenöffnung erweitern. Dann nutzt der Augenarzt eine Spaltlampe, durch die er das äußere Auge und die Linse mikroskopisch betrachten kann. Liegt ein grauer Star vor, kann der Augenarzt die Krankheit in das richtige Stadium einordnen.

In einem fortgeschrittenen Stadium kann der Arzt den grauen Star auch ohne eine solche Untersuchung erkennen. Für die Diagnosestellung sowie den Ausschluss anderer Augenkrankheiten ist die Untersuchung dennoch zwingend notwendig. 

Gut zu wissen: Auffälligkeiten, die auf eine Augenerkrankung hinweisen, können auch Optiker in verschiedenen Screeningtests erkennen. Doch sie sind nicht dazu berechtigt, eine Diagnose zu stellen. Dazu müssen sie an den Augenarzt verweisen.
Gut zu wissen: Auffälligkeiten, die auf eine Augenerkrankung hinweisen, können auch Optiker in verschiedenen Screeningtests erkennen. Doch sie sind nicht dazu berechtigt, eine Diagnose zu stellen. Dazu müssen sie an den Augenarzt verweisen.

Die Stadien des grauen Stars

Beim grauen Star gibt es 4 verschiedene Stadien:

1. Beginnende Katarakt
Das erste Stadium wird von den Betroffenen selbst selten wahrgenommen. Sehqualität und -stärke sind noch gut bis angemessen.

2. Fortschreitende Katarakt
Erste Symptome des grauen Stars treten auf, die Umwelt wird kontrastloser wahrgenommen. In diesem Stadium empfehlen Ärzte meist die Operation.

3. Reife Katarakt
Die getrübte Augenlinse ist in diesem Stadium auch für andere sichtbar. Eine Operation sollte umgehend stattfinden.

4. Katarakt im Spätstadium
Der Patient erblindet fast. Durch das Aufquellen der Linse steigt der Augeninnendruck, was ein Glaukom ("grüner Star") nach sich ziehen kann.

Grauer-Star-Behandlung: Operation

Die einzige Behandlungsoption des grauen Stars ist die Operation. Zwar gleichen Sehhilfen die Sehprobleme im Anfangsstadium aus, sie können aber nicht dauerhaft helfen. Eine medikamentöse Therapie gibt es nicht.

Wie wird die Katarakt-OP durchgeführt?

Bei der Katarakt-OP wird die trübe Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Dabei wird zu Beginn ein kleiner Schnitt am Hornhautrand gesetzt, um die Membran zu öffnen, die die Linse schützt. Per Ultraschall werden der Kern und die Rinde der Linse zerkleinert und schließlich abgesaugt. Anschließend wird die künstliche Linse platziert. Nähte sind meistens nicht nötig, da die Schnitte minimalinvasiv gesetzt werden und sich selbst schließen.

Alternativ bieten manche Ärzte auch Laseroperationen an, bei denen mithilfe eines Lasers geschnitten und die Linse verkleinert wird.

Schon zur Vorbereitung werden schmerzstillende Augentropfen verabreicht. Während des Eingriffs erhält der Patient eine Kurznarkose mit einer lokalen Betäubung, um unnötigen Stress zu vermeiden. Während der Dämmerschlafphase überwacht ein Anästhesist den Patienten.

Die Katarakt-OP wird ambulant durchgeführt und dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Wenige Stunden nach der OP kann der Patient wieder nach Hause. Am Tag der Operation wird das Auge mit einer lichtundurchlässigen Augenklappe verdeckt, die am Folgetag bei der Kontrolluntersuchung entfernt wird.

Laser oder Ultraschall?

Der Ultraschall-Eingriff ist ein Standardverfahren in der Chirurgie. Seit einigen Jahren kann der Eingriff auch mithilfe eines Lasers durchgeführt werden. Dazu wird mit einem Femtosekunden-Laser die Linse zerkleinert. Häufig wird dieser Eingriff als besonders präzise und schonend bezeichnet. Ob die Laseroperation wirklich Vorteile gegenüber dem klassischen Eingriff aufweist, ist noch nicht hinreichend belegt.

Achtung: Bei gesetzlich Versicherten zahlt die Krankenkasse die Laser-OP i. d. R. nicht. Privatversicherte können oft Teilkosten über ihre Versicherung abrechnen.

Was kostet eine Katarakt-OP?

Die Kosten für den Eingriff betragen je nach Linsenart und Behandlung 1.800 bis 3.000 € pro Auge. Die Grauer-Star-OP wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten allerdings nur dann komplett, wenn eine Einstärkenlinse eingesetzt wird. Linsen, die z. B. eine Hornhautverkrümmung ausgleichen, sind teurer. So entstehende Zusatzkosten muss der Betroffene selbst tragen. Ebenso Zusatzleistungen wie z. B. gewisse Voruntersuchungen oder Blaufilter-Linsen.

Tipp: Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt über mögliche Eigenleistungen, damit Sie die Kosten einschätzen können.

Vorbereitung auf die Katarakt-Operation

Vor der Operation werden die Augen genau untersucht. Die Sehschärfe wird bestimmt, die Brillenwerte und die Brechkraft der Augen werden gemessen sowie der Augendruck ermittelt. Auch bei erweiterter Pupille werden augenärztliche Untersuchungen durchgeführt.

Zur exakten Berechnung der Kunstlinse wird eine Augenlängenvermessung durchgeführt. Ebenso reduziert eine Oberflächenanalyse der Hornhaut das Risiko einer Hornhautverkrümmung. Einige Tage vor der OP wird das Auge i. d. R. mit entzündungshemmenden Augentropfen versorgt.

Achtung: Nicht alle Voruntersuchungen werden von der Krankenkasse übernommen. Erkundigen Sie sich besser vorher.

Allgemeinmedizinische Untersuchungen

Wie vor jedem Eingriff werden auch bei einer Grauer-Star-OP allgemeinmedizinische Untersuchungen durchgeführt. Dazu zählen die Blutdruckmessung, ein EKG, das Abhören von Herz und Lunge sowie eine Blutuntersuchung. Die Krankheitsvorgeschichte und die Einnahme von Medikamenten werden ebenfalls thematisiert.

Vorbereitung am Tag des Eingriffs

Am besten tragen Sie am Tag des Eingriffs bequeme Kleidung. Verzichten Sie auf Schmuck, Make-up und Hautpflegeprodukte. Da Haarnadeln oder Haargummis Druckstellen verursachen können, sollten sie während der OP keine tragen.

Grauer-Star-OP: Verhalten nach dem Eingriff

Wie bei jedem Eingriff unter Narkose gilt: Fahren Sie nach der Operation nicht alleine nach Hause und bleiben Sie in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff nicht alleine. Aktivitäten wie Fernsehen, Lesen, Spazieren gehen und leichte Hausarbeiten sind sofort möglich.

Auch Duschen und Haare waschen sind kein Problem. Achten Sie dabei aber in den ersten 2 Wochen darauf, dass kein Wasser, Shampoo oder Seife ins Auge gelangt. Verzichten Sie außerdem in den ersten 4 bis 5 Wochen auf kosmetische Produkte.

Schützen Sie in der Nacht Ihre Augen durch einen Verband oder eine Augenklappe, damit Sie sich nicht unbewusst die Augen reiben. Schlafen Sie idealerweise nicht auf der operierten Seite.

Erst eine Woche nach dem Eingriff dürfen Sie wieder Auto fahren. Vorausgesetzt, Sie fühlen sich im Straßenverkehr sicher und erreichen eine Sehkraft von 70 %.

Übrigens: Prinzipiell ist das Tragen von Kontaktlinsen nach dem Abheilen möglich, aber nur noch selten notwendig.

Nach der Katarakt-OP: Verlauf und Prognose

Nach der Katarakt-OP ist mit einigen Begleiterscheinungen zu rechnen: In den ersten Tagen ist die Sicht noch etwas verschwommen, doch das bessert sich schnell. Sehschwankungen sind üblich und auf den Heilungsprozess zurückzuführen. Denn die künstliche Linse muss erst ihren Platz im Auge einnehmen.

Zudem kann ein leichtes Druckgefühl auftreten. Eine Rötung des Auges und ein Fremdkörpergefühl sind normal. Auch eine Tränen- und Schleimsekretion sind nicht unüblich. Wann die maximale Sehschärfe wieder erreicht ist, variiert je nach Linsentyp und individuellen Faktoren.

2 Wochen nach der Operation ist mit keinen körperlichen Einschränkungen mehr zu rechnen. Der komplette Heilungsprozess dauert üblicherweise 4 bis 6 Wochen.

Häufigste Komplikation: Nachstar

Die Katarakt-OP ist ein Routineeingriff. Komplikationen treten selten auf. Eine mögliche Komplikation ist der Nachstar. Dieser äußert sich mit ähnlichen Symptomen wie der graue Star. Hauptbeschwerde ist eine wiederholte Verminderung der Sehkraft und eine hohe Blendempflindlichkeit.

Beim Nachstar trübt sich die im Auge belassene Linsenkapsel. Das lässt sich mithilfe eines kleinen Lasereingriffs schnell beheben. Der Eingriff ist schmerzfrei und meist erfolgreich.

Wie ist Prognose nach einer Katarakt-OP?

Gut zu wissen: Nach der Operation ist der Patient vom grauen Star vollständig genesen. Die Krankheit kann nicht wieder auftreten. Die Kunstlinse, die meist aus Silikon oder Acryl besteht, muss nicht ausgetauscht werden. Sie ist ein Leben lang haltbar.

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