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Wie schädlich sind Amalgamfüllungen?

Zahnfüllung mit Risiko

Amalgam war lange Zeit Standard in der Zahnmedizin. Seit dem 1. Januar 2025 sind Amalgamfüllungen in Deutschland allerdings verboten.

Ein Arzt bespricht ein Röntgenbild von einem Gebiss mit einer Patientin.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Amalgamfüllungen gelten als besonders stabil und langlebig. Allerdings enthält Amalgam rund 50 % Quecksilber, ein giftiges Schwermetall, das gesundheitlich bedenklich sein kann.
  • Seit dem 1. Januar 2025 ist die Verwendung von Dentalamalgam in der EU verboten. Viele Menschen tragen noch alte Amalgamfüllungen. Sind diese intakt, müssen sie nicht entfernt werden.
  • Als Alternative zu Amalgamfüllungen werden Zahnfüllungen aus Kunststoff sowie hochwertige Keramik-Füllungen verwendet. Diese sind z. T. mit Zusatzkosten verbunden.

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Wie gefährlich sind Amalgamfüllungen?

Amalgam gilt als preisgünstig, lange haltbar und widerstandsfähig. Daher waren Amalgamfüllungen in der Zahnmedizin lange Zeit der Standard für Zahnfüllungen. Allerdings besteht Amalgam zu rund 50 % aus Quecksilber, einem giftigen Schwermetall. Wird es im Körper freigesetzt, können schon geringe Mengen gesundheitlich bedenklich sein. Aus diesem Grund wird Amalgam bereits seit 2018 nicht bei Kindern unter 15 Jahren, Schwangeren und Stillenden verwendet. Seit dem 1. Januar 2025 dürfen in der EU grundsätzlich keine neuen Amalgamfüllungen mehr eingesetzt werden. Viele Menschen in Deutschland haben aber noch alte Zahnfüllungen aus Amalgam.

Eine junge Frau hält fröhlich lächelnd die Zeigefinger an die Wangen.

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Wichtige Info

Was ist Amalgam?

Seit dem 1. Januar 2025 ist es in der Europäischen Union grundsätzlich untersagt, neue Amalgamfüllungen einzusetzen. Bestehende Amalgamfüllungen müssen aber nicht vorsorglich entfernt werden, sofern sie intakt sind.

Hintergrund ist die Umsetzung der Minamata-Konvention, einem internationalen Übereinkommen zur weltweiten Reduktion von Quecksilberemissionen, mit der Umwelt und Gesundheit besser geschützt werden sollen. Ziel des Übereinkommens ist es, die Belastung durch Quecksilber langfristig deutlich zu verringern.

Amalgamverbot 2025: Sind Amalgamfüllungen noch erlaubt?

Seit dem 1. Januar 2025 ist es in der Europäischen Union grundsätzlich untersagt, neue Amalgamfüllungen einzusetzen. Bestehende Amalgamfüllungen müssen aber nicht vorsorglich entfernt werden, sofern sie intakt sind.

Hintergrund ist die Umsetzung der Minamata-Konvention, einem internationalen Übereinkommen zur weltweiten Reduktion von Quecksilberemissionen, mit der Umwelt und Gesundheit besser geschützt werden sollen. Ziel des Übereinkommens ist es, die Belastung durch Quecksilber langfristig deutlich zu verringern.

Amalgamfüllungen: Wie viel Quecksilber wird freigesetzt? 

  • Vor allem beim Einsetzen und Entfernen von Amalgamfüllungen können vorübergehend erhöhte Mengen an Quecksilber freigesetzt werden.
  • Auch Kauen, Zähneknirschen oder starke mechanische Belastung können dazu führen, dass sich geringe Anteile des Schwermetalls aus der Füllung lösen. Wie viel Quecksilber aus der Amalgamfüllung tatsächlich in den Körper gelangt, ist wissenschaftlich umstritten. Studien kommen teils zu unterschiedlichen Ergebnissen.
  • Als gesichert gilt, dass die Freisetzung von Quecksilber unter anderem von der Anzahl, dem Zustand und der Qualität der Zahnfüllungen abhängt. Auch individuelle Gewohnheiten wie Kaudruck oder Zähneknirschen spielen eine Rolle.

Gut zu wissen

Wie lange hält Amalgam im Zahn?

Amalgamfüllungen sind sehr langlebig und halten im Durchschnitt 10 bis 15 Jahre, häufig sogar deutlich länger. Ausgetauscht werden sollten sie, wenn sich Risse zeigen, wenn sich Karies unter der Füllung bildet oder Teile der Füllung herausbrechen. Bei intakten Füllungen ist eine vorsorgliche Amalgamentfernung meist nicht notwendig.

Welche Nebenwirkungen kann Amalgam haben?

In der Alternativmedizin wird Amalgam für viele schwere Erkrankungen wie Krebs, Autoimmunkrankheiten, Alzheimer und Depressionen verantwortlich gemacht. Eindeutige wissenschaftliche Belege dafür gibt es aber nicht.

Checkliste

  • Belegt ist, dass das Schwermetall Quecksilber die Nerven angreift. Nervenschädigungen werden mit Symptomen wie Nervosität, Schlafstörungen und Depressionen in Verbindung gebracht.
  • Teilweise werden auch Organbelastung oder körperliche Beschwerden wie Gelenk- und Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden im Zusammenhang mit Amalgam diskutiert. Eindeutige wissenschaftliche Beweise dafür gibt es aber nicht.
  • Zwar kann Quecksilber schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen. Die Quecksilber-Mengen, die durch beschädigte Zahnfüllungen freigesetzt werden können, sind aber sehr gering.
  • Es gibt Ärzte, die eine Therapie zum Ausleiten des Schwermetalls empfehlen, etwa, wenn Patienten über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Depressionen oder Gelenksschmerzen klagen.

Sollte man Amalgamfüllungen entfernen lassen?

Viele Menschen sind unsicher mit Blick auf ihre alten Amalgamfüllungen und überlegen, sie vorsorglich entfernen zu lassen. Dr. Gunnar Frahn, Zahnarzt und freier Sachverständiger für Prothetik (DGPro) aus Berlin, spricht sich dagegen aus: "Das ist generell nicht nötig. Nur bei alten, porösen und verschlissenen Füllungen kann es medizinisch sinnvoll sein, einen Materialwechsel vorzunehmen."

Und was ist mit Befürchtungen, dass alte Amalgamfüllungen die Ursache für Allergien sein könnten? Auch diesen Sorgen erteilt Dr. Frahn eine klare Absage: "Alte Amalgamfüllungen spielen als Ursache für eine Allergieproblematik klinisch so gut wie keine Rolle." Dieser Zusammenhang werde zwar immer wieder von ganzheitlich orientierten Zahnmedizinern, Heilpraktikern oder Homöopathen behauptet. Einen konkreten wissenschaftlichen Beweis gebe es dafür aber nicht.

Kosten und Risken: Was sollte ich beim Entfernen von Amalgam beachten?

Wer eine Amalgamfüllung entfernen lassen möchte, macht sich häufig auch Gedanken über die Kosten und mögliche Gesundheitsrisiken.

Ohne Amalgam

Welche Symptome können nach dem Entfernen von Amalgamfüllungen auftreten?

Einige Patientinnen und Patienten berichten von vorübergehenden Beschwerden nach der Behandlung. In der Regel sind diese jedoch harmlos und klingen nach kurzer Zeit von selbst wieder ab.

Welche Alternativen zu Amalgam gibt es ?

Als Alternative zu Amalgam nutzen Zahnärzte heute zum Beispiel Keramik, Kunststoff oder Goldfüllungen. Unsere Tabelle bietet einen Überblick über die häufigsten Zahnfüllungen inklusive Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien.

Zahnfüllungen im Vergleich

Kosten pro Zahn Haltbarkeit Anwendung

Selbstadhäsive

Kunststoff-/Glas-Hybrid-Füllung

unter 100 € (i.d.R. Kassenleistung im Seiten- oder Backenzahnbereich) 1 bis 2 Jahre bei großen Defekten, eher begrenzt belastbar
Glasionomerzement (GIZ) unter 100 € (i.d.R. Kassenleistung im Seiten- oder Backenzahnbereich) 1 bis 2 Jahre eher für kleinere Defekte oder als Übergangslösung

Kompomer

(Kombination aus Komposit und Glasionomerzement)

ab 100 € (i.d.R. Kassenleistung für Anwendung an den Frontzähnen) 4 bis 6 Jahre formstabil, für alle Zähne geeignet, sehr ästhetisch
Komposit („Kunststofffüllung“) ab 100 € (i.d.R. Kassenleistung für Anwendung an den Frontzähnen) 4 bis 6 Jahre formstabil, für alle Zähne geeignet, sehr ästhetisch
Keramik-Inlay/Onlay mehrere 100 € 8 bis 10 Jahre für Backenzähne und Kauflächen geeignet, kann aber reißen z. B. bei starkem Zähneknirschen, sehr ästhetisch
Gold-Inlay/Onlay über 500 € 10 bis 15 Jahre sehr hart, für hintere Kaufläche gut geeignet, goldfarben

FAQ – Häufige Fragen zur Amalgamfüllung

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Amalgam ist ein silbrig glänzendes Füllungsmaterial, das in der Zahnmedizin über viele Jahrzehnte verwendet wurde. Es besteht aus einer Mischung verschiedener Metalle und enthält etwa 50 Prozent Quecksilber. Aufgrund seiner Stabilität und Langlebigkeit kam es früher vor allem bei größeren Löchern im Bereich der Backenzähne zum Einsatz.

Es wird diskutiert, ob freigesetztes Quecksilber aus Amalgamfüllungen sich in den Organen, insbesondere in den Nieren und in der Leber ablagert. Ein direkter Zusammenhang zwischen intakten Amalgamfüllungen und konkreten Krankheiten ist wissenschaftlich aber nicht eindeutig belegt.

In der Regel wird davon abgeraten, beschwerdefreie Amalgamfüllungen allein präventiv entfernen zu lassen. Eine Entfernung wird eher empfohlen, wenn Beschwerden, Defekte oder gesundheitliche Gründe vorliegen, die einen Austausch medizinisch notwendig machen. Beim Herausnehmen des Amalgams besteht das Risiko, dass kurzzeitig Quecksilber freigesetzt wird, weshalb ein unnötiger Austausch eher vermieden wird.

Seit dem 1. Januar 2025 ist der Einsatz von Dentalamalgam für neue Zahnfüllungen in der Europäischen Union grundsätzlich untersagt. Hintergrund sind vor allem Umwelt- und Gesundheitsschutzaspekte.

Heute kommen vor allem Kompositfüllungen (Kunststofffüllungen), Keramik- oder Goldinlays zum Einsatz. Diese Materialien sind quecksilberfrei und erfüllen sowohl funktionelle als auch ästhetische Ansprüche. Welche Füllung geeignet ist, hängt von der Größe des Defekts, der Zahnposition und den individuellen Wünschen ab.

Das Ausleiten von Amalgam aus dem Körper ist ein stark umstrittenes Thema, dem sich vor allem die Alternativmedizin verschrieben hat.

Bei der aktiven Ausleitung soll dem Körper geholfen werden, die Rückstände des Quecksilbers auszuscheiden. Dies geschieht über die Entgiftungsorgane Nieren, Leber und Darm.

In der Naturheilkunde sind zahlreiche Mittel und Methoden gebräuchlich, um nach der Amalgamentfernung zu entgiften. Unter ärztlicher Aufsicht können beispielsweise bestimmte Präparate eingenommen werden, die Quecksilber binden und ausleiten. Therapien zur Ausleitung von Amalgam aus dem Körper werden von den Krankenkassen in der Regel nicht bezahlt.

Stand: 14.04.2026

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