Flott unterwegs: geblitzt auf dem Fahrrad

Droht ein Bußgeld?

Gibt es Flitzerblitzer auch für Radfahrer? Und können Temposünder bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung zur Kasse gebeten werden?

Flott unterwegs: geblitzt auf dem Fahrrad

Rechtsfrage des Tages:

So mancher Autofahrer mag über das Tempo staunen, das sportliche Fahrradfahrer im Straßenverkehr zeigen. Welche Tempolimits gelten eigentlich für Fahrräder und können diese geblitzt werden?

Antwort:

Spätestens seit der Popularität von E-Bikes gehören Radfahrer nicht mehr zwangsläufig zu den langsamen Verkehrsteilnehmern. Rein technisch ist es möglich und kommt auch immer mal wieder vor, dass Fahrradfahrer bei Geschwindigkeitsüberschreitungen durch Messanlagen erwischt werden. Ob dies eine rechtliche Folge hat, kommt aber auf verschiedene Umstände an.

Auf Geh- und Radwegen

Eigentlich haben Radfahrer auf dem Gehsteig nichts verloren. Begleiten Sie aber zum Beispiel ein Kind unter 12 Jahren mit dem Fahrrad, dürfen Sie auch als Begleitperson auf dem Fußweg fahren. Allerdings nur mit Schrittgeschwindigkeit, damit Sie die Fußgänger nicht gefährden. Auf dem Radweg gibt es kein klar definiertes Tempolimit. Allerdings sind Sie verpflichtet, Ihre Geschwindigkeit der Verkehrssituation anzupassen. Auch auf den Zustand des Radweges müssen Sie achten. Insgesamt müssen Sie so fahren, dass Sie Ihr Gefährt jederzeit kontrollieren können und auch in einer Gefahrensituation rechtzeitig abbremsen können.

Tempolimit auf der Straße

Zunächst stellt sich die Frage, welche Geschwindigkeitsbeschränkungen überhaupt für Fahrradfahrer auf der Straße gelten. Dies sind nämlich nicht zwangsläufig die gleichen wie für Auto- oder Lkw-Fahrer. Allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkungen nach § 3 Abs. 3 der Straßenverkehrsordnung gelten beispielsweise nicht für Fahrradfahrer, da diese Regelungen nur für Kraftfahrzeuge gelten. Allgemein beschränkt ist zum Beispiel die Geschwindigkeit auf 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften, ohne dass es hierfür eines gesonderten Schildes bedarf. Gleiches gilt für 100 km/h auf Landstraßen. Allerdings dürfen Sie mit dem Fahrrad hier auch nicht beliebig schnell fahren, sondern dürfen nur so schnell fahren, wie Sie Ihr Fahrrad sicher beherrschen. Außerdem müssen Sie Ihre Fahrweise an die Verkehrs- und Straßenbedingungen anpassen, weswegen Sie sich auch bei sehr sportlicher Fahrweise an das Tempolimit halten sollten.

Tempolimit durch Beschilderung 

Umgekehrt müssen sich Fahrradfahrer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten, die durch Verkehrsschilder ausgewiesen sind. Das können Tempo-30-Schilder oder Tempo-30-Zonen genauso sein wie etwa verkehrsberuhigte Bereiche, umgangssprachlich Spielstraßen, mit entsprechenden Schildern. Werden Sie in so einem Bereich mit Ihrem Drahtesel geblitzt, kann Ihnen ein Bußgeld drohen. Ob Sie aber zur Kasse gebeten werden können, kommt auf die Art der Messung an. Entscheidend ist nämlich, ob es sich um eine stationäre Messanlage handelt oder ob Sie bei einer mobilen Geschwindigkeitsmessung erwischt werden, bei der Sie die Polizei direkt aus dem Verkehr fischt.

Unerkannt zu schnell

Bei einer stationären Messanlage wird zwar ein Beweisfoto erstellt, da ein Fahrrad jedoch kein Nummernschild hat, ist die Ermittlung des Fahrers in aller Regel zu aufwendig. Daher werden diese Verstöße meist nicht verfolgt. Aber Achtung! Werden Sie regelmäßig zur gleichen Uhrzeit geblitzt, können Sie vielleicht demnächst mit einer Polizeistreife auf Ihrem täglichen Weg rechnen. Anders kann es sein, wenn die Polizei Sie lasert und Sie an der nächsten Ecke angehalten werden. Dann können die Ordnungshüter Sie direkt mit einem Bußgeld belegen oder ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten.

Und auf dem E-Bike?

Nutzen Sie ein schnelles Pedelc mit elektrischer Tretunterstützung bis 45 km/h oder ein E-Bike mit Elektromotor ohne Tretunterstützung, gelten diese im Straßenverkehr in der Regel als Kraftfahrzeuge. Daher müssen Sie nicht nur durch Schilder aufgestellte Tempolimits beachten, sondern auch die allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkungen wie für Autos, Lastkraftwagen oder Motorräder. Außerdem müssen Sie daran denken, dass Sie bei den schnellen Versionen der Elektrofahrräder ein Versicherungskennzeichen montiert haben müssen. So können Sie bei einer Verkehrssünde auch schneller enttarnt werden. Bei stationären Blitzern gilt das natürlich nur, wenn diese auch eine Aufnahme des Fahrzeugs von hinten machen.

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