Fasching im Auto: mit Verkleidung fahren

Maskiert am Steuer

Heute ist Rosenmontag, der Höhepunkt der närrischen Karnevalszeit. Dürfen Sie als Clown oder Hexe maskiert hinterm Steuer sitzen?

Fasching im Auto: mit Verkleidung fahren

Rechtsfrage des Tages:

Wer an Masken im Auto denkt, dem dürfte derzeit wohl meist ein Mund-Nasen-Schutz einfallen. Heute ist aber Rosenmontag. Und vielleicht wollen Sie als Zombie oder Cowboypferd zur Arbeit fahren. Dürfen Sie eine Faschingsmaske im Auto tragen?

Antwort:

Für die Ordnungshüter ist es sicherlich eine Abwechslung, wenn sie in der närrischen Zeit Batman, Old Shatterhand und Winnetou bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle antreffen. Überall in Deutschland gehört es zum Brauchtum und zur Tradition, sich in der Faschingszeit lustig zu verkleiden. Und grundsätzlich sind Sie auch nicht gezwungen, Ihr Kostüm während einer Autofahrt abzulegen. Wichtiger Grundsatz ist dabei, dass Ihre Kostümierung weder Sicht noch Gehör oder die Bewegungsfreiheit einschränken darf.

Bußgeld für Sichtbehinderung

Gegen ein bunt geschminktes Gesicht ist nichts einzuwenden. Auch eine rote Clownsnase dürfte meist kein Problem darstellen. Möchten Sie aber eine Vollmaske tragen oder eine wilde Lockenperücke, die das halbe Gesichtsfeld verdeckt, droht Ihnen ein Bußgeld von zehn Euro. Solche Utensilien sollten Sie also beim Fahren besser ablegen. Denn neben dem relativ milden Bußgeld können die Folgen im Falle eines Unfalls weitaus gravierender sein. Zum einen kann Ihnen eine Mitschuld auferlegt werden. Zum anderen riskieren Sie bei einem selbstverschuldeten Unfall Ihren Kaskoschutz.

Was sagt das Gesetz?

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist in § 23 geregelt, dass Führer eines Kraftfahrzeugs ihr Gesicht nicht verhüllen oder verdecken dürfen. Der Grund ist recht simpel. Begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, müssen die Ordnungshüter den Fahrer identifizieren können. Durch das Verbot der Maskierung soll verhindert werden, dass sich Verkehrssünder durch Unkenntlichmachen ihrer gerechten Strafe entziehen. Werden Sie erwischt, droht ein Bußgeld von 60 Euro. 

Fahrtenbuch droht

Unabhängig von der Karnevalszeit sollten Sie mit Maskierungen vorsichtig sein. Fahren Sie beispielsweise mit Sturmhaube Auto und werden geblitzt, kann die Behörde unter Umständen eine Fahrtenbuchauflage verhängen. Zumindest, wenn sie aufgrund der Haube den Fahrer nicht ermitteln kann. Werden Sie direkt nach einem Verkehrsverstoß rausgewunken, kann Ihnen unter Umständen sogar Vorsatz unterstellt werden. So kann Ihnen zum Beispiel ein vorsätzlicher Verkehrsverstoß vorgeworfen werden und die Absicht, sich durch die Maske einer Verfolgung zu entziehen. Bußgelder wegen der vorsätzlichen Begehung einer Ordnungswidrigkeit sind deutlich höher, als die sonst üblichen Bußgelder. Aber was gilt hinsichtlich der Masken zum Schutz vor Corona?

Allein unterwegs

Halten Sie sich an die wichtigen Hygieneregeln, besteht im Auto kaum eine Ansteckungsgefahr. Schließlich ist Ihr Auto kein öffentlicher Raum, den Fremde aufsuchen. Einen Mundschutz brauchen Sie beim Autofahren also nicht zu tragen. Zumindest, wenn Sie allein unterwegs sind. Nehmen Sie Personen aus einem anderen Hausstand mit, sollten diese Beifahrer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Ob dies vorgeschrieben ist, kommt auf die Regelung in Ihrer Region an.

Taxi und Fahrdienste

Anders sieht die Situation für den Fahrer aus, wenn dieser andere Menschen mitnimmt. Zu denken ist an Taxifahrer oder hilfsbereite Leute, die Verwandte oder Freunde beispielsweise durch einen Fahrdienst zum Arzt unterstützen. Diese Menschen kommen in engen Kontakt mit Leuten außerhalb des Haushalts, ohne den nötigen Sicherheitsabstand einhalten zu können. Im Gegenteil – sie sitzen meist auf engstem Raum beieinander. Rechtlich hebelt die Corona-Krise die Regelung des § 23 StVO nicht aus. Ob Sie aber tatsächlich mit einem Bußgeld belegt werden, liegt in dieser Ausnahmesituation im Ermessen der Ordnungsbehörde. Schließlich dient die Maske nicht dem Zweck, sich durch das Abdecken des Gesichts unkenntlich zu machen. Von einer Ahndung solcher Verstöße soll momentan zurückhaltend Gebrauch gemacht werden. 

Die Wahl der Maske

Wichtig ist, die richtige Maske zu wählen. Haben Sie im Auto Kontakt zu fremden Beifahrern sollten Sie darauf achten, dass trotz der Maske möglichst viel von Ihrem Gesicht zu sehen ist. Ihre wesentlichen Gesichtszüge wie die Wangen- und Kinnpartie sollten erkennbar sein. Passen Sie auch auf, dass Ihre Brille nicht durch den Mund-Nasen-Schutz beschlägt. Behindert eine beschlagene Brille Ihre klare Sicht, kann es schnell zum Unfall kommen. Dann droht neben einem Bußgeld auch eine Mithaftung. Wie die Maske der Beifahrer beschaffen ist, spielt hingegen keine Rolle. Diese dürften sich auch komplett vermummen, ohne rechtliche Folgen zu befürchten. Achten Sie aber darauf, ob in Ihrer Region das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht ist oder ob Ihr Beifahrer auch eine medizinische Maske benutzen darf. Und vergessen Sie nicht: Eine Karnevalsmaske kann eine medizinische Maske nicht ersetzen.

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