Rechtsfrage des Tages:

Je größer der Weihnachtsbaum, umso schwieriger gestaltet sich der Heimweg mit Nordmanntanne oder Blaufichte. Worauf müssen Sie beim Transport mit dem Auto achten?

Antwort:

Vielleicht haben Sie in diesem Jahr auch Lust, Ihr Wohnzimmer schon früher als sonst in weihnachtlichem Glanz erstrahlen zu lassen. Egal, ob Sie Ihren Baum kaufen oder selber schlagen. Für den Transport im Auto müssen Sie für die richtige Ladungssicherung sorgen.

Ladung ist zu sichern

Das Gesetz schreibt vor, dass Sie Ladung grundsätzlich sichern müssen. Nach § 22 Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Sie Ladung so sichern, dass sie weder bei einer Vollbremsung noch bei plötzlichen Lenkbewegungen verrutscht, umfällt, hin- und herrollt oder herunterfällt. Passt Ihr Weihnachtsbaum im Miniaturformat in den Kofferraum, müssen Sie ihn dennoch sichern.

Bußgeld droht

Haben Sie sich für einen schönen Weihnachtsbaum entschieden, muss dieser irgendwie nach Hause kommen. Haben Sie keinen Anhänger, werden Sie den Baum im Kofferraum oder auf dem Autodach transportieren müssen. In beiden Fällen müssen Sie sich an wichtige Regeln halten, um Unfälle und Bußgelder zu vermeiden. Dabei kommt es auf die Größe des Baums, die Art des Transports und die Tageszeit an.

Zu lang für den Kofferraum

So darf der Baum maximal 1,5 Meter aus dem Kofferraum herausragen. Fahren Sie weniger als 100 Kilometer mit der Ladung, dürfen es bis zu 3 Meter sein. Achten Sie darauf, dass Kennzeichen und Rückleuchten nicht durch Zweige verdeckt sind. Und sichern Sie den Baum mit Spanngurten. Ragt die Spitze des Baums mehr als einen Meter aus dem Kofferraum heraus, müssen Sie diese mit einer roten Fahne sichern. Bei Dunkelheit ist eine rote Leuchte nötig.

Ab aufs Dach

Die gleichen Regeln gelten für den Transport auf dem Autodach. Hier ist es besonders wichtig, dass Sie den Baum auf einem Dachgepäckträger oder der Dachreling sicher festzurren. Ein abrutschender Baum kann zu einem tödlichen Geschoss werden. Haben Sie Angst um Ihren Lack, können Sie eine alte Decke oder Folie unter den Baum legen. Achten Sie dabei darauf, dass diese sich nicht selbständig macht und während der Fahrt davonfliegt.

Transport im Anhänger

Nennen Sie einen Anhänger Ihr Eigen, können Sie den Weihnachtsbaum auch damit nach Hause kutschieren. Aber auch im Anhänger müssen Sie den Baum ausreichend sichern. Außerdem müssen Sie die Anhängelast, die Stützlast und das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers beachten. Überladen Sie den Anhänger, droht nicht nur ein Bußgeld. Im Falle eines Unfalls tragen Sie zumindest eine Teilschuld.

Verstöße können teuer werden

Halten Sie sich nicht an die vorgeschriebene Ladungssicherung droht ein Bußgeld von bis zu 80 Euro und ein Punkt in Flensburg. Kommt es zum Unfall, beträgt das Bußgeld bis zu 120 Euro und einen Punkt. Vergessen Sie das rote Fähnchen oder die Markierungsleuchte, werden Sie mit 25 Euro zur Kasse gebeten. Übrigens haftet nicht nur der Fahrer für einen Verstoß gegen die Ladungssicherung. Auch Fahrzeughalter und Verlader können ein Bußgeld kassieren.

Baum verloren?

Haben Sie trotz aller Sicherung den Weihnachtsbaum während der Fahrt verloren, heißt es ruhig zu bleiben. Schalten Sie den Warnblinker ein, um die anderen Verkehrsteilnehmer zu warnen. Wenn möglich, stellen Sie in ausreichendem Abstand vor der Gefahrenstelle ein Warndreieck auf. Vergessen Sie nicht, vorher Ihre Warnweste anzuziehen. Insbesondere bei Ladungsverlust auf der Autobahn sollten Sie auf keinen Fall auf die Fahrbahn laufen. Melden Sie sich bei der Polizei. Diese kann entsprechende Maßnahmen ergreifen und den Weihnachtsbaum von der Fahrspur holen. Ein Bußgeld werden Sie dadurch zwar nicht vermeiden können. Zumindest gefährden Sie sich aber nicht noch selbst. Kommt es aufgrund verlorener Ladung zu einem Unfall, tritt die Kfz-Haftpflichtversicherung ein.

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