Wie darf ein Grabstein aussehen?

Kreuze und Engel

Schlicht oder verschnörkelt – nicht alles, was sich Hinterbliebene bei einem Grabstein wünschen, ist erlaubt. Darauf müssen Sie achten.

Wie darf ein Grabstein aussehen?

Rechtsfrage des Tages:

Der Tod eines geliebten Menschen hinterlässt eine große Lücke und viel Traurigkeit. Ein liebevoll gestaltetes Grab kann etwas Trost und Linderung verschaffen. Was gilt es bei der Gestaltung des Grabsteins zu beachten?

Antwort:

Vom klassischen Kreuz über einen Naturstein bis hin zu extravaganten Skulpturen – der Fantasie sind auch bei der Gestaltung eines Grabsteins keine Grenzen gesetzt. Die Grenzen finden Sie aber in der Friedhofssatzung und Friedhofsordnung. Bevor Sie einen Stein, eine Gedenktafel oder eine Grabplatte setzen lassen, müssen Sie bei der zuständigen Friedhofsverwaltung einen Antrag stellen.

Form und Gestaltung

In der jeweiligen Friedhofsordnung finden Sie genaue Angaben, welche Grabsteine erlaubt und welche unerwünscht sind. Auf vielen kirchlichen Friedhöfen dürfen Sie beispielsweise keine Symbole verwenden, die keinen christlichen Hintergrund haben. Erkundigen Sie sich vor der Bestellung eines Grabsteins, was auf dem gewählten Grabplatz erlaubt ist. Nicht selten sehen die Friedhofsordnungen auch eine maximale Größe des Grabsteins vor. 

Namen, Daten, Sinnsprüche

Üblicherweise finden Sie auf Grabsteinen den Vor- und Zunamen des Verstorbenen sowie Geburts- und Sterbedatum. Was auf dem Stein stehen muss und was draufstehen darf, erfahren Sie bei der Friedhofsverwaltung. Gibt es keinerlei Vorgaben, sind Sie in Ihren Gestaltungsideen vollkommen frei. Umgekehrt kann es sein, dass Sinnsprüche, Gebete oder Portraits des Verstorbenen unerwünscht sind. An die Vorgaben auf dem Friedhof müssen Sie sich halten, sonst bekommen Sie keine Genehmigung für das Aufstellen des Steins.

Genehmigung erforderlich

Jeder Grabstein muss vor dem Setzen durch die Friedhofsverwaltung genehmigt werden. Die Kontaktdaten können Sie häufig einem Schaukasten am Eingang des Friedhofs entnehmen. Oder Sie fragen beim Friedhofswärter nach. Bei der zuständigen Verwaltung erhalten Sie auch Informationen, wie der Grabstein gestaltet, wie groß und welche Inschrift auf ihm graviert sein darf.

Aufstellen vom Profi

Wichtig ist, dass der Grabstein mit einem festen Fundament im Boden verankert ist. Da sich die Erde eines Grabes nach der Bestattung setzt, müssen Sie mit dem Aufstellen des Grabsteins zunächst eine gewisse Zeit warten. Andernfalls würde der Stein trotz Fundament umkippen können. Aufgrund der möglichen Unfallgefahr dürfen stehende Grabsteine in aller Regel nur von Steinmetzen oder Personen mit entsprechender Zulassung aufgestellt werden. Liegende Grabsteine und Gedenkplatten dürfen Sie mancherorts selbst niederlegen. Auch hier kann Ihnen die Friedhofsordnung allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. Denn auf einigen Friedhöfen müssen auch liegende Grabsteine vom Profi gesetzt werden.

Regelmäßige Prüfung

Es existiert sogar eine Unfallverhütungsvorschrift, wonach Grabmale und Fundamente nur nach den anerkannten Regeln der Baukunst errichtet werden dürfen. Außerdem muss die Friedhofsverwaltung einmal jährlich die Grabmale auf ihre Standfestigkeit hin prüfen. Achten Sie auch bei Ihren Friedhofsbesuchen darauf, ob der Grabstein noch fest verankert ist. Steht er bereits schief, müssen Sie tätig werden und den Grabstein wieder richtig befestigen lassen. Aus Haftungsgründen empfiehlt es sich allein deswegen schon, das Aufstellen eines Grabsteins einem Profi zu überlassen.

Wenn die Zeit abgelaufen ist

Ist die Grabnutzungszeit abgelaufen, wird das Grab aufgelöst. Doch wohin mit dem Grabstein? Die wenigsten werden einen Grabstein in ihrem Garten aufstellen mögen. Wollen Sie den Stein entsorgen, wenden Sie sich an die Friedhofsverwaltung. Handelt es sich um einen besonders hochwertigen Naturstein, können Sie diesen auch einem Steinmetz zum Kauf anbieten. Teilweise können Sie gebrauchte Grabsteine sogar im Internet kaufen. Aber Achtung! Durch den Transport, die Entfernung der Gravur und eine eventuell nötige Restauration kann der vermeintlich günstige Stein plötzlich richtig teuer werden.

 

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