Preiserhöhungen bei Pauschalreisen

Mehr fürs Meer?

Sie buchen Ihre Reise lang im Voraus. Kann sich der Preis dann noch ändern? Das hängt von mehreren Voraussetzungen ab.

Preiserhöhungen bei Pauschalreisen

Ganz ohne Pflichten geht es leider auch beim Urlaub nicht: Sie müssen für die schönsten Wochen des Jahres bezahlen. Voraussetzung für die Zahlungspflicht bei Pauschalreisen sind eine Reise- bzw. Buchungsbestätigung und das Aushändigen des Sicherungsscheins.

Die Höhe der Zahlung – Preiserhöhung

Für den Reiseveranstalter bindend ist der Preis, den er in der Reisebestätigung nennt. Nachträgliche Preisänderungen sind nur in Ausnahmefällen zulässig. Und zwar in diesen Fällen:

  • Bei einer Steigerung der Beförderungskosten (z. B. erhöhte Treibstoffkosten)
  • Bei einer Erhöhung der Abgaben für bestimmte Leistungen (z. B. Flughafengebühren)
  • Bei einer Änderung des Wechselkurses

Preiserhöhungen nur, wenn vertraglich geregelt

Voraussetzung ist aber immer, dass ein Änderungsvorbehalt im Vertrag vorgesehen ist. Außerdem müssen genaue Angaben zur Berechnung des neuen Preises gemacht werden. Dies geschieht meist im Kleingedruckten unter der Überschrift "Preisänderung". Die Rechte und Pflichten müssen in einer Klausel klar, einfach und präzise dargestellt sein. Überdies darf die Preisanpassungsklausel nicht gegen das Transparenzgebot verstoßen.

Darüber hinaus müssen zwischen dem Vertragsschluss, also dem Zugang der Reisebestätigung, und dem vereinbarten Reisetermin mehr als 4 Monate liegen. Nur dann kann der Reiseveranstalter den Reisepreis erhöhen. Darüber muss er Sie unverzüglich und bis spätestens 3 Wochen vor Reisebeginn informieren. Werden Sie erst nach diesem Zeitpunkt über die Preiserhöhung benachrichtigt, brauchen Sie diese nicht mehr zu beachten.

Tipp: Bei einer Preiserhöhung von mehr als 5 % haben Sie das Recht, vom Vertrag zurückzutreten und die bereits geleisteten Zahlungen zurückverlangen. Stornokosten müssen Sie nicht bezahlen. Den Rücktritt sollten Sie sofort nach Zugang der Preiserhöhung erklären – am besten schriftlich. Reagieren Sie nämlich nicht, wird die Preissteigerung wirksam.
Tipp: Bei einer Preiserhöhung von mehr als 5 % haben Sie das Recht, vom Vertrag zurückzutreten und die bereits geleisteten Zahlungen zurückverlangen. Stornokosten müssen Sie nicht bezahlen. Den Rücktritt sollten Sie sofort nach Zugang der Preiserhöhung erklären – am besten schriftlich. Reagieren Sie nämlich nicht, wird die Preissteigerung wirksam.

Ab 20 Tage vor dem Reisetermin können Sie aufatmen: Jetzt sind Preiserhöhungen absolut unzulässig und damit unwirksam. Sind Sie bis nicht über eine Preiserhöhung informiert worden, müssen Sie nur den alten Reisepreis bezahlen.

Seit dem 01.7.2018 kann der Reiseveranstalter der Reisepreis um bis zu 8 % erhöhen, wenn diese Möglichkeit vertraglich fixiert wurde. Die Erhöhung muss der Veranstalter mindestens 20 Tage vor dem Reisebeginn mitteilen. Erst wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, können Sie den Rücktritt ohne Stornokosten erklären.

Der Zeitpunkt der Zahlung

Wann der Reisepreis fällig ist, geht nicht aus den Vorschriften des Reisevertragsrechts hervor. Reiseveranstalter regeln die Zahlungsmodalitäten aber ohnehin in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Besonders gerne vereinbaren sie Vorauszahlungsklauseln im Kleingedruckten. Diese sind jedoch nur in Grenzen zulässig. Denn was passiert, wenn nach der Zahlung plötzlich Pleitegeier über Ihrem Reiseunternehmen kreisen? Deshalb gibt es eine Voraussetzung für die Wirksamkeit einer solchen Klausel: Der Reisende muss einen Sicherungsschein zum Nachweis einer Insolvenzsicherung erhalten haben. Sollten nämlich die Pleitegeier zum Angriff auf den Reiseveranstalter ansetzen, hat der Reisende einen direkten Anspruch gegen dessen Insolvenzversicherung oder das Kreditinstitut.

Vorauszahlungen

Die Vorauszahlung sollte einen Betrag von 20 % des Reisepreises nicht übersteigen (vgl. auch BGH, Urteil vom 20.6.2006 Az.: X ZR 59/05).

Von Vorauszahlungsklauseln zu unterscheiden sind so genannte Anzahlungsklauseln im Kleingedruckten. Sollen Sie bereits bei der Buchung anzahlen, ist das unzulässig. Erst wenn ein Vertrag besteht, also Ihr Angebot durch den Reiseveranstalter angenommen wurde, können Zahlungsverpflichtungen auf Sie zukommen.

Achtung: Bezahlen Sie Ihre Reise sicherheitshalber am besten erst dann, wenn Ihnen auch der Sicherungsschein übergeben wird. Dieser gehört zu den vollständigen Reiseunterlagen dazu.
Achtung: Bezahlen Sie Ihre Reise sicherheitshalber am besten erst dann, wenn Ihnen auch der Sicherungsschein übergeben wird. Dieser gehört zu den vollständigen Reiseunterlagen dazu.

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