Kaffee "to go" im eigenen Becher?

Müll vermeiden

Sie lieben ihn auch, Ihren Kaffee für unterwegs? Dann lesen Sie, ob Sie zur Müllvermeidung einen eigenen Kaffeebecher befüllen lassen können.

Kaffee "to go" im eigenen Becher?

Rechtsfrage des Tages:

Jeder kann seinen Teil zur Müllvermeidung beitragen. Auf den morgendlichen Kaffee zum Mitnehmen wollen viele dennoch nicht verzichten. Dürfen Sie sich Ihren Kaffee auch in einen eigenen Thermobecher füllen lassen?

Antwort:

Nicht nur bei winterlichen Temperaturen ist der Kaffee für unterwegs ein Verkaufsschlager. Aus Bäckereien sind die Becher für den Weg genauso wenig wegzudenken, wie die Verkaufsketten für Kaffee-Spezialitäten aus den Innenstädten. Tatsächlich stellen die Papp- oder Kunststoffbecher aber ein großes Müllproblem dar. Der mitgebrachte Thermobecher kann eine sinnvolle Alternative sein und setzt sich immer mehr durch. Sofern das Coronavirus der Müllvermeidung keinen Strich durch die Rechnung macht.

Wohin mit dem Becher?

Als Serviceverpackung gehören geleerte Becher eigentlich in den gelben Sack. Da das Heißgetränk aber meisten bereits unterwegs geleert wird, wandert er in die öffentlichen Abfalleimer. Sie landen dann in der Müllverbrennung statt im Recycling. Letzteres ist bei Pappbechern aufgrund der speziellen Beschichtung ohnehin schwierig. Und nicht wenige Becher verunzieren Büsche und Rabatten in der Stadt.

Recht auf eigenen Becher?

Sinnvoll ist es da, seinen eigenen Becher mitzubringen und auffüllen zu lassen. Zu Hause sauber gespült, kann er immer wieder verwendet werden. Doch haben Sie ein Recht darauf, Ihren eigenen Becher befüllen zu lassen? Ein weitverbreiteter Rechtsirrtum ist, dass hygienerechtliche Gesetze den Verkauf von Getränken in Gefäßen des Kunden verbieten würden. Allerdings schreibt die Lebensmittel-Hygieneverordnung vor, dass Lebensmittel nur so in den Verkehr gebracht werden dürfen, dass sie bei sorgfältiger Handhabung nicht der Gefahr einer nachteiligen Beeinträchtigung ausgesetzt sind.

Risiko Verunreinigung

Bei selbst mitgebrachten Verpackungen besteht immer das Risiko, dass sich daran Verunreinigungen oder Bakterien befinden. Diese können bei Kontakt mit den Lebensmitteln zu Verunreinigungen führen. Wird der Kaffee aus einem Automaten gezapft, können Verkäufer dies bei einer sorgfältigen Handhabung weitestgehend vermeiden. Für Verkäufer an einer Wursttheke wäre dies ungleich schwieriger.

Entscheidung des Ladeninhabers

Letztlich ist es die Entscheidung des Ladenbesitzers, wie er mit den Getränken für unterwegs verfährt. Wie auch in anderen Bereichen gibt es keinen Kontrahierungszwang. Dies bedeutet, dass der Verkäufer selbst entscheiden kann, wie und an wen er seine Ware verkaufen möchte. Daher müssen Sie ein "Nein" zu Ihrem Thermobecher akzeptieren. Allerdings sind nicht nur viele Verkaufsketten und Läden dazu übergegangen, den eigenen Becher des Kunden zu akzeptieren. Vielmehr verlocken sie Kunden mit Rabatten oder Zuzahlungen zu Einwegbechern, ihren eigenen Becher mitzubringen.

Haftungsrisiko

Tatsächlich besteht für Verkäufer von Lebensmitteln allerdings ein gewisses Haftungsrisiko. Werden Sie aufgrund einer Verunreinigung krank, können Sie den Kaffee-Verkäufer unter Umständen in die Haftung nehmen. Aus diesem Grund lehnen einige Unternehmen nach wie vor das Abfüllen in mitgebrachte Becher ab. Umgekehrt bekommen Sie mittlerweile in vielen auch namhaften Verkaufsstellen Kaffee anstandslos in Thermobecher gefüllt. Andere Verkäufer bieten ein Pfandsystem für Mehrwegbecher an, um zumindest die Müllmengen zu reduzieren. Eine Nachfrage bei Ihrem Lieblingsbäcker lohnt sich auf jeden Fall. Vielleicht freut sich dieser, dass er neben dem Umweltschutz auch Kosten für die Einweg-Becher sparen kann.

Kaffee to go und Corona

Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie sind viele Geschäftsinhaber wieder dazu übergegangen, private Kaffeebecher nicht mehr zu befüllen. Das Risiko einer Übertragung des Virus durch direkten Kontakt zum Kunden oder zumindest seinen Kaffeebecher sehen viele Unternehmer als zu großes Risiko an. Als Kunde müssen Sie das akzeptieren. Der Umgang mit der außergewöhnlichen Situation könnte unterschiedlicher kaum sein. Manche Verkäufer sind angehalten, Kunden beim Vorzeigen Ihres eigenen Kaffeebechers trotzdem den ansonsten gewährten Rabatt abzuziehen. Andernorts wird auf die pauschale Zuzahlung für einen Einwegbecher verzichtet. Fragen Sie einfach mal nach. Vielleicht hat Ihre Verkaufsstelle ein eigenes Hygienekonzept für das Befüllen mitgebrachter Becher.

Auch interessant:

ERGO Versicherung

Damit Sie Ihr gutes Recht bekommen

Hier finden Sie garantiert den passenden Tarif. Z. B. den umfassenden Privat-Rechtsschutz für die Lebensbereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr.

Ähnliche Beiträge: