Widerruf: Wer trägt die Rücksendekosten?

Gefällt mir doch nicht

Ware aus dem Internet sieht in natura oft ganz anders aus. Kein Problem – dann wird sie halt zurückgeschickt. Doch wer zahlt dafür?

Widerruf: Wer trägt die Rücksendekosten?

Rechtsfrage des Tages:

Ich hatte mir im Internet einen neuen Tennisschläger bestellt. Weil mir der Griff zu groß war, habe ich ihn zurückgeschickt. Der Verkäufer hat mir alle Kosten erstattet, auch die der Rücksendung. Meine Freundin meinte, ich hätte Glück gehabt. Eigentlich hätte ich die Rücksendekosten selbst tragen müssen. Was gilt den nun?

 

Antwort:

Kaufen Sie im Internet in einem Online-Shop oder auf einer Plattform ein, haben Sie in den meisten Fällen ein Widerrufsrecht. Gefällt Ihnen der Artikel nicht oder passt er nicht zu Ihren Bedürfnissen, können Sie ihn zurückschicken. Früher war es so, dass Verkäufer grundsätzlich die Kosten der Rücksendung tragen mussten. Nur wenn der Artikel günstiger als 40 € war, konnte er die Kosten auf den Käufer abwälzen. Oder wenn dieser nicht per Vorauskasse bezahlt hatte.

Mitte Juni 2014 hat sich die Rechtslage geändert. Durch die Novellierung des Widerrufsrechts hat der Gesetzgeber auch die Regelung der Rücksendekosten geändert. Unabhängig von einer Wertgrenze legt das Gesetz nunmehr fest, dass die Kosten der Rücksendung vom Käufer zu tragen sind. Allerdings muss der Verkäufer Sie rechtzeitig vor Vertragsabschluss darauf hingewiesen haben. Fehlt dieser Hinweis, muss er Ihnen auch die Kosten der Rücksendung erstatten.

Viele Online-Händler übernehmen allerdings freiwillig die Kosten der Rücksendung. Schauen Sie mal in die Widerrufsbelehrung. Dort werden Sie einen entsprechenden Hinweis finden. Häufig nutzen Verkäufer diese freiwillige Übernahme auch zu Werbezwecken. Daher finden Sie diese Zusicherung in vielen Fällen bereits bei der Artikelbezeichnung oder auf der Startseite des Shops.

Übrigens hat sich durch die Gesetzesänderung auch etwas hinsichtlich der Hinsendekosten getan. Eine ausdrückliche gesetzliche Regelung gab es früher dazu nämlich nicht. Jetzt ist im Gesetz klar festgelegt, dass der Verkäufer die Kosten der Zusendung tragen muss. Erhalten Sie also den Kaufpreis nach einem Widerruf erstattet, prüfen Sie den Betrag im Hinblick auf die Versandkosten.

Allerdings ist diese Kostenübernahmepflicht auf den Standardversand beschränkt. Haben Sie sich bewusst beispielsweise für einen Expressversand entschieden, können Sie auf den Mehrkosten sitzen bleiben. Und haben Sie gar keine Versandkosten aufgrund eines Gratis-Versands bezahlt, haben Sie natürlich keinen Anspruch auf Erstattung fiktiver Versandkosten.

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