April, April: aber bitte harmlos

Scherz ohne böse Folgen

Morgen ist der Tag der fantastischen Geschichten und kleinen Streiche, keiner wird verschont. Aber auch beim Aprilscherz sollten Sie maßhalten.

April, April: aber bitte harmlos

Rechtsfrage des Tages:

Morgen ist der 1. April und ein bisschen Spaß tut allen gut. Allerdings sollten Sie Ihren Aprilscherz nicht übertreiben. Können Sie sich sogar strafbar machen oder Ihren Job verlieren?

Antwort:

Seit jeher ist es bei uns Brauch, am 1. April seinen Mitmenschen einen Streich zu spielen. Häufig nutzen auch Tageszeitungen die Gelegenheit, einen nicht ganz ernst gemeinten humorigen Beitrag zu veröffentlichen. Ob Sie mit einem Aprilscherz die Grenze zur Strafbarkeit überschreiten oder sich vielleicht am 2. April plötzlich Schadensersatzforderungen gegenübersehen, kommt auf den Scherz an.

Grober Unfug: ein Rechtsirrtum

Einen Straftatbestand des "groben Unfugs" gibt es im deutschen Strafrecht nicht. Es ist lediglich die veraltete Bezeichnung einer Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld nach sich ziehen kann. Nach § 118 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) kann derjenige, der durch eine Handlung die Öffentlichkeit belästigt, mit einem Bußgeld belegt werden. Dabei muss die Handlung geeignet sein, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen. Wer aus Scherz einen Unglücksfall vortäuscht und andere damit in Panik versetzt, kann mit einem Bußgeld rechnen.

Harmloser Spaß

Ein Aprilscherz unter Freunden und Verwandten dürfte diese Schwelle kaum überschreiten. Damit das Verschaukeln aber kein böses Ende nimmt, sollten Sie auch am 1. April keine Scherze machen, die Rechtsgüter anderer ernsthaft beeinträchtigen oder gefährden können. Daher sollten Sie von einem vermeintlichen Spaß Abstand nehmen, bei dem ein anderer zum Beispiel verletzt werden könnte.

Aprilscherz online

Auch bei der Nutzung des Internets oder Smartphones sollten Sie zunächst nachdenken. Denken Sie daran, dass Sie auch am 1. April mit einer Abmahnung wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung rechnen müssen. Wie in vielen Lebensbereichen heißt es auch beim Aprilscherz maßzuhalten. Keine gute Idee wäre es beispielsweise, ein Bild seiner Lehrerin als Fotomontage mit einem lustigen Körper ins Internet zu stellen. Der freche Schüler kann damit rechnen, demnächst eine strafbewehrte Unterlassungserklärung wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung abgeben zu müssen. Unter Umständen kann auch eine Schadensersatzforderung drohen. Wer bei seinen Scherzen aber vorher kurz nachdenkt und es nicht zu grob treibt, darf seine Freunde und Familie natürlich genüsslich in den April schicken.

Vorsicht vor Sachbeschädigung

Weniger lustig wird es Ihr Nachbar finden, wenn Sie zum Beispiel sein Auto mit Lehm und Matsch beschmieren. Bleiben nach der Reinigung Kratzer auf dem Lack, müssen Sie mit Schadensersatzforderungen rechnen. Zumindest, wenn Sie schon deliktsfähig sind. Ein Klingelstreich dürfte hingegen kaum zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen. Achten Sie also darauf, dass Sie durch den Streich nichts beschädigen. Ihr Nachbar könnte Sie auch wegen Sachbeschädigung anzeigen.

Auch im Betrieb muss Vorsicht walten

Trotz 1. April gelten die Gesetze und Wettbewerbsregeln wie sonst auch. So sollten Sie sich hüten, auf Ihrer Homepage Namens- oder Markenrechte zu verletzen, in das allgemeine Persönlichkeitsrecht anderer einzugreifen oder gegen das Wettbewerbsrecht zu verstoßen. Verbreiten Sie beispielsweise als Witz, dass in Ihrem Online-Shop das Widerrufsrecht abgeschafft ist, kann dies in eine Abmahnung eines Wettbewerbers gipfeln. Ein Online-Shop hatte beispielsweise vor einigen Jahren am 1. April auf der Homepage behauptet, einen bekannten Star als Werbegesicht gewonnen zu haben. Für die Meldung und die kurzerhand geänderte Internetadresse kassierte das Unternehmen eine Abmahnung. Bei aller Fröhlichkeit müssen Sie auch an die Seriosität Ihres Unternehmens denken. Je nach Unternehmen sollten Sie Ihre Kunden vielleicht auch gar nicht verschaukeln. Bei einer kreativen Werbeagentur wird ein Scherz möglicherweise noch eher akzeptiert als bei einem Unternehmen für Sicherheitstechnik. 

Späße beim Meeting

Auch das Arbeiten im Homeoffice kann durchaus die Fantasie für lustige Streiche beflügeln. So können Sie beispielsweise in der ersten Videokonferenz des Tages im Schlafanzug erscheinen. Wägen Sie aber sorgfältig ab. Treffen Sie nur Ihren engsten Kollegen, kann er vermutlich über Ihren Scherz lachen. Erlauben Sie sich aber einen Streich bei einer wichtigen Vertragsverhandlung mit Kunden, droht Ihnen zumindest eine Abmahnung. Grundsätzlich müssen Sie als Arbeitnehmer immer gut überlegen, ob Sie mit einem Schabernack gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen. Im Extremfall droht Ihnen sogar eine fristlose Kündigung.

Woher kommt der Aprilscherz?

Wussten Sie, dass es keine sicheren Überlieferungen für den Ursprung des Aprilscherzes gibt? Die verschiedenen Theorien reichen aber zurück bis ins 16. Jahrhundert. Wie auch immer Sie Ihre Mitmenschen in den April schicken. Denken Sie daran, ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und nicht, ihnen Leid zuzufügen.

 

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