April, April: Damit der Scherz nicht böse endet

Spaß oder Ernst?

Den April beginnen viele Leute gern damit, ihre Mitmenschen auf den Arm zu nehmen. Doch wo findet der Aprilscherz seine Grenzen?

April, April: Damit der Scherz nicht böse endet

Rechtsfrage des Tages:

Wurden Sie heute schon mit einem frechen Streich in den April geschickt? Oder wollen Sie Ihre Kollegen mal kräftig an der Nase herumführen? Passen Sie aber auf, dass Sie nicht die rechtlichen Grenzen überschreiten.

Antwort:

Es hat lange Tradition, Freunde und Kollegen am 1. April mit einem Scherz auf den Arm zu nehmen. Spätestens beim fröhlichen „April, April“ wissen Sie, wann Sie jemandem auf den Leim gegangen sind. Gerade im beruflichen Umfeld kann ein Streich aber auch böse nach hinten losgehen. Es drohen Abmahnungen, Schadensersatz oder sogar eine Strafverfolgung.

Schabernack mit Tastatur und Maus

Zu den beliebten Aprilscherzen im Büro gehört es, die Hardware der Kollegen zu manipulieren. Bei durchschnittenen Kabeln oder  verklebten Tastaturen hört der Spaß allerdings auf. Vergessen Sie nicht, dass die technische Ausstattung im Büro Ihrem Chef gehört. Dieser könnte Sie sogar wegen Sachbeschädigung anzeigen. Außerdem haften Sie finanziell für Schäden, die Sie im Arbeitsverhältnis grob fahrlässig oder sogar vorsätzlich verursachen. Harmloser dürfte es sein, wenn Sie im Schreibprogramm Ihres Kollegen beispielsweise die Schriftfarbe auf weiß stellen. Sofern er den Fehler schnell bemerkt und seine Arbeitskraft nicht länger eingeschränkt ist, können Sie die Lacher auf Ihrer Seite haben. Aber Achtung! Auch hier kann so mancher Kollege keinen Spaß verstehen und sich über Sie beschweren.

E-Mail im Namen der Personalabteilung? Lieber nicht!

Vielleicht finden Sie es lustig, per E-Mail im Namen der Personalabteilung eine neue Kleiderordnung zu versenden. Oder Sie verlängern durch eine fingierte E-Mail des Chefs die Mittagspause. Was im ersten Moment spaßig klingen mag, kann weitreichende Folgen haben. Grundsätzlich sollten Sie davon Abstand nehmen, im Namen eines anderen Nachrichten zu versenden. Dieser Person können Sie dadurch nämlich kräftig Ärger einhandeln, der letztlich dann auf Sie zurückfällt. Eine Abmahnung kann dann mindestens die Folge sein. Im Ernstfall kann Ihr Verhalten sogar als Identitätsdiebstahl und damit als schwere arbeitsrechtliche Pflichtverletzung gewertet werden. Eine Kündigung wäre dann wahrscheinlich.

Persönlichkeitsrecht achten

Auch am 1. April herrscht kein gesetzlicher Ausnahmezustand. Besonders schnell können Sie durch einen missglückten Aprilscherz das Persönlichkeitsrecht eines anderen verletzen. Dies kann durch manipulierte Fotos in sozialen Netzwerken ebenso geschehen, wie durch ehrverletzende Aushänge am Schwarzen Brett. Eine solche Verletzung des Persönlichkeitsrechts kann zu einer Abmahnung mit strafbewehrter Unterlassungserklärung führen und auch finanziell schmerzhafte Folgen haben. Es gilt dasselbe wie an anderen Tagen auch. Stellen Sie einen Kollegen oder Freund in der Öffentlichkeit bloß, müssen Sie die Konsequenzen tragen.

Notruf nur im Notfall

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein. Die Notrufnummern der Polizei und Feuerwehr sind nur für echte Notfälle gedacht. Dennoch finden es einige Scherzbolde wohl witzig, bei der Polizei Pizza zu bestellen oder einen gefakten, anonymen Notruf bei der Feuerwehr abzusetzen. Das ist nicht nur nicht lustig, es ist sogar strafbar. Nach § 145 Strafgesetzbuch (StGB) wird der Missbrauch von Notrufen nämlich unter Strafe gestellt. Der Strafrahmen liegt zwischen Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Harmloser Spaß erlaubt

Gerade in der momentanen Situation kann es aber dennoch wichtig sein, seinen Mitmenschen ein kleines Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Ein harmloser oder auch liebevoller Aprilscherz kann dabei helfen. Füllen Sie beispielsweise Gemüsesticks in die Chipstüte Ihres Liebsten und verschließen diese wieder, wird er beim abendlichen Fernsehen Augen machen. Und auch der altbekannte Hinweis auf den vermeintlich offenen Hosenstall dürfte Ihnen keinen Ärger, sondern eher ein Schmunzeln einbringen.

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