Was tun, wenn Kinder Tiere kaufen?

Hamster vom Taschengeld

Viele Kinder wünschen sich sehnlichst ein Haustier. Aber können die Kleinen solch einen Kauf bereits selbst tätigen, z. B. vom Taschengeld?

Was tun, wenn Kinder Tiere kaufen?

Rechtsfrage des Tages:

Es gibt nur wenige Kinder, die sich nicht sehnlichst ein Haustier wünschen. Ob Hamster, Wellensittich oder Hund - einem tierischen Freund fürs Leben kann kaum ein Kind widerstehen. Doch wie reagieren Sie, wenn Ihr Nachwuchs ohne zu fragen ein Meerschweinchen oder eine Wüstenspringmaus kauft?

Antwort:

In Zeiten von Corona fallen viele Freizeitaktivitäten aus. Auch unsere Kinder bekommen das zu spüren, beispielsweise weil die wöchentliche Chorprobe abgesagt wurde oder das Kinderturnen nicht stattfindet. Da kann der Wunsch nach einem eigenen Haustier noch größer sein als vielleicht ohnehin schon. Einfach so in die Zoohandlung kann Ihr Nachwuchs aber nicht marschieren. In der Regel müssen Sie die Entscheidung mittragen.

Frage der Geschäftsfähigkeit

Tiere sind keine Sachen, werden aber nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in der juristischen Betrachtung den Sachen gleichgestellt. Daher kommt es zunächst auf das allgemeine Kaufrecht an. Kinder sind bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres geschäftsunfähig. Dies bedeutet, dass sie ohne Ihre Einwilligung keine wirksamen Verträge abschließen können. Eigentlich sollten Verkäufer aber ohnehin achtsam sein und insbesondere kein lebenden Tiere an kleine Kinder verkaufen.

Eltern entscheiden

Kommt Ihr Kind trotzdem mit einem neuen Haustier allein aus der Zoohandlung zurück, ist der Kaufvertrag schwebend unwirksam. Sie können als Erziehungsberechtigte nun diesen Vertrag genehmigen oder auch ablehnen. Je nach Ihrer Entscheidung muss der Verkäufer das Tier zurücknehmen und Ihnen das Geld erstatten. Oder Sie können sich über ein neues Familienmitglied freuen.

Kauf vom Taschengeld

Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig. Einzelne Geschäfte dürfen sie tatsächlich ohne die Zustimmung der Eltern vornehmen. Insbesondere nach dem Taschengeldparagraf (§110 BGB) können sie das ihnen zur freien Verfügung überlassene Geld nach eigenem Gutdünken verwenden. Die Eltern haben nur ein Mitspracherecht, wenn sich die Verträge nicht mehr in einem vernünftigen Rahmen bewegen.

Grenze Tierschutzgesetz

Meint Ihr 14-Jähriger nun aber, er könne sich von seinem Taschengeld weiße Mäuse kaufen, hat er die Rechnung ohne das Tierschutzgesetz (TierSchG) gemacht. Nach § 11 c TierSchG dürfen nämlich Wirbeltiere an Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres nur mit Einwilligung der Eltern verkauft werden. Gleiches gilt übrigens auch, wenn ein Freund oder Nachbar Ihrem Kind ein Haustier schenkt.

Viel Verantwortung

Unabhängig von den gesetzlichen Vorschriften sollten Sie Ihrem Nachwuchs klarmachen, dass die Anschaffung eines Haustieres wohl überlegt sein sollte. Die damit verbundene Verantwortung für ein Lebewesen sollte von allen Familienmitgliedern gemeinsam übernommen werden. So überrascht Sie Ihr Kind vielleicht nicht ohne Erlaubnis mit einem tierischen Kameraden.

Corona-Gassi-Hilfe

Bevor Sie der Anschaffung eines Haustiers zustimmen, lassen Sie Ihr Kind doch erst einmal üben. Vielleicht lebt in Ihrer Nachbarschaft auch ein Hundebesitzer, der besonders durch das Corona-Virus gefährdet ist. Dieser ist bestimmt dankbar, wenn er bei den täglichen Gassirunden Unterstützung bekommt. Denken Sie aber daran, dass gerade kleine Kinder nicht allein mit einem Hund unterwegs sein dürfen. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen Tiere an einer Straße nur von geeigneten Personen an der Leine geführt werden. Jüngere Kinder sollten Sie daher bei ihren Spaziergängen mit Nachbars Bello begleiten. Ab welchem Alter Sie Ihr Kind allein mit einem Hund auf den Weg schicken, hängt nicht zuletzt von Größe und Charakter des Hundes ab.

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