Liebesschlösser: Romantisch oder verboten?

Bußgeld für Verliebte

Als Zeichen der ewigen Liebe bringen Menschen an Brücken Liebesschlösser an. Doch es drohen Schäden - und manchmal auch Strafen.

Liebesschlösser: Romantisch oder verboten?

Rechtsfrage des Tages:

Mittlerweile haben sie sich zu eigenen Attraktionen entwickelt: So manche Brücke zieht Schaulustige allein wegen der unzähligen Liebesschlösser an. Aber ist es eigentlich überall erlaubt, solche metallenen Beweise der großen Liebe aufzuhängen?

Antwort:

Seit einigen Jahren ist es Brauch geworden, seine Liebe durch ein sogenanntes Liebesschloss unter Beweis zu stellen. Dafür lassen verliebte Paare ein Vorhängeschloss meist individuell gravieren und befestigen es an einem Brückengeländer. Damit die Liebe ewig hält, werfen viele den Schlüssel anschließend gemeinsam in den Fluss. Weltweit gibt es mittlerweile unzählige Brücken, an denen die Geländer vor lauter Liebesschlössern kaum mehr zu erkennen sind.

Liebesschloss als Sachbeschädigung?

Eigentlich will doch niemand mit dem romantischen Brauch schaden. Rein rechtlich könnte es sich aber tatsächlich sogar um eine Straftat handeln. Nach § 303 Strafgesetzbuch (StGB) wird nicht nur bestraft, wer eine fremde Sache zerstört oder beschädigt. Verboten ist es auch, das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur vorübergehend und nicht nur unerheblich zu verändern (§ 303 Absatz 2 StGB). Tatsächlich ist aber wohl noch nie ein verliebtes Pärchen wegen eines Liebesschlosses strafrechtlich belangt worden. Da der romantische Brauch durchaus auch für Touristen attraktiv sein kann, tolerieren viele Städte mittlerweile die Liebesschlösser.

Bußgeld kann drohen

Aber Achtung! In Berlin droht Ihnen für das Anbringen eines Liebesschlosses ein Bußgeld von 35 Euro. Auch andernorts werden Liebesschlösser gelegentlich entfernt. Dies liegt häufig allerdings weniger daran, dass unsere Behörden unromantisch sind. Vielmehr können Liebesschlösser eine gewisse Gefahr für das Bauwerk auslösen. Durch die unterschiedlichen Metalle von Brückengeländern und Liebesschlössern kann beispielsweise die Rostbildung gefördert werden. Im Ernstfall kann sogar die Stabilität eines Brückengeländers gefährdet werden. Auch das Gewicht einer stetig wachsenden Zahl von Schlössern kann zu einem statischen Problem werden. Tatsächlich ist 2014 in Paris ein Brückengeländer unter dem tonnenschweren Gewicht tausender Liebesschlösser zusammengebrochen.

Legale Alternativen

Möchten Sie sichergehen, dass Ihr Liebesschloss auch in den nächsten Jahren noch Zeugnis Ihrer Beziehung ist, können Sie sich bei Ihrer Stadt oder Gemeinde erkundigen. Dort erfahren Sie, ob und wo Liebesschlösser erlaubt sind oder zumindest geduldet werden. Einige Städte sind auch dazu übergegangen, Verliebten Alternativen durch angebrachte Ketten oder Liebeslaternen zu bieten. Übrigens sind in München die Behörden etwas toleranter als in Berlin. Während in Berlin entfernte Liebesschlösser entsorgt werden, werden diese in München eine gewisse Zeit gesammelt. Einige Monate haben Paare Zeit, ihr geknacktes Liebesschloss als Erinnerungsstück beim Bauhof an der Isar wieder abzuholen.

Liebe mit Respekt

Vielleicht finden Sie aber auch einen ganz anderen Weg, sich gegenseitig Ihre ewige Liebe zu versichern. Keine Alternative stellt in jedem Fall das eingeritzte Herz im Baumstamm dar. Dieser Vorgänger des Liebesschlosses ist nicht nur eine strafbare Sachbeschädigung. Die Verletzung der Rinde des betroffenen Baums kann diesen nachhaltig schädigen oder sogar auf Dauer zerstören. Auch von Parkbänken sollten Sie Ihr Taschenmesser lassen. Diese stehen im Eigentum der Gemeinde oder des Parkbesitzers und dürfen ebenfalls nicht beschädigt werden.

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