Heizpilze: Wo sind sie erlaubt?

Länger draußen sitzen

Das Corona-Ansteckungsrisiko einzudämmen ist das Ziel von Gastronomie und Politik. Frische Luft und Heizpilze sollen helfen.

 Heizpilze: Wo sind sie erlaubt?

Rechtsfrage des Tages:

Die Tage des gemütlichen Draußensitzens sind so langsam vorbei. Die Abende werden feucht und die Luft kühl. Ein Heizstrahler kann da gute Dienste tun. Wo sind Heizpilze und Co. erlaubt?

Antwort:

Heizpilze stehen heftig in der Kritik. Dennoch wollen viele auf die wohlige Wärme nicht verzichten und trotzdem die frische Luft auf Balkon oder Terrasse genießen. Im privaten Bereich gibt es kaum Einschränkungen für die Nutzung von Heizstrahlern. Vor Bars und Restaurants sind sie hingegen vielerorts verboten oder nur eingeschränkt nutzbar. Das soll sich jetzt aber übergangsweise ändern.

Wärme von oben

Arten von Heizstrahlern gibt es viele. Sie können einen gasbetriebenen Heizpilz verwenden oder einen Infrarotstrahler im Wintergarten installieren. Wie und wo Sie Ihren Heizstrahler aufstellen oder montieren, kommt auf dessen Funktion an. Elektrisch betriebene Infrarotgeräte dürfen Sie an Decken oder auch unter einer Markise befestigen. Achten Sie aber unbedingt beispielsweise hinsichtlich der Seitenabstände auf die Montageanleitung. Für gasbetriebene Geräte, die meist mit Konvektionshitze funktionieren, müssen Sie den Standort besonders sorgfältig wählen. Während bei gasbetriebenen Heizpilzen der hohe CO2-Ausstoß kritisiert wird, gelten Infrarotstrahler als Energiefresser.

Was sagt der Vermieter?

Ob Ihr Vermieter Ihnen die Nutzung eines Heizstrahlers auf dem Balkon verbieten kann, ist bisher nicht abschließend gerichtlich entschieden. Letztlich wird die rechtliche Bewertung aber ähnlich ausfallen wie beim Grillen auf Balkonien. Sprechen zwingende Gründe gegen eine Wärmequelle, wird Ihr Vermieter Ihnen die Benutzung untersagen können. Besteht beispielsweise aufgrund eines gasbetriebenen Heizpilzes auf dem Balkon erhöhte Brandgefahr, sollten Sie lieber auf die Gasflamme verzichten. Auch dürfen Sie Ihre Nachbarn nicht unangemessen belästigen. Zwar geht von einem Heizpilz keine Geruchsbelästigung wie von einem Holzkohlegrill aus. Aber auch die Helligkeit und das Rauschen des Gases können mitunter zu einer Beeinträchtigung des nachbarschaftlichen Friedens führen. Infrarotstrahler dürften wohl zulässig sein. Aber Achtung! Bohren Sie für die Aufhängung nicht die Fassade an, wenn sich dort eine Wärmedämmung befindet. Ihr Vermieter kann Sie auf Schadenersatz in Anspruch nehmen, wenn Sie die Hausdämmung beschädigen.

Restaurants, Bars und Cafés

Im öffentlichen Bereich sieht die Rechtslage etwas anders aus. Während Ihnen keine Verordnung und kein Gesetz die Benutzung eines Heizpilzes auf dem eigenen Grundstück verbietet, sind Strahler und Co. im öffentlichen Raum häufig tabu. Eine einheitliche Regelung gibt es aber nicht.

Flickenteppich

Wie in vielen anderen Bereichen auch herrschen zum Thema Heizpilz in Deutschland viele unterschiedliche Herangehensweisen. Je nach Stadt kann die Regelung unterschiedlich ausfallen und sogar innerhalb der Städte legen manche Bezirke unterschiedliche Regeln fest. Zum Beispiel in Berlin entscheidet jeder Bezirk selbst über die Erlaubnis von Heizpilzen. So ist das Aufstellen in dem einen Bezirk erlaubt, in einem anderen verboten. In Hamburg sind Heizpilze hingegen generell verboten. Und Frankfurt hat sich gegen ein Verbot entschieden.

In Zeiten von Corona

Solange das Wetter noch mitgespielt hat, konnten Gäste auf Terrassen und vor Cafés bewirtet werden. Bei Nieselregen und kühlen Temperaturen will aber trotz Markise kaum jemand vor der Tür sitzen. Allerdings soll die Ansteckungsgefahr mit Corona an der frischen Luft geringer sein als in geschlossenen Räumen. Um den gebeutelten Gastronomiebetrieben auch während der Herbst- und Wintermonate die Möglichkeit zu geben, Gäste im Freien bewirten zu können, wird über eine bundesweite Lockerung der Heizpilzverbote diskutiert. Tatsächlich besteht vielerorts bereits eine Ausnahmeregelung. So hat beispielsweise Hamburg erklärt, die Nutzung von Heizpilzen in der Gastronomie trotz des eigentlichen Verbots bis Ende April nächsten Jahres zu dulden. Auch in Essen wird bis März ein Auge zugedrückt.

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