Hecke schneiden: erst wieder im Herbst

Pflege ist erlaubt

Hobbygärtner lockt der Frühling in die Beete. Dürfen Sie jetzt noch Ihren Garten umgestalten und dafür Büsche und Hecken entfernen?

Hecke schneiden: erst wieder im Herbst

Rechtsfrage des Tages

Der Frühling naht und Sie als Hobbygärtner freuen sich sicher schon auf Ihre Gartenarbeit. Allzu großzügig dürfen Sie Ihre Hecken und Büsche aber nicht stutzen. Welche Regeln gelten für den Heckenschnitt im Frühjahr?

Freuen Sie sich auch darauf, Ihren Garten fit für den Frühling zu machen? Dann legen Sie sich doch schon mal Ihre Schaufeln und das Saatgut bereit. Eine komplette Umgestaltung Ihres Gartens werden Sie aber nicht mehr vornehmen können. In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September dürfen Sie nämlich Büsche und Hecken nicht abschneiden, roden oder weit herunterschneiden. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet in dieser Zeit radikale Maßnahmen.

Für welche Pflanzen gilt das Verbot?

Das Schnittverbot gilt für Hecken und Büsche, lebende Zäune zum Beispiel aus Kirschlorbeer, Röhricht und Schilf. Auch mit Gehölz bewachsenen Erd- und Steinwällen sowie Sträuchern mit kleinem Stamm dürfen Sie nicht zu Leibe rücken. Das Verbot dient vor allem dem Schutz der heimischen Vogelwelt. Diese sind mit dem Nestbau und Brüten beschäftigt. Würden Sie einen Busch bis aufs Holz herunterschneiden, könnten Sie dabei versehentlich Nester beschädigen und das Gelege zerstören. Daher sollten Sie auch bei anderen Pflanzen immer sorgfältig prüfen, ob ein Vogel sich diese als Kinderstube ausgesucht hat.

Form- und Pflegeschnitt erlaubt

Radikale Verjüngungskuren oder vollständiges Entfernen des geschützten Bewuchses dürfen Sie erst wieder ab Oktober vornehmen. Pflegen dürfen Sie Ihre Gartenpflanzen natürlich trotzdem. Pflegeschnitte oder schonende Formschnitte sind ganzjährig erlaubt. Achten Sie aber auch hierbei sorgfältig auf nistende Vögel. Hat sich eine Amsel in Ihrer Konifere häuslich eingerichtet, warten Sie mit dem Formschnitt lieber ein paar Wochen. Ansonsten könnten Sie den Vogel von seinem Nest vertreiben.

Bußgeld droht

Halten Sie sich nicht an die Regeln, droht Ihnen ein Bußgeld. Dieses kann mehrere tausend Euro betragen. Die Grundlage der gesetzlichen Regelung bildet das Bundesnaturschutzgesetz. Die konkrete Ausgestaltung ist Ländersache. Und so finden Sie je nach Bundesland weitere Einschränkungen, die Sie beachten müssen. In Nordrhein-Westfalen dürfen Sie beispielsweise Büsche nicht auf den Stock setzen, also kurz über dem Boden absägen oder abschneiden. In Hamburg dürfen Sie nur den Jahrestrieb abschneiden. Auch die Bußgelder variieren zwischen den Bundesländern.

Wenn zwei sich eine Hecke teilen

Häufig werden Hecken als Sichtschutz zur Trennung zweier Grundstücke genutzt. Teilen sich zwei Nachbarn eine Hecke, gilt diese als Grenzeinrichtung. Für den Unterhalt und die Pflege sind beide zu gleichen Teilen verpflichtet. Wie meist im Nachbarschaftsrecht müssen Sie sich mit Ihrem Nachbarn abstimmen. So können Sie die Hecke gemeinsam schneiden oder Sie wechseln sich bei der Pflege ab. Kappen Sie die Hecke ohne Rücksprache mit Ihrem Nachbarn, kann dies als Sachbeschädigung einen Anspruch auf Schadenersatz auslösen.

 

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