Gerümpel des Vormieters: Wer darf es entsorgen?

Wohin mit dem Kram?

Hat Ihr Ex-Mieter die Wohnung nicht leergeräumt, liegt der Griff zum Müllsack nahe. Doch Sie sollten nichts überstürzen.

Gerümpel des Vormieters: Wer darf es entsorgen?

Rechtsfrage des Tages:

Der Mieter meiner Wohnung ist ausgezogen. Bei der Wohnungsübergabe standen noch ein paar Kartons und Möbel in der Wohnung. Er versprach, die Sachen am nächsten Tag abzuholen. Stattdessen fand ich einfach den Schlüssel kommentarlos in meinem Briefkasten. Darf ich die Sachen entsorgen?

Antwort:

Eigentlich ist Ihr Mieter verpflichtet, Ihnen nach Beendigung des Mietverhältnisses die Wohnung geräumt zu übergeben. Also in dem Zustand, in dem er sie übernommen hat. Dazu gehört es natürlich, Hausrat, Möbel, Gerümpel und Müll mitzunehmen bzw. zu entfernen. In der Praxis kommt es aber immer wieder vor, dass der Vermieter nach dem Auszug des Mieters dessen restliche Habe in der Wohnung oder den Kellerräumen findet.

Welche Dinge muss ich aufbewahren?

Da der Mieter weg ist, drängt sich die Idee auf, er habe die Sache einfach aufgegeben. Und so mancher Vermieter möchte sicher schnell den Sperrmüll bestellen. Aber Vorsicht: Als Vermieter haben Sie nicht das Recht, das Eigentum Ihres ehemaligen Mieters einfach zu entsorgen. Sie müssen sein Hab und Gut eine angemessene Zeit aufbewahren, damit Ihr Mieter es noch abholen kann.

Eine genaue Frist dafür gibt es nicht. Es kommt vielmehr auf Art und Umfang der zurückgelassenen Gegenstände an. Finden Sie in der Wohnung einen Müllsack mit leeren Pizzakartons und gebrauchten Papierservietten, dürfen Sie diesen natürlich entsorgen. Ihr Mieter wird kaum kommen und Anspruch darauf erheben. Steht in der Wohnung aber noch eine Couchgarnitur oder ist die Einbauküche trotz anderslautender Absprache doch nicht abgebaut worden, wird die Sache schwieriger.

So lange müssen Sie das Eigentum des Vormieters aufbewahren

Mindestens 2 Monate sollten Sie die Sachen aufbewahren. Schreiben Sie in dieser Zeit Ihren Ex-Mieter an und fordern Sie ihn zur Abholung der Sachen auf. Setzen Sie ihm eine Frist, bis wann er Ihre Wohnung geräumt haben muss. Diese Frist muss angemessen sein. Nennen Sie am besten ein genaues Datum. Und kündigen Sie an, nach Ablauf der Frist die Sachen auf seine Kosten zu entsorgen.

Wichtig: Achten Sie wie immer in solchen Fällen darauf, dass Sie den Zugang Ihres Schreibens nachweisen können. Aber auch, wenn sich Ihr Mieter nicht binnen der von Ihnen gesetzten Frist meldet: Rufen Sie nicht vorschnell eine Entrümpelungsfirma an. 2 bis 3 Monate müssen Sie die Sachen trotzdem einlagern.

Besonders unangenehm wird es für Sie, wenn Sie durch Ihre Pflicht zur Aufbewahrung daran gehindert sind, die Wohnung neu zu vermieten. Bei großen Mengen oder schweren und sperrigen Möbeln kann das durchaus der Fall sein. Von Ihrem ehemaligen Mieter können Sie dann immerhin eine Nutzungsentschädigung verlangen.
Das gilt natürlich nicht, wenn es nur um wenige Sachen von geringer Größe geht. Diese bringen Sie sicher problemlos in einem Keller oder auf einem Dachboden unter.

Das könnte Sie auch interessieren:

Damit Sie Ihr gutes Recht bekommen

Hier finden Sie garantiert den passenden Tarif. Z. B. den umfassenden Privat-Rechtsschutz für die Lebensbereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr.

Ähnliche Beiträge: