Urlaubsplanung im Betrieb

Anspruch auf Brückentag?

Da Brückentage begehrt sind, gibt es oft Unstimmigkeiten. Hilft es, beim Urlaubsantrag schnell zu sein, um sich einen Brückentag zu sichern?

Urlaubsplanung im Betrieb

Rechtsfrage des Tages:

Ein neues Jahr bedeutet auch wieder neue Urlaubsansprüche. Viele Betriebe planen die Urlaube ihrer Mitarbeiter im Voraus. Wer hat Vorrang und wie verteilen sich die Brückentage?

Antwort:

Auch in diesem Jahr fallen die Brückentage, also Tage zwischen einem Wochenende und einem gesetzlichen Feiertag, eher spärlich aus. Umso begehrter sind diese Tage bei Arbeitnehmern, um ein langes Wochenende zu haben und dabei möglichst wenige Urlaubstage zu verbrauchen. Dabei gilt nicht: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ihr Chef entscheidet nämlich im Rahmen einer Interessenabwägung, wer in den Genuss eines Brückentags kommt. Ähnlich ist die Rechtslage, wenn es um die Planung des Jahresurlaubs geht.

Chef darf Urlaub nicht vorschreiben

Auch wenn es sicher viele Vorgesetzte ganz praktisch finden: Der Arbeitgeber darf seinen Angestellten nicht vorschreiben, wann sie Urlaub zu nehmen haben. Allerdings kann er mit dem Betriebsrat allgemeine Grundsätze für die Urlaubsgewährung aushandeln, etwa Betriebsferien oder Urlaubspläne. Der Betriebsrat hat dabei ein Mitbestimmungsrecht.

Kein Urlaub bei Engpass

Das bedeutet aber nicht, dass Ihr Chef im Ernstfall in den Sommerferien auf alle Angestellten verzichten muss, wenn alle gleichzeitig Urlaub nehmen wollen. Aus dringenden betrieblichen Gründen darf er nämlich den Urlaubsantrag ablehnen und den Arbeitnehmer auf einen anderen Zeitraum verweisen. Das können personelle Engpässe wegen Krankheit sein oder eine unerwartet große Menge Arbeit durch zusätzliche Aufträge.

Belange anderer

Auch die Interessen anderer Mitarbeiter muss der Arbeitgeber berücksichtigen. So können Angestellte mit schulpflichtigen Kindern in der Ferienzeit bevorzugt werden. Dabei muss er aber die Belange der kollidierenden Antragsteller abwägen: Musste ein Arbeitnehmer schon mehrfach auf seinen Sommerurlaub zugunsten kinderreicher Familien verzichten, kann er durchaus auch einmal bevorzugt werden. Eine Rolle spielen kann auch der Urlaub des Ehepartners oder die Dauer der Betriebszugehörigkeit. Wichtig ist, dass der Arbeitgeber nur sachliche Gründe für die Beurteilung heranzieht und sich nicht von persönlichen Sympathien leiten lässt.

Keine Absage nach Reha

Nach dem Bundesurlaubsgesetz gibt es aber auch einen Urlaubsantrag, den der Arbeitgeber nicht ablehnen darf: Beantragt der Arbeitnehmer Urlaub im Anschluss an eine medizinische Vorsorge oder Rehabilitation, hat der Chef nichts mitzureden.

Anspruch auf Brückentag

Bei Brückentagen gelten für Arbeitnehmer dieselben Grundsätze wie für andere Urlaubstage auch: Die Interessen der Mitarbeiter muss Ihr Chef gegeneinander abwägen. Natürlich sollte er darauf achten, dass jeder mal in den Genuss eines Brückentags kommt. Ist die Urlaubsplanung allerdings bereits abgeschlossen, können Sie nichts mehr unternehmen. Denn einen einmal genehmigten Urlaub darf der Arbeitgeber nicht widerrufen. Nur in besonders schweren Ausnahmesituationen darf er ihn verlegen – oder natürlich, wenn der Arbeitnehmer einverstanden ist.

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