Muss Trinkgeld versteuert werden?

In einigen Fällen ...

Waren Sie mit dem Service zufrieden, erfreuen Sie doch Ihren Kellner mit einem kleinen Trinkgeld. Das Finanzamt hat da keinen Anspruch.

Muss Trinkgeld versteuert werden?

Rechtsfrage des Tages:

In vielen Branchen ist es üblich, das Gehalt von Mitarbeitern mit einem Trinkgeld aufzubessern. Ist diese zusätzliche Zahlung eigentlich steuerfrei?

Antwort:

Im Restaurant oder beim Friseur ist es Usus, den fleißigen Dienstleistern ein Trinkgeld zukommen zu lassen. Gerade bei gutem Service kann da schon einiges zusammenkommen. Ob sich das Finanzamt dafür interessiert, kommt drauf an. Trinkgelder müssen Sie nämlich unterscheiden in freiwillige Leistungen und solche, auf die der Angestellte einen Rechtsanspruch hat.

Kleiner Dank

Waren Sie mit Ihrem Kellner besonders zufrieden oder freuen sich über Ihren schicken neuen Haarschnitt? Dann werden Sie sicherlich beim Bezahlen der Rechnung ein kleineres oder größeres Trinkgeld dazugeben. Gerade in Branchen mit eher niedrigem Gehalt, sind die Mitarbeiter auf diese zusätzlichen Zahlungen angewiesen. Zahlen Sie das Trinkgeld freiwillig als Dank für die gute Bedienung, dann ist es tatsächlich steuerfrei. Zurückzuführen ist dies auf das 2002 eingeführte Gesetz zur Steuerfreistellung von Arbeitnehmertrinkgeldern.

Gemeinsame Kasse

Die Steuerfreiheit gilt auch für gemeinsame Trinkgeldkassen. Steht bei Ihrem Friseur ein Sparschwein für alle Mitarbeiter und teilen sich diese den Inhalt nach Feierabend, müssen diese den finanziellen Bonus nicht beim Finanzamt angeben. Eine Sonderregelung gilt allerdings für Spielbanken. Geben Sie dem Croupier ein Trinkgeld in Form von Jetons in den sogenannten Tronc, müssen diese nach Ansicht des Bundesfinanzhofes den Gegenwert versteuern. Anders bei Trinkgeldern für Saalassistenten. Auch wenn der Arbeitgeber die Trinkgelder für das nicht spieltechnische Personal einsammelt und hinterher verteilt, handelt es sich anders als beim Tronc um eine freiwillige Leistung. Steuern fallen nicht an.

Anspruch auf Trinkgeld

Neben den freiwilligen Trinkgeldern haben Arbeitnehmer manchmal auch einen Rechtsanspruch auf zusätzliche Zahlungen. Nämlich dann, wenn sie dies zum Beispiel als Bedienzuschläge im Arbeitsvertrag vereinbart haben. Auch viele Möbelpacker haben in ihrem Vertrag ein Metergeld geregelt. Der Arbeitgeber zahlt diese meist genau festgelegte Summe mit dem Arbeitsentgelt aus. Die Zahlung ist dann steuer- und sozialabgabenpflichtig.

Wie viel ist üblich?

Mit einem freiwilligen Trinkgeld honorieren Gäste oder Kunden zuvorkommenden Service und gute Dienstleistungen. In Deutschland ist in der Regel ein Aufschlag von rund zehn Prozent auf den Rechnungsbetrag üblich. Wollen Sie mit Karte zahlen sollten Sie vorher Fragen, ob Sie das Trinkgeld lieber in bar zahlen sollen. Es kommt dabei nämlich darauf an, ob der Chef die Trinkgelder sammelt und unter den Angestellten verteilt oder jeder seine persönliche Zuwendung behalten kann. Wollen Sie ins Ausland reisen, sollten Sie sich vorher über die örtlichen Gebräuche informieren. In anderen Ländern wird nicht selten ein deutlich höheres Trinkgeld erwartet.

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