Arbeitszeugnis: Korrektur

Das stimmt doch nicht!

Bei der Beurteilung der Leistung sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer oft nicht einig. Das zeigt sich spätestens im Zeugnis.

Arbeitszeugnis: Korrektur

Mündet Ihr anfängliches Misstrauen gegenüber einigen Formulierungen im Zeugnis in Wut über Falsches oder Unvollständiges, müssen Sie sich damit nicht abfinden.

Die Berichtigung

Hat der Arbeitgeber im Zeugnis

  • Tatsachen falsch wiedergegeben,
  • Ihre Leistung unvollständig beschrieben oder bewertet oder
  • formelle Vorschriften nicht beachtet,

sollte der Anspruch auf Berichtigung des Zeugnisses geprüft werden.

Bitte um Überarbeitung

Bevor jedoch ein Rechtsanwalt eingeschaltet wird, sollte der Arbeitgeber um Überarbeitung des Zeugnisses gebeten werden. Oft ist es kein böser Wille: Gerade Betriebe ohne Personalabteilung kennen sich nicht immer gut in der Zeugnissprache aus.

Nachweispflicht des Arbeitgebers

Hält Ihr ehemaliger Chef allerdings seine Ausführungen für richtig und verweigert die Änderung, muss er seine Behauptungen beweisen.

Nachweispflicht des Arbeitnehmers

Hat Ihr ehemaliger Arbeitgeber Ihnen das Zeugnis verspätet oder gar nicht erteilt oder lehnt er eine Berichtigung ab, kann er sich Ihnen gegenüber schadenersatzpflichtig machen. Voraussetzung ist, dass Ihnen tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Der Schaden liegt dann meistens im Verdienstausfall, weil Sie wegen des fehlenden oder unrichtigen Arbeitszeugnisses keine neue Stelle gefunden haben oder zu schlechteren Bedingungen eingestellt wurden.

Allerdings müssen Sie nicht nur beweisen, dass das fehlende Zeugnis der Grund für Arbeitslosigkeit oder einen geringwertigeren Arbeitsplatz war. Auch die Höhe des geforderten Anspruchs müssen Sie durch Beweise plausibel machen.

Der Ernstfall

Die Berichtigung eines Zeugnisses muss innerhalb einer angemessenen Zeit (bis etwa zu einem halben Jahr nach der Zeugnisausstellung) verlangt werden. Wird die Frist versäumt, ist der Anspruch verwirkt und Ihr Zeugnis bleibt unverändert.

Einsichtiger Arbeitgeber

Akzeptiert der Arbeitgeber die Änderungswünsche, muss er das gesamte Zeugnis neu ausstellen. Die den Zorn auslösende ursprüngliche Beurteilung muss übrigens nicht zurückgegeben werden.

Uneinsichtiger Arbeitgeber

Trifft der Anspruch auf Berichtigung auf Kopfschütteln oder Schulterzucken, können Sie sich an das für den Firmensitz zuständige Arbeitsgericht wenden und den Arbeitgeber verklagen. 

Herausgabe oder Widerruf des Zeugnisses

Unter Umständen kann der Arbeitgeber ein bereits erteiltes Zeugnis widerrufen. Jedoch nur dann, wenn er nach Ausstellung des Zeugnisses von Tatsachen erfährt, die seine Bewertung in wesentlichen Punkten unrichtig erscheinen lassen. Voraussetzung ist jedoch ein schwerwiegender Fehler. Der Arbeitgeber kann in diesem Fall das Zeugnis herausverlangen. Selbstverständlich muss er Ihnen dann ein neues Zeugnis ausstellen.

Auch dieser Anspruch kann verwirkt sein, wenn der Arbeitgeber den Widerruf nicht in angemessener Zeit nach Kenntnis der neuen Tatsachen erklärt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Damit Sie Ihr gutes Recht bekommen

Hier finden Sie garantiert den passenden Tarif. Z. B. den umfassenden Privat-Rechtsschutz für die Lebensbereiche Privat, Beruf, Wohnen und Verkehr.

Ähnliche Beiträge: