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Zahnfleischentzündung – was tun?

Gingivitis und Parodontitis

Zahnfleischentzündung früh erkennen: Erfahren Sie, welche Symptome typisch sind und wie Sie Ihr Zahnfleisch wirksam schützen.

Zahnärztin erklärt dem Patienten richtige Zahnreinigung

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Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnfleischentzündungen entstehen meist durch bakterielle Beläge und heilen bei gründlicher Mundhygiene oft innerhalb weniger Tage ab.
  • Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann daraus eine Parodontitis entstehen, die den Zahnhalteapparat dauerhaft schädigt und zu Zahnverlust führen kann.
  • Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, Rötungen oder Mundgeruch sollten ernst genommen werden. Halten die Beschwerden länger als 2 Wochen an, ist ein Zahnarztbesuch zu empfehlen.

Diese Themen finden Sie hier

Zahnfleischentzündungen: Was steckt dahinter?

Oft bemerkt man Zahnfleischentzündungen gar nicht, so häufig kommen sie vor und so unauffällig ist meistens der Verlauf. Unbehandelt kann eine Zahnfleischentzündung aber zu schwereren Erkrankungen führen. Was es bei chronischer Zahnfleischentzündung, Zahnfleischschwund und Parodontitis zu beachten gibt, lesen Sie hier im Ratgeber.

Was passiert bei unbehandelten Zahnfleischentzündungen?

In diesem Video erfahren Sie alles über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Zahnfleischentzündung.

Was ist eine Gingivitis?

Zahnfleischentzündung (Gingivitis) gehört zu den häufigsten Krankheiten im Mundraum. Oft merkt man gar nicht, dass das Zahnfleisch entzündet ist. Geht die Entzündung schnell wieder weg, muss man sich keine Sorgen machen. Bleibt die Entzündung bestehen, kann sie aber ernstzunehmende Folgen haben.

Eine Gingivitis klingt meist schnell wieder ab, wenn Sie die entzündete Stelle zweimal täglich gründlich reinigen. Dazu reicht eine normale, sorgfältige Zahnpflege aus. Ist die Entzündung nach 2 Wochen nicht abgeklungen oder verstärkt sich, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.

Gingivitis vs. Parodontitis: Was ist der Unterschied?

Beide Erkrankungen betreffen das Zahnfleisch, unterscheiden sich aber deutlich in Schwere und Folgen. Während eine Gingivitis meist gut behandelbar ist, kann eine Parodontitis bleibende Schäden verursachen.

Ursachen der Gingivitis: Wie entsteht eine Zahnfleischentzündung?

Zahnfleischentzündung durch mangelnde Mundhygiene

Oft beginnt eine Zahnfleischentzündung ganz harmlos: Durch bakterielle Beläge am Zahnrand wird das Zahnfleisch gereizt. Bei einer schlechten Mundhygiene kann sich die Entzündung ausbreiten.

Gut zu wissen

Was sind Zahnfleischtaschen?

Zahnfleischtaschen sind Zwischenräume zwischen Zahnfleisch und Zahn, in denen sich Bakterien ablagern können. Zahnfleischtaschen lassen sich schwer reinigen und können Parodontitis zur Folge haben.

Zahnfleischentzündungen durch Verletzungen

Auch Verletzungen und Wunden können zu Zahnfleischentzündungen führen.

Was sind die häufigsten Symptome einer Zahnfleischentzündung?

Normalerweise ist das Zahnfleisch blassrosa und fest. Wenn Zahnfleisch entzündet ist, zeigt sich mindestens eines dieser Symptome:
  • Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  • Blutende oder weiche Stellen, typisches Zahnfleischbluten
  • Mundgeruch
  • In schweren Fällen Fieber, Abgeschlagenheit und geschwollene Lymphknoten

Gut zu wissen

Wie erkenne ich eine Zahnfleischentzündung?

Gingivitis ist meistens schmerzfrei. Achten Sie deshalb auf gerötete Stellen. Ist beim Zähneputzen Blut in der ausgespuckten Zahnpasta, deutet auch das auf eine Zahnfleischentzündung hin.

Eine Blondine mit Bob lächelt über die Schulter während sie über eine Brücke geht.

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So untersucht Ihr Zahnarzt eine Zahnfleischentzündung

Mit einigen einfachen Untersuchungen kann Ihr Zahnarzt feststellen, ob eine Zahnfleischentzündung vorliegt und ob bereits der Zahnhalteapparat betroffen ist.

Wie wird eine Zahnfleischentzündung behandelt?

Die richtige Behandlung einer Gingivitis hängt davon ab, wie stark das Zahnfleisch entzündet ist.

Richtige Mundhygiene bei Zahnfleischentzündungen

Eine gründliche Mundhygiene ist die wichtigste Grundlage, um entzündetes Zahnfleisch zu beruhigen und Bakterien zu reduzieren.

  • Zweimal täglich Zähne putzen, am besten mit fluoridhaltiger Zahnpasta und einer mittelharten Zahnbürste
  • Zahnzwischenräume täglich reinigen, z. B. mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
  • Antibakterielle Mundspülungen verwenden, sie können Keime im Mundraum reduzieren
  • Salben oder Gele gegen Zahnfleischentzündungen können gereiztes Zahnfleisch zusätzlich beruhigen
  • Regelmäßige Zahnpflege beibehalten, auch wenn das Zahnfleisch empfindlich oder leicht blutig ist.

Hausmittel: Erste Hilfe gegen eine Zahnfleischentzündung

Bei der Behandlung einer akuten Zahnfleischentzündung können diese Hausmittel helfen:

Checkliste

  • Mit Kamillen-, Thymian- oder Salbeitee spülen. Die Heilpflanzen wirken beruhigend und entzündungshemmend.
  • Teebeutel mit Schwarztee 5 Minuten auf das Zahnfleisch legen. Die Gerbstoffe können Schmerzen lindern und gereiztes Zahnfleisch beruhigen.
  • Zahnfleisch vorsichtig massieren, am besten mit einer weichen Zahnbürste, um die Durchblutung anzuregen.
  • Antibakterielle Lebensmittel wie Knoblauch wirken entzündungshemmend.
  • Grünes Gemüse wie Rucola oder Spinat enthält wertvolle Nährstoffe, die das Zahnfleisch unterstützen können.
  • Ausreichend trinken. Wasser und ungesüßter Tee fördern die Speichelbildung und helfen, Bakterien im Mund zu reduzieren.
  • Auf Rauchen und Alkohol verzichten. Beides kann entzündetes Zahnfleisch zusätzlich reizen.

Wie behandelt der Zahnarzt eine Zahnfleischentzündung?

Professionelle Zahnreinigung bei akuter Gingivitis

Eine akute Zahnfleischentzündung wird beim Zahnarzt meist mit einer gründlichen professionellen Zahnreinigung behandelt. Dabei entfernt der Zahnarzt oder die Prophylaxe-Fachkraft Plaque und Bakterien gründlich von Zähnen und Zahnzwischenräumen – auch an Stellen, die Sie mit Zahnbürste oder Zahnseide kaum erreichen. Dafür kommen Ultraschallgeräte und spezielle Handinstrumente zum Einsatz.

Anschließend werden die Zähne poliert, damit sich neue Beläge schwerer festsetzen können. Manchmal werden zusätzlich Lacke oder Versiegelungen auf die Zahnoberfläche aufgetragen. Ergänzend können antibakterielle Mundspülungen oder Medikamente helfen, die Entzündung zu lindern.

Behandlung bei chronischer Gingivitis oder Parodontitis

Ist die Zahnfleischentzündung bereits fortgeschritten oder chronisch, sind meist weitere Behandlungen notwendig. Dazu gehören:

  • gründliche Reinigung tiefer Zahnfleischtaschen
  • antibakterielle Mundspülungen mit Chlorhexidin
  • Medikamente wie Antibiotika bei starken Entzündungen
  • Schmerzmittel bei Beschwerden oder Schwellungen

Welche Folgen kann eine unbehandelte Zahnfleischentzündung haben?

Eine akute Zahnfleischentzündung ist nicht gefährlich. Man kann sie meist gut behandeln und sie heilt häufig ohne bleibende Schäden ab. Bleibt die Entzündung jedoch unbehandelt, können sich die Beschwerden verschlimmern und schwere Folgeschäden verursachen:

  • Parodontitis: Die häufigste Folge einer unbehandelten Gingivitis. Dabei greift die Entzündung den Zahnhalteapparat an und kann langfristig zu locker werdenden Zähnen oder Zahnverlust führen.
  • Ausbreitung der Bakterien im Körper: Die Bakterien, die die Zahnfleischentzündung auslösen, können über die Blutbahn in andere Körperbereiche gelangen und im schlimmsten Fall eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen.
  • Erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen: Die Bakterien können weiter durch den Körper wandern und z. B. eine Lungenentzündung oder langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für eine Zahnfleischentzündung?

Nicht nur die Zahnpflege beeinflusst das Risiko für Gingivitis. Weitere Risikofaktoren wie Lebensstil, Gesundheit, genetische Faktoren und Hormone können das Zahnfleisch anfälliger für Entzündungen machen.

Gut zu wissen

Was hilft gegen trockenen Mund?

Bei trockenem Mund helfen häufig schon einfache Maßnahmen wie ausreichend Wasser trinken oder zuckerfreie Kaugummis. Damit wird die Speichelbildung angeregt.

Eltern liegen auf dem Teppichboden und lachen mit der kleinen Tochter in die Kamera.

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Wann wird eine Zahnfleischentzündung zur Parodontitis?

Bleibt eine chronische Gingivitis unbehandelt, breitet sich die Entzündung auf den Zahnhalteapparat aus. Dann spricht man von einer Parodontitis.

Gut zu wissen

Was ist der Unterschied zwischen Parodontitis und Parodontose?

Die Begriffe Parodontitis und Parodontose werden häufig synonym verwendet. Der medizinisch korrekte Begriff für eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats ist aber Parodontitis. Parodontose ist dagegen ein älterer Begriff, der umgangssprachlich oft noch verwendet wird.

Wie entsteht eine Parodontitis?

Eine Parodontitis entsteht häufig aus einer unbehandelten Zahnfleischentzündung. Dabei breiten sich Bakterien vom Zahnfleisch auf den Zahnhalteapparat aus.

Der Zahnhalteapparat besteht aus einem Bindegewebe namens Wurzelhaut, das den Zahn im Kieferknochen festhält. In der Wurzelhaut sorgen feine Fasern dafür, dass der Zahn fest, aber elastisch im Kiefer sitzt. Bei einer Parodontitis sind die Wurzelhaut und teilweise der Knochen entzündet.

Die Entzündung zerstört das Bindegewebe und den Knochen rund um den Zahn. Dieser Vorgang ist nicht unbedingt schmerzhaft und bleibt daher oft lange unentdeckt. Aber er hat Folgen: Die Zähne halten nicht mehr so fest im Knochen. Nach und nach beginnen sie zu wackeln und fallen schlussendlich sogar aus, solange die Parodontitis nicht behandelt wird.

Gut zu wissen

Kann eine Parodontitis vollständig heilen?

Der Zahnhalteapparat wächst nicht nach. Eine Parodontitis kann zwar gestoppt werden, der Schaden verschwindet aber nicht von alleine. Nach einer behandelten Parodontitis ist es daher wichtig, Zähne, Zahnzwischenräume und auch die entstandenen Zahntaschen sauber zu halten. Nur so lässt sich verhindern, dass der Abbau fortschreitet.

Gingivitis oder Parodontitis: Was ist der Unterschied?

Eine Gingivitis und eine Parodontitis betreffen beide das Zahnfleisch – sie unterscheiden sich jedoch darin, wie weit die Entzündung bereits fortgeschritten ist.

Woran erkennt man eine Parodontitis?

Eine Parodontitis entwickelt sich oft langsam und verursacht anfangs ähnliche Beschwerden wie eine Zahnfleischentzündung. Deshalb bleibt sie häufig lange unbemerkt. Typische Anzeichen sind:

Checkliste

  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten, z. B. beim Zähneputzen
  • Mundgeruch
  • empfindliches Zahnfleisch
  • später: zurückgehendes Zahnfleisch und locker werdende Zähne

Gut zu wissen

Bedeutet Zahnfleischrückgang immer Parodontitis?

Zahnfleischrückgang bedeutet nicht immer, dass Sie eine Parodontitis haben. Auch falsches Zähneputzen, Zähneknirschen oder andere Erkrankungen können die Ursache sein. Lassen Sie Veränderungen am Zahnfleisch deshalb immer von Ihrem Zahnarzt oder Ihrer Zahnärztin abklären.

PSI-Messung: So erkennt der Zahnarzt eine Parodontitis

Ihr Zahnarzt kann schon früh erkennen, ob Sie eine Parodontitis haben. Dazu dient der Parodontale Screening-Index (PSI). Damit misst der Zahnarzt, wie tief der Zwischenraum zwischen Zahn und Zahnfleisch ist. Ab etwa 3 Millimetern Tiefe ist der Zahnhalteapparat bereits geschädigt.

Der PSI gehört zu den Regeluntersuchungen. Er wird alle 2 Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Eine Parodontitis kann aufgehalten werden – allerdings heilt sie nicht von selbst aus. Verlorengegangenes Gewebe kann nur chirurgisch ersetzt werden. Um den Verlust der Zähne möglichst zu verhindern, ist eine aufwendige Parodontitis-Behandlung nötig. Sie verläuft in 2 Schritten:

Schritt 1: Entzündung bekämpfen

Checkliste

  1. Bakterienherde entfernen: Ihr Zahnarzt entfernt bakterielle Zahnbeläge, Zahnstein und entzündetes Gewebe gründlich aus den Zahnfleischtaschen.
  2. Zahnfleischtaschen reinigen: Auch schwer erreichbare Bereiche zwischen Zahn und Zahnfleisch werden sorgfältig gesäubert, um die Entzündung zu stoppen und einer möglichen Zahnwurzelentzündung vorzubeugen.
  3. Zahnoberflächen glätten: Zahnwurzeln und Zahnoberflächen werden geglättet, damit sich neue Ablagerungen schlechter festsetzen können.
  4. Entzündungen gezielt behandeln: Bei starken Entzündungen können zusätzlich Antibiotika notwendig sein.
  5. Tiefe Zahntaschen chirurgisch behandeln: Ist die Parodontitis bereits fortgeschritten, muss das Zahnfleisch teilweise geöffnet werden, um Bakterienherde zu entfernen. Das Zahnfleisch wird aufgetrennt, befallene Regionen werden ausgeschabt. Auch an der Zahnwurzel wird poliert und gesäubert.

Schritt 2: Folgeschäden begrenzen

Checkliste

  • Gewebewachstum unterstützen: Die geschädigte Wurzelhaut kann sich teilweise regenerieren, braucht aber Unterstützung. Spezielle Materialien und wachstumsfördernde Mittel helfen dabei, das Bindegewebe wieder aufzubauen.
  • Freiliegende Zahnhälse behandeln: Hat sich das Zahnfleisch bereits stark zurückgezogen, können Zahnhälse empfindlich auf Wärme, Kälte oder Berührungen reagieren. Zusätzlich steigt das Kariesrisiko. In manchen Fällen wird deshalb eigenes Gewebe transplantiert, um die betroffenen Stellen wieder abzudecken.
  • Knochenaufbau ermöglichen: Auch geschädigter Kieferknochen kann teilweise wieder aufgebaut werden – z. B. mit künstlichem Knochenmaterial oder körpereigenem Knochengewebe.

Nach der Behandlung: Wie lässt sich ein Rückfall vermeiden?

Nach einer Parodontitisbehandlung kann nur eine einwandfreie Mundhygiene einen Rückfall und einen fortschreitenden Knochenabbau verhindern. Lassen Sie sich ggf. von Ihrem Zahnarzt zeigen, wie Sie Ihre Zähne am besten reinigen.

Seltene und schwere Formen der Zahnfleischentzündung

Die meisten Zahnfleischentzündungen entwickeln sich langsam und lassen sich gut behandeln. Es gibt jedoch auch seltene Verlaufsformen, die besonders schmerzhaft sind oder sehr schnell fortschreiten. Dazu gehören die aggressive Parodontitis, die akute nekrotisierende ulzerierende Gingivitis bzw. Parodontitis (ANUG/ANUP) sowie die desquamative Gingivitis.

Aggressive Parodontitis

Die aggressive Parodontitis ist eine seltene Sonderform der Parodontitis, die vor allem jüngere Menschen unter 30 betrifft. Im Unterschied zur chronischen Parodontitis schreitet sie deutlich schneller und oft schubweise voran. Sie führt meistens zu starkem und häufigem Zahnfleischbluten sowie zu zügigem Zahnfleischschwund und Knochenrückgang. Eine frühzeitige Behandlung ist deshalb besonders wichtig.

Die akute nekrotisierende ulzerierende Gingivitis bzw. Parodontitis (ANUG/ANUP)

Bei einer akuten nekrotisierenden ulzerierenden Gingivitis (ANUG) entzündet sich das Zahnfleisch plötzlich und besonders stark. Sind zusätzlich bereits der Zahnhalteapparat und der Kieferknochen betroffen, sprechen Zahnärzte von einer akuten nekrotisierenden ulzerierenden Parodontitis (ANUP).

 

Der Name beschreibt die typischen Merkmale der Erkrankung:

 

  • Akut: plötzlich, intensiv
  • Nekrotisierend: Gewebe stirbt ab
  • Ulzerierend: Geschwüre bilden sich

Bei einer ANUG bzw. ANUP bilden sich graue, rot umrandete Stellen am Zahnfleisch, vor allem zwischen den Zähnen. Dort wird das Gewebe durch starken Bakterienbefall zerstört.

Eine ANUG oder ANUP verursacht meist starke Beschwerden. Typische Symptome sind:

 

  • plötzliche starke Schmerzen am Zahnfleisch
  • starker Mundgeruch
  • starker Speichelfluss
  • Zahnfleischbluten
  • abgestorben wirkendes Zahnfleisch zwischen den Zähnen
  • geschwollene Lymphknoten
  • Fieber

Eine akute nekrotisierende ulzerierende Gingivitis entsteht bei geschwächtem Immunsystem. Zu einer ANUG und später einer ANUP kommt es durch diese Faktoren:

 

• Rauchen

• Stress

• Alkohol- und Drogenkonsum

• Schlafmangel

• Unterernährung

 

Eine ANUP beginnt immer mit einer normalen Gingivitis, die vor allem die kleinen Zahnfleischdreiecke zwischen den Zähnen (Papillen) betrifft.

Bei einer ANUG oder ANUP muss zuerst das tote Gewebe entfernt werden. Danach wird eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt und der Zahnarzt verschreibt Mundspülungen und Cremes.

Das abgestorbene Gewebe wächst im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr von selbst nach. In diesem Fall wird wie bei einer fortgeschrittenen Parodontitis vorgegangen.

Die desquamative Gingivitis

Die desquamative Gingivitis ist eine besondere Form der Zahnfleischentzündung, bei der sich die oberste Schleimhautschicht des Zahnfleisches ablöst. Das Zahnfleisch reagiert dabei besonders empfindlich und schmerzhaft. Viele Betroffene empfinden dann bereits Essen, Trinken oder Zähneputzen als unangenehm.

Typische Symptome sind:

 

  • tiefrotes Zahnfleisch
  • schnelles Zahnfleischbluten
  • sehr empfindliches oder weiches Zahnfleisch
  • Bläschenbildung
  • sich lösende Schleimhaut

Die Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben. Häufig tritt sie bei starken hormonellen Veränderungen auf, etwa in den Wechseljahren. Auch Allergien oder chronische Erkrankungen kommen als Auslöser infrage.

Je nach Ursache kommen unterschiedliche Therapien infrage. Häufig werden entzündungshemmende oder kortisonhaltige Cremes eingesetzt. Liegen hormonelle Ursachen zugrunde, können in schweren Fällen Behandlungen mit Hormonpräparaten sinnvoll sein.

FAQ – Häufige Fragen zur Zahnfleischentzündung

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Eine leichte Zahnfleischentzündung heilt bei guter Mundhygiene oft innerhalb weniger Tage ab. Halten Beschwerden länger als 1 bis 2 Wochen an oder kommen starke Schmerzen, Schwellungen oder häufiges Zahnfleischbluten hinzu, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.

Gründliches Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume helfen, bakterielle Zahnbeläge zu entfernen und die Entzündung einzudämmen. Zusätzlich können antibakterielle Mundspülungen, entzündungshemmende Gele sowie Spülungen mit Kamille oder Salbei das gereizte Zahnfleisch beruhigen.

Kamillen- oder Salbeitee wirken beruhigend, Salzwasser-Spülungen können Bakterien reduzieren und gekühlte Schwarzteebeutel helfen oft gegen Schmerzen und Schwellungen. Auch vorsichtiges Kühlen von außen empfinden viele Betroffene als angenehm.

Antibakterielle Mundspülungen mit Chlorhexidin können Entzündungen kurzfristig reduzieren. Zusätzlich eignen sich milde Zahnpasten für empfindliches Zahnfleisch sowie spezielle Gele gegen gereizte Stellen. Lassen Sie sich am besten in der Zahnarztpraxis beraten.

Ja. Elektrische Zahnbürsten reinigen die Zähne oft besonders gründlich und schonend von Zahnbelägen. Wichtig ist jedoch, nicht zu fest aufzudrücken und einen weichen Bürstenkopf zu verwenden, damit das Zahnfleisch nicht zusätzlich gereizt wird.

Empfehlenswert sind weiche, wenig reizende Lebensmittel sowie ausreichend Wasser. Sehr heiße, scharfe, harte oder stark säurehaltige Speisen können das entzündete Zahnfleisch zusätzlich reizen. Reduzieren Sie möglichst auch Zucker und Alkohol.

Betroffene Stellen kühlen, antibakterielle Mundspülungen und vorsichtiges Zähneputzen können Schmerzen lindern. Bei stärkeren Beschwerden helfen entzündungshemmende Schmerzmittel. Halten die Schmerzen länger an, sollten Sie unbedingt den Zahnarzt oder die Zahnärztin aufsuchen.

Die Entzündung selbst ist nicht direkt ansteckend. Allerdings können die auslösenden Bakterien über Speichel übertragen werden. Eine gute Mundhygiene reduziert das Risiko deutlich.

Eine leichte Zahnfleischentzündung kann bei gründlicher Mundhygiene innerhalb weniger Tage abheilen. Bleibt sie unbehandelt, kann sie chronisch werden oder sich zu einer Parodontitis entwickeln.

Eine akute Zahnfleischentzündung bessert sich oft nach wenigen Tagen. Je nach Ursache und Schwere kann die Heilung aber auch mehrere Wochen dauern.

Ja, denn das Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleisches und schwächt die Abwehrkräfte im Mundraum. Dadurch können sich Bakterien leichter vermehren und Entzündungen entstehen schneller. Gleichzeitig bleiben typische Warnzeichen wie Zahnfleischbluten bei Rauchern oft aus, sodass Zahnfleischentzündungen und Parodontitis häufig erst spät erkannt werden. Wer raucht, hat daher ein deutlich höheres Risiko, eine Zahnfleischentzündung zu bekommen.

Ja. Stress kann das Immunsystem schwächen und Entzündungen im Mundraum begünstigen. Zudem vernachlässigen viele Menschen unter Stress ihre Mundhygiene.

Während einer Erkältung ist das Immunsystem geschwächt. Außerdem atmen viele Menschen verstärkt durch den Mund, wodurch die Mundschleimhaut austrocknet. Dadurch können sich Bakterien leichter vermehren und das Zahnfleisch entzünden.

Stand: 23.06.2026

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