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Parodontitis: Symptome, Prophylaxe und Behandlung

Zahnfleischbluten: Was hilft?

Deutschland geht auf dem Zahnfleisch: Jeder zweite Deutsche hat Parodontitis. Doch das muss nicht sein.

Eine Frau wird beim Zahnarzt von zwei Frauen behandelt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Parodontitis ist eine häufige, oft schmerzlos verlaufende Zahnbettentzündung, die unbehandelt zu Knochenabbau und Zahnverlust führen kann.
  • Die Behandlung erfolgt in mehreren Schritten beim Zahnarzt und kann durch konsequente Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen langfristig stabilisiert werden.
  • Durch gute Zahnvorsorge, gesunde Lebensweise und frühzeitige Kontrolle lassen sich Risiko und Folgeschäden einer Parodontitis deutlich reduzieren.

Diese Themen finden Sie hier

Zahnfleischbluten beim Zähneputzen?

Das kann ein erstes Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung sein. Erfahren Sie, wie Sie Parodontitis – eine weit verbreitete Erkrankung des Zahnhalteapparats – vorbeugen und effektiv behandeln können.

Das ist wichtig, denn Parodontitis zählt zu den häufigsten Ursachen für Zahnausfall bei Erwachsenen. Da die Erkrankung oft schleichend verläuft, bleibt sie bei vielen Betroffenen lange unbemerkt. Besonders mit zunehmendem Alter steigt das Risiko – viele Menschen über 55 Jahre zeigen Anzeichen einer Parodontalerkrankung.

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Was ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Umgangssprachlich spricht man auch von einer Zahnbettentzündung. Dabei greifen Bakterien und Zahnbeläge das Zahnbett an, also das Gewebe, das den Zahn im Kiefer verankert. In fortgeschrittenen Fällen kann sich daraus auch eine Zahnwurzelentzündung entwickeln.

Betroffen sind unter anderem das Zahnfleisch, das Zahnfach, der Zahnzement und die Wurzelhaut. Diese Strukturen bilden zusammen den sogenannten Zahnhalteapparat (Parodontium) und sorgen dafür, dass die Zähne fest im Kiefer sitzen.

Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sich das Gewebe nach und nach zurückbilden. In der Folge lockern sich die Zähne und können im schlimmsten Fall ausfallen.

Gut zu wissen

Parodontitis oder Parodontose?

„Parodontose“ ist ein veralteter, umgangssprachlicher Begriff. Medizinisch korrekt spricht man von Parodontitis, einer entzündlichen Erkrankung des Zahnhalteapparats, die durch bakterielle Beläge verursacht wird.

Parodontitis erkennen: Was sind die Symptome?

Parodontitis verläuft oft lange unbemerkt. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und verursacht anfangs meist keine Schmerzen. Umso wichtiger ist es, auf erste Warnzeichen zu achten und regelmäßig zur Kontrolluntersuchung in die Zahnarztpraxis zu gehen.

Frühe Symptome einer Parodontitis

Checkliste

  • Zahnfleischbluten, z. B. beim Zähneputzen
  • gerötetes, geschwollenes oder empfindliches Zahnfleisch
  • Rückgang des Zahnfleisches (Zähne wirken länger)
  • unangenehmer Geschmack im Mund
  • Mundgeruch, der trotz Zahnpflege bestehen bleibt
  • empfindliche Zähne bei Heißem, Kaltem oder Süßem

Fortgeschrittene Symptome

Bleibt die Parodontitis unbehandelt, schreitet die Entzündung fort und führt zu ausgeprägteren Beschwerden.

  • Bildung von Zahnfleischtaschen
  • Austritt von Eiter aus dem Zahnfleisch
  • lockere Zähne oder veränderte Zahnstellung
  • Schmerzen im Bereich des Zahnhalteapparats
  • Schwellungen im Kieferbereich oder Abszesse

Was im Mund passiert

Oft geht einer Parodontitis eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) voraus. Bleibt diese unbehandelt, können sich bakterielle Zahnbeläge – besonders in den Zahnzwischenräumen – weiter ausbreiten.

Mit der Zeit entstehen Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien ansiedeln. Diese greifen das Gewebe des Zahnhalteapparats an und führen zu einer fortschreitenden Entzündung. In diesem Stadium hat sich die ursprüngliche Zahnfleischentzündung zu einer Parodontitis entwickelt, bei der auch der Zahnhalteapparat betroffen ist.

Ursachen: Was löst Parodontitis aus?

Parodontitis entsteht durch bakterielle Zahnbeläge (Plaque), die sich auf den Zähnen und vor allem in den Zahnzwischenräumen ablagern. Werden diese Beläge nicht regelmäßig entfernt, können sie eine Zahnfleischentzündung auslösen. Bleibt diese unbehandelt, breitet sich die Entzündung auf den Zahnhalteapparat aus.

Die wichtigsten Ursachen im Überblick

Parodontitis wird durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren begünstigt:

Checkliste

  • mangelnde Mundhygiene (Beläge bleiben auf den Zähnen)
  • Zahnbeläge und Zahnstein
  • unzureichende Reinigung der Zahnzwischenräume
  • Rauchen
  • Stress
  • geschwächtes Immunsystem
  • bestimmte Grunderkrankungen (z. B. Diabetes)

Gut zu wissen

Warum sind die Zahnzwischenräume so wichtig?

Viele Zahnbeläge entstehen in den Zahnzwischenräumen, die mit der Zahnbürste schwer zu erreichen sind. Interdentalbürsten oder Zahnseide helfen dabei, diese Bereiche gründlich zu reinigen und das Risiko für Parodontitis deutlich zu senken.

Parodontitis durch Bakterien

Bakterien lösen die Entzündungsreaktion aus. Je nach Erreger nimmt die Erkrankung eine andere Form an. Bakterien, die eine Parodontitis auslösen können, nennen Mediziner Leitkeime oder Markerkeime. Muss eine Parodontitis mit Antibiotika behandelt werden, ist es wichtig, diese Keime zu identifizieren.

Typische bakterielle Erreger einer Parodontitis sind zum Beispiel:

Einfluss des Immunsystems

Nicht nur bakterielle Zahnbeläge spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Parodontitis. Auch das Immunsystem beeinflusst den Verlauf der Erkrankung entscheidend. Die Bakterien lösen eine Entzündungsreaktion aus, auf die der Körper mit einer Abwehrreaktion reagiert.

Dabei werden Immunzellen aktiviert, die Botenstoffe (sogenannte Zytokine) freisetzen. Diese steuern die Entzündung und helfen, die Bakterien zu bekämpfen. Gleichzeitig können sie jedoch auch das umliegende Gewebe schädigen, wenn die Reaktion nicht richtig reguliert ist.

Bei manchen Menschen ist dieses Gleichgewicht gestört. Es werden vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet, wodurch Entzündungen ungewöhnlich stark auftreten. In der Folge können sich Zahnfleischtaschen bilden, in denen sich weitere bakterielle Beläge ansammeln und die Entzündung zusätzlich verstärken.

Auch ein geschwächtes Immunsystem kann das Risiko erhöhen. Menschen mit chronischen Erkrankungen oder einer verminderten Immunabwehr reagieren oft anfälliger auf bakterielle Reize im Mundraum.

In seltenen Fällen können auch genetische Erkrankungen oder ausgeprägte Immundefekte das Risiko zusätzlich erhöhen.

  • Down-Syndrom
  • Cohen-Syndrom
  • Albright-Syndrom
  • Ehlers-Danlos-Syndrom
  • Chediak-Higashi-Syndrom
  • Lazy-Leukocyte-Syndrom
  • Antikörper-Mangel-Syndrom
  • Hereditäre oder zyklische Neutropenie
  • Leukozytenadhäsionsdefekt (LADS)
  • Histiozytose
  • Glykogenspeicher-Syndrom
  • Hypophosphatasie
  • Infantile genetische Agranulozytose
  • Morbus Crohn
  • Pelger-Huet-Kernanomalie

Gut zu wissen

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Parodontitis und Diabetes?

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Parodontitis, da ein hoher Blutzucker Entzündungen im Mundraum begünstigt und die Wundheilung verschlechtert. Dadurch verlaufen Zahnfleischentzündungen oft stärker und die Parodontitis schreitet schneller voran. Umgekehrt kann eine Parodontitis auch die Blutzuckereinstellung erschweren, weil Entzündungen die Insulinwirkung beeinträchtigen.

Was bedeuten Staging und Grading bei Parodontitis?

Die Einteilung der Parodontitis hat sich in den letzten Jahren verändert. Während früher zwischen chronischer und aggressiver Parodontitis unterschieden wurde, gilt heute eine moderne Klassifikation, die wie auch bei anderen Erkrankungen den Fokus auf „Staging“ und „Grading“ legt:

Staging: Einteilung nach Schweregrad

Parodontitis wird je nach Ausprägung in verschiedene Stadien eingeteilt:

Stadium Was bedeutet das? Behandlung
I Frühe Parodontitis Erste Schäden am Zahnhalteapparat, meist noch ohne Beschwerden. Kein Zahnverlust. In der Regel gut behandelbar mit professioneller Reinigung und verbesserter Mundhygiene.
II Moderate Parodontitis Entzündung hat sich ausgebreitet, Zahnfleischtaschen entstehen. Gewebe bereits stärker betroffen. Behandlung meist weiterhin ohne Operation möglich.
III Schwere Parodontitis Deutlicher Abbau von Gewebe und Knochen. Zähne können sich lockern, teilweise Zahnverlust. Aufwendigere Behandlung nötig, ggf. chirurgische Maßnahmen.
IV Sehr schwere Parodontitis Ausgeprägte Schäden am Zahnhalteapparat, mehrere Zähne fehlen oder sind stark gelockert. Kaufunktion eingeschränkt. Komplexe Therapie, oft kombiniert mit Zahnersatz.

 

Grading: Einteilung nach Verlauf

Zusätzlich wird bewertet, wie schnell die Erkrankung fortschreitet:

Parodontitis und ANUG – wo liegt der Unterschied

Während Parodontitis eine weit verbreitete, meist chronisch verlaufende Entzündung des Zahnhalteapparats ist, handelt es sich bei ANUG (Akute nekrotisierende ulzerierende Gingivitis) um eine seltene, aber besonders schmerzhafte Form der Zahnfleischentzündung.

Auslöser sind meist bakterielle Zahnbeläge in Kombination mit weiteren Risikofaktoren. Dazu zählen eine unzureichende Mundhygiene, ein geschwächtes Immunsystem, ernährungsbedingte Mangelerscheinungen, bestimmte Medikamente sowie anhaltender Stress oder Schlafmangel.

Diagnose: Wie lässt sich Parodontitis feststellen?

Um eine Parodontitis festzustellen, untersucht der Zahnarzt zunächst Zähne und Zahnfleisch und spricht mit dem Patienten über mögliche Beschwerden und Risikofaktoren. Im Gespräch werden unter anderem folgende Punkte geklärt, um das individuelle Risiko für Parodontitis besser einzuschätzen:

Checkliste

  • Wie häufig putzen Sie Ihre Zähne?
  • Reinigen Sie regelmäßig die Zahnzwischenräume (z. B. mit Zahnseide oder Interdentalbürsten)?
  • Rauchen Sie?
  • Reagieren Ihre Zähne empfindlich auf Hitze oder Kälte?
  • Haben Sie Schmerzen oder Druckempfindlichkeit?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
  • Liegt eine Erkrankung wie Diabetes vor?
  • Gibt es ähnliche Probleme in Ihrer Familie?

Mit welchen Untersuchungen wird Parodontitis diagnostiziert?

Dieser Dialog mit dem Patienten kann den Verdacht auf Parodontitis erhärten. Dann sind weitere Untersuchungen nötig. Der Zahnarzt misst z. B. die Tiefe der Zahnfleischtaschen aus und röntgt den Kiefer, um einzuschätzen, wie viel Knochensubstanz verloren gegangen ist.

Was ist der Parodontale Screening-Index (PSI)?

Der PSI ist eine einfache Untersuchung, mit der der Zahnarzt den Zustand des Zahnhalteapparats beurteilt. Dabei wird mit einer feinen Sonde, der sogenannten WHO-Sonde, gemessen, wie tief sie in die Zahnfleischtaschen eindringt.

Der Zahnarzt überprüft an 6 Stellen, wie weit die Sonde in die Zahnfleischtasche vordringen kann. Dies bezeichnen Mediziner als 6-Punkte-Messung.

Der PSI-Code hat verschiedene Abstufungen:

  • Stufe 0 = gesundes Zahnfleisch
  • Stufe 1 und Stufe 2 = Zahnfleisch ist entzündet und blutet leicht
  • Stufe 3 und Stufe 4 = Zahnfleischtasche ist entstanden, Parodontitis liegt vor

Wie wird Parodontitis behandelt?

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der periodontalen Erkrankung. Mit Medikamenten lassen sich bei Parodontitis in der Regel nur kurzfristig die Symptome lindern. Die Behandlung selbst ist zeitaufwendig und umfasst mehrere Sitzungen in der Zahnarztpraxis.

Ziel der Parodontitisbehandlung ist es, bakterielle Beläge zu entfernen, die Entzündung zu stoppen und den Zahnhalteapparat zu stabilisieren.

Checkliste

Überblick: Die wichtigsten Behandlungsschritte

  • Entfernung von Plaque und Zahnstein
  • Reinigung der Zahnfleischtaschen
  • ggf. operatives Vorgehen
  • Stabilisierung lockerer Zähne
  • konsequente Mundhygiene und Nachsorge
Eine Frau hält sich die Wange während ein Arzt schon mit medizinischem Besteck bereitsteht.

So läuft die Therapie ab: Die Parodontitis-Behandlung im Detail

Die Vorbereitung

Kommt der Patient zum ersten Termin in die Praxis, reinigt der Zahnarzt zunächst die Oberflächen der Zähne. Die Zähne werden poliert und fluoridiert, wie bei einer professionellen Zahnreinigung. Fluorid stärkt den Zahn und unterstützt die Einlagerung wichtiger Mineralien.

Bakterielle Zahnbeläge und Zahnstein werden gründlich entfernt. Der Zahnarzt überprüft außerdem den Aufbiss. Überstehende Füllungen oder Kronen können das Zahnfleisch reizen und zu Entzündungen führen.

Am Beginn der Behandlung steht auch das Patientengespräch. Dabei erhält der Patient Hinweise zur richtigen Mundhygiene. Die Technik beim Zähneputzen sowie die Reinigung der Zahnzwischenräume – etwa mit Zahnseide oder Interdentalbürsten – spielen dabei eine wichtige Rolle.

Die Reinigung der Zahnfleischtaschen

In einem weiteren Termin entfernt der Zahnarzt die Ablagerungen aus den Zahnfleischtaschen. Dazu nutzt er spezielle Instrumente oder Ultraschallgeräte. Dabei wird auch der bakterielle Plaque-Belag sowie der Biofilm auf den Zahnhälsen gründlich entfernt.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob eine unterstützende Laserbehandlung sinnvoll ist. Sie kann antibakteriell wirken und die Behandlung ergänzen, ersetzt jedoch nicht die Entfernung der bakteriellen Beläge.

Häufig genügen diese Behandlungsschritte, vor allem wenn die Parodontitis früh erkannt wird. Voraussetzung ist jedoch, dass der Patient seine Mundhygiene dauerhaft verbessert.

Gut zu wissen

Reicht eine professionelle Zahnreinigung aus?

Eine professionelle Zahnreinigung ist ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge. Bei einer bestehenden Parodontitis reicht sie jedoch nicht aus, da auch die tieferliegenden Bereiche (insbesondere die Zahnfleischtaschen) behandelt werden müssen.

Parodontitis operativ behandeln

Zeigen die beschriebenen Maßnahmen keinen Erfolg, handelt es sich wohl um eine fortgeschrittene Parodontitis. Diese kann eine Operation notwendig machen. Dabei öffnet der Zahnarzt die Zahnfleischtaschen, um die betroffenen Bereiche gründlich zu reinigen. Anschließend wird das Zahnfleisch wieder angelegt und vernäht. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen und die weitere Ausbreitung der Parodontitis zu verhindern.

Gewebeaufbau: Transplantation und Verschiebelappen

Ist das Zahnfleisch bereits stark zurückgegangen, kann ein Wiederaufbau notwendig sein. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die bei Bedarf kombiniert werden können:

Parodontitis mit Antibiotika behandeln

Ist die Parodontitis besonders ausgeprägt oder schreitet sie schnell voran, kann der Zahnarzt zusätzlich Antibiotika verordnen. Diese reduzieren die Bakterien im Mundraum, ersetzen jedoch nicht die eigentliche Behandlung.

Parodontitis und Zahnersatz

Bevor der Zahnarzt einen Zahn ersetzt, muss die Zahnfleischentzündung behandelt und abgeklungen sein. Dann kommt es auf den individuellen Zustand des Gebisses an: Sind die Zähne nur leicht gelockert und ist der Knochen weitgehend intakt, kann der Zahnarzt eine Brücke oder ein Implantat einsetzen. Wenn der Gebisszustand schlechter ist und die Zähne dadurch kaum belastbar sind, rät Ihnen der Zahnarzt vermutlich zu einem herausnehmbaren Zahnersatz.

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

Damit der Behandlungserfolg langfristig erhalten bleibt, ist eine konsequente Mundhygiene entscheidend. Zähneputzen allein genügt dabei nicht – auch die Reinigung der Zahnzwischenräume, etwa mit Zahnseide oder Interdentalbürsten, ist notwendig.

Regelmäßige Kontrolltermine in der Zahnarztpraxis helfen, den Zustand des Gebisses zu überwachen und die Umsetzung der Maßnahmen zu überprüfen.

In einigen Fällen kann es trotz Behandlung zu einem fortschreitenden Abbau von Kieferknochen und Zahnverlust kommen, insbesondere im höheren Alter. Ein Wiederaufbau des Knochens ist oft aufwendig und nicht immer mit einem langfristigen Therapieerfolg verbunden.

Worauf sollten Sie nach der Parodontitis-Behandlung achten?

Nach der Behandlung bleiben die Zahnhälse häufig mehrere Wochen empfindlich. Zudem können die Zähne zunächst länger wirken, da sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat. Mit der Zeit strafft sich das Zahnfleisch jedoch wieder, und die Zähne gewinnen an Stabilität.

Checkliste

Darauf sollten Sie nach der Behandlung achten:

  1. Zähne gründlich putzen: mindestens zweimal täglich, um neue Zahnbeläge zu vermeiden
  2. Zahnzwischenräume täglich reinigen, z. B. mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
  3. Regelmäßig zur Kontrolle gehen: Der Zahnarzt überprüft den Zustand des Zahnfleischs und den Behandlungserfolg.
  4. Professionelle Zahnreinigung wahrnehmen: Sie unterstützt die langfristige Zahngesundheit.

Wie hoch ist das Rückfallrisiko?

Auch nach erfolgreicher Behandlung kann Parodontitis erneut auftreten. Wie hoch das Risiko ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Ausmaß des Knochenabbaus
    Je stärker der Zahnhalteapparat bereits geschädigt ist, desto höher ist das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung.
  • Zahnfleischbluten bei der Kontrolle
    Blutungen sind ein Hinweis auf bestehende Entzündungen und ein erhöhtes Rückfallrisiko.
  • Grunderkrankungen
    Erkrankungen wie Diabetes (vor allem bei schlechter Einstellung), Rheuma oder ein geschwächtes Immunsystem begünstigen erneute Entzündungen.
  • Rauchen
    Einer der wichtigsten Risikofaktoren: Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleischs und hemmt die Heilung.

Was sind mögliche Komplikationen einer Parodontitis?

Jede Parodontitis muss behandelt werden, denn sie ist ein Gesundheitsrisiko.

Durch Parodontitis bildet sich der Kieferknochen zurück. Das bedeutet, die Zähne lockern sich und fallen aus. Belegt ist der direkte Zusammenhang mit Rheuma und Diabetes. Studien haben auch bestätigt, dass Herz-Kreislauf-Probleme bei Patienten mit Parodontitis verstärkt auftreten. Die Erreger von Parodontitis ließen sich in den Herzkranzgefäßen nachweisen.

Einige Erkrankungen der Atemwege gelten ebenfalls als Folge unbehandelter Parodontitis. Patienten, die eine künstliche Beatmung brauchen, müssen zahnmedizinisch sorgfältig versorgt werden. Sonst besteht die Gefahr einer Lungenentzündung.

Zahnpflege ist für Menschen mit Parodontitis besonders wichtig, genau wie der Gang zum Zahnarzt: Für die Zahnmedizin gehört Parodontitis zu den chronischen Krankheiten, die regelmäßig zu kontrollieren sind.

Was ist eine apikale Parodontitis?

Die apikale Parodontitis unterscheidet sich von der klassischen Parodontitis. Während letztere vom Zahnfleisch ausgeht, entsteht die apikale Form an der Wurzelspitze eines Zahns. In seltenen Fällen können sich beide Entzündungen gegenseitig beeinflussen. Besonders häufig treten folgende Komplikationen bei einer apikalen Parodontitis auf:

Gut zu wissen

Was passiert bei einer sklerosierenden Ostitis?

Bei einer sklerosierenden Ostitis reagiert der Kieferknochen auf eine länger bestehende Entzündung an der Zahnwurzel, wie sie bei einer apikalen Parodontitis auftreten kann. Dabei verdichtet sich der Knochen, statt sich abzubauen. In diesem Bereich wird das Knochenmark zunehmend verdrängt. Die Veränderung verursacht meist keine Beschwerden und wird häufig nur im Röntgenbild entdeckt.

Vorbeuge: Welche Faktoren beeinflussen das Parodontitis-Risiko?

Sie können einiges tun, um einer Parodontitis vorzubeugen. Neben der gewissenhaften Zahnpflege und der regelmäßigen Kontrolle beim Zahnarzt gibt es weitere Faktoren, die das Parodontitis-Risiko senken:

Checkliste

  • Rauchen vermeiden: Tabakrauch führt zu einer Verengung der Gefäße im Mundraum und verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleischs. Das erhöht das Risiko für Parodontitis.
  • auf ein gesundes Körpergewicht achten: Auch Abnehmen kann bei Parodontitis helfen. Fettgewebe kann Entzündungen im Körper fördern.
  • zuckerarme Ernährung: Zucker begünstigt die Entstehung von Zahnbelägen und Karies. Viele Zahnerkrankungen beginnen damit, dass Zucker den Zahnschmelz angreift.
  • Stress reduzieren: Stress kann Entzündungsprozesse im Körper verstärken.
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Behandlungskosten: Was bezahlt die Krankenkasse bei Parodontitis?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Behandlung der Parodontitis, sofern diese medizinisch notwendig ist. Dazu gehören sowohl die geschlossene als auch die offene Therapie, bei der der Zahnarzt das Zahnfleisch aufschneidet.

Wichtig ist, dass die Behandlung vorab bei der Krankenkasse beantragt und genehmigt wird.

Gut zu wissen

Welche Voraussetzungen gelten für die Kostenübernahme?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn der Zahnstein entfernt ist und keine Reizfaktoren mehr vorliegen. Die Beseitigung von Karies oder eine nötige Wurzelkanalbehandlung zahlt die Krankenkasse.

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FAQ – häufige Fragen zu Parodontitis

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Auch Kinder können an Parodontitis erkranken, wenn auch deutlich seltener als Erwachsene. Häufig spielen ein geschwächtes Immunsystem, genetische Faktoren oder bestimmte Erkrankungen eine Rolle. In seltenen Fällen können auch Medikamente die Entstehung begünstigen.

Bei Kindern verläuft die Erkrankung oft schneller und aggressiver. Ohne Behandlung kann es früh zu Knochenabbau und Schäden am Zahnhalteapparat kommen.

Parodontitis ist eine bakterielle Infektionskrankheit und damit ansteckend. Die Bakterien sind bei der gemeinsamen Benutzung von Gläsern oder Besteck übertragbar. Auch Küssen ist ein Risiko. Bei Säuglingen können beide Eltern die Erkrankung an das Kind weitergeben.

Parodontitis muss nicht unmittelbar ausbrechen. Eine geschwächte Immunabwehr und andere Risikofaktoren können aber dazu führen.

Eine klassische Erbkrankheit ist Parodontitis nicht. Damit die Erkrankung ausbrechen kann, müssen die entsprechenden Bakterien vorhanden sein. Schweregrad und Verlauf der Erkrankung werden aber durch genetische Faktoren beeinflusst. Internationale Wissenschaftler gehen davon aus, dass erbliche Faktoren zu etwa einem Drittel bei der Entstehung von Parodontitis eine Rolle spielen.

Einige Studien deuten darauf hin, dass Parodontitis die Fruchtbarkeit beeinflussen kann. Chronische Entzündungen im Körper könnten hormonelle Prozesse und die Empfängnis erschweren. Ein eindeutiger ursächlicher Zusammenhang ist jedoch bislang nicht abschließend belegt.

Auch Zusammenhänge mit der Spermienqualität wurden beobachtet. Allerdings ist noch unklar, ob Parodontitis die Ursache ist oder andere Faktoren eine Rolle spielen.

Parodontitis ist in der Regel nicht vollständig heilbar, kann aber gut behandelt und gestoppt werden. Entscheidend sind eine frühzeitige Therapie und eine konsequente Mundhygiene, um den Krankheitsverlauf zu kontrollieren.

Typische Anzeichen sind Zahnfleischbluten, gerötetes oder zurückgehendes Zahnfleisch und Mundgeruch. Oft verläuft die Erkrankung zunächst schmerzlos, weshalb sie häufig spät erkannt wird.

Zahnfleischbluten ist ein häufiges Warnsignal, aber nicht immer ein Hinweis auf Parodontitis. Oft steckt zunächst eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) dahinter, die sich jedoch unbehandelt zu Parodontitis entwickeln kann.

Zähne sollten mindestens zweimal täglich gründlich geputzt werden. Zusätzlich ist die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten besonders wichtig.

Unbehandelt schreitet die Entzündung fort und führt zu Knochenabbau im Kiefer. Die Zähne lockern sich und können im schlimmsten Fall ausfallen. Zudem können sich Entzündungen auf den gesamten Körper auswirken.

Eine bestehende Parodontitis lässt sich nicht allein mit Hausmitteln beseitigen. Natürliche Maßnahmen wie eine gute Mundhygiene oder eine gesunde Ernährung können die Behandlung unterstützen, ersetzen aber nicht den Zahnarztbesuch.

Stand: 08.07.2026

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