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Knochenaufbau für Implantate

Methoden und Kosten

Ein Implantat setzt einen gesunden Kieferknochen voraus. Ist nicht ausreichend Substanz für ein Zahnimplantat vorhanden, kann Knochenaufbau helfen.

Arzt und Patient betrachten das Röntgenbild eines Kiefers.

Knochenaufbau und Implantate gehören häufig zu den kostenintensiveren Zahnbehandlungen, bei denen gesetzliche Versicherte den Großteil der Kosten selbst tragen müssen. Mit einer passenden Zahnzusatzversicherung lassen sich viele Leistungen besser absichern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Knochenaufbau ist notwendig, wenn im Kiefer nicht mehr genügend Knochensubstanz vorhanden ist, um ein Zahnimplantat stabil zu verankern.
  • Für den Knochenaufbau kommen verschiedene Materialien infrage, etwa körpereigener Knochen, Fremdknochen, tierische Materialien oder synthetische Knochenersatzstoffe.
  • Die Kosten hängen von der gewählten Methode und dem Umfang des Eingriffs ab. Sie werden von der gesetzlichen Krankenkasse in der Regel nicht übernommen, von der geeigneten Zahnzusatzversicherung hingegen schon.

Diese Themen finden Sie hier

Warum manchmal ein Knochenaufbau nötig ist

Nach Zahnverlust kann es zu Knochenabbau im Kiefer kommen. Sie benötigen ein Zahnimplantat, aber Ihr Kiefer hat nicht ausreichend Knochensubstanz? Dadurch fehlt später oft die stabile Grundlage für ein Zahnimplantat. Dann kommt möglicherweise Knochenaufbau im Kiefer, manchmal verkürzt auch Kieferaufbau genannt, infrage.

Gut zu wissen

Was passiert bei einem Knochenaufbau im Kiefer?

Ein Knochenaufbau ist notwendig, wenn das Volumen des Kieferknochens nicht ausreicht, um ein Zahnimplantat stabil zu verankern. Beim Knochenaufbau wird der Kieferknochen künstlich rekonstruiert und gestärkt, damit das Implantat fest verankert werden kann. So wird die mangelnde Höhe oder fehlende Breite des Knochens mit Knochenersatzmaterial ausgeglichen.

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Gerade bei umfangreichen Behandlungen wie einem Knochenaufbau lohnt sich ein Blick auf den Versicherungsschutz. Eine Zahnzusatzversicherung mit Zahnersatzleistungen kann Sie dabei unterstützen, die bestmögliche Behandlung zu erhalten.

Methoden zum Knochenaufbau

Welches Verfahren zum Knochenaufbau sich am besten eignet, hängt vor allem davon ab, wo Knochen aufgebaut werden soll: im Ober- oder Unterkiefer bzw. im Front- oder Seitenbereich. Zu den bekanntesten Methoden zählen:

Bekanntesten Methoden zum Knochenaufbau

  • Sinuslift/Sinusbodenelevation
  • Bone Splitting
  • Bone Spreading

Interner und externer Sinuslif

Der Sinuslift, auch Sinusbodenelevation genannt, ist ein Verfahren zum Knochenaufbau im Seitenzahnbereich des Oberkiefers. Mit dieser Methode wird der Oberkieferknochen gestärkt, damit dort ein Implantat gesetzt werden kann. Bei dem chirurgischen Eingriff wird die Schleimhaut der Kieferhöhle von der Wand gelöst und angehoben. Der entstandene Hohlraum zwischen Schleimhaut und Kieferknochen wird mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Das stärkt den Kieferhöhlenboden.

Bone Spreading und Bone Splitting

Bone Spreading (Knochenspreizung) und Bone Splitting (Knochenspaltung) sind Verfahren zum seitlichen Knochenaufbau des Kieferkamms. Der Kieferkamm ist die erhöhte Leiste des Kieferknochens. Die beiden Verfahren eignen sich, wenn der Kieferknochen zwar ausreichend hoch ist, aber nicht breit genug, um ein Implantat darin zu verankern.

Welche Knochenersatzmaterialien gibt es?

Als Knochenersatz eignen sich verschiedene Materialien. Sie unterscheiden sich in ihrer Struktur und Partikelgröße sowie in ihrer Verfügbarkeit und Aufnahmefähigkeit. Grundsätzlich werden vier Materialarten unterschieden:

Knochenersatzmaterialien im Detail

Knochenersatzmaterial besteht aus natürlichem oder künstlich erzeugtem Knochen. Meist wird es in Form von Granulat, als Schwamm oder Block eingesetzt. Es füllt den Kieferknochen auf, sodass ausreichend Stabilität für die Implantate geschaffen werden kann.

Welches Material ist das richtige für mich?

Welches Material zum Knochenaufbau bei Ihnen infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ihr Zahnarzt kann am besten beurteilen, welches Material und welche Methode für Sie am besten geeignet ist. Dabei spielen unter anderem folgende Aspekte eine Rolle:

Checkliste

  • Wie groß ist der Knochendefekt? 

Die Größe des fehlenden Knochenanteils entscheidet häufig darüber, welches Material geeignet ist

  • Kommt tierisches Material im Körper für Sie infrage?

Einige Knochenersatzmaterialien werden aus tierischem Gewebe hergestellt. Aus persönlichen, religiösen oder ethischen Gründen möchten manche Patienten darauf verzichten.

  • Mit welchen Materialien hat Ihr Zahnarzt besonders viel Erfahrung?

Viele Implantologen arbeiten bevorzugt mit bestimmten Materialien, mit denen sie gute Ergebnisse erzielt haben.

  • Kommt körpereigener Knochen für den Aufbau infrage?

Wenn Eigenknochen verwendet wird, ist dafür ein zusätzlicher operativer Eingriff notwendig.

Bestehen Risiken beim Knochenaufbau?

Der Knochenaufbau ist ein chirurgischer Eingriff mit minimalen Risiken. In den meisten Fällen verlaufen sowohl der Eingriff als auch das Verwachsen unkompliziert. Wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff bestehen dennoch Restrisiken. Beim Knochenaufbau sind das vor allem Entzündungen, allergische Reaktionen und Wundheilungsstörungen, die zum Abstoßen des (fremden) Knochenmaterials führen können. Dem lässt sich mit Antibiotika vorbeugen.

Gut zu wissen

Wie unterstützt eine Eigenbluttherapie den Heilungsprozess?

Manche Kliniken begleiten Knochenaufbau mit einer Eigenbluttherapie. Dabei werden die eingesetzten Materialien zuvor mit körpereigenen Zellen versetzt. Der Körper nimmt das Material dadurch besser an. Das führt zu einer schnelleren Verknöcherung und dadurch auch zu einem kürzeren Heilungsprozess.

Welche Kosten kommen beim Knochenaufbau auf Sie zu?

Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vom Zahnarzthonorar, dem Material, dem Umfang des Knochendefekts und dem Aufwand der gewählten Methode ab. Bei Transplantaten aus Ihrem Becken- bzw. Hüftknochen kommen die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt dazu.

Hier eine Kostenschätzung:

  • Interner Sinuslift: je Kieferhälfte ca. 300 bis 500 €
  • Externer Sinuslift: je Kieferhälfte ca. 600 bis 1.100 €
  • Beckenkammtransplantat: ca. 5.000 € (einschließlich Krankenhausaufenthalt)
  • Bone Splitting bzw. Bone Spreading: je Kieferhälfte ca. 1.000 bis 1.500 €

Gut zu wissen

Zahlt die Krankenkasse den Knochenaufbau?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen normalerweise keine Kosten für den Knochenaufbau. Die Behandlungskosten tragen Sie daher meist selbst. Nur in Ausnahmefällen, z. B. nach einem Unfall oder einer Krebserkrankung, werden die Kosten übernommen. Privatversicherte haben oft gute Chancen, dass ein Teil der Kosten übernommen wird. Wie hoch die Erstattung ausfällt, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Auch die richtige Zahnzusatzversicherungen beteiligt sich an den Kosten für den Knochenaufbau. Je nach Vertrag bis zu 100 %.

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Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für den Knochenaufbau nur in Ausnahmefällen. Hier wird es also schnell teuer. Sie möchten Ihr Geld lieber für etwas anderes ausgeben? Mit unserer Zahnersatzversicherung sparen Sie je nach Vertrag zwischen 75 und 100 % der von Ihnen zu zahlenden Kosten (Eigenanteil).

Sonderform ohne Knochenaufbau: Disk-Implantate

Bei stark abgebautem Kieferknochen können Implantologen sogenannte Disk-Implantate einsetzen, wenn Standardimplantate oder ein Knochenaufbau nicht infrage kommen. Diese speziellen Implantate dienen wie Standardimplantate als künstliche Zahnwurzeln, die in den Kieferknochen eingepflanzt werden.

Das Besondere ist ihre Form: Während Standardimplantate schraubenartig sind, bestehen Disk-Implantate aus einer oder mehreren Scheiben. Sie sehen aus wie ein „T“ oder ein Reißnagel mit Scheibe und Stift.

Der Implantologe setzt sie seitlich in den Kieferknochen ein. Dabei verankert er die Scheibe im Kieferknochen und befestigt den Zahnersatz auf dem Stift.

FAQ – Häufige Fragen zur Knochenaufbau

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Der eigentliche Eingriff dauert meist 30 Minuten bis zwei Stunden, je nach Methode und Umfang. Danach folgt eine Einheilphase von mehreren Monaten, in der sich neuer Knochen bildet (in der Regel drei bis sechs Monate, Einheilung von bis zu neun Monaten sind aber auch möglich). Erst danach kann in vielen Fällen das Implantat eingesetzt werden.

Ja, in manchen Fällen können Knochenaufbau und Implantat in derselben Behandlung durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass noch genügend stabiler Restknochen vorhanden ist, um das Implantat sicher zu verankern. Der zusätzliche Knochen wird dabei gleichzeitig aufgebaut und heilt gemeinsam mit dem Implantat ein.

Der Knochenaufbau wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist während des Eingriffs nicht schmerzhaft. Bei einem aufwändigen Eingriff oder für Angstpatienten kommt auch eine Behandlung unter Vollnarkose infrage. Nach der Behandlung können Schwellungen oder leichte Wundschmerzen auftreten. Diese lassen sich meist gut mit Kühlung und vom Zahnarzt empfohlenen Schmerzmitteln behandeln.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt einen Knochenaufbau in der Regel nicht, wenn er im Zusammenhang mit einem Implantat durchgeführt wird. Sie zahlt meist nur den Festzuschuss für Zahnersatz. Eine Zahnzusatzversicherung kann je nach Tarif die Kosten übernehmen.

Nach einem Knochenaufbau sollte eine Prothese meist einige Tage bis Wochen nicht getragen werden, damit die Wunde gut heilen kann und kein Druck auf den behandelten Bereich entsteht. Wie lange genau, hängt vom Umfang des Eingriffs ab. In vielen Fällen kann der Zahnarzt nach der ersten Heilungsphase eine angepasste provisorische Prothese einsetzen, damit Sie während der Einheilung weiterhin normal sprechen und essen können. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ab wann und in welcher Form eine Prothese wieder getragen werden darf.

Stand: 12.05.2026

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