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Wie sinnvoll ist eine Fissurenversiegelung?

Zähne versiegeln

Bei der Fissurenversiegelung wird die Oberfläche der Zähne geglättet. Dadurch können sich Verschmutzungen und Bakterien nicht so leicht ablagern.

Weiblicher Zahnarzt beim Bohren eines Zahns an einem männlichen Patienten im Zahnarztstuhl.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Fissuren sind feine Rillen im Zahnschmelz, in denen sich leicht Bakterien ansammeln. Eine Fissurenversiegelung glättet die Oberfläche und senkt das Kariesrisiko für viele Jahre deutlich.
  • Bei der Behandlung werden die Zahnoberflächen gereinigt, leicht angeraut und mit einem Kunststoffmaterial versiegelt. Der Eingriff dauert etwa 15 bis 30 Minuten und ist schmerzfrei.
  • Besonders sinnvoll ist die Versiegelung bei Kindern, Jugendlichen und kariesanfälligen Zähnen. Bei 6- bis 17-Jährigen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für die großen Backenzähne.

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Was sind Zahnfissuren?

Fissuren sind kleine Rillen und Furchen im Zahnschmelz. Die Kauflächen der Backenzähne sind am häufigsten betroffen. In diesen Vertiefungen sammeln sich schnell Bakterien, wodurch Karies entstehen kann. Vor allem schmale und tiefe Furchen können mit der Zahnbürste häufig nicht mehr vollständig gereinigt werden. Eine Versiegelung der zerklüfteten Zahnoberfläche kann das Eindringen der Bakterien vermindern. Das Risiko für Fissurenkaries wird dadurch für viele Jahre erheblich reduziert.

Was ist eine Fissurenversiegelung?

Bei der Versiegelung der Zähne werden die Zahnreliefs geglättet und die Fissuren mit einem Kunststoffmaterial aufgefüllt. Dadurch wird die Zahnoberfläche eben, wodurch sie leichter zu reinigen ist. So können sich Speisereste und Mikroorganismen, die die Grundlage für Zahnbelag bilden, nicht mehr so gut festsetzen. Diese Beläge bilden die Basis für Karies. In der Zahnmedizin wird zwischen zwei Arten der Behandlung unterschieden.

Wie läuft eine Fissurenversiegelung ab?

Die Fissurenversiegelung wird vom Zahnarzt durchgeführt. Die Behandlung dauert 15 bis 30 Minuten und ist nicht schmerzhaft.

Ablauf einer Fissurenversiegelung

  1. Der Zahnarzt reinigt die betroffenen Zahnoberflächen gründlich und entfernt alle Beläge, damit unter der Versiegelung keine Karies entstehen kann.
  2. Danach muss der Zahnarzt den Zahn trockenlegen, zum Beispiel mit einem Kofferdamm (eine Art Spanngummi) oder Watteröllchen.
  3. Der Zahnschmelz wird mit einem Säure-Gel leicht angeraut, da das Versiegelungsmaterial auf feuchten und glatten Oberflächen nicht hält.
  4. Das Versiegelungsmaterial wird in die Fissuren eingebracht.
  5. Der Kunststoff wird ausgehärtet, häufig mithilfe einer speziellen Lampe.
  6. Der Zahnarzt kontrolliert den Biss und poliert kleine Unebenheiten von den Kauflächen weg.
  7. Abschließend wird Fluorid aufgetragen, um den Zahn zusätzlich zu stärken.

Welches Material wird bei einer Fissurenversiegelung verwendet?

Zur Zahnversiegelung wird in der Regel Kunststoff auf Dimethacrylatbasis verwendet. Einige dieser Kunststoffe enthalten auch Fluoride, welche die Zähne zusätzlich stärken. Zement wird heutzutage nur noch sehr selten eingesetzt. Zement gibt zwar mehr Fluorid ab, ist dafür aber nicht so lange haltbar.

Beide Materialien sind sehr gut verträglich. Es kommt nur äußerst selten zu allergischen Reaktionen.

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Wann braucht man eine Fissurenversiegelung?

In der Regel wird die Fissurenversiegelung bei Kindern oder Erwachsenen, die bereits mit Karies zu kämpfen hatten, angewandt. Risikofaktoren für Karies sind mangelnde Mundhygiene, zuckerhaltige Ernährung, starker Speichelfluss oder ein geschwächtes Immunsystem.

Eine Versieglung der Zähne ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Fissuren sehr eng oder tief sind. Denn dadurch wird die Reinigung der Rillen schwierig und Fissurenkaries kann sich leichter bilden.

Wie lange hält eine Fissurenversiegelung?

In der Regel hält eine Zahnversiegelung bis zu 10 Jahre. Bei den Kontrolluntersuchungen überprüft der Zahnarzt, ob die Versiegelung noch intakt ist. Sie selbst merken gewöhnlich nicht, wenn Teile der Versiegelung abplatzen. Aber nur eine vollständige Versiegelung schützt die Zähne ausreichend vor Karies. Wenn das Material abgetragen oder beschädigt ist, muss der Zahnarzt die Versiegelung erneuern.

Ist eine Fissurenversiegelung sinnvoll und gibt es Nachteile?

Eine Fissurenversiegelung gilt als wirksame Maßnahme zur Kariesvorbeugung. Ihre Schutzwirkung wurde in zahlreichen Untersuchungen belegt. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, die anfälliger für Karies sind, ist die Behandlung sinnvoll. Wenn die Backenzähne jedoch bis ins Erwachsenenalter kariesfrei geblieben sind, ist eine Versiegelung in der Regel nicht mehr notwendig.

Was kostet eine Fissurenversiegelung?

Die Kosten für eine Zahnversiegelung liegen zwischen 15 und 46 € pro Zahn. Wenn der Zahn bereits von Karies befallen ist, kommen eventuell noch die Kosten für eine kleine Kompositfüllung hinzu.

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 17 Jahren zahlt die gesetzliche Krankenversicherung die Fissurenversiegelung an den großen Backenzähnen. Die Versiegelung aller anderen Zähne oder der Milchzähne übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nicht.

Auch bei Erwachsenen übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nicht.

In der privaten Krankenversicherung ist die Höhe der Kostenerstattung sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vom jeweiligen Tarif abhängig.

Eine Zahnzusatzversicherung kann helfen, solche Eigenkosten zu reduzieren und Vorsorgemaßnahmen – je nach Tarif – finanziell abzusichern.

FAQ – Häufige Fragen zur Fissurenversiegelung

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.

Fissuren – also die natürlichen Rillen und Vertiefungen auf der Zahnoberfläche – sind grundsätzlich nichts Schlimmes. Problematisch können sie jedoch werden, wenn sie besonders schmal oder tief sind. Dann lassen sie sich nur schwer gründlich reinigen. In diesen engen Bereichen können sich Bakterien und Mikroorganismen ansammeln, was das Risiko für Fissurenkaries erhöht – vor allem bei unzureichender Mundhygiene oder einer zuckerreichen Ernährung.

Nein, Fissuren sind kein Karies, sondern Rillen in der Zahnoberfläche. Jeder Mensch hat Fissuren. Da diese Vertiefungen schwerer zu reinigen sind als glatte Oberflächen, begünstigen Sie die Entstehung von Karies. Fissuren und Karies sind somit nicht das Gleiche. 

Auch bei einer Fissurenversiegelung werden Einkerbungen in den Zähnen aufgefüllt. Allerdings ist das Ziel eher, die Zähne zu versiegeln und so vor Karies zu schützen.

Füllungen kommen in der Regel zum Einsatz, wenn Karies bereits da ist und Schaden angerichtet hat. Die Fissurenversiegelung gilt als Profilaxe. Sie wird eingesetzt, bevor Karies entsteht oder wenn der Karies gerade erst anfängt, sich zu entwickeln. 

Am häufigsten werden die Kauflächen der hinteren Backenzähne (Molaren) versiegelt, da diese am stärksten von Fissuren betroffen sind. Zusätzlich können zudem die Fissuren der Seitenzähne (Prämolaren und Milchmolaren) aufgefüllt werden. In seltenen Fällen müssen sogar die Vorderzähne versiegelt werden.

In der Regel tut eine Fissurenversiegelung nicht weh. Da sie Karies vorbeugt, verhindert sie darüber hinaus Zahnschmerzen und schmerzhafte Behandlungen. Gerade für Kinder kann es jedoch unangenehm sein, den Mund so lange offen zu halten. Denn eine Zahnversiegelung dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten.

Eine professionelle Fissurenversiegelung kann nur ein Zahnarzt durchführen. Dabei schließt er die Furchen mit einer speziellen Kunststoff-Füllung und glättet so die Zähne. Da sie nun gründlicher gereinigt werden können, sind Versiegelungen ein wirkungsvoller Karies-Schutz.

In der Regel hält die Fissurenversiegelung 10 Jahre. Sie vorzeitig zu entfernen, macht eigentlich keinen Sinn. In sehr seltenen Fällen kann das Versiegelungsmaterial eine allergische Reaktion hervorrufen oder, wenn unsauber gearbeitet wurde, Karies unter der Versiegelung entstehen.

In diesen Fällen muss die Versiegelung entfernt werden. Dafür muss ein Bohrer verwendet werden, der nicht nur die Versiegelung, sondern auch den darunterliegenden Zahnschmelz angreift. Auch wenn der Zahnschmelz lediglich leicht angegriffen und im Normalfall nicht ernsthaft beschädigt wird, sollten Versiegelungen nur im Notfall wieder entfernt werden. 

Nein, freiliegende Zahnhälse können Sie nicht selbst versiegeln. Zwar werden empfindliche Zahnhälse häufig mit einem speziellen Lack behandelt, weil sie schmerzhaft sein können – diese Versiegelung kann jedoch nur ein Zahnarzt bzw. Zahnärztin fachgerecht auftragen. Die dafür benötigten Materialien sind frei nicht erhältlich und müssen professionell aufgetragen werden, damit anhaltender Schutz entsteht.

Sie können die Beschwerden jedoch reduzieren, indem Sie fluoridhaltige Gele oder Zahnpasten für empfindliche Zähne zu Hause anwenden. Fluorid stärkt die Zahnoberfläche und kann dazu beitragen, die Empfindlichkeit zu verringern. Diese Maßnahmen ersetzen zwar keine professionelle Versiegelung bzw. zahnärztliche Behandlung, können aber helfen, die Schmerzempfindlichkeit zu lindern.

Stand: 19.03.2026

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